A N A B A S I S

Thalatta ! Thalatta !

Schlagwort-Archiv: Angela Merkel

Simulierter Journalismus

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25. Juli 2021: Mephisto an Bellarmin

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Ich merkte es deutlich wieder im Zusammenhang mit ihrer sogenannten Sommerpressekonferenz in dieser Woche, bevor sie abdüste in ihren wohlverdienten Urlaub. Ich sage Dir, und übrigens bar jeglicher Ironie, ich bewundere die Frau! Oft staunte ich über ihr klaglos bewältigtes Arbeitspensum und halte die gewisse Häme, mit der man die hin und her Gehetzte einst im Bundestag filmte während ihres vollkommen übermüdeten Einnickens infolge der seinerzeitigen Tag- und Nachtsitzungen in Brüssel und Berlin, für mehr als despektierlich.

Da beehrte also unsere Bundeskanzlerin vergangene Woche die alljährliche Sommerpressekonferenz ein „mutmaßlich“ letztes Mal mit ihrem Besuch.

Auch das halte ich schon für eine Leistung!

Sich derart den harten Fragen der kritischsten Köpfe unserer journalistischen Elite aussetzen zu müssen.

Zumal die Crème de la Crème wieder auf Fragen kam, also Chapeau!

Wie sie denn den Abend der bevorstehenden Bundestagswahl zu verbringen gedenke!

Womit sie sich denn in ihrem Ruhestand beschäftigen werde.

Diese belanglosen Fragen und ihre belanglose Smaltalk-Beantwortung wurden tatsächlich einer ausführlichen nachrichtlichen Darstellung für Wert erachtet in der kostbaren Sendezeit. Beiläufig wurde immerhin noch für erwähnenswert erachtet, daß die Kanzlerin, „mutmaßlich“ sogar ungefragt, daß die Kanzlerin bedauere, nicht mehr für den Klimaschutz erreicht oder getan zu haben.

Ja, und das war sie dann wieder, wie jedes Jahr, die Hofberichterstattung über die Sommerpressekonferenz: das reinste byzantinische Huldigungszeremoniell.

Wenn man denn schon angelangt zu sein schien bei einer gewissen wehmütigen Rückschau über all die Jahre, scheint keinem unserer kritischen Köpfe und KöpfInnen die Frage eingefallen zu sein, ob es denn vielleicht noch etwas anderes gäbe, das sie bedauere – im Rückblick auf ihre Regierungszeit.

Kein einziger stellte etwa die Frage, was genau unsere Kanzlerin damals eigentlich gemeint haben könnte mit dem urplötzlich aus den Tiefen ihres Mundes blitzartig wie aus dem Nichts erst- und einmalig aufgetauchten Wort „Sekundärmigration“. Gegen die sie hinfort zu kämpfen beabsichtige. Und wie sie denn den allerdings kein zweites Mal erwähnten Kampf geführt habe. Und was sie erreichte. Und ob und in wieweit sie wenigstens dessen Resultat zufriedenstelle.

Oder etwas auch hier ihrem Bedauern anheimfiele.

Und dann noch jene von ihr ebenfalls entdeckte geheimnisumwitterte „illegale Migration“! Von der man ebenfalls zuvor nie etwas vernommen hatte, weder von ihr noch in unsern wahrheitslüsternen öffentlich-rechtlichen Medien.

Und was ihnen nichtsdestotrotz keinerlei Frage wert gewesen war auf der „mutmaßlich“ letzten jährlichen Sommerpressekonferenz unserer in Wohlgefallen entschwindenden Kanzlerin…

Dabei hatten sie am Dienstag noch eigenhändig gemeldet:

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Dienstag, 20. Juli 2021, Deutschlandfunk:

… Seit Anfang 2020 steigt die Zahl der Migranten, die oftmals in überfüllten Schlauchbooten die Meerenge zwischen Frankreich und Großbritannien passieren. Im vergangenen Jahr zählte die britische Regierung rund 8500 auf diesem Weg illegal eingereiste Personen. Innenministerin Patel hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der illegale Einreise härter bestrafen will: Die Höchststrafe soll von bisher sechs Monaten auf vier Jahre Haft angehoben werden. Menschenschmuggler sollen zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt werden können.

Bereits am Dienstag zwei Wochen zuvor hatte derselbe Sender gemeldet:

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem lebenslange Haftstrafen für Schleuser und Anklagen gegen illegal Eingereiste vor. Grenzbeamte sollen Boote auf offener See abfangen und zurückschicken dürfen.

Es wurde nicht berichtet, daß einem Vertreter unseres bundesdeutschen Qualitätsjournalismus beispielsweise die Frage zu stellen eingefallen wäre, welche Unterschiede unsere landeseigene Kämpferin höchstpersönlich sähe zwischen den „Flüchtlingen“ im Mittelmeer und den „illegal“ einreisenden „Migranten“, auf Deutsch „Zuwanderer“, im Ärmelkanal.

Und ob und inwieweit der Gesetzentwurf der Tochter indischstämmiger Einwanderer, der britischen Innenministerin Patel, entfernt auch irgendwie der Bundeskanzlerin unheimlich heimlichen Kampf tangiere gegen „illegale Migration“ und „Sekundärmigration“.

Da wir gerade bei dem Thema sind, fällt mir prompt eine weitere ungestellte Frage unseres Qualitätsjournalismus ein auf der wohlgefälligen „mutmaßlich“ letztmöglichen Sommerpressekonferenz unserer in Wohlgefallen entschwindenden Kanzlerin. Am Freitag, dem 9. Juli hatte Deutschlands seriöseste Radiostation ebenfalls in aller Unschuld immerhin gemeldet hinsichtlich der aktuellen Zustände an der Grenze zwischen Litauen und Weißrußland:

Nach offiziellen Angaben wurden bereits mehr als 1.500 Menschen aufgegriffen – von ihnen 37 innerhalb von 24 Stunden. Das teilte der Grenzschutz heute mit. EU-Kommissarin Johannson warf dem belarussischen Machthaber Lukaschenko vor, die Migranten für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Es handle sich um einen unfreundlichen Akt.

Litauen hatte angekündigt, wegen der illegalen Grenzübertritte seine fast 680 Kilometer lange Grenze zu Belarus mit Militär und einer Barriere zu sichern.

Was willst Du wissen? Ach so, die ungestellte Frage… Also mir wäre eingefallen, ob und welchen Unterschied unsere Kanzlerin erblicke im Hinblick auf die „Barriere“ Litauens gegen „illegale Grenzübertritte“ von „Migranten“ und dem Grenzzaun Ungarns „gegen illegale Grenzübertritte“ von „Flüchtlingen“.

Ach Du Schreck! Daß wir auch noch angekommen sind bei Viktor Orban, dessen Freund man tatsächlich nicht sein muß.

Wiederum an einem Dienstag, nämlich am 22. Juni, hatte unser Qualitätsjournalismus im Deutschlandfunk sich tatsächlich hinreißen lassen zu der Meldung:

Streit mit Ungarn: Etwa die Hälfte der EU-Staaten fordern Vorgehen gegen Gesetz, das Homosexuelle stigmatisiert

Etwa die Hälfte der EU-Staaten, darunter Deutschland, haben die Europäische Kommission aufgefordert, gegen das ungarische Homosexuellen-Gesetz vorzugehen.

Das geht aus einer Erklärung der Länder hervor, die von Belgien, Luxemburg und den Niederlanden initiiert wurde. Die Kommission müsse alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente gegen das Gesetz nutzen, heißt es darin. Es diskriminiere Homosexuelle und Transgender-Menschen und verletzte das Recht auf freie Meinungsäußerung unter dem Vorwand, Kinder zu schützen.

Das vergangene Woche vom ungarischen Parlament gebilligte Gesetz sieht unter anderem ein Verbot von Büchern und Filmen vor, die Minderjährigen zugänglich sind und in denen Sexualität dargestellt wird, die von der heterosexuellen abweicht. Darüber hinaus soll Werbung verboten werden, in der Homosexuelle oder Transsexuelle als Teil einer Normalität erscheinen.

Sie merken nichts mehr: Etwa 14 Staaten der Europäischen Union schließen sich also nicht der hysterisch forcierten Hetzkampagne gegen das von der mit übrigens in einer unbeanstandeten demokratischen Wahl per lumpiger Zweidrittelmehrheit vom Volke ins Parlament gewählten Regierungsmehrheit verabschiedete Gesetz an, das, nach all den spärlichen Sachinformationen unseres Qualitätsjournalismus, ähnlich wie allgemein auf der Welt bei Kinofilmen Usus, offenbar eine Altersgrenze für die Zugänglichkeit zur Darstellung gewisser Inhalte festlegt.

Genau das ist die Meldung!

In etwa 14 Staaten sieht man das anders!

Und genau dafür müßte sich ein Qualitätsjournalismus interessieren!

Warum sieht man eventuell in etwa 14 Staaten ein Gesetz, das Homosexuelle und Transsexuelle stigmatisieren soll, weil man Minderjährigen Homosexualität und Transsexualtät nicht als Normalität darstellen will, anscheinend nicht als Diskriminierung Homosexueller und Transsexueller?

Und was meint denn unsere in Wohlgefallen entschwindende Kanzlerin dazu, wenn „etwa die Hälfte der EU-Staaten“ ein Vorgehen gegen das Gesetz eines demokratisch gewählten Parlamentes nicht mitträgt?

Und könnte unsere Kanzlerin bei selbiger Gelegenheit einer interessierten Öffentlichkeit einmal sachlich begründen, inwiefern das ungarische Gesetz diskriminiere?

Wenn seitens unseres Qualitätsjournalismus es schon vehement verabsäumt wurde aus irgend einem Grund, vielleicht aus Arbeitsüberlastung, den ideologisch verunglimpften Gesetzestext wenigstens einmal zu zitieren zwecks souveräner Urteilsbildung des mündigen Bürgers und, wenigstens einmal, ungarische Befürworter des Gesetzes sachdienlich zu befragen?

Wenigsten einen, gern aber auch mehrere.

Wegen der Meinungsvielfalt angesichts all der fleißig ins Bild gesetzten tapferen Regenbogenbindenträger…

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Die einen von diesen „Perversen“ haben sozusagen die Geschlechtsdifferenz aus ihrem Programm gestrichen. Nur das ihnen gleiche Geschlecht kann ihre sexuellen Wünsche erregen; das andere, zumal die Gechlechtsteile desselben, ist ihnen überhaupt kein Geschlechtsobjekt, in extremen Fällen ein Gegenstand des Abscheus. Sie haben damit natürlich auch auf jede Beteiligung an der Fortpflanzung verzichtet. Wir nennen solche Personen Homosexuelle oder Invertierte. Es sind Männer und Frauen, sonst oft – nicht immer – tadellos gebildet, intellektuell wie ethisch hochentwickelt, nur mit dieser einen verhängnisvollen Abweichung behaftet. Sie geben sich durch den Mund ihrer wissenschaftlichen Wortführer für eine besondere Varietät der Menschenart, für ein „drittes Geschlecht“ aus, welches gleichberechtigt neben den beiden anderen steht. Wir werden vielleicht Gelegenheit haben, ihre Ansprüche kritisch zu prüfen. Natürlich sind sie nicht, wie sie auch gern behaupten möchten, eine „Auslese“ der Menschheit, sondern enthalten mindestens ebensoviel minderwertige und nichtsnutzige Individuen wie die in sexueller Hinsicht anders gearteten.

Die psychoanalytische Forschung ist nämlich genötigt worden, sich auch um das Sexualleben des Kindes zu bekümmern, und zwar dadurch, daß die Erinnerungen und Einfälle bei der Analyse der Symptome regelmäßig bis in frühe Jahre der Kindheit zurückführen. Was wir dabei erschlossen haben, ist dann Punkt für Punkt durch unmittelbare Beobachtung an Kindern bestätigt worden. Und da hat sich dann ergeben, daß alle Perversionsneigungen in der Kindheit wurzeln, daß die Kinder zu ihnen alle Anlage haben und die in dem ihrer Unreife entsprechenden Ausmaß betätigen, kurz, daß die perverse Sexualität nichts anderes ist als die vergrößerte, in ihre Einzelregungen zerlegte infantile Sexualität.

Andererseits ist es der gemeinsame Charakter aller Perversionen, daß sie das Fortpflanzungsziel aufgegeben haben. In dem Falle halten wir eine Sexualbetätigung eben pervers, wenn sie auf das Fortpflanzungsziel verzichtet hat und die Lustgewinnung als davon unabhängiges Ziel verfolgt.

Die sexuellen Perversionen der Erwachsenen hingegen sind etwas Greifbares und Unzweideutiges. Wie schon ihre allgemein zugestandene Benennung erweist, sind sie unzweifelhaft Sexualität. Mag man sie Degenerationszeichen oder anders heißen, es hat noch niemand den Mut gefunden, sie anderswohin als zu den Phänomenen des Sexuallebens zu stellen. Um ihretwillen allein sind wir zur Behauptung berechtigt, daß Sexualität und Fortpflanzung nicht zusammenfallen, denn es ist offenkundig, daß sie sämtlich das Ziel der Fortpflanzung verleugnen.

Was die perverse Betätigung trotz aller Fremdheit des Objektes und der Ziele zu einer so unverkennbar sexuellen macht, ist der Umstand, daß der Akt der perversen Befriedigung doch zumeist in vollen Orgasmus und in Entleerung der Genitalprodukte ausgeht. Das ist natürlich nur die Folge der Erwachsenheit der Personen; beim Kinde sind Orgasmus und Genitalexkretion nicht gut möglich, sie werden durch Andeutungen ersetzt, die wiederum nicht sicher als sexuell anerkannt werden.

Ich muß noch etwas hinzufügen, um die Würdigung der sexuellen Perversionen zu vervollständigen. So verrufen sie auch sein möge; so scharf man sie auch der normalen Sexualbetätigung gegenüberstellt, so zeigt doch die bequeme Beobachtung, daß dem Sexualleben der Normalen nur selten der eine oder andere perverse Zug abgeht. Schon der Kuß hat Anspruch auf den Namen eines perversen Aktes, denn er besteht in der Vereinigung zweier erogener Mundzonen an Stelle der beiden Genitalien. Aber niemand verwirft ihn als pervers, er wird im Gegenteil in der Bühnendarstellung als gemilderte Andeutung des Sexualaktes zugelassen. Gerade das Küssen kann aber leicht zur vollen Perversion werden, wenn es nämlich so intensiv ausfällt, daß sich Genitalentladung und Orgasmus direkt daranschließen; was gar nicht so selten vorkommt. Im übrigen kann man erfahren, daß Betasten und Beschauen des Objektes für den einen unentbehrliche Bedingungen des Sexualgenusses sind, daß ein anderer auf der Höhe der sexuellen Erregung kneift oder beißt, daß die größte Erregtheit beim Liebenden nicht immer durch das Genitale, sondern durch eine andere Körperregion des Objektes hervorgerufen wird, und Ähnliches in beliebiger Auswahl mehr. Es hat gar keinen Sinn, Personen mit einzelnen solchen Zügen aus der Reihe der Normalen auszuscheiden und zu den Perversen zu stellen, vielmehr erkennt man immer deutlicher, daß das Wesen der Perversion nicht in der Überschreitung des Sexualzieles, nicht in der Ersetzung der Genitalien, ja nicht einmal immer in der Variation des Objektes besteht, sondern allein in der Ausschließlichkeit, mit welcher sich diese Abweichungen vollziehen, und durch welche der der Fortpflanzung dienende Sexualakt beiseite geschoben wird. Sowie sich die perversen Handlungen als vorbereitende oder als verstärkende Beiträge in der Herbeiführung des normalen Sexualaktes einfügen, sind sie eigentlich keine Perversionen mehr.

Die perverse Sexualität ist in der Regel ausgezeichnet zentriert, alles Tun drängt zu einem – meist zu einem einzigen – Ziel, ein Partialtrieb hat bei ihr die Oberhand, er ist entweder der einzig nachweisbare oder hat die anderen seinen Absichten unterworfen.

