A N A B A S I S

Thalatta ! Thalatta !

Schlagwort-Archiv: Deutschlandfunk

Offenbar offensichtlich

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Samstag, 1. Oktober 2022: Bellarmin an Mephisto

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In ihrer historisch sattsam verlogenen Manier haben die Russen, also nicht etwa der Auftraggeber von Auftragsmorden allein, sondern die Russen haben zwecks Gutheißung ihres brutalen Raubes in ihrer russisch verlogenen Manier sogenannte Volksabstimmungen durchpeitschen lassen in den von ihnen verbrecherisch okkupierten ukrainischen Gebieten. Mit derart russisch verlogenen Ergebnissen, daß man jeden, der derartig verlogene, also russische Propagandainszenierungen rechtfertigte, ohne weiteres als dumm oder zu den fünften Kolonnen Moskaus zugehörig zählen darf.

Doch wie steht es eigentlich bei den deutschen Welterklärern, den deutschen Journalisten, mit der geistigen Erfassung der russischen Selbstverständlichkeiten?

Am Mittwoch bildete der Deutschlandfunk in den 13′-Uhr-Nachrichten den Satz:

Die Abstimmungen werden international nicht anerkannt, weil sie unter Verletzung ukrainischer und internationaler Gesetze, ohne demokratische Mindeststandards und teilweise offenbar unter Zwang abgehalten wurden.“

Ja, geht’s noch?

Man erfaßt also nicht entfernt das Wesentliche der in den deutschen Medien zu 99 Prozent mündlich als „Referenten“ bezeichneten Referenden oder Referenda.

Das Wesentliche ist doch, daß derartige Abstimmungen generell illegal sind, schon allein aus dem Grunde, daß kein Land der Welt das Recht hat, auf fremdstaatlichem Territorium sich hoheitliche Rechte anzumaßen wie die Ausgabe von Pässen, Rekrutierungen, Umsiedlungen und Verhaftungen von wem auch immer.

Oder Abstimmungen!

Da spielen weder Standards noch Mindeststandards die geringste Rolle! Und schon gar nicht das in dem Zusammenhang relativierende Wort „teilweise“!

Und „offenbar“ soll hier, im „anscheinend“ gebrauchten Sinn, offenbar, im augenscheinlichen Sinn, das im deutschen Gegenwartsjournalismus stereotype „mutmaßlich“ vertreten: „Der mutmaßliche Täter konnte fliehen“.

Wer sonst, wenn kein Täter mehr am Tatort ist?

Und hier, sogar eindeutig identifiziert, sind die Täter am Tatort des nicht zu Rußland gehörenden Territoriums die schon mit diesem Grunde offen sichtlich per se in jedem einzelnen Fall offen sichtlich Zwang ausübenden Russen!

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Der unbemerkte eigentliche Skandal

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Freitag, 26. August 2022: Bellarmin an Mephisto

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Am Dienstag voriger Woche: Ein Aufschrei ging durch das Land. „Abbas sorgt für Empörung – Palästinenserpräsident wirft Israel ‚Holocaust‘ vor“ (Deutschlandfunk).

Unerhört markerschütternd gefolgt von einer, wie zu vernehmen war, „scharfen“ Replik des Bundespräsidenten: „Bundespräsident Steinmeier nennt Abbas-Äußerung inakzeptabel“! (Deutschlandfunk).

„Inakzeptabel“!

Welch unerhörte Schärfe…

Ja man überschlug sich geradezu in zurückweisenden Aktivitäten.

Im Nachhinein…

Was ist bloß geschehen?

Der sogenannte Palästinenserpräsident war, wovon man anläßlich des Eklats im Nachhinein erfuhr, warum und von wem auch immer nach Berlin eingeladen worden und zu Gesprächen mit Bundeskanzler Scholz zusammengetroffen. Anschließend hatten die beiden gemeinsam eine Pressekonferenz gegeben.

Deren Mitschnitt als ARD-Podcast zufälligerweise nicht mehr verfügbar ist.

Dort wurde er gegen Schluß der Veranstaltung mit einer von den öffentlich-rechtlichen Medien später zufälligerweise leider nicht mehr wiedergegebenen interessanten Frage konfrontiert: „Präsident Abbas, der Drahtzieher des Angriffs 1972 auf die olympischen Spiele in München, Abu Daoud, hat vor seinem Tod gesagt, daß er den Anschlag nicht bereut. Planen Sie, fünfzig Jahre danach, als Präsident im Namen der Palästinenser sich bei Israel und Deutschland zu entschuldigen und bei der vollständigen Aufklärung des Anschlags behilflich zu sein?“

Nach jener Fragestellung hatte der sogenannte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas einige Minuten Zeit in seinem Hirn, sich einer Beantwortung dieser doch eigentlich schon immer höchste Beachtung verdienenden Frage zu widmen.

Denn eben genau die Beantwortung dieser Frage müßte jeglicher Beziehung Deutschlands mit der Palästinenserpräsidentenclique zu Grunde liegen!

Anstatt nun mit einem seine wahre Gesinnung entblößenden klaren („transparent“ auf Dummdeutsch), anstatt nun mit einem klaren „Nein“ zu antworten, erging sich der in Deutschland auf Regierungsebene hofierte sogenannte Palästinenserpräsident haßerfüllt in geradezu schwachsinnig verlogenen Ergüssen über angeblich in fünfzig palästinensischen Dörfern und Städten verübte fünfzig „Holocausts“ durch Israelis.

Statt über das in Deutschland von ordinären palästinensischen, also heimtückischen Verbrechern verübte typische Attentat auf wehrlose Menschen.

Hier auf Sportler.

Weil sie Juden waren.

Mit keinem Wort eingehend auf die Frage des Journalisten hinsichtlich sowohl einer Entschuldigung als auch auf Aufklärungshilfe für eine typische palästinensische Mordtat.

In Deutschland.

Während der friedlichen olympischen Sommerspiele.

In Deutschland.

Worüber am Donnerstag, dem 18. August 2022 die sattsam bekannte TAGESZEITUNG sich beflissen bemühte zu bedenken:

Ist Mahmud Abbas noch zurechnungsfähig? Mit seiner absurden Behauptung zu den ’50 Holocausts‘, die Israel an den PalästinenserInnen begangen haben soll, weckt der Palästinenserpräsident, der flott auf die 90 zugeht, den Verdacht, dass das nicht der Fall ist. Hätte er doch wissen müssen, dass eine solche Gleichsetzung in Deutschland nicht gut ankommt. Immerhin hat er seinen Fehler rasch eingesehen und die eigene Aussage relativiert. Die Holocaust-Provokation war ungeschickt und vermutlich kontraproduktiv für die palästinensische Sache.

Oh wie „ungeschickt“!

Ein bedauerlicher „Fehler“!

Der in Deutschland „nicht gut ankommt“!

Dem hohen Alter zugeschrieben!

Vermutlich kontraproduktiv für die „palästinensische Sache“!

