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Thalatta ! Thalatta !

Kategorie-Archiv: Literatur

Politisch korrigierte Zeiten

 

17. Januar 2020: Serapion an Mephisto

 

In München soll, soweit ich hörte, neben zahlreichen anderen wie beispielsweise Kleist und Schopenhauer Erich Kästner aufgeführt worden sein in einer Liste von Personen, deren namentliche Verwendung auf Straßenschildern aus Gründen politischer Korrektheit in Zweifel stünde. Ein mit der Überprüfung der Münchener Straßenschilder beauftragtes Expertengremium von Historikern soll als Prüfungsgrund Kästner vorwerfen, während der Nazizeit nicht emigriert zu sein und stattdessen unter Pseudonym geschrieben zu haben…

Ich kann es kaum glauben. Doch sollte es sich tatsächlich bewahrheiten, daß jene Kommission derartige Vorwürfe erhöbe gegen Erich Kästner und ähnlichen Schwachsinn gegen andere, kann ich jenes Expertengremium nur eine inkompetente Ansammlung von Banausen heißen. Könnten sie einen besseren Beweis liefern für Kästners Kenntnis deutscher Kohlköpfe: „Wem Gott ein Amt gibt, raubt er den Verstand. … Nehmt euren Kopf und haut ihn an die Wand!“?

Die sollten sich was schämen!

Die Nazis haßten Kästner allein schon wegen seiner konsequenten Kriegsgegnerschaft („Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?“). Und, soweit ich weiß, kam er tatsächlich an jenem Abend hinzu, als Unter den Linden die Menschenverbrenner in spe auf dem Berliner Opernplatz auch seine Bücher „undeutschen Geistes“ in die Flammen warfen am 10. Mai 1933.

Das Gründungsmitglied der Gruppe 47 Alfred Andersch schrieb über ihn: „Seine vor 1933 erschienenen Gedichte, insbesondere sein berühmtes ‚Wenn wir den Krieg gewonnen hätten‘, haben dem Militarismus mehr Schaden zugefügt als alle humanistisch-professoralen Essays zusammengenommen.“

Man denken nur, Erich Kästner, er in Nazideutschland mit seiner zugleich ja auch prophetischen Schlußzeile aus „Wenn wir den Krieg gewonnen hätten“: „… zum Glück gewannen wir ihn nicht!“

Ich kenne in Deutschland keinen mutigeren Vers.

Über die Zeit 1933 bis 1945 urteilte der unvergessene Wolfgang Koeppen: „Kästner saß im Café neben dem Tod. … Ich verneige mich.“

Und 1943 bescheinigte der Kleist-Preisträger Carl Zuckmayer in seinem Geheimdossier für das Office of Strategic Services: „Kästner gehört zu den wenigen deutschen Nichtnazis von Ruf und Rang, die die heutigen Verhältnisse genau kennen. Wenn er überlebt, mag er einer der wichtigsten Männer für die Nachkriegszeit werden.“

Jawohl, er ist einer der wichtigsten Männer unserer Zeit!

 

 

GROSSE ZEITEN

 

Die Zeit ist viel zu groß, so groß ist sie.

Sie wächst zu rasch. Es wird ihr schlecht bekommen.

Man nimmt ihr täglich Maß und denkt beklommen:

So groß wie heute war die Zeit noch nie.

 

Sie wuchs. Sie wächst. Schon geht sie aus den Fugen.

Was tut der Mensch dagegen? Er ist gut.

Rings in den Wasserköpfen steigt die Flut.

Und Ebbe wird es im Gehirn der Klugen.

 

Der Optimistfink schlägt im Blätterwald.

Die guten Leute, die ihm Futter gaben,

sind glücklich, daß sie einen Vogel haben.

Der Zukunft werden sacht die Füße kalt.

 

Wer warnen will, den straft man mit Verachtung.

Die Dummheit wurde zur Epidemie.

So groß wie heute war die Zeit noch nie.

Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung.

 

Erich Kästner (1899 – 1974)

 

Auf der andern Seite

 

30. August 2019: Serapion an Mephisto

 

 

Gründer

 

Geschäftig sind die Menschenkinder,

Die große Zunft von kleinen Meistern,

Als Mitbegründer, Miterfinder

Sich diese Welt zurechtzukleistern.

 

Nur leider kann man sich nicht einen,

Wie man das Ding am besten mache.

Das Bauen mit belebten Steinen

Ist eine höchst verzwickte Sache.

 

Welch ein Gedrängel und Getriebe

Von Lieb und Haß bei Nacht und Tage,

Und unaufhörlich setzt es Hiebe,

Und unaufhörlich tönt die Klage.

 

Gottlob, es gibt auch stille Leute,

Die meiden dies Gewühl und hassen’s

Und bauen auf der andern Seite

Sich eine Welt des Unterlassens.