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Sigmund Freud (1856 – 1939) Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (XX. Vorlesung Das Menschliche Sexualleben und XXI. Vorlesung Libidoentwicklung und Sexualorganisationen)

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Wenn sich nur niemand fürchtete zu sagen, was die Sache ist, so würden alle Sachen besser gehen.“

Johann Gottfried Seume (1763 – 1810) Apokryphen

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Die Zerstörung des öffentlichen Diskursklimas

 

6. März 2021: Bellarmin an Mephisto

 

Eine der drei elementaren Regeln kommunikativer Dialektik läßt sich etwa so formulieren: Ich mache meinem Gegner, mit dem ich jedoch irgendwie ins Gespräch kommen möchte oder muß, und infolgedessen er wohl oder übel mein Kommunikationspartner wird, nur derartige Gesprächsangebote, die jener auch akzeptieren kann. Meinem strategischen, also meinem übergeordneten Interesse an jenem Dialog, sei es zwecks grundlegender Verständigung, sei es zwecks Situations- oder Positionsklärung, sei es überhaupt nur zwecks eines „ins erste Gespräch kommen“, ordne ich alle meine Vorurteile unter und erst recht alle Unsachlichkeiten. Was bedeutet, ich scheide genau das aus, was dem Selbstverständnis meines Gegenübers widerspräche und ihm somit den Eintritt in einen sachlichen Dialog verwehren könnte.

Früher gab es das. Da konnten sich Bahr mit Barzel, Brandt mit Breshnew unterhalten.

Es war einmal…

Es war also Anfang Mai 2016 seitens des Zentralrates der Muslime, nämlich höchstpersönlich von ihrem Vorsitzenden Mazyek, die AfD in die Nähe der NSDAP gerückt worden. Dann hat selbiger die AfD-Spitzenvertreter unter propagandistischem Tamtam für ein Gespräch zu sich gebeten. Die Einladung trug allerdings bereits den Ruch einer Einbestellung. Am sonntäglichen Vorabend des geplanten Diskurses bekräftigte Mazyek seine Vorwürfe. Am Montag meldeten dann die Gazetten im Einklang mit den öffentlich-rechtlichen Medien triumphierend, die Zusammenkunft sei „von der rechtspopulistischen AfD“ nach kurzer Zeit abgebrochen worden mit der Begründung, Vertreter des Zentralrates hätten die Partei in die Nähe des Dritten Reiches gerückt.

Dieser Begründung des Gesprächsabbruchs wurde vom Zentralrat in keiner Weise widersprochen.

Am letzten Sonntag im Mai 2016 folgte dann die Inszenierung „Gauland hätte geäußert, er wolle Boateng nicht als Nachbarn haben.“

In der Mittagsinformationssendung des Deutschlandfunks vermeldet anfänglich ein aufgeregter Journalist, der Alexander Gauland von der AfD habe Jérôme Boateng beleidigt! Gauland hätte geäußert, er wolle Boateng nicht als Nachbarn haben. Erst am Schluß der Sendung klang das dann etwas anders: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zitiere Gauland unter der Überschrift „Gauland beleidigt Boateng“ mit den beiden Sätzen: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

Diese beiden aus jedem weiteren Kontext gelösten Sätze wurden nun unentwegt von sämtlichen Medien, ohne erneute wörtliche Zitierung, in einen Strom der Entrüstung gestellt, vielfach in einem Atemzug mit der Wiederholung, Gauland habe Boateng beleidigt! Meist mit der triumphierenden Einleitung: „Boateng ist Deutscher, Nationalspieler, engagiert sich für soziale Projekte. Er ist in Berlin geboren, Vater Ghanaer, Mutter Deutsche.“ (Bild)

Über Twitter, dem Medium der inkompetenten Inkontinenten, meldeten prompt SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann und Linken-Chef Bernd Riexinger fast wortgleich, Gauland sei ein Rassist!

Ohne das geringste anderweitig als sonst so politisch korrekt empfundene und jedem Mörder zugebilligte „Mutmaßlich“.

Und natürlich fügte die unvermeidliche Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckard ihren Senf hinzu, ihr sei Boateng in der Nachbarschaft viel lieber als Gauland. Ebenfalls fast wortgleich mit der Landesvorsitzenden der CDU in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner.

Der seinerzeitige Vizekanzler, also ein Regierungsvertreter, Sigmar Gabriel meinte sagen zu müssen: „Gauland ist nicht nur gegen Fremde, sondern auch gegen das Gute an Deutschland“!

Und der damalige Rechtspfleger und Rechtshüter, Justizminister Heiko Maas, den man offensichtlich vergaß bei seinen juristischen Studienabschlüssen zu examinieren über die Unschuldsvermutung, der Heiko Maas also, ein Regierungsvertreter, nannte „Gaulands Äußerung“ „niveaulos und inakzeptabel“.

Der Deutschlandfunk frohlockte: „Im Internet schwillt unter dem Schlagwort ‚Nachbar‘ die Empörung über AfD-Vize Alexander Gauland zum Shitstorm an.“

Unverhohlene Freude eines öffentlich-rechtlichen Mediums über fremdsprachlich verklausulierte Fäkaliensprache gegenüber einem deutschen Oppositionspolitiker!

Und meldete nachrichtlich: „Bundeskanzlerin Merkel hat die Äußerung von AfD-Vizechef Gauland im Zusammenhang mit dem Fußballnationalspieler Jérôme Boateng verurteilt. Der Satz, der gefallen sei, sei niederträchtig und traurig, sagte Merkels Sprecher Seibert in Berlin.“

Die Regierungschefin!

Niederträchtig und traurig“.

Indessen muss ich traurig zugeben, dass meine Kenntnisse aristotelischer Logik und mathematischer Schlußweise nicht ausreichen, aus den beiden Sätzen „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“, wenn sie denn so gefallen sein sollten, eine „Beleidigung“ Boatengs oder einen „Rassisten“ Gauland zu folgern.

Und über das „Richtig“ oder „Falsch“ dieser Thesen eventueller Befindlichkeiten der deutschen Bevölkerung (und eben nicht der Gauland unterstellten!) wäre früher in einer Sonntagsrunde des „Frühschoppen“ bei Werner Höfer in der ARD völlig normal debattiert worden.

Als interessantes und wichtiges Diskussionsthema.

Doch stattdessen erweckten die Reaktionen den Anschein einer konzertierten Inszenierung mit dem Zweck der unbedingten Nachweisführung einer nazistischen Gesinnung.

Und erinnerte wieder an die des Chefkommentators der „Deutschen Demokratischen Republik“, also an Sudel-Edes Inszenierung von Hetzkampagnen gegen eine unterstellte „revanchistische“ Gesinnung der „Beärrdee“.

Um mich nicht noch weiter in die Vergangenheit zurückzudenken.

Um das Wort „faschistoide Stimmungsmache“ noch einmal zurückzuhalten.

Der gesamte Staat totalitär gegen ein Individuum!

Gauland = Rassist!

AfD = rassistische Partei!

Keine einzige journalistische Stimme, die den Rufmord Rufmord nannte! Und noch heute wird kolportiert, Gauland hätte gesagt, er würde Boateng nicht zum Nachbarn haben wollen.

Erbärmlich!

Widerlich!

Beängstigend!

Nur ganz vereinzelt blieb ein allerdings folgenloses Quäntchen Vernunft (Hervorhebungen von Bellarmin):

 

Montag, 30. Mai 2016, Deutschlandfunk:


Müller: Viele Fans finden die „ausländischen Spieler“, die Migrantenspieler, sehr, sehr gut, aber in der politischen, gesellschaftlichen Realität haben sie massive Vorurteile?


Eilenberger: Ja! Das glaube ich, dass es da eine kognitive Dissonanz gibt, auch gerade bei vielen Fußballfans, auch aus dem mutmaßlichen Wählerpool der AfD. Ich denke, wir müssen uns einfach eingestehen, dass es ein hohes Maß an Alltagsrassismus in Deutschland nach wie vor gibt. Darauf hat Herr Gauland auch angespielt. Und ich glaube, wenn es eine Deskription war, dass viele Menschen nicht neben farbigen Mitbürgern leben wollen, dann ist das leider nicht falsch. Das Interessante ist, dass Herr Gauland das nicht bedauert, sondern einfach festhält und daraus politisches Kapital schlagen will, und das ist die Unverantwortlichkeit im Diskurs. Und wenn Sie mich fragen, ob viele Fußballfans vielleicht Herrn Boateng bejubeln und andererseits aber sagen, na ja, so neben ihm wohnen wollte ich nicht, dann ist das eine sehr hässliche Wahrheit. Aber ich glaube, es ist deskriptiv nicht falsch und trifft auf 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung immer noch zu.



Müller: Jetzt müssen wir, Herr Eilenberger, auch nochmal diesen Einwurf zumindest machen, wir haben vor gut einer Stunde auch mit unserem Korrespondenten Stephan Detjen in Berlin darüber gesprochen, dass das ja offenbar gar nicht so klar ist, was Alexander Gauland nun definitiv, also wortwörtlich gesagt hat. Die beiden Reporter, Korrespondenten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben es eben so zitiert, und er hat gesagt, er weiß gar nicht, ob er Boateng genannt hat, aber vielleicht doch. Ist für Sie alles Taktik und keine legitime Erklärung, Entschuldigung?


Eilenberger: Soweit ich über diesen Fall informiert bin, hat Herr Gauland das im Bereich eines weiten Gesprächs, das er nicht eigens autorisieren ließ, gesagt. Und ich muss sagen, ich bin mit der Skandalisierung der „FAS“-Kollegen sehr unzufrieden. Ich finde auch wirklich schäbig, dass man dann zu den Nachbarn von Herrn Boateng geht und da eigens eine Umfrage startet. Das ist auch eine Form von Skandalisierung, die ich journalistisch nicht befürworten kann und die sehr viel zur Zerstörung des öffentlichen Diskursklimas beiträgt. Ich muss sagen, der journalistische Umgang der „FAS“-Kollegen mit diesem Faktum, der lässt mich auch sehr unzufrieden zurück.

 

Müller: Es hilft jetzt der AfD?


Eilenberger: Es wird sicher die Stammwählerschaft der AfD nicht verschrecken, sondern bestätigen, und es bringt ein neues Thema in einer sehr hässlichen und sehr sachfernen Form in den öffentlichen Diskurs, das eigentlich wichtig ist und dem wir alle offenen Auges entgegensehen sollten.


Müller: Der Philosoph Wolfram Eilenberger, Chefredakteur des Philosophie-Magazins.

 

Dienstag, 19. April 2016, STUTTGARTER NACHRICHTEN:

Derzeit geht es allzu oft darum, Sätze von AfD-Größen zu skandalisieren, auch um eine Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz herbeizureden. Die jüngste Aussage der AfD, der Islam sei unvereinbar mit dem Grundgesetz, ist aber wahrlich nichts Neues. Das sagen selbst Rechtsexperten seit vielen Jahren. Auch das von der AfD angestrebte Verbot von Minaretten oder Burkas ist noch kein Grund, sich an Hitler-Deutschland erinnert zu fühlen, wie dies der Zentralrat der Muslime tat. Es sei denn, man würde Länder wie Frankreich, Belgien oder die Schweiz ebenfalls als Nazi-Diktaturen bezeichnen wollen. Dort gibt es nämlich schon solche Verbote.

 

 

In der Tat muss man kein AfD-Anhänger sein, um das Vorgehen des Verfassungsschutzes fragwürdig zu finden.“
Samstag, 6. März, 2021, SÜDKURIER

 

Wenn ich mir was wünschen dürfte

 

3. Januar 2021: Bellarmin an Mephisto

 

Wenn ich mir was wünschen dürfte,

Käm‘ ich in Verlegenheit,

Was ich mir denn wünschen sollte,

Eine schlimme oder gute Zeit.

 

Wenn ich mir was wünschen dürfte,

Möcht‘ ich etwas glücklich sein,

Denn wenn ich gar zu glücklich wär‘

Hätt‘ ich Heimweh nach dem Traurigsein…

 

Das hatte Marlene Dietrich einst gesungen.

Verklungenerweise.

Wenn dagegen ich mir etwas wünschen dürfte für das neue Jahr, das von Geschichtsbanausen tatsächlich schon für eines der neuen Goldenen Zwanziger gehalten wird, dann wünschte ich, daß auf dieser Welt kein Kind mehr hungern müßte. Unbedacht hätte ich dieses mir sogar in der Illusion gewünscht, daß auf dieser Welt kein Kind mehr abends hungrig in sein Bettchen stiege.

Aber wieviele Kinder auf unserem Planeten haben denn überhaupt ein Bett?

Die Antwort weiß ganz allein der Wind…

Auch diesen Nobelpreisträger-Song hatte die Dietrich einst gesungen in deutscher Übersetzung.

Neulich allerdings gab es immerhin ein paar Zahlen. Am Freitag, dem 20. November, meldete der Deutschlandfunk nachrichtlich:

Jedes fünfte Kind auf der Welt wächst in einem bewaffneten Konflikt auf.

Das geht aus einem aktuellen Bericht der Organisation Save the Children hervor. Demnach stieg die Zahl der von Gewalt in ihrer Umgebung betroffenen Kinder im vergangenen Jahr um rund zehn Millionen auf 426 Millionen. Die gefährlichsten Staaten für Kinder waren Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik.
Seit dem Jahr 2010 sind den Angaben von Save the Children zufolge 93.000 Kinder weltweit getötet oder verstümmelt worden. Das entspricht im Durchschnitt 25 pro Tag.

Derartige Meldungen lassen unstillbar in mir einen zweiten Wunsch erwachen. Stell Dir vor, ich wünsche nämlich, daß unausrottbar eine neue Seuche käme über unser Land! Die zufälligerweise einmal nicht aus China zu uns getragen würde. Garantiert nicht aus China! Auch handelte es sich um ein besonderes Virus, um eines das lediglich in Deutschland Wirte fände aus irgend einem Grunde.

Weil es hier nur als Berufskrankheit um sich griffe und unter einer bestimmten Berufsgruppe.

Ich wünsche nämlich, diesen unseren bundesdeutschen Journalisten das hierzulande seit etlichen Jahren leider ausgerottete Virus Erotemata in ihren Hals! Und zwar speziell in der Mutation Intelligenzia!

Daß sie zum Beispiel angesichts einer derartigen Meldung „…Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik…“ erstens bemerkten infolge ihres Infektes mit dem Virus Erotemata: Seltsam, sind das nicht samt und sonders alles Staaten mit mohammedanischen Volksgruppen?

Die Staaten, in denen weltweit die meisten Kinder getötet oder verstümmelt werden?

Na so was!

Und zweitens dann:

Wie kommt denn das?

Was könnte denn dafür die Ursache sein?

Oder wenn der Ministerpräsident Laschet aus Nordrhein-Westfalen in den Nachrichten zitiert wird, daß er sich entschuldige für die sogenannte Kölner Silvesternacht und offen eingesteht nach fünf Jahren, „der Staat“ habe die Opfer „im Stich gelassen“…

O, da wünschte ich mir, daß die Seuche des Erotemata unsere bundesdeutschen Journalisten erbarmungslos plagte bis zum Erbrechen mit der Frage: Was war denn der eigentliche Grund dafür, daß die Vertreter eines mitteleuropäischen Staatswesens des einundzwanzigsten Jahrhunderts tatenlos zusehenden Auges fast tausend Frauen hilfeverweigernd einem vorwiegend orientalischen Mob auslieferten zum stundenlangen Begrabschen, Vergewaltigen und Berauben?

Und sich taub stellten gegenüber den verzweifelten Hilfeschreien?

Und wer wurde denn in den fünf verflossenen Jahren nun justiziabel belangt seitens der inzwischen präsidial hochherzig bezeugten Straftat unterlassener Hilfeleistung?

Oder in Anbetracht der von bundesdeutschen Nachrichtenmedien in den letzten Jahren gepflegten Mode, nachrichtlich irgendwelche Umfrageergebnisse zu verkünden, wünschte ich, daß bundesdeutsche Journalisten die Seuche derart schüttelte mit der Frage, warum das inzwischen durchgängig zur Bevölkerung degradierte Volk der Eingeborenen nicht schon längst einmal befragt worden war, ob es die Berichterstattung bundesdeutscher Medien über die sogenannte Flüchtlingskrise für sachlich, unvoreingenommen, unparteiisch, umfassend, ausgewogen, faktenbasiert, vollständig und wahrhaftig halte.

Oder etwa für ideologisch blickwinkelbeschränkt.

„Das ist so einfach, und ihr kommt nicht drauf“, würde Otto Reutter singen.

Oder wenn die Bundeskanzlerin ihre Jahrespressekonferenz abhält in der artigen Atmosphäre journalistischen Wohlgefallens, daß einen, wenigstens einen Hofberichterstatter das Virus packte mit einer, wenigstens einer kritischen, also unbequemen Frage.