Nebenbei allerdings wage ich zu bezweifeln, daß der Mahmud Abbas, der flott auf die 90 zugeht und der im Raum der Pressekonferenz innen gesprochen hat, in jenem Innenraum sprach von Palästinenserinnen.

Eher halte ich es für wahrscheinlich, daß die Journalisten der TAGESZEITUNG dies aus sprachideologischer Verschrobenheit wahrheitswidrig dem Mohammedaner in seinen Mund legten.

Und deshalb Berufsunfähigkeitsrente beantragen sollten.

Auch echauffierten sich die Medien, besonders in Deutschland, daß der als „Scholzomat“ apostrophierte Bundeskanzler Olaf Scholz dem „Palästinenserpräsidenten“ anschließend nicht sofort die derartig schwachsinnigem Gewäsch gebührende Antwort erteilte.

Sondern, laut NEUER ZÜRCHER ZEITUNG, dumm danebenstand.

Worauf Scholz, in geradezu scheißender Angst, mit durchsichtigsten Ausreden und Pseudoaktivitäten sein Heil zu suchen anfing am Folgetag. Derart: Er hätte wollen mögen, aber er konnte nicht.

Weil: Die Pressekonferenz war ja nun zu Ende…

Donnerstag, 18. August 2022, HAARETZ:

Bundeskanzler Olaf Scholz scheiterte kläglich bei seiner Bewährungsprobe. Als der palästinensische Präsident Abbas in Berlin über ’50 Holocausts‘ sprach, die Israel an den Palästinensern begangen haben soll, stand Scholz da, blinzelte – und sagte nichts.

Der eigentliche Skandal ist aber ein anderer. Der eigentliche Skandal ist doch die „palästinensische Sache“ selbst.

Welche die wackeren Journalisten der TAGESZEITUNG nun für bedroht sehen durch eine Ungeschicklichkeit in Berlin.

Der von den tapfer aufs „Jendern“ achtenden bundesdeutschen Journalisten unbemerkte eigentliche Skandal ist: Mahmud Abbas, der „Präsident der Palästinenser“, drückte doch in seiner Berliner Haßtirade nur aus, was, und zwar seit Jahrzehnten bekanntermaßen, die Mehrheit der Palästinenser denkt!

Innen wie außen!

Handelt es sich doch in Reinform um die wahrheitswidrige Rechtsfertigungsideologie der „palästinensischen“ Sache, der deutsche und europäische Politiker und Journalisten scholzomatisch blinzelnd gegenüberstehen seit Jahrzehnten.

Und zu den typischen Konsequenzen der „palästinensischen Sache“ fällt mir beispielsweise ein, daß, unwidersprochen vom „Palästinenserpräsidenten“, die von berufsunfähigen deutschen Journalisten innen wie außen als „radikalislamisch“ apostrophierte Hamas schon vor Jahren jeden Israeli zum „legitimen Ziel“ eines Mordes erklärte.

Mittels Messerattacke!

Und daß der „Palästinenserpräsident“ Mahmud Abbas jene Messerattacken zwecks Ermordung von Juden weder verurteilte noch erklärte, daß es sich bei derartigen „radikalislamischen“, also mohammedanischen Attentätern, daß es sich bei jenem Abschaum keinesfalls um „Märtyrer“ handele.

Sondern um widerliche Mörder.

Und mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen!

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Die finanzielle Unterstützung der Autonomiebehörde zu beenden, wäre die richtige Reaktion nicht nur auf die antisemitischen Äußerungen ihres Präsidenten, sondern auch darauf, dass diese Gelder von der Autonomiebehörde unter anderem dazu benutzt werden, sogenannte Märtyrer-Renten an die Hinterbliebenen palästinensischer Terroristen zu zahlen, die bei Selbstmordattentaten auf Israelis ums Leben kommen. Mit solchen ‚Renten‘ werden nämlich Anreize für weitere Attentate gesetzt. Die Politik der Autonomiebehörde und die Haltung ihres Präsidenten sind jedem politisch Verantwortlichen in Deutschland seit langem bewusst. Nachträgliche Empörung wirkt hier etwas wohlfeil. Wer Antisemiten einlädt, bekommt eben auch Antisemitismus geliefert.

Donnerstag, 18. August 2022, CICERO

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Infopoint

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9. Juli 2022: Beob an Mephisto

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Ich denk, ich krieg einen Börnaut! Stell Dir vor, bei uns in Deutschland, die sind völlig ausgebrannt, die freien demokratischen Hirne! Die wollen als Heileit Englisch als zweite Sprache einführen! Diese Gämchänjer! Und als brennpunktmäßigen Hotts-Pott haben sie sich für den Höhepunkt ausgerechnet wen erkoren? Wie als wären sie vollkommen transparent inakzeptabel emotionsfrei, diese liberalen Hirne?

Die deutschen Amtsstuben!

Unsere deutschen Beamten, Beamtinnen und Diversen als Versuchskarnickel!

Die Idee hat ihnen sicher heimarbeitend irgendein kissenpupender Hohmoffiswisselbloa oder eine kissenpupende Hohmoffiswisselbloain oder ein(?) kissenpupend(?) divers(?) Hohmoffiswisselbloa(?) geautet!

Nein, das ist keine Fäknju, denn im Radio brachten sie es leif erlebt ohne das geringste Körnchen „mutmaßlich“ während der Njus:

Die FDP plädiert dafür, Englisch als zusätzliche Verwaltungssprache in deutschen Behörden einzuführen.

Damit sollten Migranten Behördengänge erleichtert werden, heißt es in einem Bericht des „Handelsblatts“. Die Zeitung beruft sich auf ein Papier zur Einwanderungspolitik, das von Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger und dem stellvertretenden FDP-Chef Vogel erarbeitet wurde. Es soll heute vom Parteipräsidium verabschiedet werden.

Neben Englisch als zusätzlicher Sprache in Ämtern wollen die Freien Demokraten auch die Deutschförderung für Fachkräfte und deren Familien ausbauen sowie die Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse erleichtern.

Montag, 4. Juli 2022, Deutschlandfunk

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Und, was soll ich Dir sagen, am nächsten Tag stand prompt und frech in der bösen Bild zu lesen:

Beamte sollen Englisch lernen

Es ist ein ehrgeiziger Plan: Die FDP will Englisch „als zusätzliche Verwaltungssprache“ in deutschen Behörden einführen – um ausländischen Zuwanderern den Gang zum Amt zu erleichtern.

BILD begrüßt den Vorstoß, liefert hier schon mal die Anleitung für unsere Beamten, um zentrale Begriffe der deutschen Bürokratie zu übersetzen:

Nicht zuständig

not competent/responsible

[nott kompätänt/räsponseböl]

Zuweisungsbescheid

assignment notice

[Ässainment Notiss]

Lohnsteuerjahresausgleich

Annual payroll tax adjustment

[Ännjuell Päirol Täcks Ädschastment]

Niederlassungserlaubnis

permanent residence permit

[Pörmönent Räsidänts Pörmit]

Doppelbesteuerungsabkommen

double tax treaty

[dabbel Täcks Trietie]

Ehegattenbesteuerung

Spousal taxation

[Spausel Täcksäischän]

Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz

Cattle Beef Labeling Surveillance Task Transfer Act

[Kättel Bief Läibelling Sörväijens Taask Träns för Äkt]

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Dürfen die das? Ist das korrekt? Ist das nicht diskriminierend?