 

 

Wilhelm Busch (1832 – 1908)

 

Und was noch folgt, ist kaum auszumalen!

 

3. Juni 2019: Serapion an Mephisto

 

 

Eine Zuschauerin im Flughafen

 

»Nie wieder wird’s Menschen geben,

Die so viel erleben,

Wie wir, in unsrer gigantischen Zeit!

Der Weltkrieg und die ihm folgenden Leiden –

Wird keiner auch uns darum beneiden –

Haben doch alles, was in der Welt

Früher geschah, in den Schatten gestellt.

O unsre Zeit! Und speziell unser Land!«

 

Der Platzleiter bückte sich, hob galant

Ein Buch auf, gab’s mit der linken Hand

Der Dame zurück, nicht mit der rechten.

(Er war im Kriege in Luftgefechten

Dreimal abgeschossen und rühmlichst bekannt.)

 

»Danke. – Ach, wie der Gedanke erhebt:

Nie wird – nie hat eine Generation

Soviel Erfindungen neu erlebt.

Denken Sie nur an Edison,

An Fahrrad, Auto und Grammophon,

An Kino, Radio, Röntgenstrahlen,

Schon Trambahn, Rohrpost und Salvarsan.

All das hat unsere Zeit getan!

Und was noch folgt, ist kaum auszumalen.

Wir schreiten weiter von Siegen zu Siegen.

Nicht Fortschritt mehr, sondern Fortflug. Wir fliegen

Empor. Wir werden zu höheren Fernen

Schweben, zum Mars und zu sämtlichen Sternen.

Wir werden vielleicht

Die alleräußerste Peripherie

Des Weltalls erreichen. – –

Ich danke Ihnen, das haben Sie

Und Ihresgleichen

Durch Ihr Genie und durch Mut erreicht.«

 

Die Dame schwieg, und sie fächelte

Mit ihren Armen, als wollte sie fliegen.

 

Der Flugplatzleiter lächelte.

»Bin oft nach der Sonne zu aufgestiegen«,

So sagte er heiter,

»Doch zog sie sich immer um jedes Stück

Meiner erstrebten Annäherung weiter

Und höher zum alten Abstand zurück.«

 

 

Joachim Ringelnatz (1929)

 

Man sollte euch peitschen!

 

15. April 2019: Serapion an Mephisto

 

 

Die Sprachverderber

 

Ihr böse Teutschen,

Man sollt euch peutschen,

Daß ihr die Muttersprach

So wenig acht.

Ihr liebe Herren,

Das heißt nicht mehren,

Die Sprach verkehren

Und zerstören.

 

Ihr tut alles mischen

Mit faulen Fischen,

Und macht ein Misch-Gemäsch,

Ein wüste Wäsch,

Ich muß es sagen,

Mit Unmut klagen,

Ein faulen Haufen Käs,

Ein seltsams Gfräß.

 

Wir hans verstanden

Mit Spott und Schanden,

Wie man die Sprach verkehrt

Und ganz zerstört.

Ihr böse Teutschen,

Man sollt euch peutschen.

In unserm Vatterland;

Pfui dich der Schand!

 

 

Johann Michael Moscherosch (1601 – 1669)

gekürzt, Hervorhebung von Serapion

 

Der Plan, endgültig Frieden zu stiften

 

1. März 2019: Serapion an Mephisto

 

DAS LETZTE KAPITEL

 

Am 12. Juli des Jahres 2003

lief folgender Funkspruch rund um die Erde:

daß ein Bombengeschwader der Luftpolizei

die gesamte Menschheit ausrotten werde.

 

Die Weltregierung, so wurde erklärt, stelle fest,

daß der Plan, endgültig Frieden zu stiften,

sich gar nicht anders verwirklichen läßt,

als alle Beteiligten zu vergiften.

 

Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck.

Nicht eine Seele dürfe am Leben bleiben.

Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck.

Man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben.

 

Am 13. Juli flogen von Boston eintausend

mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort

und vollbrachten, rund um den Globus sausend,

den von der Weltregierung befohlenen Mord.

 

Die Menschen krochen winselnd unter die Betten.

Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald.

Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten.

Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt.

 

Jeder dachte, er könne dem Tod entgehen.

Keiner entging dem Tod, und die Welt wurde leer.

Das Gift war überall. Es schlich wie auf Zehen.

Es lief die Wüsten entlang. Und es schwamm übers Meer.

 

Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben.

Andre hingen wie Puppen zum Fenster heraus.

Die Tiere im Zoo schrien schrecklich, bevor sie starben.

Und langsam löschten die großen Hochöfen aus.

 

Dampfer schwammen im Meer, beladen mit Toten.

Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt.

Die Flugzeuge irrten, mit tausend toten Piloten,

unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld.