Vielleicht der, was denn die Kanzlerin gemeint haben könnte mit ihrem während ihrer 15jährigen Kanzlerschaft einmalig angekündigten Kampf gegen „Identitätsverweigerer“.

Ja, wer denn das überhaupt wäre, bei diesem zuvor in Regierungserklärungen nie gehörten, dem staunenden Volke nie erklärten und in bundesdeutschen Medien nie erörterten Begriff.

Aus irgend einem Grunde.

Und welche Siege unsere tapfere Jeanne d’Arc denn nun errungen habe zum Ende ihrer Kanzlerinnenschaft in ihrem beherzt angekündigten Kampfe.

Denn es müsse doch zahlreiche Identitätsverweigerer geben, wenn die Kanzlerin in persona gegen sie ins Feld zu ziehen sich gezwungen dünkte.

Wenngleich deutsche Journalisten nie auf die Idee gekommen waren, über sie zu recherchieren und zu berichten oder jene Identitätsverweigerer gar zu interviewen.

Woher sie kämen.

Warum sie kämen.

Warum sie nach Deutschland kämen statt nach dem ruhmredigen Rußland beispielsweise oder nach Saudi-Arabien.

Und warum sie ihre Papiere durchs Klobecken spülten.

Oder warum man im Lande ungeheuerlichster Mutmaßlichkeiten, in dem die Medien unbekümmert Sätze in die Welt setzen wie „Der mutmaßliche Mörder konnte fliehen“, warum man während all der Jahre bis heute nicht auf die Idee kommt aus irgend einem Grunde, zu differenzieren zwischen Flüchtlingen und Zuwanderern. Also warum bundesdeutsche Journalisten über all die Jahre sämtliche über zig Ländergrenzen hinweg zielgerichtet nach Deutschland und sonst nirgendwohin Strömenden von vorn herein und vehement ohne die geringste Mutmaßlichkeit als Flüchtlinge deklarieren in ihrer Berichterstattung.

Und warum als Flüchtlinge über zig Ländergrenzen hinweg nach Deutschland?

„Das ist die Frage aller Fragen“, wie Cliff Richard sang.

Das wäre sogar die simpelste aller Fragen.

Die dem tumben Volke auf der Zunge liegt seit Jahren.

Und die deutsche Journalisten sich nie zu stellen wagten.

Oder wenn sich die üblichen Verdächtigen in Deutschland tränenreich echauffieren, daß der Vater eines nach Deutschland „unbegleitet“ über das Mittelmeer „geflüchteten“ neunjährigen Jungen nicht einreisen darf aus Tunesien, und eine Reporterin hinfährt und jenen dort in Lohn und Brot stehenden Vater mitfühlsam interviewt in seiner Wohnung allein mit seinem unermeßlichen Leid und sich erkundigt nach Einkommen und Miethöhe, warum ihr dabei nicht auch die Frage in ihren journalistisch geschulten Sinn tritt, was diesen Kerl denn trieb, seinen Sohn in ein lebensgefährliches Boot mörderischer Schlepper verfrachten zu lassen, und warum er seinen Jungen, nach dem er sich nun so unbeschreiblich sehnt, auf der tödlichen Mittelmeerroute nach Deutschland sandte.

Man muß es sich vorstellen, die elementarste aller Fragen, die wird nicht gestellt.

In Deutschland.

Auch die Frage, gerade in diesem Zusammenhang, ob „Lügenpresse“-Rufe und „Lückenjournalismus“-Vorwürfe tatsächlich unbegründet seien.

O das wären Fragen über Fragen, die zu stellen sie das Virus piesackte.

Vierundzwanzig Stunden am Tag und selbst im Hohmoffis!

Oder, wenn wir einmal in einem kurzen Augenblick geistiger Klarheit annähmen, die in Deutschland beförderte journalistische, also parteiische Meinung, daß die demokratische Mehrheit der Briten plötzlich dumm geworden wäre und nicht mehr denken könnte, weil sie sich habe verführen lassen von diesen verdammten Populisten, das wäre eine irrige Annahme, und uns somit einmal wenigstens der Frage zuwendeten: Was könnten denn respektable Gründe sein für die von deutscher Journalistik ausgeblendete Mehrheit, was könnten denn die Gründe sein für ihr dann wohl doch, einmal wenigstens, ernst zu nehmendes und demnach bedenkenswertes Streben nach einer Abkehr von der sogenannten Europäischen Union?

Ob es, was natürlich kein Mensch glauben könnte angesichts der jahrelangen Berichterstattung bundesdeutscher Medien, ob es tatsächlich nicht auch ernsthafte Gründe geben könnte für einen Ausstieg aus der sogenannten Europäischen Union.

Und wenn ja, warum sie nie angemessen erörtert wurden in Deutschland.

Warum interviewte man so gut wie ausschließlich nur Vertreter der Brexit-Gegner?

In Deutschland.

Fragen über Fragen…

Welch schreckliches Virus!

Oder, weshalb deutsche Journalisten der deutschen Kassiererin im deutschen Supermarkt nicht ein einziges Mal erklärt haben nach ihrem harten Arbeitstage, was denn der Unterschied wäre zwischen Lockdaun und Schattdaun.

Und wann man warum Lockdaun sagen müsse wofür. Und wann warum Schattdaun wofür.

Und ob bald alle in Deutschland Englisch können müssen, um deutsche Journalisten und deutsche Politiker zu verstehen.

Oder ob sie aus Dummheit oder Absicht elitär zu uns redeten wie zu Abgehängten.

Und zu den vielzitierten Bildungsfernen.

Für die andererseits der Deutschlandfunk als mildtätiges Extra bereithält: „Nachrichten in verständlicher Sprache“.

Ein schöner Zug.

Ob man dort wenigsten einmal übersetzte in die Landessprache, in die Sprache Luthers, Goethes und Hegels, was denn das eigentlich heiße, bläck leifs mätter…?

Letzten Samstag meldete der Deutschlandfunk zerknirscht, die Quote für eine erfolgreiche Absolvierung eines Deutsch-Tests von Zuwanderern sei rückläufig:

Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, bestanden in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres rund 59 Prozent der Teilnehmer die Prüfung. Fünf Jahre zuvor seien es 72 Prozent gewesen.

Oder jüngst, wenn Politiker behaupten, daß sich die Frage nach eventuellen Privilegien für Geimpfte gegen das Coronavirus nicht stelle angesichts des eklatanten Mangels an Impfstoffen, würde das die vom Erotemata-Virus befallenen Journalisten vielleicht zu der Frage aller nicht Gedächtnisgestörten geradezu hinreißen, wieso Politiker noch vor keinem ganzen Jahr, als es bei weitem nicht ausreichend Masken gab für sämtliche Einwohner, Pardon, für sämtliche Einwohnenden der Bundesrepublik Deutschland, wieso Politiker in voller Kenntnis jenes Mangels, allen unmaskierten Einwohnenden das Betreten von Lebensmittelgeschäften verbieten durften…

Noch dazu, wenn die Politiker kurz zuvor noch abgestritten hatten, daß Masken überhaupt etwas nützten gegen eine weitere Verbreitung des Corona-Virus!

Ohne jeglichen Aufschrei einer berechtigten Empörung!

Oder auch nur einer untertänigsten Nachfrage unserer kritischen Journalisten.

Fragen über Fragen…

Oder wenn Vattenfall in Schweden zur Jahreswende ein überaltertes Atomkraftwerk stillegte, wie denn dieses Land das Problem der Endlagerung der Jahrhunderttausende strahlenden Abfallprodukte gelöst habe.

Im Vergleich zur Bundesrepublik.

Wäre doch lehrreich.

Hier fällt mir gleich die schrödersche Nordstriem ein.

Da wird triumphierend gemeldet zum neuen Jahresanfang: „Erstes Pipelinegas aus Aserbaidschan nach Europa geflossen“.

Und:

Erstmals beziehen einige EU-Staaten Gas aus der Südkaukasusrepublik Aserbaidschan.

Und:

Der letzte Abschnitt der Leitung war erst vor wenigen Wochen fertiggestellt worden. Die knapp 4 Milliarden Euro teure Pipeline gilt in der EU als strategisch bedeutsames Infrastrukturvorhaben.

Und:

Damit gilt der aserbaidschanische Gasexport als Konkurrenz für die Rohstoffmacht Russland.

Nanu, fragten sich an dieser Stelle die vom Erotemata-Virus befallenen Journalisten, der Gasexport durch diese neue Leitung (Peiplein auf Dummdeutsch) ist strategisch bedeutsam für die Europäische Union?

Weil sonst Abhängigkeiten entstünden von der ruhmredigen „Rohstoffmacht“ Rußland?

Ja, ist es möglich, daß man also lieber abhängig wäre von Verbündeten oder sogar von Drittstaaten?

Als von Rußland?

Warum hat uns denn das keiner gesagt?

Und daß außer Deutschland so gut wie alle Staaten der deutschseitig stets solidarisch angemahnten EU gegen das Nordstriem-Projekt sind?

Und sogar noch einige mehr?

Und daß man zum Beispiel unsere polnischen und baltischen Nachbarn sehr brüskiert mit unserer deutsch-sowjetischen Freundschaftspflege?

Und daß man über die Haltung der anderen Staaten und des Europäischen Parlaments ausgiebig berichten sollte in bundesdeutschen Medien?

Statt sie zu verschweigen?

Gut, ich schwimme nicht weiter in diesem unendlichen Ozean.

Sonst stoße ich sogar noch auf die Türkei und die unsäglichen Beitrittsverhandlungen etc. pp.

Nur noch, weil aller guten Wünsche drei sind: Ich wünsche mir im neuen Jahr, daß die populistischste Partei Deutschlands, also die SPD, nicht mehr in der künftigen Regierung vertreten wäre auch deshalb, damit endlich die für die deutsch-russischen Beziehungen entscheidenden Schaltstellen nicht noch länger als unbegreiflicherweise unermüdlich besetzt werden von den nützlichen Idioten des Kremls wie Matthias Platzeck.

Wenn es nur das wäre!

Ach, wäre das schon schön!

 

 

„Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberstes Gebot der Presse.“

Oberstes Gebot des bundesdeutschen Pressekodex

 

Die Unfähigkeit zu feiern

 

5. Oktober 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Wer erwartet hatte, daß endlich das Erinnerungsvermögen zurückkehre anläßlich des immerhin dreißigsten Jahrestages der historisch unglaublich glücklichen Wiedervereinigung Deutschlands nach über 56 Jahren totalitärer Diktatur durch Nazi-Barbarei mit anschließender russischer Fremdherrschaft unter einem Marionettenregime deutscher Kommunisten, der hatte unter anderem vergessen, daß im kommenden Jahr Bundestagswahlen stattfinden. Mit einem widerlichen Wettrennen der Parteien um den besten Platz im After ostdeutscher Wähler. Ohne auch nur, wie geruchsnervenverletzt, im entferntesten das geringste zu riechen von dem Mief, den die seit dreißig Jahren unterschwellig dort in der stinkenden Masse fleißig herumrührende Partei Der Spalter aufwühlt, mit dem jahrzehntelangen Erfahrungsschatz ihrer ehemaligen Abteilung für Zersetzung. Beispielsweise im Gerüchtestreuen, beispielsweise in der vom ahnungslosen Westen kritiklos übernommenen Wortwahlvorgabe, beispielsweise mit dem Trick der Gleichsetzung von Ungleichem, beispielsweise dem Verbreiten verlogener Mythen etc. pp.

Denn das Interesse der Partei Der Schamlosen nach ihrer Entmachtung als schicksalbestimmende Herrschaft über die infolge einer zufälligen ostdeutschen Geburt in freiheitsberaubender Leibeigenschaft gehaltenen Untertanen war ja nach deren Befreiung wohl nicht ganz deckungsgleich mit den „Wir sind das Volk“-Rufendenden.

Um es milde auszudrücken.

Ich halte es übrigens für ein äußerst charakteristisches Zeichen des Niedergangs kognitiver Kompetenz unserer gegenwärtigen Journalisten- und Politikerriege und Politikwissenschaftler und Historiker, daß ich nicht eine einzige Stimme fragen hörte in dem allgemeinen Gejammer über vermeintliche Defizite und unterstellte Fehlleistungen im „Prozeß der Wiedervereinigung“ und ähnlicher Selbstbezichtigungen, welche handlungsbestimmenden Interessen die umbenannte Partei nach ihrer totalitären Diktatur wohl leitete und welchen Anteil sie haben könnte am Erzeugen der Wagenburgmentalität ostdeutscher Nichtdenker. Beispielsweise in der Form von Stimmungsmache gegen „Besserwessis“, gegen „Westimporte“ (für die sich in Ostdeutschland Niederlassenden aus westlichen Bundesländern, also für die eigentlich schlichte Normalität des in seinem eben wiedervereinigten Lande von A nach B ziehenden Staatsbürgers).

Das begann zum Beispiel mit dem verlogenen und völlig kritiklos übernommenen Begriff der „Wende“, kreiert ausgerechnet von Egon Krenz, dem Verteidiger des Massakers auf dem „Platz des himmlischen Friedens“ im ebenfalls kommunistisch, demnach totalitär regierten China. „Wende“ für das wahrhaftige Ende der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik, die, wie das vorherige Naziregime, alle Merkmale einer totalitären Diktatur in Reinform erfüllte:

Die utopische Ideologie mit Wahrheitsanspruch.

Die von einem Diktator geführte nicht abwählbare Massenpartei.

Die Geheimpolizei unter dem bis heute kritiklos übernommenen Tarnnamen „Staatssicherheit“ (Kosename „Stasi“) zur permanenten Überwachung und Drangsalierung der Einwohnerschaft.

Die totale Gleichschaltung aller Medien und ihre ausnahmslose Nutzung zur ideologischen Unterwanderung und Propaganda.

Die zentrale Steuerung und Überwachung jeglichen Wirtschaftslebens und die Reduzierung jeglichen individuellen Strebens auf die staatliche Ausnutzung der Arbeitskraft der „Werktätigen“.

Man stelle sich vor, jemand hätte den gegen die SED-Herrschaft Demonstrierenden und den glücklichen Menschen in den Tagen des 9. November 1989 prophezeit, die SED mit ihrem verschwundenen Vermögen würde umbenannt statt aufgelöst und werde sich dann vollkommen unkritisiert anmaßen, als Interessenvertreterin der Ostdeutschen aufzutreten!

Und ausgerechnet Typen wie Gregor Gysi, der als Sohn eines „DDR“-Ministers das deutsche demokratische Leben kennenlernte und als Anwalt in diesem Regime ohne Gewaltenteilung nach dem Ende dieses Staates des Mandantenverrats und der informellen Zuträgerschaft für die Geheimpolizei bezichtigt wurde,  und die unvermeidliche Sahra Wagenknecht, eine der linkesten der Linken in der SED-Nachfolgepartei DIE LINKE, würden von westdeutschen Journalisten Jahr um Jahr in Zeitungen, Zeitschriften und Televisionsgesprächsrunden als Kronzeugen für das normale Leben in der Deutschen Demokratischen Republik befragt werden!

Des Staates, von dessen Territorium nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unter größtenteils lebensbedrohlichen Umständen Millionen Menschen flohen aus irgend einem Grunde und der deswegen unter der verlogenen Bezeichnung „antifaschistischer Schutzwall“ eine Mauer errichtete mit ihrer gegen Ausbruchsversuche gewinkelten Stacheldrahtkrone.

Das waren mehr Menschen als während der gesamten Völkerwanderung Europa durchzogen.

Dabei war ja nicht alles schlecht in der „DDR“! Das Bildungssystem mit der vormilitärischen Ausbildung! Und die Kinderkrippen! Und jede Frau war gleichberechtigt und hatte monatlich einen bezahlten Hausarbeitstag! Für die Erledigung „ihrer Hausarbeiten“. Und der Führer hat ja auch die ganzen Autobahnen gebaut und die Leute in Lohn und Brot gebracht! Es war nicht alles schlecht!

Und das Ampelmännchen!

Und man wühlt ja noch heute akribisch, was alles gut gewesen wäre in der Deutschen Demokratischen Republik!

„Ein Kessel Buntes“!

Doch dann kam buchstäblich über Nacht das Ende der deutschen demokratischen Diktatur.