Doch selbst der Beamtenbund reagierte unbehäbig fuchtig:

Der Deutsche Beamtenbund hat sich gegen den Vorstoß der FDP ausgesprochen, künftig Englisch als zweite Verwaltungssprache in Behörden zu etablieren.

Wenn es um Verordnungen und Gesetze gehe, gelte hierzulande schon aus Gründen der Rechtssicherheit die Amtssprache und die sei Deutsch, sagte Verbandssprecherin Ibald dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Künftig auch auf Englisch zu kommunizieren, führe zu Mehraufwand. Zugleich betonte der DBB, man setzte bereits bei der Personalgewinnung im öffentlichen Dienst auf interkulturelle Kompetenz und dort, wo es geboten sei, auch auf Mehrsprachigkeit.

Dienstag, 5. Juli 2022, Deutschlandfunk

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Und im DER SPIEGEL von heute zieht sogar der Deutsche Städtetag verschnupft hinterher:

Städtetag gegen Englisch im Amt

KOMMUNEN Der Deutsche Städtetag hat den Vorstoß der FDP kritisiert, Englisch als zweite Verwaltungssprache in Behörden einzuführen. Der Vorschlag sei »jenseits allen Realitätssinns«, sagte Vizepräsident Burkhard Jung (SPD). »Um alle Menschen in den Verwaltungen in verhandlungssicherem Englisch weiterzubilden, Gesetze, Verfahren und unzählige Dokumente zu übersetzen, wäre der Aufwand riesig.« Zudem hätten bereits heute »alle großen Städte englischsprachige Angebote für Fachkräfte, Geflüchtete und Schutzsuchende«. Hinzu kämen Informationen in weiteren Sprachen wie Türkisch, Spanisch, Arabisch oder Russisch sowie die Möglichkeit, sich von Dolmetschern helfen zu lassen. Im Hinblick auf dringend benötigte Fachkräfte aus dem Ausland fordert Jung, wie auch die FDP, die Beschleunigung von Visaverfahren und die schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Die Liberalen hatten am Montag Ideen zur Einwanderungspolitik und zum Fachkräftemangel vorgelegt. Durch die Einführung von Englisch als Verwaltungssprache wollen sie ausländischen Fachkräften Behördengänge erleichtern. Vor dem Städtetag hatte bereits der Beamtenbund den FDP-Vorschlag abgelehnt.

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Also Gäme ower!

Aber wie hieß das doch gleich?

Neben Englisch als zusätzlicher Sprache in Ämtern wollen die Freien Demokraten auch die Deutschförderung für Fachkräfte und deren Familien ausbauen“?

Wie wäre es denn zuvörderst mal mit der Idee, die Deutschförderung in Deutschland für Politiker und Journalisten auszubauen?

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Sternstunden der Volksverarschung

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5. Februar 2022: Bellarmin an Mephisto

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Noch ein weiteres Beispiel für „Political Correctness“, also der politischen Korrektur unangenehmer Wahrheit zur politischen Gefälligkeit gefällig?

Okay, sollst Du haben:

Am 1. Oktober 2014 hatten der seinerzeitige Innenminister de Maiziere und der Chef des Bundeskriminalamtes Ziercke den aktuellen Lagebericht zur organisierten Kriminalität vorgestellt. Die Zahl der Ermittlungsverfahren war gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent, die der Tatverdächtigen um 15 Prozent, nämlich auf mehr als 9.000 gestiegen. Es seien immer mehr kriminelle Banden aktiv, von denen viele aus Polen, Litauen und Albanien gesteuert würden. Vor allem gehe es um Rauschgifthandel, Einbrüche, Autodiebstähle und Geldwäsche. Das Rauschgiftgeschäft in Deutschland sei in albanischer Hand, der Diebstahl von Autos werde häufig von Polen oder Litauen abgespult. Einbrecher und Ladendiebe seien häufig in Organisationen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion heraus tätig. Ein Großteil der deutschen Verdächtigen gehöre der Rockerszene an. Und aus irgend einem Grund mahnte de Maiziere auch noch eine internationale Zusammenarbeit an.

Diese Informationen waren nicht etwa aus dem Bericht, den der Deutschlandfunk über jene Pressekonferenz sendete, zu entnehmen, sondern sie entstammten im wesentlichen der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Folgetag. Aus irgendeinem Grund fühlte man sich in dem Blatt noch hingerissen zu der lobenden Bemerkung:

De Maiziere und Ziercke scheuten sich nicht, die Dinge nach Auswertung der Statistik beim Namen zu nennen.

Dem Bericht des Deutschlandfunks entstammte allerdings die verdächtig vorkommende Rechnung, die Mehrzahl der Verbrechen organisierter Kriminalität werde von Deutschen verübt.

Nämlich vierzig Prozent.

DENN die übrigen Prozent verteilten sich auf andere Nationen…

Und um 20 Uhr während der Tagesschau der ARD am selben Abend keine Meldung über den Lagebericht und seine Präsentation!

Aus irgend einem Grund.

Wie immer.

Aktuell lieferte am Donnerstag einen ebenso schönen Eiertanz auch wieder der Deutschlandfunk. Dort kam es anläßlich der nachrichtlichen Darstellung der Ergebnisse eines Untersuchungsberichts des Robert Koch-Instituts über die Impfbereitschaft Zugewanderter wieder zu den verbogensten Verdrehungen:

Der Migrationshintergrund von Menschen spielt einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts zufolge für die Bereitschaft, sich gegen Corona impfen zu lassen, nur eine untergeordnete Rolle.“

Ach?

DENN:

Das Herkunftsland sei nicht entscheidend…“

Ach so…

Um nach der Verdrehung völlig unverdrossen im weiteren auszuführen:

Der Studie zufolge gibt es bei Menschen mit Migrationsgeschichte häufig mehr Unsicherheit und Falschwissen als bei den anderen Personen.“

Ach?

Sprachbarrieren spielen nach Ansicht von Wulkotte eine große Rolle: ‚Je besser die Deutschkenntnisse eingeschätzt werden, umso höher ist die Impfquote.‘

Ach?

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Das Denken ist der größte Vorzug, und die Weisheit besteht darin, die Wahrheit zu sagen…“

Heraklit (um 550 – um 480 v. Chr.)

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Corona ist schön!