 

Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte.

Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human.

Die Erde war aber endlich still und rollte,

völlig beruhigt, ihre bekannte elliptische Bahn.

 

 

Erich Kästner (1899 – 1974)

 

Kästner gehört zu den wenigen deutschen Nichtnazis von Ruf und Rang, die die heutigen Verhältnisse genau kennen.

Carl Zuckmayer (1896 – 1977)

 

Ein solcher

 

23.12.2018 Serapion an Mephisto

 

Ein dem Heiland ähnliches Leben führt nur, wer ganz und gar er selbst bleibt. Ein solcher mag ein großer Dichter sein oder ein großer Gelehrter; oder ein junger Universitätsstudent oder ein Schafhirt auf der Heide; oder ein Schöpfer von Dramen wie Shakespeare oder ein Gottgrübler wie Spinoza oder ein Kind, das im Garten spielt, oder ein Fischer, der seine Netze in die See senkt. Er sei was immer – wenn er nur alle Möglichkeiten seiner Seele zur Entfaltung bringt.

Oscar Wilde (1854 – 1900), Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus

 

Wo deine Gaben liegen, da liegen auch deine Aufgaben.

Deutsches Sprichwort

 

Das Canapee ist mein Vergnügen

 

11. November 2018: Serapion an Mephisto

 

Das Canapee ist mein Vergnügen,

Drauf ich mir was zu Gute tu;

Da kann ich recht vergnüget liegen

In einer ausgestreckten Ruh‘.

Wenn mir tun alle Glieder weh,

So leg‘ ich mich auf’s Canapee.

 

Wann mir von Sorgen und Gedanken

Der Kopf als wie ein Triller geht;

Gesetzt, das Herz fing‘ an zu wanken

Als wie ein Schiff, wenn’s Stürmen geht

Bei den Windwellen auf der See,

Dann leg‘ ich mich auf’s Canapee.

 

Ich tu auch gerne Coffee trinken,

Und wenn man mir mit diesem Trank

Auf eine deutsche Meil‘ wird winken;

Denn ohne Coffee bin ich krank;

Doch schmeckt mir Coffee und Tee

Am besten auf dem Canapee.

 

Ein Pfeifchen Knaster ist mein Leben,

Das ist mein fünftes Element,

Das kann der Zunge Kühlung geben,

Wenn auch die Sonne heftig brennt.

Ich rauche, wo ich geh‘ und steh‘,

Auch liegend auf dem Canapee.

 

Wenn mir bei heißen Sommertagen

Die Decken zu beschwerlich sein,

Muß mir mein Canapee behagen,

Da schlaf ich ungebeuget ein;

Da beißen mich auch keine Flöh‘

Auf meinem lieben Canapee.

 

Wenn ich mich in die Länge strecke,

So setzt mein Schätzchen sich zu mir,

Es hält mir anstatt einer Decke

Ein lilienweißes Kißchen für!

Das kutzelt in der großen Zeh

Auf meinem lieben Canapee.

 

Gesetzt, ich werde auch malade,

Daß ich ein Patiente bin,

In Schwach- und Krankheit ich gerate,

So recolligieret sich mein Sinn,

Das letzte schmerzliche Adieu

Zu sagen auf dem Canapee.

 

Wie wollt‘ ich meine Ruhe haben,

Die Mißgunst aber ist so groß,

Man wird mich andern gleich begraben,

Mein Leib fault in der Erde Schoß;

Wiewohl das tut mir gar nicht weh,

Der Geist schwebt um das Canapee.

 

 

Anonym (1740)

 

Von der Kultur beleckt

 

18. Oktober 2018: Serapion an Mephisto

 

Die Zunge der Kultur reicht weit

 

Die Zunge der Kultur reicht weit!

Wohin sie sich erstreckt,

da wird der Mensch nebst seiner Zeit

so lang wie hoch und weit und breit

von der Kultur beleckt.

 

Oh, daß sie tausend Zungen hätte!

Noch gibt es Neger ohne Uhr,

und Dörfer ohne Operette,

und Eskimos ohne – Pardon! – Klosette!

Die Zunge raus, Kultur!

 

Noch gibt es Frauen, die den Nabel zeigen

und ohne Kleid und Scham spazieren gehn.

Noch gibt es Männer, die im Dunkeln geigen,

und Leute, die, selbst wenn sie dumm sind, schweigen.

Man kann das kaum verstehn…

 

Denn wir stelln unsre Kinder künstlich her

und unsre Nahrung in Tablettenform.

Das Altern kennen wir nicht mehr.

Bouillon mit Ei gewinnen wir aus Teer.

Kurzum: Es ist enorm!

 

Der Straßenkehrer braucht das Abitur

und muß belesen sein in Schund und Schmutz.