Eine Wende wäre es gewesen, wenn die realitätsfernen Träume Bärbel Bohleys und ihrer Mitstreiter sich unglücklicherweise erfüllt hätten vom Fortbestand des deutschen Separatstaates mit seinem verlogenen Namen.

Zum Zwecke seiner sozialistischen Verbesserung mit Sinn für alles Gute und Schöne. Etwa auf dem Niveau:

Verfassungsmäßig garantierte Westlöhne und Ostmieten!

Nebst freier Marktwirtschaft mit Arbeitsplatzgarantie!

Im Westen gehörte beispielsweise der narzißtische Oskar Lafontaine zu den vehementen Mitträumern. Das war derjenige, welcher drauf und dran war zu Honeckers Zeiten, eine „DDR“-Staatsbürgerschaft anzuerkennen.

Mit all den fatalen Folgen für künftige „DDR“-Flüchtlinge…

Das entlarvende Kennzeichen war aber das Erschrecken dieser Leute beim Fall der Mauer: Das Fortbestehen der Mauer hätten sie schon noch gebraucht für eine Verbesserung der Deutschen Demokratischen Republik.

Sie hatten nicht begriffen, und manche begreifen es bis heute nicht, und die Partei Der Spalter bestärkt sie in ihrer Begriffsstutzigkeit:

Die „DDR“ war 1961 nicht mehr ohne und 1989 nicht mehr mit Mauer zu retten!

Doch die Mehrheit der deutschen demokratischen Leibeigenen hatte es 1989 glücklicherweise verstanden und 1990 demokratischerweise gewollt: Es sollte keine Wende sein, sondern ein Ende!

Und zwei Jahre später war so gut wie der gesamte zweitaktige Fuhrpark des gesamten Landes, überwiegend zudem mit Lenkradgangschaltung, ausgetauscht.

Ganz Ostberlin hatte gestunken nach diesen knatternden Vehikeln.

Um nur ein Beispiel zu nennen.

Nach dem Fall des antifaschistischen Schutzwalls erfuhr man durch bundesdeutsche Scherzkekse, es hätte sich beim Trabant um ein Kultauto der Ostdeutschen gehandelt, und man drehte Filme um das deutsche demokratische Auto.

Das die Leute nach dem Ende des Staates nicht mehr hatten behalten wollen.

Hier gebe ich Dir schnell ein freilich unvollständiges Potpourri des idiotischen Gejammers, gewissermaßen zur Apotheose an Popanzen gesteigert anläßlich der Feier am dreißigsten Jahrestage des glücklichsten Augenblicks der Deutschen im zwanzigsten Jahrhundert, getreu den verlogenen Thesen der Einflüsterer:

Da ist die Rede von der Behandlung Ostdeutscher als Menschen zweiter Klasse.

Und von ihrem Fühlen als Menschen zweiter Klasse, wegen, tatsächlich, wegen verpaßter Lebenschancen.

Die unvermeidliche Katrin Göring-Eckardt, einstige FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda: Sie verstehe, daß sich viele (Ostdeutsche) immer noch als Menschen zweiter Klasse fühlen.

Ich nicht.

Ihre Lebensleistung würde nicht gewürdigt.

Ist mir konkret kein einziger Fall bekannt.

Und natürlich Matthias Platzeck (SPD), der banale „gelernte DDR-Bürger“. Jemand, der das deutsche demokratische Denken verinnerlichte und also die Deutsche Demokratische Republik wahrhaft nie begriffen hat. Er gehörte ebenfalls zu denjenigen, die 1989 am liebsten die „DDR“ verbessert hätten und der nun verärgert war über den Fall der Mauer. Der „Wende“ sagt statt „Ende“. Der demzufolge tatsächlich die Wiedervereinigung als „Anschluß“ bezeichnete!

Analog Österreichs sogenanntem Anschluß an Hitlerdeutschland.

Wie ein Wort manchmal die komplette Denkweise eines Menschen offenbart!

Platzeck ist einer, der in seiner Welt- und Geschichtskenntnis offensichtlich von der Geschichte überrannt wurde. Matthias Platzeck also, der die Deutsche Demokratische Republik bis heute nicht verstanden hat, mit dem Lied: Es gäbe zu wenig Ostdeutsche in Führungspositionen.

Ich kenne keinen einzigen Fall, daß ein Ostdeutscher aufgrund seiner ostdeutschen Herkunft von einer Führungsposition ausgeschlossen wurde.

Was gäbe das wohl auch für ein Geschrei!

Apropos, unsere mecklenburg-vorpommerische Bundeskanzlerin:

Sie habe aber auch Verständnis dafür, daß sich manche Menschen in Ostdeutschland als Bürger zweiter Klasse fühlten. Dafür gebe es Auslöser wie etwa verpaßte Lebenschancen. Zugleich würdigte die Kanzlerin die Lebensleistung der Menschen aus der ehemaligen DDR…

(Deutschlandfunk nachrichtlich)

Ich habe kein Verständnis. Und kenne auch keinen einzigen Fall, daß Menschen aus Ostdeutschland als Menschen zweiter Klasse behandelt wurden. Im übrigen ist auch dem letzten Deppen inzwischen klar am dreißigsten Jahrestag der Wiedervereinigung, daß die „DDR“ ehemalig war.

Und es ist nicht zu fassen nach dem Fall der Mauer: Die verpaßten Lebenschancen!

Allerdings, wenn man etwa davon träumte, freiwilliger Grenzhelfer zu werden oder einer aus dem stehenden Heer der über 90000 hauptamtlichen Mitarbeiter der Geheimpolizei, hat man tatsächlich etwas verpaßt.

Statt gewonnen.

Der Bundespräsident: Die Ostdeutschen fühlten sich benachteiligt.

Sie sind es doch aber nachweislich nicht, würde ich mindestens hinzufügen.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU und normalerweise rational denkende Brinkhaus: Ostdeutsche litten unter dem „Verlust der eigenen Biografie“. Was ebenfalls seit Jahren eine Arie ist der Partei Der Spalter. Im übrigen haben Biografien erstens die Eigenschaft eigen und zweitens unverlierbar zu sein.

Ebenso ist die Rede vom „Verlust der Legitimation der eigenen Identitäten“…

Usw. usf.

Du siehst: „vom Osten kann man viel lernen“…

 

„OST

Respekt. Würde.

Anerkennung.

DIE LINKE“

(Wahlplakat)

 

Das sollte, im vorherigen Landtagswahlkampf(!) für DIE LINKE(!) in Brandenburg(!) und Sachsen(!), höchstwahrscheinlich bedeuten und dieser Partei Stimmen bringen: Irgend jemand, nämlich ein Feind, versage OST die Anerkennung von Respekt und Würde…

Unausgesprochen.

Und unausgesprochen: wer.

Jedenfalls jemand, der Frau oder Herrn oder Diversem OST Respekt und Würde versage!

Der Wessi!

Dieses Schwein!

Dieser Wessi, der hat die ganzen „DDR“-Biografien „entwertet“!

Die ganzen deutschen demokratischen Biografien!

Der Wessi erkennt die Lebensleistung von OST nicht an!

Der Wessi hat keine Ahnung von der „DDR“!

Und ihren gelernten Bürgern!

Der Wessi interessiert sich nicht für die „DDR“!

Der Wessi war noch nie im Osten!

Der Wessi besetzt im Osten alle Führungspositionen!

Als „Westimport“!

 

Deutschlandfunk:

Weiter erklärte Ramelow, wenn man den Osten wie eine Kolonie betrachte, baue sich ein risikoreiches Spannungsfeld auf.

Wie eine Kolonie!

Man!

WENN MAN einmal unterstellte, ein Ministerpräsident sage solchen Satz nicht nur aus Jux und Tollerei, sondern meint, wenn er „WENN MAN betrachte“ sage, in Wahrheit „MAN betrachte“, dann muß MAN allerdings zugestehen, daß Ministerpräsident Ramelow (DIE LINKE), selbst ein „Westimport“, höflich ist und ebenfalls keinen Namen nennt für jemanden, der den Osten als Kolonie betrachtet!

Obwohl eine derart perverse Haltung gewiß namentlich an den öffentlichen Pranger gehörte!

Aber laß mich raten:

Der Wessi!

Und das Schwein hat noch nie Thüringen besucht!

Denn der Wessi interessiert sich nicht für die ostdeutschen Länder!

 

Dietmar Bartsch (DIE LINKE):

Die Treuhand hat aus dem Osten einen Ein-Euro-Laden gemacht.“

 

Björn Höcke (Alternative für Deutschland):

Die Verelendung und Heimatzerstörung hier bei uns hat einen Namen. Dieser Name lautet Treuhand.“

 

Ein Euro!

Verelendung!

Zerstörung!

Die Wessis, die Schweine, die haben die ostdeutsche Heimat zerstört!

Samt den beliebten Kultautos, diesen heimatlich riechenden Zweitaktern!

 

 

Alle Deutschen sind frei, und deutscher Boden duldet keine Knechtschaft.

Jacob Grimm, 1848

 

Die Ungeübten sind nicht fähig, frei zu sein … Man wird frei im Gebrauch der Freiheit.

Ludwig Marcuse (1894 – 1971)

 

Der lupenreine Bock als Gärtner

 

26. August 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Es ist nicht zu fassen! Wenn die Meldung stimmt, haben letzte Woche sowohl Merkel als auch Macron angerufen bei dem lupenreinen Auftraggeber. Ebenso soll EU-Ratspräsident Michel telefonisch im Kreml höflich mit den Hufen gescharrt haben. Am Dienstag, dem 18. August, lautete eine Meldung darüber im Deutschlandfunk in ihrer unbemerkten grandiosen Ungeheuerlichkeit (Hervorhebungen von mir):

Angesichts der anhaltenden Proteste in Belarus hat Bundeskanzlerin Merkel mit dem russischen Präsidenten Putin telefoniert.

Merkel forderte dabei von der Regierung in Minsk einen nationalen Dialog mit Opposition und Gesellschaft, wie Regierungssprecher Seibert anschließend mitteilte. Ferner habe die Kanzlerin unterstrichen, dass die belarussische Regierung auf Gewalt gegen friedliche Demonstranten verzichten und politische Gefangene unverzüglich freilassen müsse.

Soweit man sah, weder hinterfragt noch wenigstens auch nur ein einziges Mal kommentiert in unseren öffentlich-rechtlichen Medien im selbstverliebten Glanze ihrer Transparenz.

Es ist nicht zu fassen!

Wenn ich es richtig verstand, gab es von Merkel und Macron und Michel sogar eine Anfrage zwecks Bereitschaft seitens des lupenreinen Auftraggebers hinsichtlich einer Vermittlerrolle zwischen dem weißrussischen Operettenzar und seinem zürnenden Volke.

Also nach Bereitschaft für eine Vermittlerrolle seitens ebendesselben lupenreinen Auftraggebers einer neuen Landesverfassung des ruhmredigen Rußlands, in welcher es der lupenreine Herr aller Reußen für unabdingbar hielt mit irgendeiner Absicht, verfassungsrechtlich verbieten zu lassen, russisches Territorium jemals aufzugeben!

Welches Verbot ja zurückzuführen ist über die Jahrhunderte. Beispielsweise bis auf die uralte Politik Iwans des Schrecklichen, nämlich der Politik des „Sammelns russischer Erde“. Mittels seiner mörderischen Truppe der „Opritschniki“.

Zuständig für das Ermorden rechtmäßiger Landbesitzer.

Und was nicht alles russische Erde war und ist in ruhmrediger russischer Rabulistik!

Denn Rußland sei, wo Russen wohnen!

Und nach einer lupenreinen Bekundung des Auftraggebers wäre der Zerfall der ruhmredigen Sowjetunion, also des russischen Imperiums, die größte Katastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts.

Und Du kannst sicher sein, selbst die Japaner werden ihre Kurilen-Inseln nie wieder zurückerhalten…

Nach all dem entsetzlichen Dilettantismus deutscher Außenpolitik der letzten Jahre, insbesondere gegenüber dem chauvinistischen Imperialismus Rußlands: Es muß endlich Schluß sein!

Schluß mit der spdämlichen Strategie des guten Zuredens. Der sozialdemokratischen Beschwichtigungspolitik.

Mit dem Ziel eines Abkommens, vielleicht in München.

Rußland hat nicht das geringste hegemoniale Sonderrecht gegenüber anderen Völkern zuerkannt zu werden!

Rußland hat weder explizit noch implizit das geringste Recht zugestanden zu werden, auch nur entferntest über irgendwelche Angelegenheiten seiner Anrainerstaaten noch sonst welcher zu entscheiden!

Schon gar nicht, wenn Rußland als Aggressor Kriegspartei ist!

Wie in der Ukraine.

Beispielsweise.

Rußland hat international keinerlei irgendwie geartetes Vorrecht zu beanspruchen!

 

Dienstag, 18. August, DER TAGESSPIEGEL:

Wer – wie die Bundesregierung – zwar Erschütterung über die Gewalt zum Ausdruck bringt, sich ansonsten aber vornehm zurückhält, der lässt die belarussischen Freiheitskämpfer im Stich. ‚Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer‘, hat Elie Wiesel einmal gesagt.

Montag, 24. August, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:

Außenpolitik funktioniert nun mal nicht mit gutem Zureden, sondern basiert auf Druck und Gegendruck, auf der Aufrechnung von Interessen und auf der Bereitschaft, Regeln auf- und durchzusetzen.

 

Winston Churchill laut The Times in einer Rundfunkrede am 26. August 1950, also heute vor 70 Jahren:

Die einzige Methode, mit dem kommunistischen Rußland zu verfahren, sei es, stärker zu sein, und sodann mit Vernunft und Anstand zu handeln.

 

Das Kind beim Namen nennen

 

25. Juli 2020: Mephisto an Bellarmin

 

Montag, 20. Juli, Deutschlandfunk:

Auf dem Opernplatz in der Frankfurter Innenstadt haben sich nach Polizeiangaben rund 3.000 Menschen versammelt und zunächst friedlich gefeiert. Später kippte die Stimmung: Hunderte der Feiernden begannen zu randalieren, Randalierer griffen Polizeibeamte mit Flaschenwürfen an. Mindestens fünf Polizisten wurden verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt. Die Polizei nahm 39 Menschen fest.

Auslöser war nach Angaben des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill eine Auseinandersetzung unter den Feiernden. Zunächst sei es friedlich zugegangen, in der Nacht gegen ein Uhr habe die Stimmung dann begonnen zu kippen. Gegen drei Uhr habe es zwischen bis zu 30 Feiernden eine Schlägerei gegeben. Als die Polizei schlichtend eingegriffen habe, habe sich die Gewalt gegen die Beamten gerichtet.

In der Pressemitteilung der Frankfurter Polizei vom Sonntag morgen heißt es, von den 39 Personen, die vorübergehend festgenommen worden waren, habe die überwiegende Zahl einen Migrationshintergrund. Die Festgenommenen seien zwischen 17 und 23 Jahre, und bis auf eine Frau habe es sich ausschließlich um Männer gehandelt. Zudem seien die meisten Tatverdächtigen der Polizei schon vorher bekannt gewesen: wegen Körperverletzungs-Delikten, Drogenhandels oder Diebstahls.

Der Sicherheitsdezernent der Stadt Frankfurt sprach von einem zunehmenden gesellschaftlichen Problem. Bei den Krawallen am Wochenende habe es sich um feige Übergriffe auf die Polizei gehandelt. Die Einsatzkräfte seien auf den Opernplatz gekommen, um einem verletzten Menschen zu helfen. Frank betonte, es sei nicht akzeptabel, dass Menschen, die anderen Menschen in Notlagen helfen, angegriffen würden.

Der Konfliktforscher Stefan Luft von der Universität Bremen sagte im Deutschlandfunk, die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie hätten wie ein Katalysator gewirkt. Nach seiner Beobachtung waren es vor allem junge Menschen mit Migrationshintergrund, die sich an den Krawallen beteiligten. Diese seien häufig frustriert, da sie mit überhöhten Erwartungen nach Deutschland gekommen seien, die sich jetzt erst recht nicht mehr erfüllen ließen.

Dienstag, 21. Juli, NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

Die meisten Zeitgenossen, völlig gleich welcher Herkunft sie sein mögen, gehen auch im alkoholisierten Zustand nicht mit zerborstenen Glasflaschen auf Polizisten los. Ein ‚Reizklima‘ durch die Corona-Pandemie überzeugt da als Erklärung allein nicht. Es gibt ganz offensichtlich ein Integrationsproblem in bestimmten Milieus.