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15. Januar 2022: Bellarmin an Mephisto

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Corona ist schön! Man kann morgens bis abends Tag für Tag und Woche für Woche und Monat für Monat mehrmals täglich im Fernsehen zeigen auf sämtlichen Kanälen, daß seltsame Menschen sich filmen lassen, wie ekelerregend in ihren Nasen herumgepopelt wird oder in ihren aufgerissenen Mündern, hier schreckt man inzwischen selbst vor brutalsten Nahaufnahmen nicht mehr zurück, man kann tagelang im voraus als erste Meldung berichten, daß bald eine Tagung zur Corona-Lage stattfinde und kann sich zeitaufwendig ausgiebig verbreiten über ihre zu beschließenden Beschlüsse und am Tage der Tagung bei jeder Gelegenheit „leif schalten“ zum Tagungsort der Tagung und überraschend berichten, daß die Tagung gerade tage und was sie beschließen werde und was wer zu den zu beschließenden Beschlüssen meine und was nicht und kann an mehreren Tagen nach der getagten Tagung immer aufs neue und noch einmal und noch einmal und noch einmal weiterhin von morgens bis abends als erste Meldung umfangreich berichten, was auf der Tagung beschlossen worden war und was nicht und was wer meine zu den Beschlüssen und was wer meine zu etwa nicht beschlossenen Beschlüssen und kann dabei nachrichtlich sensationell Informationen mit jede gutgeartete Seele vom Hocker reißenden Informationswerten verbreiten in der Qualität wie, daß Impfungen dem Infektionsschutz dienen, und wenn das immer noch nicht reicht, dann gibt es ja zum Glück noch den Boris Johnson in London und den serbischen Tennisspieler mit seiner typisch serbischen Familie und ihren typisch serbischen Anschauungen und den typischen serbischen Oberindianer des Landes mit seiner typisch serbischen Weltsicht, und wenn das immer noch nicht reicht bis zum glücklichen Ende der Nachrichtenberichterstattung, ach, da gibt es ja noch die Klausurtagung der populistischen 4,9-Prozentpartei DIE LINKE, die man sich nicht entblödet, nun, ebenfalls Sendezeit füllend, stets ausführlichst tatsächlich als „die Opposition“ zu zitieren mit ihren Welterklärungen und Ansichten wie beispielsweise im Hinblick auf ihre populistische Strategie bei künftigen Wahlen „Wer sagt, wir müssen unsere Ost-Identität als Mittel zurückgewinnen, hat recht!“!

Womit en passant immerhin doch noch ein interessanter Satz durchgeschlüpft ist, über den manches zu sagen und zu kommentieren wäre.

Wäre seine Bedeutung den Nachrichtenredakteuren und Kommentatoren aufgefallen…

Aber immerhin, die Sendezeit ist möglichst gefüllt zur Vermeidung der spürbar den bundesdeutschen öffentlich-rechtlichen Medien unangenehmen Meldungen, und man kann deshalb nur noch und möglichst weit hinten und nur ganz am Rande einen Satz in indirekter Rede einmal und dann nie wieder erwähnen:

Angesichts der Unruhen in Kasachstan hat der russische Staatschef Putin betont, sein Land werde keine Revolutionen in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion zulassen.“

Deutschlandfunk, 10. Januar 2022

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Denkvorgaben für Richtigdenker – Der deutsche Journalismus und seine Angst vor den Fakten

 

16. Januar 2021: Bellarmin an Mephisto

 

Du erinnerst Dich: Hitler und Stalin hatten Ende August 1939 in den geheimen Zusatzvereinbarungen ihrer offiziellen Abmachungen über die Aufteilung künftiger Landnahmen das Baltikum den Russen zugesprochen, worauf diese 1940 heimtückisch Estland, Lettland und Litauen besetzt und ihrem Imperium „Sowjetunion“ einverleibt hatten. Eine halbe Millionen Balten wurde bei Kriegsende nach Sibirien verschleppt. Die von russischer Seite Mitte der siebziger Jahre maßgeblich initiierte Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) diente dann abschließend dem strategischen Ziel, den beim Kriegsende vertragswidrig entstandenen sowjetimperialen Machtbereich in seinen Grenzen vom Westen anerkennend sanktionieren zu lassen. Was den Russen im Zuge der neuen Ostpolitik Brandts und Bahrs auch gelang. Und das hieß unter anderem, daß der Hitler/Stalin-Pakt im Hinblick auf die völkerrechtswidrige Annexion der baltischen Staaten und deren Einverleibung in das russische Reich vollkommen diskussionslos abgesegnet wurde für den Rest der Ewigkeit.

Doch die pampigen Litauer erklärten sich am 11. März 1990 für unabhängig und setzten ihre Vorkriegsverfassung wieder in kraft. Worauf am 13. Januar 1991, der Tag jährte sich diese Woche zum 30. Mal, der Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow die litauische Hauptstadt Vilnius durch russische Spezialeinheiten überfallen ließ. Es gab 14 Todesopfer und hunderte Verletzte, als bemerkenswerterweise insbesondere Fernseh- und Rundfunkgebäude und Sendemasten besetzt und Telefonleitungen ins Ausland gekappt wurden.

Im ruhmredigen Rußland, wie Du weißt, fürchtet man das Licht der Öffentlichkeit wie nichts auf der Welt.

Litauens Staatsoberhaupt Vytautas Landsbergis schaffte es jedoch, noch einen Hilferuf ins Ausland abzusetzen:

Das ist ein regelrechter Krieg, die Sowjetunion gegen Litauen. Sie schießen auf unser Volk. Wir können keinen wirklichen Widerstand leisten, wir haben nur 20 Gewehre. Das ist alles. Die Sowjets haben hundert Panzer und tausende Fallschirmjäger.

Damals, also vor 30 Jahren, verlautbarten deutsche Nachrichten wortwörtlich:

Wilna heute Nacht. Sowjetische Kampfpanzer und Fallschirmjäger rücken gegen das Fernsehzentrum fünf Kilometer von der Stadtmitte entfernt vor. Es ist von Litauern umstellt, die es schützen sollen. Dann gegen null Uhr dreißig fallen die ersten Schüsse. Augenzeugen berichten, daß die Panzer Barrikaden niederwalzten und auch Menschen überrollten. Über die Stadt wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Warum ich Dir das bringe?

Weil ich Dir, auf einem freilich anachronistischem Wege, den entsetzlichen Niedergang des Niveaus bundesdeutscher Nachrichtenberichterstattung verdeutlichen möchte. Allein schon anhand ihrer der permanenten Entmündigung des Bürgers im Hinblick einer unabhängigen Meinungsbildung dienenden Struktur. Durch den Vergleich zu dem, was wohl der Deutschlandfunk, als seriöseste Anstalt der ARD, gegenwärtig melden würde bei ansonsten identischer Faktenlage:

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnt den Westen vor Säbelrasseln. Er äußerte im Hinblick auf jüngste Ereignisse seine Zuversicht, daß strittige Fragen immer auch friedlich und partnerschaftlich geregelt werden können.

Die Abgeordnete der Linken, Sahra Wagenknecht, erklärte, die Sowjetunion als souveräner Staat habe jedes Recht, sich gegen Separatisten zur Wehr zu setzen.