Da denkt man manchmal: Die Kultur,

sie kann uns am -! Sie soll uns nur -!

Sie ist dazu imstand und tut’s.

 

 

Erich Kästner (1899 – 1974) 1928

 

 

haben himmlischen abend mit pünktchen und anton. ich wünschte sie könnten mein kind lachen hören, tausend grüsse und dank.“

Marlene Dietrich Telegramm an Erich Kästner

 

Nichts ist routinierter als die Ironie. Dies ist der Umstand, der dem Fall einige Ähnlichkeit mit dem Fall Heine gibt.“

Walter Benjamin

 

Kästner saß im Café neben dem Tod. Gab es einen Engel oder Teufel, der ihn schützte?“

Wolfgang Koeppen

 

Wo alles sich durch Glück beweist

 

17. August 2018: Serapion an Mephisto

 

Einsamer nie –

 

Einsamer nie als im August:

Erfüllungsstunde – im Gelände

die roten und die goldenen Brände

doch wo ist deiner Gärten Lust?

 

Die Seen hell, die Himmel weich,

die Äcker rein und glänzen leise,

doch wo sind Sieg und Siegsbeweise

aus dem von dir vertretenen Reich?

 

Wo alles sich durch Glück beweist

und tauscht den Blick und tauscht die Ringe

im Weingeruch, im Rausch der Dinge –

dienst du dem Gegenglück, dem Geist.

 

 

Gottfried Benn (1886 – 1956)

 

Die süßen Spiele des Lebens

 

27. Mai 2018: Serapion an Mephisto

 

Die Muße

 

Sorglos schlummert die Brust und es ruhn die strengen Gedanken.

Auf die Wiese geh ich hinaus, wo das Gras aus der Wurzel

Frisch, wie die Quelle, mir keimt, wo die liebliche Lippe der Blume

Mir sich öffnet und stumm mit süßem Othem mich anhaucht,

Und an tausend Zweigen des Hains, wie an brennenden Kerzen

Mir das Flämmchen des Lebens glänzt, die rötliche Blüte,

Wo im sonnigen Quell die zufriednen Fische sich regen,

Wo die Schwalbe das Nest mit den törigen Jungen umflattert,

Und die Schmetterlinge sich freun und die Bienen, da wandl ich

Mitten in ihrer Lust; ich steh im friedlichen Felde

Wie ein liebender Ulmbaum da, und wie Reben und Trauben

Schlingen sich rund um mich die süßen Spiele des Lebens.

 

Oder schau ich hinauf zum Berge, der mit Gewölken

Sich die Scheitel umkränzt und die düstern Locken im Winde

Schüttelt, und wenn er mich trägt auf seiner kräftigen Schulter,

Wenn die leichtere Luft mir alle Sinne bezaubert

Und das unendliche Tal, wie eine farbige Wolke,

Unter mir liegt, da werd ich zum Adler, und ledig des Bodens

Wechselt mein Leben im All der Natur wie Nomaden den Wohnort.

Und nun führt mich der Pfad zurück ins Leben der Menschen,

Fernher dämmert die Stadt, wie eine eherne Rüstung

Gegen die Macht des Gewittergotts und der Menschen geschmiedet,

Majestätisch herauf, und ringsum ruhen die Dörfchen;

Und die Dächer umhüllt, vom Abendlichte gerötet,

Freundlich der häusliche Rauch; es ruhn die sorglich umzäunten

Gärten, es schlummert der Pflug auf den gesonderten Feldern.

 

Aber ins Mondlicht steigen herauf die zerbrochenen Säulen

Und die Tempeltore, die einst der Furchtbare traf, der geheime

Geist der Unruh, der in der Brust der Erd und der Menschen

Zürnet und gärt, der Unbezwungne, der alte Erobrer,

Der die Städte, wie Lämmer, zerreißt, der einst den Olympus

Stürmte, der in den Bergen sich regt, und Flammen herauswirft,

Der die Wälder entwurzelt und durch den Ozean hinfährt

Und die Schiffe zerschlägt und doch in der ewigen Ordnung

Niemals irre dich macht, auf der Tafel deiner Gesetze

Keine Silbe verwischt, der auch dein Sohn, o Natur, ist,

Mit dem Geiste der Ruh aus Einem Schoße geboren. –

 

Hab ich zu Hause dann, wo die Bäume das Fenster umsäuseln

Und die Luft mit dem Lichte mir spielt, von menschlichem Leben

Ein erzählendes Blatt zu gutem Ende gelesen:

Leben! Leben der Welt! du liegst wie ein heiliger Wald da,

Sprech ich dann, und es nehme die Axt, wer will, dich zu ebnen,

Glücklich wohn ich in dir.

 

 

Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

 

 

Lebe im Verborgenen!

Epikur (um 341 – um 270 v. Chr.)