 

So, so, „in bestimmten Milieus“…

Wie wäre es, wenn wir uns jetzt einmal befreiten von einigen linksideologischen Scheuklappen?

Beispielsweise in Gestalt der ritualisierten Selbstbezichtigungen:

„Oh, welch Jammer! Wir haben diese Leute nicht integriert! Was für ein Rassismus in unserem Lande!“

Oder:

„Oh, wir haben es versäumt! Wir haben diesen Menschen keine Perspektive geboten!“

Oder:

„Oh, diese armen Opfer unserer sozialen Verhältnisse! Die klaffende Schere zwischen arm und reich!“

Denn wäre es nicht endlich an der Zeit angesichts der Entwicklungen, daß wir uns wieder die Klarheit (zu deutsch: „Transparenz“) verschafften über den eigentlich einfachen aber politisch korrigiert ausnahmslos ausgeblendeten Umstand, daß es, wie allgemein aus dem persönlichen Umfeld bekannt, doch gar nicht so selten Menschen gibt, die durchaus auch aus persönlichen Gründen scheitern?

Statt aus gesellschaftlichen Gründen?

Daß demnach ihr sozialer Abstieg etwas zu tun haben könnte mit persönlicher Schuld statt mit gesellschaftlicher?

Auch wenn gerade diese Menschen, aus naheliegenden Gründen, den Hang verspüren, ihre Situation und ihr beständiges Scheitern und sich selbst zu inszenieren als Opfer böser gesellschaftlicher Zustände?

Ein Schulabbrecher wird selten eingestehen: „Ich bin zu dumm.“ Sondern er wird die Schuld eher den dubiosesten Bewandtnissen und gesellschaftlichen Faktoren und staatlichen Umständen zuschreiben.

In den heutzutage entwickelten Staaten der westlichen Welt muß zum Beispiel auch sogenannte Bildungsferne nicht immer die Folge sozialer Unterschiede sein, sondern soziale Unterschiede sind doch wohl eher die Folge von „Bildungsferne“.

Also in vernünftigem Deutsch der Gebrüder Grimm: von Dummheit.

Die auch bestehen oder gepaart sein kann aus oder mit sogenannter Beratungsresistenz.

Denn nicht wenige sind eher ihres Unglückes Schmied.

Zumindest sollte man dies doch ab und zu in Betracht ziehen.

Und sogar erwägen und erörtern…

Das gliche im politisch korrigierten Deutschland dann allerdings der Entdeckung eines neuen Kontinents.

Daß es ohne Verschulden der Gesellschaft und der staatlichen Zustände Menschen gibt, die, mitunter selbst generationsweise, in schlechteren sozialen Umständen leben als andere.

Und RTL 2 goutieren statt ARTE.

Auch wage ich, der Gelegenheit hatte, verschiedenste Menschen aus intimster Nähe kennenzulernen, die Behauptung, daß in entwickelten westlichen Staaten Kriminalität, insbesondere auch Kleinkriminalität, im allgemeinen nicht die Folge sozialer Not, sondern soziale Not die Folge von Kriminalität ist.

Und somit die Folge von Mentalität.

Statt von Sozialität.

Was nach meiner Erfahrung Kriminelle und Kommunisten so gut wie ausnahmslos anders sehen.

Nicht selten besitzen übrigens auch mohammedanische Attentäter nachweislich kriminelle Karrieren…

Und stilisieren sich als Opfer der westlichen Welt!

Apropos kriminell und Milieu: Im Juli vor zwei Jahren, da kehrte unsere Kanzlerin ebenfalls gerade zurück aus Brüssel, und jetzt paß auf, da fielen in Berlin aus ihrem amtlich persönlichen Mund zum ersten und allerdings auch einzigen Mal die Wörter „Sekundärmigration“ und sogar „illegale Migration“ heraus!

Und diese seien zu bekämpfen!

Unsere kritischen Medien wurden durch die plötzlichen Entdeckungen unserer Regierungschefin derart überrumpelt, daß es nicht eine einzige Nachfrage zu diesen unbekannten Wörtern gab!

Bis heute!

Wahrscheinlich schmollte man in den Redaktionsstuben unserer kritischen Medien, daß man bis dato es verabsäumt hatte, diese Form von Kriminalität selber zu entdecken.

Und deshalb wohl auch, als infolge des Schocks durch die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahl aus den Mündern einiger Politiker zum ersten Mal das Wort „Identitätsverweigerer“ auftauchte – deshalb kam bis heute zu diesem neuen Wort nie auch nur eine einzige Nachfrage!

Geschweige denn ein untersuchender Bericht.

Und so sind all diese Wörter wieder entschwunden aus dem Wortschatz unserer Politiker und Medien.

Und konnten also nie in Betracht kommen, wie „Groko“, als Wort des Jahres…

 

Dienstag, 21. Juli, PASSAUER NEUE PRESSE:

Dass Polizisten in Frankfurt zum Freiwild Hunderter junger Krawallos werden konnten, hat auch mit dem fehlgeleiteten Diskurs der letzten Monate zu tun. Eine linke Meinungsmafia versucht den Eindruck zu erwecken, die Polizei in ihrer Gesamtheit sei so etwas wie eine Verbrecherorganisation – korrupt, rassistisch und brutal. Dieses bewusst gezeichnete Zerrbild wird von verantwortungslosen Hasstätern wie denen in Frankfurt dankbar aufgegriffen. Wo aber bleibt der Aufschrei in der Bevölkerung? Wo der Ruck, der durch die Politik geht, damit nicht in wenigen Wochen ein neues Frankfurt, ein neues Stuttgart passiert?

Dienstag, 21. Juli, MITTELBAYERISCHE ZEITUNG:

Man kann den Eindruck gewinnen, dass es eine Scheu gibt, die Probleme offen anzugehen.

Donnerstag, 23. Juli, REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER:

Es ist falsch zu glauben, man könnte Kinderarmut allein damit bekämpfen, indem einzelne Geldleistungen erhöht werden. Die Benachteiligung hat auch damit zu tun, dass viele Kinder in Elternhäusern aufwachsen, die nicht von Liebe, Zuwendung und Förderung geprägt sind, sondern von Problemen.

 

Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Faust I

 

JM

 

Was tun gegen den Haß?

 

15. März 2020: Solon an Mephisto

 

Ihr klagt in Eurer Gesellschaft über eine erschreckende Zunahme von Haß und Gewalt?

Wenn es unter uns bleibt: Kurz vor Weihnachten klingelte in der Hose mein Händi, und auf dem Schirm, dem Displä, erkannte ich die mir von Barack Obama übermittelte Nummer Eurer Kanzlerin. In meiner Eigenschaft als Meister vom Stuhl der Geheimloge „Archon Eponymos“ lud sie mich eigenhändig ein nach Berlin ins Kanzleramt. Zu einer wegen ihrer strengen Vertraulichkeit von jeglicher Presse abgeschirmten Kabinettssitzung. Es ginge um das Thema Haßbekämpfung. Ich hege eine Hochachtung vor dieser Frau mit ihrer exorbitanten Arbeitsleistung und hatte zugestimmt unter der Bedingung, daß sämtliche Händis und Eifons der Anwesenden zuvor eingesammelt und in einem Nebenraum überprüfbar ausgeschaltet auf einem Extratisch und zugreifbar für Stichproben versammelt lägen. Wie ich mich dort gerade über die Gerätschaft Eures Verkehrsministers beugte, trat auch schon die Kanzlerin aus einer Tapetentür und stürzte sich auf mich, um mir beide Wangen zu küssen, daß es nur so widerschallte, und geleitete mich zu den Versammelten. Und ich kann sagen, sie, diese rhetorische Schlaftablette, die gewöhnlich Sätze wie „Das ist total inakzeptabel“ oder „Unser Mitgefühl gilt den Opfern“ vom Blatt abliest, redete in diesem Kreise völlig ungezwungen.

Wenngleich natürlich in ihren ordinären Platitüden.

Ach ja, die Angela, die meint, es immer gut zu meinen und vor allem richtig. Was sich aber nicht wiederholen dürfe.

Welch tragische Figur im klassischen Sinn!

Nur eben mit deutscher demokratischer, also ungenügender Schulbildung in humanistischen Fächern.

Dafür verbildet im Geschichtsunterricht mit der Vermittlung einer marxistischen Geschichtsauffassung: Geschichte reduziert als „Geschichte von Klassenkämpfen“. Fortgesetzt in den „Studienjahren der Freien Deutschen Jugend“ mit der obligatorischen „Erziehung zum Klassenhaß“ und dem nach einer bestandenen Abschlußprüfung gekrönten Erwerb des „Abzeichen für gutes Wissen“. Getragen auch vor der stolzen Brust als Aufnäher für die blaue Bluse.

Übrigens, unter uns Pastorentöchtern, da fällt mir ein: Man mußte in der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik nicht Sekretärin für Agitation und Propaganda sein, um Doktorin werden zu können. Du wirst Dir ja solchen Quatsch sowieso nicht einreden lassen.

Das Verbum „müssen“ bewahrt in den Mündern der sogenannten „gelernten DDR-Bürger“ nach der sogenannten Wende, ihrem Hüllwort für den Zusammenbruch, nämlich dem endlichen Ende der Deutschen Demokratischen Republik, das Wort „müssen“ offenbart in Mündern diverser Ostdeutscher bis heute eine etwas bizarre Semantik.

Man war selbst als Pastorentochter nicht gezwungen, Sekretärin für Agitation und Propaganda zu sein und marxistische Vorträge zu halten und Andersdenkende atheistisch zu agitieren. Zumal wenn man glauben machen will, das System durchschaut zu haben. Zu dem Posten gehörte schon entweder eine beträchtliche Portion Überzeugung für das im übrigen ja ausgemacht kirchenfeindlich zu Propagierende und das die zu Überzeugenden Agitierende oder aber ein ausgemachtes Maß an verlogener Opportunität und orwellschen Zwiedenkens. Daran muß ich auch immer denken, wenn mir, zwischenzeitlich nun fast täglich präsent im Fernsehen, jene andere Pastorentochter dezidiertest die Welt erklärt als ehemalige Sekretärin für Agitation und Propaganda. Und, Du könntest mich schlagen, ich kann nichts dagegen tun, ich sehe die Katrin Göring-Ekkart dann stets in blauer Bluse mit dem aufgenähten „Abzeichen für gutes Wissen“, und geradezu zwanghaft drängt das Bild sich mir auf, die Gutste, sie spräche gerade wieder vor einer FDJ-Versammlung.

Ja, so ist das.

Übersetzer braucht das Land!

Im Hinblick auf die vereinbarte Vertraulichkeit kann ich natürlich zu den Einzelheiten der Besprechung und insbesondere zu den Äußerungen der Beteiligten mich nur zurückhalten und lediglich einseitig meine vorgetragene Auffassung repetieren, wie man denn in Deutschland den um sich greifenden Haß besiege.

Hier sind meine Punkte:

Spart Euch die Hälfte des vorgesehenen Geldes für die Digitalisierung der Schulen. Ihr müßt nicht jedem Kind ein Täbblet kaufen und seine Lehrer in ein ohnehin aussichtsloses Hinterherrennen hinter gewinnorientierten Innovationen der Digitalindustrie zwingen. Steckt die andere Hälfte lieber in gesundes Schulessen und gepflegte Toiletten. Denn den richtigen Umgang mit modernen Medien könnt Ihr völlig ohne Rechner lehren!

Und insbesondere den ausufernden Haß besiegen:

1) Für sämtliche Schulformen und -klassen gilt Rückkehr zum Frontalunterricht!

2) Ab erster Schulklasse Einführung eines Schulfaches „Spielen“. Darin ausschließlich computerfreies Spielen. Spiele: Malefiz, Go, Dame, Skat, Doppelkopf und Schach. Auch mit Wettbewerben und Olympiaden, aber nur sekundär. Es geht nicht um Beförderung des Ehrgeizes, sondern ums  S p i e l e n!  Um Freude am  S p i e l e r i s c h e n  im Zusammensein mit anderen Menschen. Lernziel unter anderem: Verlieren lernen. Konzentration. Geduld. Standhalten in scheinbar ausweglosen Situationen. Umgang mit „Gegnern“. Verinnerlichung von Verhaltensweisen: Unterscheidung zwischen Spiel und Ernst. Es ist ein Spiel! Ich befinde mich im Spiel! Der Gegner ist und bleibt mein Freund.

Was ja heute nicht mehr selbstverständlich ist.

Und es geht um Entwicklung von Kreativität unter Bedingungen des regelbasierten Handelns.

Schwerpunkt Schach! Trotz seiner Komplexität: Für alle! Unbedingt!

Erkennen von Situationen. Entwicklung von Strategien.

Stillsitzen.

3) Von der ersten bis zur letzten Klasse und auch zu Lasten anderen Unterrichts mindestens zwei Wochenstunden Dialektik. Als Haupt- und Prüfungsfach. Darin über die Schuljahre verteilt: Philosophie, vornehmlich abendländische.

Abendländische Ethik, Geschichte der abendländischen Ethik, Kynismus, Stoa, Epikureismus.

Logik, logische Schlußweisen, Denkfehler, abstrahieren, Deduktion und Induktion, definieren, Problemlösungsdialektik versus Überzeugungstransfer (aber beides gleichermaßen). Und wie in alten Zeiten der sieben Künste: Rhetorik. Kritisieren, argumentieren, debattieren, moderieren, reden, Reden halten.

Sokrateische Mäeutik: ich weiß, daß ich nichts weiß.

Quellenkritik!

Und nicht zuletzt: Analytik!

Beispielsweise anhand von Filmanalysen!

4) Für jedes Schuljahr gilt: Die Anzahl der Mathestunden hat die Anzahl der Stunden des Musikunterrichts nicht zu überschreiten. Es ist zu bedenken, daß vermutlich über 90 Prozent der Menschen glücklich durchs Leben kommen, obwohl sie vergessen haben und gar nicht zu wissen brauchen, was ein Logarithmus ist.

Aber: Wichtig sind Grundzüge der mathematischen Logik!

Beispielsweise für das Erkennen von Äquivalenzen.

Und für jedes Schuljahr gilt ebenso: Es ist zu bedenken, daß vermutlich über 90 Prozent der Menschen skrupellos in die Straßenbahn steigen, obwohl sie nicht wissen, wie ein Elektromotor funktioniert. Demnach hat die Anzahl der Physikstunden die Anzahl der Stunden des Unterrichts in Kunst und Poesie nicht zu überschreiten. Kunst, Literatur, Poetiken! Lesen! Und nicht zu unterschätzen: Sinnvolles Nacherzählen von Gelesenem! Textverständnis. Ganz wichtig: Effektives Nacherzählen auch umfangreicherer Lesestoffe. Also Schulung des Vermögens, das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen zu können. Das erscheint mir bei erstaunlich vielen Menschen unterentwickelt. Und also haben sie mühsam und beladen zu kämpfen im Leben und wundern sich über die stete Widrigkeit der Verhältnisse.

Nacherzählen von Geschehnissen, Unterscheidung von Wahrnehmung und Realität.

5) Und jetzt komme ich zum Knaller, wenn Ihr den Haß besiegen wollt: GESCHICHTE!

Der Geschichtsunterricht hat nicht abgewählt werden zu können! Von keinem Schüler und niemals! Der Geschichtsunterricht hat nicht verquickt zu werden mit anderen Fächern wie Gemeinschaftskunde. Das ist ungeheuerlich!! Der Geschichtsunterricht hat sich nicht zu beschränken auf politische Geschichte. Der ausführliche Geschichtsunterricht ist keine Nebensache sondern unabwendbares Haupt- und Prüfungsfach für jeden Schüler! Insbesondere auch vergleichende Geschichtsbetrachtung. Insbesondere altgriechische Geschichte mit allem Drum und Dran. Und hier böte sich zum Beispiel an ein Vergleich der Verhältnisse Altgriechenlands mit dem jüngeren und aktuellen Europa.

Geschichte! Geschichte! Geschichte!

 

Erwäge beständig, daß alles wie es jetzt ist, auch ehemals war, und daß es immer so sein wird. … Überall dasselbe Schauspiel, nur von anderen Personen aufgeführt.