Margot Käßmann mahnte, gegenseitiger Respekt und Toleranz seien unabdingbar für ein friedliches Miteinander.

Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, sagte im Deutschlandfunk, wir Deutschen trügen die historische Verantwortung, fest und unverbrüchlich an der Seite unseres Partnerlandes zu stehen.

In der Hauptstadt der Sowjetrepublik Vilnius soll es in der vergangenen Nacht zu Schießereien gekommen sein. Die sowjetische Seite bestreitet das.

 

Ideologie und Sachlichkeit sine ira et studio

 

18. Juli 2020: Bellarmin an Mephisto

 

 

B E I S P I E L 1:

 

Montag, 22. Juni, Deutschlandfunk:

In der Nacht zum Sonntag hatten in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Hunderte Menschen randaliert. 19 Polizisten wurden verletzt, mehr als 20 Personen festgenommen.

Der stellvertretende Stuttgarter Polizeipräsident Berger bezifferte den Schaden auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag. 40 Läden seien beschädigt und zum Teil geplündert und zwölf Streifenwagen demoliert worden, sagte Berger in einem Interview mit dem Journalisten Gabor Steingart.

 

Montag, 13. Juli, Deutschlandfunk:

Grünen-Chef Habeck sagte dem Berliner „Tagesspiegel“, es sei zwar wichtig, die Hintergründe der Stuttgarter Krawalle zu ermitteln. Eine „Stammbaumrecherche“ sei aber „in keinster Weise akzeptabel“. Der Vorsitzende der Linken im Bundestag, Bartsch, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, „Stammbaumforschung“ sei Rassismus pur und ein Skandal, der umgehend gestoppt werden müsse.

 

Dienstag, 14. Juli, TAGESSPIEGEL:

Nach den Regeln fragte niemand. Dass es nach dem Jugendstrafrecht nämlich vorgesehen ist, die Lebensumstände und familiären Hintergründe zu prüfen. Dass Informationen gesammelt werden, um eine mögliche Relevanz erst einmal prüfen zu können. Bei jugendlichen Intensivstraftätern oder im Bereich der organisierten Kriminalität zeigt die Erfahrung, dass sie relevant sein können. Lebt die Familie abgeschottet? Welche Erfahrungen der Eltern aus dem Heimatland schlagen sich in der Erziehung nieder? Wie integriert ist die Familie? Ist sie überhaupt für die Behörden erreichbar? Das ist nicht rassistisch.

 

Dienstag, 14. Juli, PASSAUER NEUE PRESSE:

Dass aber Clankriminalität, machomäßige Gewaltbereitschaft und die Verachtung der hiesigen Staatsgewalt in Migrantenkreisen besonders häufig vertreten sind, ist statistisch belegt. Und diese Zusammenhänge sollte die Polizei nicht offenlegen und in ihre künftigen einsatztaktischen Überlegungen mit einbeziehen dürfen? Das ist doch absurd! Menschen mit Migrationshintergrund dürfen keinem Generalverdacht unterworfen werden, genauso wenig aber dürfen sie von vornherein als die geborenen Unschuldslämmer eingestuft werden. Sie müssen sich die Überprüfung von Verdachtsmomenten ebenso gefallen lassen wie jeder Nichtmigrant. Man nennt das Rechtsstaatlichkeit.

 

 

B E I S P I E L 2:

 

Mittwoch, 15. Juli, Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionschefin der Grünen im Thüringer Landtag, im Deutschlandfunk:

Dirk-Oliver Heckmann: Der Landesverfassungsgerichtshof verwirft das Paritätsgesetz. Frau Rothe-Beinlich, was ist da schiefgelaufen, als Sie zusammen mit SPD und Linken dieses Gesetz auf den Weg gebracht haben?

Astrid Rothe-Beinlich: Sagen wir es mal so: Es war schon keine einfache Geburt, das Gesetz auf den Weg zu bringen. … Insofern muss man sagen, das war ein Kompromiss, den wir gefunden hatten, und es ist natürlich aus unserer Sicht ausgesprochen bedauerlich, dass die Entscheidung des Gerichts mehrheitlich so ausgefallen ist, wie sie heute ausgefallen ist.

Heckmann: Bedauerlich oder peinlich?

Rothe-Beinlich: Ich finde es erst mal bedauerlich. Mir sind natürlich die abweichenden Voten – Sondervoten heißen sie – sehr viel näher. Ich finde es auch ein Stück weit bezeichnend, wenn wir uns die Zusammensetzung des Gerichts beispielsweise anschauen. …

Heckmann: Lassen Sie mich da kurz einhaken, Frau Rothe-Beinlich. Sie spielen auf die Zusammensetzung des Verfassungsgerichtshofs an und damit darauf, dass da Männer in der Mehrzahl waren. Wollen Sie das damit sagen, oder?

Rothe-Beinlich: Ich stelle das nur fest, dass zwei der Sondervoten von den beiden Richterinnen kamen, ein Sondervotum auch von einem Richter. Die anderen sechs Richter sind männlich, die so entschieden haben. Ich will das jetzt gar nicht werten, ich stelle es einfach mal fest.

Heckmann: Das heißt, es könnte sein, Sie sind der Meinung, dass diese Richter ihre Entscheidung von ihrem eigenen Geschlecht abhängig gemacht haben?

Rothe-Beinlich: Das habe ich nicht gesagt. Ich habe wie gesagt nur festgestellt, dass interessanterweise gerade die Richterinnen im Verfassungsgericht zu einer anderen Auffassung gekommen sind. … Wie gesagt: Mindestens drei Richterinnen sehen das ja auch anders.

Heckmann: Die drei Richter und Richterinnen sind aber in der Minderheit. Das Urteil ist anders ausgefallen. Das ist wichtig, an dieser Stelle vielleicht noch mal festzuhalten.

 

Donnerstag, 16. Juli, NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

Dabei machen Frauen mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung aus. Unter diesen 42 Millionen Bürgerinnen müssten sich eigentlich ein paar Hundert finden, die willens und in der Lage sind, in Parlamenten als Abgeordnete zu arbeiten.

 

Donnerstag, 16. Juli, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

Parität kann ja kaum bei der Geschlechterfrage enden. Die Listen – und Parlamente – müssten auch sonst gleichermaßen alle Gruppen berücksichtigen, die man sich denken kann. … Identitätspolitik, die eine höhere Anerkennung einer bestimmten Gruppe anstrebt, ist nicht ohne Grund in anderem Zusammenhang ein Fall für den Verfassungsschutz.

 

Donnerstag, 16. Juli, NORDWEST-ZEITUNG:

Der Staat darf keine Regeln aufstellen, die Parteien zu einer Vorauswahl der Kandidaten aufgrund irgendwelcher vorgegebener Kriterien zwingt. Jede andere Entscheidung hätte in der Zukunft manipulierenden Eingriffen in die Listenaufstellung Tür und Tor geöffnet. Wenn es eine Quote für Frauen gibt, warum dann nicht auch für Einwanderer, für Junioren, Senioren, Brillenträger oder Ostdeutsche? Jede noch so kleine Interessengruppe wäre aufgefordert, sich ein Listenhäppchen per Gesetz zu sichern. Das Resultat wäre eine so absurde wie endlose Diskussion.