Marc Aurel (121-180)

 

Das russische Muster

 

9. Dezember 2019: Bellarmin an Mephisto

 

Zu Trick 17 aus der rhetorischen Mottenkiste zählt die Methode: Unterstelle der Gegenseite eine von ihr nichtbehauptete Behauptung und widerlege sie ausführlich! Hier als Paradebeispiel (nebst einer ergänzenden Zählung) vorgeführt mittels eines Interviews, das der Deutschlandfunk am Morgen des Nikolaustages zum zufälligerweise schon wieder an Rußland klebenden Thema „Mord“ mit der Folge der Ausweisung zweier russischer Diplomaten aus Deutschland führte:

Christoph Heinemann: Am Telefon ist Dietmar Bartsch, Co-Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag, Wahlkreis Rostock. Guten Morgen.

Dietmar Bartsch: Guten Morgen! – Ich grüße Sie.

Heinemann: Herr Bartsch, reichen zwei unerwünschte Diplomaten für einen mutmaßlichen Auftragsmord?

Bartsch: Ich glaube, das kann man so gegeneinander kaum aufwiegen. Natürlich ist das zunächst mal ein symbolischer Akt, der in der Sache nicht sonderlich weiterhilft. Auf der anderen Seite führt er natürlich auch erwartbar zu entsprechenden Reaktionen in Russland. Klar ist für mich: Moskau muss kooperieren mit den Strafverfolgungsbehörden, weil ansonsten logischerweise der Verdacht, dass dort irgendetwas nicht oder, sagen wir mal so, dass es doch staatlich gelenkt ist, der bleibt und deshalb ist das zu erwarten. Aber diese Ausweisung, die ist mehr symbolisch, weil die werden irgendwann auch wiederkommen.

Heinemann: Ist sie richtig?

Bartsch: Ich glaube, dass man zumindest einen solchen symbolischen Akt durchführen musste. Man kann das nicht auf sich beruhen lassen. Auf der anderen Seite muss das Ziel klar sein. Es gibt wenig Sinn, jetzt hier zu eskalieren, weil es gibt natürlich auch in absehbarer Zeit den Ukraine-Gipfel, der extrem wichtig ist, in Paris am Montag.

Erste Abwieglung: Nicht eskalieren!

Und da ist jegliche Eskalation, die ja dann immer auch zu anderen Auswirkungen führt, nicht sonderlich gut.

Zweite Abwieglung: Nicht eskalieren!

Aber klar ist, um das noch mal in großer Deutlichkeit zu sagen: Moskau muss kooperieren. Ich bin dagegen, dass man viele spekulative Fragen beantwortet.

Dritte Abwieglung: Nicht spekulieren!

Man muss die Ergebnisse des Generalbundesanwalts abwarten.

Vierte Abwieglung: Abwarten!

Und da ist notwendig, dass hier selbstverständlich von Russland kooperiert wird, damit es auch Ergebnisse gibt.

Heinemann: Sie warnen vor Eskalation. Wer eskaliert?

Bartsch: Nun ja. Der- oder diejenige, die dann diesen Auftragsmord – ich gehe jetzt davon aus, dass das, was mehrfach zu lesen war, eben in Ihrem Bericht zu hören war, dass das genauso stimmt. Aber ich will auch als Politiker raten, dass man hier die Ergebnisse abwartet.

Fünfte Abwieglung: Abwarten!

Denn es nutzt ja nichts, dass jetzt – und ich habe das ja mit Interesse gelesen, wer sich jetzt alles von meinen Kolleginnen und Kollegen extrem auskennt, das alles so genau weiß. Da rate ich zur Zurückhaltung.

Sechste Abwieglung: Zurückhalten!

Das Auswärtige Amt hat eine klare Positionierung vorgenommen.

Die Bundeskanzlerin hat sich im Übrigen auch in der gebotenen Zurückhaltung geäußert, aber auch klargemacht, was sie erwartet.

Siebente Abwieglung: Zurückhalten!

Ich glaube, dass das der Weg ist und dass wir jetzt nicht jeder noch mal ein Stück weit Öl ins Feuer gießen müssen.

Achte Abwieglung: Kein Öl ins Feuer gießen!

Wenn sich das bestätigen sollte – es gibt ja ähnliche Fälle –, dann muss entsprechend auch gehandelt werden. Aber noch steht das nicht fest. Deswegen: Ich habe auch mit Interesse gelesen, was in Russland gesagt wird. Dort wird das alles natürlich vehement zurückgewiesen. Das wundert mich nicht. Es wäre ja schlimm, wenn jetzt gesagt werden würde, doch, doch, das waren wir schon. Aber deswegen: Ermittlungen abwarten, dann Schlussfolgerungen ziehen.

Neunte Abwieglung: Abwarten!

Heinemann: Wen meinten Sie gerade? Wer kennt sich aus?

Bartsch: Ich sehe von Kolleginnen und Kollegen aus dem Deutschen Bundestag,…

Heinemann: Wer denn?

Bartsch: Ich will jetzt keine Namen nennen. Das kann man in den Medien ja nachlesen.

??

Heinemann: Warum nicht?

Bartsch: Das sind vor allen Dingen Kollegen der Unionsfraktion, wo die Bundeskanzlerin deutlich einen anderen Akzent gesetzt hat, die gesagt haben, Russland, man müsse jetzt handeln und man müsse sofort. – Das ist in einem Rechtsstaat unüblich, sondern da hat man dann Ergebnisse und dann zieht man Schlussfolgerungen. Deswegen ist dieser – ich wiederhole das – symbolische Akt der zwei Diplomaten, der mit Sicherheit nach sich ziehen wird, dass zwei deutsche Diplomaten gehen werden, das ist richtig. Das ist das, was man auf dieser Ebene tut. Aber am Ende des Tages ist diese Reaktion eine zurückhaltende, und das ist richtig so.

Heinemann: Dann nenne ich mal einen Namen. Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster sagt: „Sollte sich russischer Staatsterrorismus auf deutschem Boden herausstellen, dann müsse die Spionageabwehr und dann müsse die Auslandsaufklärung gegen Russland deutlich ausgeweitet werden.“ – Ist das richtig?

Bartsch: Ja. Er hat ja seinen Satz begonnen mit „sollte“, und genau das rate ich dann auch Herrn Schuster, dieses „sollte“ abzuwarten.

Zehnte Abwieglung: Abwarten!

Wenn das denn so ist, dann muss es selbstverständlich Schlussfolgerungen geben. Die müssen von Bundesregierung, gegebenenfalls auch in den zuständigen Gremien des Deutschen Bundestages – dafür haben wir…

Heinemann: Und zwar im Sinne von Herrn Schuster?

Bartsch: Wenn das so sein sollte – ich sage auch dieses „wenn“ –, dann muss man über Schlussfolgerungen beraten. Was man dann tut, das würde ich jetzt mal nicht aus der Hüfte beantworten, sondern dann muss es entsprechende Schlussfolgerungen geben. Ich will aber noch mal in großer Klarheit sagen: Es ist nicht erwiesen. Was ich jetzt lese, Putins Tiergartenmörder, ich glaube, dass das eine spekulative Äußerung ist.

Da sollte man zurückhaltend sein.

Elfte Abwieglung: Zurückhalten!

Das ist auch Aufgabe von Politik. Da, noch mal, haben wir entsprechende Behörden. Das ist der Generalbundesanwalt. Der hat entsprechend des Anfangsverdachts seine Ermittlungen aufgenommen. Das ist richtig so. Und ich rate Herrn Schuster und anderen, bis dahin dann Zurückhaltung an den Tag zu legen.

Zwölfte Abwieglung: Zurückhalten!

Heinemann: Welche Schlagzeile würden Sie formulieren?

Bartsch: Meine Schlagzeile wäre, Generalbundesanwalt ermittelt, Verdachtsmomente bestehen. Aber ich bin ja nicht im journalistischen Bereich tätig, sondern als Politiker, und da, glaube ich, ist es angemessen, auch als Oppositionspolitiker, da der Bundeskanzlerin mit ihrer angemessenen und zurückhaltenden Positionierung Unterstützung zuzubilligen.

Dreizehnte Abwieglung: Zurückhalten!

Und dass sie nicht vor den Scharfmachern in ihrer Fraktion oder aus anderen dann einknickt und ähnlich verschärfend agiert.

Heinemann: Wo, bitte schön, sind die Scharfmacher? Sie haben gerade gesagt, sollte sich das so erweisen, wären Sie ja durchaus auch für die schusterschen Schlussfolgerungen.

Bartsch: Scharfmacher sind diejenigen, die von Wortgruppen wie Putins Tiergartenmörder sprechen, für die jetzt schon feststeht, dass wahrscheinlich sogar Herr Putin selbst unterschrieben hat und gesagt hat, der ist umzubringen. Ich glaube, das ist unzulässig. So geht man mit Menschen nicht um. Das bedient Vorurteile. Deswegen: Das sind für mich Scharfmacher. Deswegen: Das Maß an Zurückhaltung der Bundeskanzlerin unterstütze ich.

Vierzehnte Abwieglung: Zurückhalten!

Heinemann: Herr Bartsch, wie sollte die russische Regierung zur Aufklärung beitragen?

Bartsch: Das, was Strafverfolgungsbehörden erwarten, nämlich dass kooperiert wird. Genau das sollte geschehen. Das ist offensichtlich nicht der Fall gewesen und das ist deutlich zu kritisieren. Das geht so nicht! Wenn es einen Mord gibt, einen Mord an einem Georgier in Deutschland, wo es Anfangsverdachtsmomente gibt, dann muss voll umfänglich kooperiert werden. So wie Deutschland das macht, muss das Russland genauso machen. Alles andere ist inakzeptabel.

Heinemann: Gab es einen solchen Beitrag in den Fällen Skripal oder Litwinenko?

Bartsch: Das kann ich schwerlich einschätzen. Aber offensichtlich hat dort die russische Seite nur sehr begrenzt mitgewirkt, und das ist dann auch zu kritisieren, ganz klar und eindeutig.

Heinemann: Was raten Sie Widersachern der russischen Regierung, die im Ausland leben?

Bartsch: Ich kann da nur, wenn ich überhaupt einen Rat gebe – ich will der Bundeskanzlerin dort keinen Rat geben, aber sie trifft am Montag Wladimir Putin. Da geht es um andere Dinge. Da geht es um die Ukraine zu allererst, und das ist einer der größten Krisenherde, die wir weiterhin haben. Aber das wird sicherlich die Gelegenheit sein, hier auch zu agieren, und ich bin ziemlich sicher, dass es danach Schlussfolgerungen geben wird, auch in Russland.

Heinemann: Sollte man wegen dieser Gespräche den mutmaßlichen Mordfall tieferhängen?

Bartsch: Ich glaube, dass das bisher so seitens der Bundeskanzlerin, seitens des Auswärtigen Amtes geschehen ist. Ich glaube, dass das Agieren hier – ich kritisiere die Bundesregierung gerne und häufig. Hier kritisiere ich die Verantwortlichen nicht, sondern eher diejenigen, die versuchen, Öl ins Feuer zu gießen.

Fünfzehnte Abwieglung: Kein Öl ins Feuer gießen!

Fazit: Du sollst nicht denken, du sollst das Denken gefälligst der Regierung überlassen!

Damit könnte der Herr Bartsch durchaus eine steile Karriere machen in Rußland!

Im Staatszirkus.

Als Eiertänzer.

Was gegenüber Rußland die ewigen Eiertänze der Linken, insonderheit der deutschen, betrifft: Ich bin sehr dafür, endlich Öl ins Feuer zu gießen. Das Gegenteil von Scharfmacher ist nämlich Stumpfmacher. Und das Gegenteil von Scharfsinn ist Schwachsinn. Schwachsinnig ist es beispielsweise, Vorurteile als schlecht zu verdammen. Wie Sprichwörter das Gegenteil beweisen, als die gesammelte Weisheit der Völker.

Überwiegend sind Vorurteile auch vorteilhafter als Nachurteile!

Der Mensch ist überhaupt nur Mensch geworden kraft seines Vermögens, Vorurteile zu fällen. Vorurteile sind Zeichen seiner Intelligenz: Ein Vorurteil ist ja nichts anderes als die Fähigkeit, vom Besonderen auf das Allgemeine zu schließen. Und von jenem Allgemeinen vorausschauend auf das kommende Besondere. Genau die Gabe, die unsere Gattung erhoben hat über tierische Zustände.

Insofern erwartete ich bereits zu Beginn des Interviews mit dem Co-Vorsitzenden der per se rußlandfreundlichen Putinversteherpartei DIE LINKE zum Thema „Serienmord an Abtrünnigen“ nichts weiter als einen beschwichtigenden Eiertanz.

Und siehe da! Mein Vorurteil wurde wieder einmal bestätigt.

Wobei mir anläßlich einer vorhersehbaren Nichtenttäuschung meines Vorurteils natürlicherweise so gut wie immer auch Rußland einfällt. Denn in Wahrheit ist Rußland unschwer berechenbar bei seiner beständigen Verwechslung von Quantität mit Qualität: Alles was groß ist und glitzert und glänzt ist gut.

Pompös, pompöser, am pompösesten!

Bolschoi-Theater und Staatszirkus!

Nämlich: Da Rußland ein großes Land ist, ist Rußland ein gutes Land.

Je größer desto guter.

Das schlimmste Ereignis des zwanzigsten Jahrhunderts ist für den obersten Russen die Auflösung der großen ruhmredigen „Sowjetunion“. Und nicht etwa der von Hitlerdeutschland industriell betriebene Massenmord und die in deutschem Namen auch am russischen Volk verübten Verbrechen.

„Sowjetunion“ hieß ja das verlogene Hüllwort für russisches Imperium. Dessen Größe vornehmlich basierte auf Lüge und Heimtücke russischer Politik, seit Iwan der Schreckliche seine berüchtigten Opritschniki „russische Erde sammeln“ ließ.

Verlogene russische Politik: Da fallen mir ein Potemkinsche Dörfer als treffendstes Sinnbild für Rußland.

Auch beispielsweise unter anderen Lügen die Lüge von Jalta, auf der Grundlage des allgemeinen und geheimen Wahlrechts freie Wahlen in allen von Hitlerdeutschland befreiten Gebieten abhalten zu lassen laut alliierter „Erklärung über das befreite Europa“.

Nächsten 11. Februar übrigens feiert allein diese russische Lüge mit ihren enormen Folgen auf das Leben und die Freiheit von Millionen Osteuropäern ihren 75. Jahrestag. Getreu dem westlich naiven Glaubensmuster hatte schon in der Nacht auf den 12. Februar 1945 die BBC freudig das Verhandlungsergebnis im Hinblick auf Polen verkündet:

„Die gegenwärtige provisorische Regierung in Polen [sie war von den Russen als Gegenregierung zur Londoner Exilregierung etabliert worden] soll durch den Eintritt anderer demokratischer Führer aus Polen oder dem Exil auf eine breitere Basis gestellt werden. Es werden so bald wie möglich freie Wahlen auf der Grundlage des allgemeinen und geheimen Wahlrechts ausgeschrieben werden.“

Wetten, daß nächsten Februar der Westen des doch so lehrreichen Gedenkens dieser musterhaft russischen Lüge vergißt?

Aus der man im Zusammenhang mit den russischen Panzern 1953 in Berlin, mit den russischen Panzern 1956 in Ungarn, mit den russischen Panzern 1968 in Prag, mit der Breschnew-Doktrin, mit dem russischen Einmarsch in Afghanistan und im Zusammenhang mit Transnistrien, Tschetschenien, Südossetien, Abchasien, der Ostukraine und der Krim und der vom Westen bis heute noch nicht begriffenen Sperrung des Asowschen Meeres doch wertvolle Vorurteile ableiten könnte und sollte für Gegenwart und Zukunft?

Immerhin, wenigstens nach den allerjüngsten Morden und Mordversuchen, beginnt man endlich von einem „russischen Muster“ zu sprechen. Im aktuellen SPIEGEL steht der bemerkenswerte Satz, es ginge „jetzt darum zu ermitteln, ob der Tiergartenfall zum russischen Muster gehöre, übergelaufene Agenten und andere Staatsfeinde im Ausland umzubringen“.

Und Staatsfeinde in Rußland!

Was willst Du auch von unserem amnesischen Gegenwartsjournalismus erwarten?

Der sich, wie ich beobachten konnte, in bundesdeutschen Medien, bis auf eine Ausnahme, gerade mal bis an den „Fall Skripal“ zurückerinnern kann!

Hauptsache keine Vorurteile!

Es gab schon wesentlich bessere Zeiten deutscher Journalistik. Früher hätte man sich erinnert gefühlt an Leo Trotzki, Willi Münzenberg und Andreij Alexejewitsch Amalrik.

Beispielsweise.

Oder an das Attentat auf den polnischen Papst.

Oder hätte auch der Opfer jüngster Morde gedacht an kritischen Journalisten in Rußland und sie in Zusammenhänge gesetzt.

Oder eben an Alexander Walterowitsch Litwinenko, den ehemaligen russischen Geheimdienstoffizier. Es sollte eigentlich nicht zu lange her sein, sich zu erinnern für einen seriösen Journalismus, wie der mutige Mann 1998 zusammen mit anderen, aus Angst zum Teil maskierten Kollegen in Moskau vor die Presse trat, um als Informanten, also im modernen Journalistendeutsch als „Wisselbloas“, die Weltöffentlichkeit zu unterrichten, daß sie von der Führung ihrer Organisation, das bedeutet vom russischen Machtapparat, den Auftrag erhalten hätten, Boris Beresowski, damals Sekretär des Staatssicherheitsrates, zu ermorden.

Jener Boris Beresowski wurde übrigens 2013 in seinem Londoner Exil erhängt an einem Kaschmirschal aufgefunden. Ebenfalls kamen acht Menschen seines Umfeldes unter mysteriösen Umständen um ihr Leben.

In Deutschland unbeachtet.

Nach mehrmaligen Verhaftungen und Entlassung nur mit Unterschrift einer erpresserischen Verpflichtung, nicht aus Rußland auszureisen, fühlte Litwinenko sich in der Folge jedoch selber derart bedroht vom russischen Geheimdienst, daß er mit seiner Familie nach England floh.

Und dort, als wahrhaft politisch Verfolgter, Asyl erhielt.

Im britischen Exil verfaßte der Mann zusammen mit einem Historiker das Buch „Eiszeit im Kreml. Das Komplott russischer Geheimdienste“. Darin die vom bundesdeutschen Journalismus bemerkenswert unbemerkte bemerkenswerte wisselbloische Behauptung, 1999, Du erinnerst Dich, die Sprengstoffattentate auf Wohnhäuser in russischen Städten, die seien statt von tschetschenischen Terroristen vom russischen Geheimdienst FSB selbst verübt worden!

Um als „Fall Gleiwitz“ den zweiten Tschetschenienkrieg zu rechtfertigen.

Etwa 300 Menschen waren damals allein bei den Anschlägen auf die Wohnhäuser umgekommen…

300 Kinder, Frauen und Männer.

Vom Juli 1998 bis August 1999 hieß der Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB übrigens Wladimir Wladimirowitsch Putin.

Der im Anschluß zum Ministerpräsidenten aufstieg und dergestalt am 1. Oktober 1999 den Einmarschbefehl nach Tschetschenien erließ zur, nach seinen Worten, „zur Bekämpfung von 2000 Terroristen“.

Litwinenko war in London dann Anfang November 2006 vergiftet worden.

In seinem Urin fanden Ärzte in großer Menge das radioaktive Polonium 210.

Ende November starb Litwinenko an der Strahlenkrankheit.

Wenige Stunden bevor er für immer sein Bewußtsein verlor, offenbarte er das Vorurteil, vom Kreml vergiftet worden zu sein.

Die Umstände seines Ablebens wurden wenige Tage später denn auch von den britischen Behörden eingestuft als Mord. Als Tatverdächtige wurden identifiziert zwei russische Geschäftsmänner, die nachweislich ihrem Opfer in einem Hotel poloniumhaltigen Tee verabreicht hatten. Bei ihrem Aufenthalt in London hatten sie an zahlreichen Stellen, zum Beispiel an der Teekanne, an ihren Handtüchern im Hotel, am Abfalleimer, teilweise geradezu extreme radioaktive Spuren hinterlassen. An einem Ort lagen sie über dem Meßbereich des Instrumentes.

Das nachgewiesene Polonium hatte laut Untersuchung einen Marktwert von mehreren Millionen Euro besessen. Da die USA russisches Polonium importieren, gelang es, dieses zu vergleichen mit jenem, mit welchem Litwinenko umgebracht worden war. Was dazu führte, exakt eben jenen Reaktor als russischen zu identifizieren, in dem und sogar mit welchem Datum es produziert worden war.

In seinem Abschlußbericht befand Richter Sir Robert Owen:

Unter Berücksichtigung aller mir zur Verfügung stehenden Beweise und Analysen stelle ich fest, daß die Operation des FSB, Herrn Litvinenko zu ermorden, wahrscheinlich von Herrn Patruschew und auch von Präsident Putin gebilligt wurde.“

Während Putins Paladin Lawrow den Bericht als politisch motiviert und als „nicht transparent“ (auf deutsch: „unklar“) ablehnte, will ich wiederum Öl ins Feuer gießen: Kannst Du Dir vorstellen, daß ausgerechnet in Rußland, dem obrigkeitsorientiertesten Staat seit dem Alten Reich der Ägypter (Grabinschrift: „Lache, wenn er lacht!“), irgendein Untertan sich selbstermächtigte, einen unautorisierten Befehl des Inhaltes zu verantworten, sich aus staatlichen Beständen für einen Mord ein radioaktives Metall und nach diesem entdeckten Mord dann noch einmal für einen anderen Mord ein geheim entwickeltes Nervengift zu beschaffen, um vermittels risikoreicher Operationen auf ausländischem Territorium einen Gegner des Herrn aller Reußen umzubringen?

Gewissermaßen selbstherrlich?

Auf eigene Faust in vorauseilender Gefälligkeit?

Sich auf derart sensiblem Felde außenpolitisch betätigend ohne die Rückversicherung eines obersten Auftraggebers von Auftragsmorden?

Willst Du mein Vorurteil wissen?

Gut: Der Kampf gegen die Lebensart der Westler, der Kampf gegen die Europäisierung Rußlands ist durch die Jahrhunderte kein neuer Zug. Doch heute bekriegt der russische Imperialismus expansiv auch die westliche Zivilisation als solche. Weil man sie für dekadent, schädlich und bedrohlich und demgegenüber das Russentum für gesund und überlegen hält. Und Rußland als chauvinistisch gegen westliche Kultureinflüsse kämpfender Staat ist semifaschistisch ausgerichtet auf die Entindividualisierung seiner letztendlich als leibeigen betrachteten Bürger.

Rußland kämpft gegen das Individuum!

Du bist nichts, dein Volk ist alles!

 

Den Moskowitern ist es unter keinen Umständen erlaubt, ins Ausland zu fahren, ausgenommen diejenigen, welche auf Befehl des Zaren und des Handels wegen mit Passierscheinen geschickt werden. Und selbst wenn Kaufleute ihrer Geschäfte wegen ins Ausland reisen, so zieht man von vornehmen und angesehenen Personen schriftlich beglaubigte Urkunden ein, worin die Unterzeichner sich dafür verbürgen, daß jene Kaufleute samt ihren Waren nicht in den fremden Ländern bleiben, sondern wieder zurückkehren werden. Und sollte irgendeiner, und wäre er ein Fürst oder Bojar oder sonstwer, sich selbst heimlich, ohne des Zaren Erlaubnis in ein fremdes Land begeben oder seinen Sohn oder seinen Bruder hinschicken, so würde man ihm das als Hochverrat anrechnen, und man würde ihm sein Vermögen und seine Besitzungen und seine Leibeigenen zuhanden des Zaren wegnehmen. Und wenn jemand selbst verreisen sollte, und es fänden sich in Rußland Verwandte von ihm, so würde man auch sie foltern, um zu erfahren, ob sie von seiner Absicht Kenntnis gehabt hätten. Und wenn jemand seinen Sohn, seinen Bruder oder seinen Neffen ins Ausland schicken sollte, so würde man auch ihn foltern, um herauszubekommen, wozu er jenen in ein fremdes Land geschickt habe, ob er nicht fremde Heere gegen das Moskowiterreich heranführen lasse, um sich der Staatsgewalt zu bemächtigen, oder ob er sonst ein Schelmenstück im Schilde führe, und durch wen er dazu angestiftet worden war.“

Grigorij Karpowitsch Kotoschichin: „Geschichte der öffentlichen Sittlichkeit in Rußland; Kultur, Aberglaube, Sitten und Gebräuche. Eigene Ermittelungen und Gesammelte Berichte.“ (1666/67)

 

Was kann denn das nur sein?

 

14. Juli 2019: Bellarmin an Mephisto

 

Stell Dir das mal vor, im Radio hörte ich heute, ein Sprecher des Journalistenverbandes, ich glaube, es handelt sich sogar um den Vorsitzenden, der soll behauptet haben, es gäbe in den Medien eine, wörtlich, „Tendenz zur Selbstzensur“!

Tatsächlich!

Und zwar: Weil Journalisten heikle Themen bewußt umgingen. Auch sollen Kollegen berichtet haben, sie seien in den jeweiligen Medien vom Management unter Druck gesetzt worden, wörtlich, „bestimmte Geschichten nicht zu berichten oder ihre Berichterstattung zu verwässern“. Und es gäbe Umfragen, die zeigten, daß diese Einschätzung einer „schrumpfenden Pressefreiheit“ neben den Medienschaffenden auch von den Mediennutzern geteilt werde!

Was sagst Du?

Du hast Dich jüngst erst wieder gewundert, warum zum Beispiel bei dem sogenannten „Kosmos Chemnitz“-Festival Anfang des Monats unsere öffentlich-rechtlichen Medien in breitester Länge und längster Breite und noch einmal von hinten und dann noch mal von vorn von der Begeisterung der begeisterten Anständigen berichteten und die Bürgermeisterin sprechen ließen in ausführlichen Ausführlichkeiten?

Tenor der Berichte:

Am Abend spielen hier Herbert Gröneymeyer [sic!] und die Hamburger Band Tocotronic. Direkt vor dem Karl-Marx-Kopf rappt das Berliner Hip-Hop-Duo Zugezogen Maskulin. Und vor dem Dönerladen, vor dem Daniel H. im Sommer erstochen wurde, legen DJs auf.“?

Und keinen einzigen zu Wort kommen ließen oder, angebrachterweise, einmal jemanden ausführlich interviewten aus der nicht unbeträchtlichen Anzahl der Nichtbegeisterten?

Der Unanständigen?

Von den nicht wenigen nicht einen einzigen, sagst Du?

Um nur ein winziges Beispiel zu nennen aus der Menge der unzähligen?

Was sagst Du? Du hast Dich erinnert gefühlt an die Berichterstattung im DDR-Fernsehfunk über irgendeine der ordinären Propaganda-Festival-Veranstaltungen der Freien Deutschen Jugend?

Oder daß Anfang Juli vor einem Jahr unserer Kanzlerin bei ihrer Rückkehr von ihrer hastigen Brüsselfahrt in Sachen gemeinsamer europäischer Flüchtlingspolitik zum ersten Mal seit Beginn der sogenannten Flüchtlingskrise die Wörter „illegale Migration“ und dann sogleich noch das Wort „Sekundärmigration“ aus ihrem persönlichen Mund gefallen waren, was es nicht alles geben soll, und dann auch noch, daß beides zu bekämpfen wäre?

Und was es dergleichen nicht plötzlich alles gegeben haben sollte?

Zitierend wäre sogar einmal gesprochen worden von „Identitätsverweigerern“?

Wovon die öffentlich-rechtlichen Medien nichts ahnten bis dato?

Und warum sie sich nun nicht aufgemacht hätten und wären ausgeschwärmt? Und hätten illegale und sekundäre Migranten mal aufgespürt und einmal einen Bericht verfaßt und im Radio darüber gesprochen oder im Fernsehen gefilmt oder erörtert?

Hätten wenigstens einmal von den Handwerkern die Toiletten-Installateure zu Wort kommen lassen in den öffentlich korrekten Medien, wie oft diese in den letzten Jahren in die Erstaufnahmeeinrichtungen sausen mußten wegen verstopfter Abflußleitungen der Klosetts?

Infolge aufgequollener Papierfetzen zerrissener Identitätsnachweise?

Um detailliert aktualisierte Fakten und Zahlen zu präsentieren, in aller Klarheit, pardon, in aller Transparenz?

Zahlen und Prozente illegaler Migration?

Über Sekundärmigration?

Über Identitätsverweigerer?

Über abgelehnte Asylbewerber in Deutschland und Europa?

Über Ausreisepflichtige?

Im Verhältnis zu Ausgereisten?

Fakten, Fakten, Fakten?

Und wie die Kanzlerin das ganze Jahr dagegen kämpfte?

Damit diese abstiegsverängstigten, modernisierungsskeptischen, fremdenfeindlichen, islamophoben, rassistischen Abgehängten endlich merken, daß es gar nicht so ist, wie sie immer denken, und nicht immer wieder aufs neue hereinfallen auf diese ganzen Feknjus?

Ja bist Du denn bescheuert? Um Gottes Willen! Der Journalistenverband mit jener Tendenz zur Selbstzensur in den Medien, von dem ich im Radio hörte, das ist doch der Journalistenverband in Hongkong! Das ist doch nicht hier! Wie leben doch in Deutschland!

Wie kommst nur auf die Idee, es handelte sich um unsere Medien?

Hier herrscht doch Pressefreiheit!

 

Meinungsvielfalt in deutschen Medien bedroht

Der frühere Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Pleitgen, sieht die Meinungsvielfalt in den deutschen Medien bedroht.

Bei vielen Themen von Griechenland bis Brexit, von Russland bis Trump, gebe es homogene Berichterstattung. Das sei der schleichende Tod der Demokratie, sagte Pleitgen dem „Handelsblatt“. In vielen wichtigen Fragen marschierten alle Redaktionen in eine Richtung, nicht selten im Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Politik. Das sei bedenklich und eine Abkehr vom Richtungsstreit früherer Jahre.

Deutschlandfunk, 11. Juli 2019

 

Idiotie Djendastern

 

6. April 2019: Bellarmin an Mephisto

 

Dienstag dieser Woche berichtete der Deutschlandfunk nachrichtlich von dem in Deutschland als Satiriker geltenden und in dieser Rolle preisgekrönten Jan Böhmermann mit seinem geltungssüchtigen Humor, daß seine von ihm angestrengte Klage gegen die Bundeskanzlerin voraussichtlich am 16. April vor dem Berliner Verwaltungsgericht verhandelt werden solle. Du erinnerst Dich, Angela Merkel hatte sein sogenanntes „Schmähgedicht“, das Böhmermann mit seinem gewinnorientierten Humor nach dem türkischen Reichstagsbrand vor zwei Jahren im ZDF in die Welt posaunte, und in welchem Böhmermann den am Ende des gegen seine Herrschaft gerichteten Putsches („ein Geschenk des Himmels“) obsiegenden türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verklausuliert als sodomitisch veranlagt verunglimpfte, da hatte Angela Merkel das Gedicht als „bewußt verletzend“ bezeichnet.

In ihrer zurückhaltenden Art.

Böhmermann argumentiert demnach, dass Merkel sein Gedicht vorverurteilt habe. Für eine juristische Bewertung sei die Kanzlerin aber nicht zuständig. Böhmermanns Anwalt will mindestens erreichen, dass Merkels Äußerung für „rechtswidrig“ erklärt wird. Das vor zwei Jahren ausgestrahlte Gedicht richtete sich gegen den türkischen Präsidenten Erdogan. … Erdogan ging gerichtlich dagegen vor und hatte im Zivilverfahren Erfolg: Wesentliche Passagen des „Schmähgedichts“ wurden vom Landgericht Hamburg verboten.“ (Deutschlandfunk am Dienstag)

Selbigen Tages berichtete der Deutschlandfunk nachrichtlich auch von einer Studie, nein, viel schöner und typischer, der Deutschlandfunk berichtet nicht über eine Studie, sondern er berichtet, daß die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG über eine Studie berichte.

Ja, so ist das mit unserem gegenwärtigen Journalismus, mutmaßlich bei gewissen Themen immer hübsch um sieben Ecken mit dem mutmaßlichen Hintern an der mutmaßlich sicheren Wand entlang.

Also, ich kürze ab.