 

Das Geld auf der Straße

 

23. Mai 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Neulich, beim Aufkommen der jüngsten Skandalwelle aus der ekelerregenden Fleisch-Industrie sendete der Deutschlandfunk einen Bericht aus einer der urplötzlich lauthals beklagten Unterkünfte für ausländische „Arbeit-Nehmer“, also für Arbeiter. Die Reporterin „interviewte“ eine aus Rumänien angereiste Arbeiterin. Allerdings vernahm man lediglich originalsprachlich im Hintergrund zielgerichtet zusammengeschnitten deren berichtende Ausführungen, die von der Journalistin auf Deutsch wiedergegeben wurden. Also keine konkreten Fragestellungen mit den spezifischen Antworten.

Sozusagen unleif.

Immerhin autdoor, also nicht homoffissend in Heimarbeit.

Dem war zu entnehmen:

Die Rumänin sei mit ihrem Mann nach Deutschland gekommen. Die Unterkunft, in der sie hierzulande lebten, sei eng. Ihnen werde dafür ein Betrag von 220 Euro abgezogen von ihren Arbeitseinkünften.

Deren Höhe hinwiederum ungenannt blieb.

Ihr Mann und sie wären nach Deutschland gekommen, weil man sich in Rumänien erzähle, „in Deutschland liegt das Geld auf der Straße“. Enttäuscht wollten sie jedoch nun wieder nach Rumänien zurück. Dort verdienten sie zwar nicht so viel, fänden aber auch in den bescheideneren Verhältnissen ihr Auskommen.

Ende eines bundesdeutschen Berichts moderner Journalistik.

Ich kann mir allerdings vorstellen bei der gegenwärtigen Verfaßtheit unserer Medien hierzulande, daß er sowohl bei der Berichterstatterin als auch in ihrer Redaktion mit vollster Zufriedenheit aufgenommen worden war. Der Arbeitsauftrag lautete höchstwahrscheinlich: Bringen Sie uns doch mal für die morgige Mittagssendung einen kritischen Bericht über diese unhaltbaren Zustände in den Unterkünften der Fleisch-Industrie.

Auftrag erfüllt!

Und mutig Kritik geübt!

In früheren Zeiten, als in der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich ein kritischer Journalismus obwaltete, hätte ich mir allerdings vorstellen können, daß beispielsweise der Arbeitsauftrag für die Reporterin gelautet hätte: Fahren Sie da mal hin und machen Sie ein Interview mit einem Betroffenen über seine Lebensumstände.

Und daß selbiger Arbeitsauftrag sogar schon erteilt worden wäre vor dem jüngsten Skandal in der ekelerregenden Fleisch-Industrie.

Und wenn unsere tapfere Berichterstatterin in jenen Zeiten der Berichterstattung zufälligerweise jene Arbeiterin vor das Mikrofon bugsiert hätte mit ihrer rumänischen Schilderung, daß sie mit ihrem Mann nach Deutschland gekommen sei, weil dorten das Geld auf der Straße liege, wäre der kritischen Reporterin des seriösesten Senders des Landes, in welchem das Geld auf der Straße liege, die Idee gekommen nachzufragen: Und da haben Sie sich doch sicher auch erkundigt, bevor Sie wegen des in Deutschland auf der Straße liegenden Geldes Ihrer Heimat den Rücken kehrten, nach den näheren Umständen?

Wie das denn genau gemeint sei mit dem in Deutschland auf der Straße liegenden Gelde?

Nach den Gegeben- und Gelegenheiten?

Wo und wie und welche?

Sie haben doch sicher vor ihrer Abfahrt mit einigen Ihrer Landsleute gesprochen, die schon in Deutschland gewesen waren und haben heutzutage auch über das Internet Erkundigungen eingezogen über das auf der Straße liegende Geld in Deutschland?

Mit welchem Ergebnis?

Zu welchem Deutschlandbild, zu welchen konkreten Vorstellungen führte dies denn bei Ihnen?

Daß Sie und Ihr Mann und Ihre Kollegen sich immerhin sagten, wir sind ja nicht dumm, wenn das Geld in Deutschland auf der Straße liegt, und rackern uns hier ab in Rumänien?

Da fahren wir lieber rüber nach Deutschland und holen uns den herumliegenden Zaster?

Ende eines Beispiels unter unsäglich vielen.

Du weißt, daß es mir sehr fernliegt, in den Arsch gekniffene rumänische Arbeiterinnen zu verarschen.

Doch weißt Du auch, woran der bundesdeutsche Journalismus vornehmlich leidet?

An der Schere im Kopf, welche die essentiellen Fragen abschneidet.

Aus irgend einem Grund.

 

Damals war’s?

 

21. September 2019: Serapion an Mephisto

 

Auf den Tag genau heute vor fünf Jahren schriebst Du mir etwas, das ich Dir jetzt unverändert zurückschicke (=> 21.09.2014: Mephisto an Serapion). Weil es mir eines Erstaunens doch Wert erscheint, wie wenig sich selbst an den Dingen, die Deine Einlassungen provozierten, in den fünf Jahren geändert hat, wenn man von der Wortwahl, aktuell „vermutlich“ statt damals „vermeintlich“, einmal absähe…

Hier also Dein Sermon vom 21. September 2014:

 

Ich weiß nicht, inwiefern Du sie mitbekamst in Deiner mönchischen Abgeschiedenheit unter dem kynischen Diktum, Zivilisation mache krank, die neuesten tendenziösen Ausblendungen unserer tag- und abendfüllenden öffentlich-rechtlichen Medien. Von den etlichen Auffälligkeiten ist jede für sich beängstigend. So ist man, um nur ein Beispiel zu nennen, tatsächlich überrascht über die immensen Wahlerfolge der ausnahmslos verunglimpften und verteufelten AfD, obgleich sie unschwer vorhersagbar waren. Neulich vernahm ich sogar, diese Partei werde rasch wieder verschwinden, denn die Eurokrise sei ja nun überwunden…

Jetzt ist man fassungslos auf allen Ebenen. Die niedrigen Wahlbeteiligungen seien schuld. Beruhigend zu wissen, daß wenigstens die Nichtwähler richtig gewählt hätten…

Man weiß natürlich nicht, wer letztendlich diese Partei entert, oder ob sie sich mit ihren seriösen, bis heute von den öffentlich-rechtlichen Medien und von den Parteien mehr oder minder totgeschwiegenen Sachthemen behauptet. (Nicht zu reden von einer objektiven inhaltlichen Darstellung oder gar Erörterung jener Themen in den Medien. Immerhin war es schon ein monatelanger Weg, ehe man sich, nach der Europawahl schließlich, durchringen konnte, statt unisono von einer „europafeindlichen“ Partei von einer „eurokritischen“ Partei zu reden, und manche Anstalten und Berichterstatter haben das bis heute nicht begriffen. Oder, und der Verdacht liegt näher, wollen es nicht wahrhaben. Obwohl die AfD, entgegen einhelliger verleumderischer Prognosen unserer Medien, im Europaparlament, wie auch von ihr angekündigt, eben nicht mit Marine Le Pen und Konsorten „fraktionierte“.)

Die Gefahr einer Verfälschung oder gar Verkehrung ursprünglicher Intentionen besteht ja bei jeder Parteigründung, erinnere Dich nur an die seinerzeitige unsägliche Glorifizierung der Pädophilie durch die Grünen. So manche Unberufene fühlen sich regelmäßig berufen und magnetisch angezogen, auf einen anfahrenden Zug zu springen und ihre Fahnen zu schwenken. Da muß man leider abwarten, wer sich durchsetzt.

Was ich indessen weiß, ist, daß die AfD in Sachsen und Brandenburg als anfänglich einzige demokratische Partei von den tatsächlichen Problemen wie beispielsweise der gestiegenen Grenzkriminalität sprach, von Einbrüchen und geklauten Traktoren und so, bei gleichzeitigem Abbau von Polizeidienststellen, und der Deutschlandfunk, soweit ich das vernahm, nur einmalig von, tatsächlich, von „gefühlter Bedrohung durch Kriminalität“. Und überhaupt nicht von eingesparten Polizeidienststellen.

Und ich lese täglich den vollständigen Nachrichtenticker.

Aber na bitte, da ist es ja auch wieder beruhigend zu wissen, daß wohl Zahlen im Kölner Keller existieren und Fakten gebunkert werden, die belegen könnten, falls man sie zu senden sich herabließe, daß es sich lediglich um paranoide Gefühlslagen wahrscheinlich rechtsradikal veranlagter Idioten handelt. Diese ewig Gestrigen aber auch! Die immer nach mehr Polizei rufen!

Oder verschweigt man Zahlen, wenn sie zwar mathematisch korrekt sind, aber „politisch inkorrekt“ nicht ins Wunschbild passen? Dann muß man natürlich Parteien wie die AfD fürchten.

Kurz, es entsteht der Verdacht, als fürchte man die inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD. Diese Angst wäre bei Parteien aus einer gewissen ideologischen Beschränktheit vielleicht erklärbar, bei sich als überparteilich und unabhängig und kritisch gebärdenden Medien ist Angst vor Realitäten unverzeihlich.

Anderes Beispiel. Da begann man vor einiger Zeit zu reden von imaginären, Pardon, „vermeintlichen Problemen“ der Kommunen durch Zuwanderer aus EU-Staaten und „möglichem Sozialmißbrauch“. Nicht etwa von Problemen und Sozialmißbrauch, sondern in den öffentlich-rechtlichen Medien normiert von vermeintlich und möglich. Vermeintlichkeiten haben Konjunktur in deutschen Medien, und Kommentatoren wandten sich demzufolge ausnahmslos tapfer und mutig, das muß man anerkennen, gegen unsachliche Argumente. Statt gegen sachliche gegen Stammtischgerede! Hier plötzlich nicht gegen „vermeintliches“ Stammtischgerede. Ich weiß ja nun nicht, an wievielen Stammtischen sich jene Kommentatoren so herumlümmeln den lieben langen Tag, und was sie bei derlei Gerede erwidern mit ihrer gern angemahnten Zivilcourage.

Gibt es eigentlich einen Preis für die korrekteste politische Korrektheit?

Das wird aber Zeit.

Jedenfalls, Du entsinnst Dich, integrierte Roma wurden vorgeführt.

Ende August war es dann Schluß mit der möglichen Vermeintlichkeit und vermeintlichen Möglichkeit, und man beschloß aus heiterstem Himmel ein Gesetzespaket gegen den „Mißbrauch von Sozialleistungen durch Zuwanderer aus anderen EU-Staaten“ und stellte noch für dieses Jahr „Soforthilfen“ für ehemals vermeintlich „betroffene Städte und Gemeinden“ in beträchtlicher Millionenhöhe aus dem auf Nullschulden sparenden Haushalt bereit…

Wahrscheinlich aus Bosheit und Ausländerhaß.

Noch ein Gedicht: Letzte Woche passierte ein neues Asylgesetz den Bundesrat. Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien gelten als sogenannte sichere Herkunftsländer. Staaten, die man durch EU-Aufnahme bei der Behandlung von Minderheiten zu bessern hofft. Die vorhersehbaren Besserungsergebnisse der unverwüstlichen EU-Aufnahmebefürworter bewundern wir schon seit längerem in Bulgarien, Rumänien und Ungarn.

Wahr ist aber, daß Zuwanderer aus obigen Staaten, deren Asylanträge nach bisherigem Verfahren und im vollen Einklang mit der Genfer Konvention behandelt wurden (und weiterhin werden), nur mit einer Zahl im Promillebereich bewilligt werden konnten. Und eine der Ungeheuerlichkeiten ist, daß die Medien diese Zahl so gut wie nie transportierten. Daß nämlich im Umkehrschluß 99,7 Prozent dieser Anträge nach geltendem Recht abgewiesen werden mußten.

Warum das Verschweigen jener vielleicht nicht ganz unwesentlichen Zahl?

Warum wird ihre Nennung von deutschen Medien als Wagnis betrachtet? Hält man das blöde Volk nicht für reif genug? Hat man Angst vor etwaigen Differenzen zwischen Medienberichterstattung mit Sinn für alles Gute und Schöne versus Erfahrungen der Menschen?

Will man die Demokratie ein bißchen lenken?

Nach den neuen Bestimmungen, die keine automatische, sondern eine schnellere Zurückschickung der von dort kommenden abgewiesenen Antragssteller erleichtert, wird im Gegenzug aber die sogenannte Residenzpflicht für alle Asylbewerber nach vier Monaten aufgehoben, die Vorrangprüfung auf 15 Monate begrenzt (das heißt die Arbeitsaufnahme, und damit die Integrationsmöglichkeit von Asylbewerbern, wird wesentlich befördert) und das Sachleistungsprinzip wird zu ihren Gunsten auf die Erstaufnahmeeinrichtung beschränkt.

Das alles haben die Grünen in den Verhandlungen für ihre Zustimmung in der Länderkammer erreicht.

Und nun wird Winfried Kretschmann von ihnen beschimpft für seine Zustimmung.

Die für ihre seltene Nachdenklichkeit bekannte und sich wie immer omnikompetent zu Wort meldende Claudia Roth, die nach der bemerkenswerten Abwahl durch die Basis ihrer Partei zum Trost von dieser auf den Bundestag als stellvertretende Vizepräsidentin losgelassen wurde, lamentiert getreu der unsterblichen Legende vom Dolchstoß von „einer Katastrophe für die Flüchtlinge und einer Katastrophe für die Grünen“.

Danke Winfried Kretschmann!

 

Achtung! Das ist gefährlich!

 

14. September 2019: Bellarmin an Mephisto

 

Es ist etwas faul im Staate Deutschlands!

Am Tage danach lautete in der Märkischen Oderzeitung der frohnaturige Kommentar zum Ausgang der Landtagswahl in Brandenburg:

Das nennt man Schlussspurt: Die SPD holt in Brandenburg gewaltig auf, hat am Ende in der Wählergunst die Nase vorn. Damit verhindert sie, dass die Mark das erste Bundesland ist, in dem seit dem Zweiten Weltkrieg, dessen Beginns vor 80 Jahren just am gestrigen Wahltag gedacht wurde, eine von Rechtsextremen geführte und durchwanderte Partei stärkste Kraft wurde. Die SPD verhindert einen Skandal. Das ist das wichtigste Ergebnis der Landtagswahl.“

Nein. Das ist nicht das wichtigste Ergebnis der Landtagswahl.

Das wichtigste Ergebnis ist indessen tatsächlich ein Skandal: Es ist ein Skandal, daß die Medien heute nicht einmal mehr in der Lage sind, den Skandal zu erkennen! Der zum Beispiel darin liegt, daß es einer von den Medien bei uns in Deutschland skrupellos, zudem ohne jede der sonst gegenwärtig so beliebt grassierenden Mutmaßlichkeiten, nahezu flächendeckend mit Nazis gleichgesetzten Partei gelingt, in zwei Bundesländern bundesrepublikanisch nie gekannte zweistellige Zuwächse zu erreichen und damit in beiden Parlamenten zweitstärkste Kraft zu werden!

Sowohl wenn die Gleichsetzung gelogen wäre, als auch wenn sie stimmte!

Das ist doch ein Skandal ersten Ranges, oder?

Gewählt von Menschen, die von denselben Medien totalitär, nämlich wie vom Reichspromi gleichgeschaltet, nunmehr schon seit Jahren als abstiegsverängstigte, modernisierungsskeptische, fremdenfeindliche, islamophobe, rassistische Abgehängte, also als nicht ganz richtig im Kopf seiend, verunglimpft werden.

Ebenfalls ohne jemals das geringste Mutmaßlich.

Gewählt von einem Viertel der Wahlberechtigten trotz der von „Sudel-Edes“, trotz der von Karl Eduard von Schnitzlers „Schwarzem Kanal“ kopierten und jetzt erwiesenermaßen zum zweiten Mal und vorhersehbar kontraproduktiven Propagandamethoden aus der Rumpelkammer des Fernsehfunks der Deutschen Demokratischen Republik.

Glaubte man allerdings der gegenwärtigen Berichterstattung bundesdeutscher Medien, wäre also selber nicht ganz richtig im Kopf, dann gewönne man den Eindruck, als könne es gar nicht sein und gäbe es nicht einen einzigen Menschen, der für die mit 23 und 27 Prozent gewählte Partei aus Vernunftgründen stimmte.

Allenfalls wird ihnen zugebilligt: aus Protest!

Nein, 23 bis 27 Prozent der Wähler in Brandenburg und Sachsen werden als geschichtsvergessene Idioten dargestellt.

Und ihnen damit die Mündigkeit abgesprochen.

Weil 23 bis 27 Prozent der Wahlberechtigten ja nicht wie die Toleranten anständig, sondern weil sie nicht richtig, also falsch denken.

Das ist gefährlich!

Und ein Skandal ist auch, daß man in diesem Lande überhaupt nicht mehr in der Lage zu sein scheint, annähernd differenziert, geschweige denn sachlich objektiv über Dinge zu berichten, die nicht in das Weltbild der Guten und Gerechten passen.

Selbst die Wahlergebnisse in Brandenburg und Sachsen werden, soweit ich sah mit Ausnahme der Bild-Zeitung, tendenziös dargestellt. Die Wahlergebnisse erscheinen nicht wie einst, und wie üblich unter demokratischen Verhältnissen, in der Reihenfolge der erzielten Prozentpunkte, sondern die 23,5-Prozentpartei wird aufgelistet in Brandenburg hinter der 4,3-Prozentpartei, und in Sachsen folgt die ebenfalls zweitstärkste Kraft im Parlament mit ihren 27,8 Prozent hinter der 4,4-Prozentpartei.

Und seit Jahren wird diese Partei nachrichtlich(!) als einzige(!) Partei bei jeder Namensnennung per attributiver Etikettierung diffamiert!

Was an und für sich schon eine Ungeheuerlichkeit ist und nicht das Geringste zu tun hat mit objektiver Berichterstattung und dem selbstgefällig von den selbsternannten Anständigen im Munde geführten: Freiheit wäre immer die Freiheit der Andersdenkenden.

O nein!

Vielmehr wird von den Medien, jetzt schon mehr oder minder unverhohlen, die zweitstärkste Partei in den Parlamenten Brandenburgs und Sachsens und die größte Oppositionspartei des Bundestages gleichgesetzt mit der NSDAP! So beispielsweise in der 21-Uhr-15-Heute-Sendung des ZDF am letzten Sonntag.

Das ist gefährlich!

Donnerstag, 22. August 2019, Deutschlandfunk:

In den vergangenen Monaten hat es in Deutschland durchschnittlich zehn Gewaltattacken pro Monat auf Politiker gegeben.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervorgeht, registrierte die Polizei von April bis Juni insgesamt 31 Fälle von Körperverletzung oder gefährlicher Körperverletzung. Die Gewalt habe sich vor allem gegen Politiker der AfD gerichtet. Sie seien in 24 Fällen betroffen gewesen. Die mutmaßlichen Täter kamen laut Polizeistatistik meist aus dem linken Spektrum.

Gemeint ist natürlich: Die Täter kamen laut Polizeistatistik meist aus dem linken Spektrum.

Sonntag, 1. September 2019, Deutschlandfunk:

Das „Zentrum für politische Schönheit“ darf nach eigenen Angaben nicht mit einem ausrangierten Panzer vor dem Dresdner Landtag demonstrieren.

Die Stadt habe einen entsprechenden Bescheid per Mail verschickt, erklärte der Leiter der Aktivisten, Philipp Ruch. In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, dass die Verwendung des Kampfpanzers als Kundgebungsmittel untersagt werde. Die Stadt als zuständige Versammlungsbehörde war nicht zu erreichen.

Die Aktivisten hatten geplant, mit einem Panzer ohne funktionsfähige Waffen vor dem Dresdner Landtag auffahren zu wollen, um der AfD symbolisch den Krieg zu erklären.

Die Extremisten, Pardon, die „Aktivisten“ meinen natürlich: …um der AfD den Krieg zu erklären.

 

Wenn die Welt erlöst werden soll, müssen die Menschen edel sein, ohne Grausamkeit, voller Glauben und für die Wahrheit empfänglich, Begeisterung für große Ziele fühlen, ohne die zu hassen, die ihnen darin Widerstand leisten.“

Bertrand Russel (1872 – 1970)