Eine repräsentative Umfrage, die der lobenswerte Verein Deutsche Sprache in Auftrag gegeben hatte, führte zu dem Ergebnis, daß unabhängig vom Geschlecht und über alle Länder- und Parteigrenzen hinweg mehr als 60 Prozent der Befragten die sogenannte djendagerechte Sprache als eher oder sogar als sehr unwichtig halten für eine Gleichstellung der Frauen. Die Mehrheit fühlt sich sogar belästigt. 90 Prozent verwenden diese Sprache nicht. Mehr als 75 Prozent wollen keine gesetzliche sprachliche Bevormundung. Über die Hälfte fühlt sich gestört von amtlich verordneten Sprachmanipulationen. Und viele halten auch die Debatte für überflüssig.

Die meisten Menschen wollen nicht von einer fanatischen Minderheit in Universitäten und Rathäusern gezwungen werden, in einer verunstalteten, mit unaussprechbaren Sternchen dekorierten und sogar falschen Sprache zu sprechen“, kommentiert das Ergebnis die Schriftstellerin Monika Maron.

Und sie behauptet unmutmaßlich:

Die Sprache gehört nicht einer geschlechtsversessenen, spaltenden Minderheit, sondern uns allen. Laßt uns die Sprache verteidigen!“

Sie hatte auch zusammen mit Wolf Schneider, Walter Krämer und Josef Kraus am 6. März einen pampigen Aufruf initiiert:

 

„Schluss mit dem Gender-Unfug!

Der Aufruf und seine Erstunterzeichner
Dortmund, 6. März 2019

Aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache wenden sich Monika Maron, Wolf Schneider, Walter Krämer und Josef Kraus mit diesem Aufruf an die Öffentlichkeit:

Ein Aufruf zum Widerstand

Die sogenannte gendergerechte Sprache beruht erstens auf einem Generalirrtum, erzeugt zweitens eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde und ist drittens konsequent gar nicht durchzuhalten. Und viertens ist sie auch kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.

Der Generalirrtum: Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. Der Löwe, die Giraffe, das Pferd. Und keinen stört es, dass alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort „das Weib“ ableitet.

Die lächerlichen Sprachgebilde: Die Radfahrenden, die Fahrzeugführenden sind schon in die Straßenverkehrsordnung vorgedrungen, die Studierenden haben die Universitäten erobert, die Arbeitnehmenden viele Betriebe. Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch. Und dazu kommt in jüngster Zeit als weitere Verrenkung noch der seltsame Gender-Stern.

Nicht durchzuhalten: Wie kommt der Bürgermeister dazu, sich bei den Wählerinnen und Wählern zu bedanken – ohne einzusehen, dass er sich natürlich „Bürgerinnen- und Bürger­meister“ nennen müsste? Wie lange können wir noch auf ein Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt verzichten? Wie ertragen wir es, in der Fernsehwerbung täglich dutzendfach zu hören, wir sollten uns über Risiken und Nebenwirkungen bei unserm Arzt oder Apotheker informieren? Warum fehlt im Duden das Stichwort „Christinnentum“ – da er doch die Christin vom Christen unterscheidet?

Und dann tragen solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen. Auch im Grund­gesetz gibt es dafür kein Indiz: In 13 Artikeln spricht es 20mal vom Bundeskanzler, zusätzlich auch vom „Gewählten“ und vom „Vorgeschlagenen“. Den mehrfachen Aufstieg von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin hat dies nicht behindert, und eine mögliche neue Bundeskanzlerin fühlt sich inmitten dieses Missstands offensichtlich ziemlich wohl.

Also appellieren wir an Politiker, Behörden, Firmen, Gewerkschaften, Betriebsräte und Journalisten: Setzt die deutsche Sprache gegen diesen Gender-Unfug wieder durch!

Monika Maron, Wolf Schneider, Walter Krämer, Josef Kraus“

 

Die 100 Erstunterzeichner
Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate, Bestsellerautor und politischer Analyst
Prof. Dr. Günter Bamberg, Statistiker
Susanne Baumstark, Redakteurin und Sozialpädagogin
Dr. Max Behland, Journalist und Publizist
Dr. Katrin Bibiella, Kirchenmusikerin und Literaturwissenschaftlerin
Birgit Cirullies, Leitende Oberstaatsanwältin a.D.
Dr. Dr. h.c. Karl Corino, Journalist und Publizist
Friedrich Denk, Schriftsteller und Rechtschreibrebell
Kai Diekmann, Journalist und Publizist
Dr. Herrmann Dieter, Toxikologe
Prof. Dr. Heinrich J. Dingeldein, Germanist
Prof. Dr. Rainer Dollase, Psychologe
Prof. Dr. Roland Duhamel, Literaturwissenschaftler
Günter Ederer, Journalist
Lucie Eschricht, stv. Vorsitzende der VDS-AG Gendersprache
Prof. Dr. Ingeborg Fialová, Germanistin
Dr. Kurt Gawlitta, Schriftsteller
Prof. Dr. Carl Friedrich Gethmann, Philosoph
Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Glück, Germanist
Minister a.D. Dr. Thomas Goppel,
Prof. Dr. Andrea Gubitz, Wirtschaftswissenschaftlerin
Peter Hahne, TV-Moderator und Bestseller-Autor.
Prof. Dr. Holger Haldenwang, Wirtschaftswissenschaftler
Dieter Hallervorden, Kabarettist
Prof. Dr. Ullrich Heilemann, Wirtschaftswissenschaftler
Annette Heinisch, Rechtsanwältin und Publizistin
Prof. Dr. Johannes Heinrichs, Philosoph
Dr. Horst Hensel, Schriftsteller
Prof. Dr. Thomas Hering, Wirtschaftswissenschaftler
Judith Hermann, Schriftstellerin
Minister a.D. Walter Hirche
Landesrat Südtirol a. D. Dr. Bruno Hosp
Prof. Dr. Thomas Jost, Wirtschaftswissenschaftler
Dr. Hans Kaufmann, Autor
Werner Kieser, Unternehmer
Wulf Kirsten, Lyriker
Prof. Dr. Hans Peter Klein, Biologe
Angelika Klüssendorf, Schriftstellerin
Ferdinand Knauß, Journalist und Historiker
Prof. Dr. Jan Körnert, Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Walter Krämer, Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache
Josef Kraus, langjähriger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
Prof. Dr. Malte Krüger, Ökonom
Dr. Tomas Kubelik, Autor und Pädagoge
Günter Kunert, Lyriker
Reiner Kunze, Lyriker
Dr. Klaus Leciejewski, Schriftsteller und Unternehmensberater
Dr. Theo Lehmann, Evangelist und Buchautor
Irina Liebmann, Schriftstellerin
Dr. Hans-Georg Maaßen, ehem. Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz
Monika Maron, Schriftstellerin
Prof. Dr. Xenia Matschke, Wirtschaftswissenschaftlerin
Helmut Matthies, Theologe und Journalist
Dr. Rolf Massin, DAAD-Lektor
Dr. Christoph Morgner, Theologe
Katja Lange-Müller, Schriftstellerin
Sibylle Lewitscharoff, Schriftstellerin
Prof. Dr. Helmut Lütkepohl, Ökonometriker
Sabine Mertens, Unternehmerin
Kammersängerin Prof. Edda Moser
Prof. Dr. Horst Haider Munske, Germanist
Dieter Nuhr, Kabarettist
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Olt, Sprachwissenschaftler und Publizist
Prof. Dr. Ali Osman Öztürk, Germanist
Prof. Dr. Werner Patzelt, Politologe
Prof. Dr. Heinz-Dieter Pohl, Sprachwissenschaftler
Dr. Philip Plickert, Journalist
Dr. Franz Rader, Gesandter i. R.
Dr. Karsten Rinas, Deutsch-Dozent
Prof. Dr. Armin Rohde, Ökonom
Prof. Dr. Roland Rollberg, Betriebswirt
Rosemarie Saalfeld, Übersetzerin
Rüdiger Safranski, Bestsellerautor und Publizist
Prof. Dr. Hartmut Schmidt, Betriebswirt
Prof. Dr. Günther Schmitz, Germanist
Lilo Schneider, Übersetzerin
Peter Schneider, Schriftsteller
Wolf Schneider, Träger des Medienpreises für Sprachkultur und Deutschlands bekanntester Journalistenausbilder
Eberhard Schöck, Unternehmer und Stifter des Kulturpreises Deutsche Sprache
Sabine Schöck, Lyrikerin
Katharina Schüller, Unternehmerin
Prof. Torsten Schulz, Autor und Dramaturg
Anabel Schunke, Journalistin und Model
Prof. Dr. Franz Seitz, Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Harald Seubert, Philosoph und Theologe
Prof. Dr. Philipp Sibbertsen, Statistiker
Bastian Sick, Bestsellerautor
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Solms, Germanist
Dr. Oswald Soukop, Botschafter a.D.
Prof. Dr. Peter Spahn, Volkswirt
Dr. Gerhard Stadelmaier, ehemaliger Theaterkritiker der FAZ
Dr. Franz Stark, Sprachwissenschaftler und Journalist
Prof. Dr. Renate Stauf, Germanistin
Bertha Stein, Psychologin und Publizistin
Dr. Cora Stephan, Schriftstellerin und Publizistin
Regine Stephan, Deutschlehrerin
Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard Stickel, ehem. Direktor des Instituts für Deutsche Sprache
Rolf Stolz, Schriftsteller
Prof. Dr. Volker Michael Strocka, Archäologe
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz, Botschafter a. D.
Prof. Dr. Michael Stürmer, Historiker und Journalist
Arno Surminski, Schriftsteller
Roland Tichy, Chefredakteur
Jörg Swoboda, Liedermacher
Dr. Karl-Heinz Tödter, Bundesbankdirektor a.D.
Prof. Dr. Gert Ueding, Sprach- und Literaturwissenschaftler
Dr. Christean Wagner, Staatsminister a.D.
Prof. Dr. Bernd Wolfrum, Wirtschaftswissenschaftler
Gerhard Ziebarth , Bundesbankdirektor a.D.
Dr. Dr. Rainer Zitelmann, Historiker und Soziologe

 

Innerhalb von drei Wochen kamen über 60.000 Unterstützer hinzu. Zu ihnen gehören:

 

Prof. Dr. Klaus Alpers, Klassischer Philologe
Dieter Althaus, Ministerpräsident a.D.
Prof. Dr. Jürgen Althoff, ehem. Vorstandsvorsitzender des TÜV Saarland
Dr. Nancy Amendt-Lyon, Gestalttherapeutin
Dr. Nicole Anders, Kinderärztin
Prof. Dr. Lutz Christian Anders, Professor für Sprechwissenschaft und Phonetik.
Dr. med. Dagmar Anheyer, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Prof. Dr. Gerhard Arminger, Statistiker
Prof. Dr. Anne-Sophie Arnold, Afrikanistin
Verena Artmann, Psychotherapeutin
Dr. Sabine Arndt, Judaistin.
Dr. Boris Augursky, Gesundheitsökonom
Dr. Ingrid Augustin, Oberärztin, KAV Wien
Oliver Baer, Unternehmensberater und Publizist
Christiane Bärmann-Frontzek, Architektin
Dr. Anja Baesch, Mathematikerin und Chorleiterin
Ascan von Bargen, Schriftsteller
Gabriele Baron, Formulierungskünstlerin
Dr. Isabel Bartella, Fachärztin für Chirurgie
Dipl. Theologe Andreas Barth, Pfarrer
Dr. Gisela Bartling, Psychotherapeutin
Prof. Dr. Otfried Baume, Geograph
Prof. Dr. Josef Bayer, Linguist
Archi W. Bechlenberg, Kunsthistoriker, Autor und Publizist
Roswitha Behland-Wördehoff, Journalistin (SPD-Mitglied)
Marén Berg, Sängerin
Karl Betz, Ord. Professor für Klavier, Hochschule für Musik, Würzburg
Friedrich Bode, Pfarrer i. R.
Dr. Almuth Freifrau von Bodenhausen, Gutsverwalterin
Ina von Boetticher, Naturheilkundlerin
Matthias Bretschneider, Chorleiter und Komponist
Prof. Dr. Friedrich Breyer, Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Gerrit Brösel, Wirtschaftswissenschaftler
Christian Carius, Minister und Landtagspräsdent a. D. (Thüringen, CDU).
Prof. Dr. Dieter Cassel, Wirtschaftswissenschaftler
Dr. Sibylle von Coelln, Rechtsanwältin
Albert Dess MdEP (EVP)
Prof. Dr. Ernst-Erich Doberkat, Informatiker
Prof. Dr. Barbara Dölemeyer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
Richard Drexl, Oberst a. D. und Vorsitzender des Bayerischen Soldatenbundes
Professor Dr. Richard Dronskowski, Chemiker, RWTH Aachen
Prof. Dr. Maria Drushinina, Germanistin, Lomonossov-Universität Archangelsk
Kammersänger Johannes von Duisburg, Bass-Bariton
Dr. Toni Ebner, Chefredakteur „Dolomiten“, Südtirol
Prof. Dr. Dieter Ehlermann, Physiker
Prof. Dr. Elisabeth Erdmann, Historikerin
Prof. Dr. Tamara Fallscheer, Lebensmittelwissenschaftlerin
Roman Fertinger, Polizeipräsident Mittelfranken
Prof. Dr. Dr. Peter Fonk, Moraltheologe
Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Psychiater und Philosoph
Polyxena von Fürstenberg, Gutsverwalterin und Personalberaterin
Regina von Fürstenmühl, Autorin
José García, Filmkritiker
Prof. Dr. Bernd Gasch, Psychologe und ehem. Prorektor der TU Dortmund
Dr. Barbara Freifrau von Gemmingen, Dozentin für romanische Philologie i. R.
Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Philosophin
Professor Eberhard Görner, Drehbuchautor (Polizeiruf 110), Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur
Wilfried Gotter, Sächs. Israelfreunde e.V.
Dr. Ingrid Grosse, Pädagogin
Prof. Dr. med. Andreas Halder, Klinikleiter
Prof. Dr. Dr. Clemens F. Hess, Direktor des Instituts für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universität Göttingen
Heinrich Herrmanns, Landesbischof i. R.
Prof. Dr. Wolfgang Hiller, Psychologe
Bernd Hildebrandt, Unternehmer (Begründer und langjähriger Vorstandsvorsitzender der LPKF-AG, einer der Weltmarktführer in der Lasermaterialbearbeitung)
Prof. Dr. Stefan Hoderlein, Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Gertrud Höhler, Literaturwissenschaftlerin, Beraterin von Wirtschaft und Politik.
Irma Fürstin zu Hohenlohe-Langenburg
Uwe Holmer, Pfarrer
Karin vom Holt, Risikomanagerin
Anton Huber, Verband Deutscher Realschullehrer VDR.
Generalleutnant a.D. Carsten Jacobsen, ehem. stv. Inspekteur des Heeres und stv. Kommandeur der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (International Security Assistance Force – ISAF) in Afghanistan
Prof. Dr. Harald Jokusch, Biologe und Künstler (Hal Jos)
Dr. Albrecht Graf v. Kalnein, Stiftung Plus.
Birgit Kelle, Schriftstellerin
Prof. Dr. Karina Kellermann, mediävistische Germanistin.
Prof. Dr. Sybille Kershner, Anglistin und Germanistin
Prof. Dr. Swetlana Kibardina, Lehrstuhl für Linguistik und interkulturelle Kommunikation an der Staatlichen Universität Wologda (Nordrussland).
Sabine Kniebaum, ehem. Chefin Autohof Berg
Santina Kniestedt, Rechtsanwältin
Dr. Torsten Knödler, Leiter Unternehmenskommunikation.
Prof. Dr. med. Dieter Köhler, Klinikchef i. R.
Doris Krämer, Malerin
Prof. Dr. Jürgen Freiherr von Kruedener, Historiker und langjähriger Präsident der Bundeswehrhochschule München.
Robert Kruse, Polizeipräsident i. R.
Dirk Kubitschek, Pfarrer
Dr.med. Karlgeorg Krüger, Facharzt für diagnostische Radiologie und Mitglied des Rates der Stadt Essen (FDP)
Prof. Dr. Torsten W. Kuhlen, Informatiker und Ingenieur
Prof. Dr. Jürgen Kunze, Sprachwissenschaftler
Bernhard Kurz, Musikproduzent (Cats, Phantom der Oper, Starlight Express)
Prof. Dr. Hermann von Laer, Wirtschaftswissenschaftler
Gerda Lambrecht, Lehrerin
Prof. Dr. Ralf Lankau, Grafiker und Philologe
Karl-Heinz B. van Lier, Stiftung für Familienwerte
Prof. Dr. Karl Lohmann, Wirtschaftswissenschaftler
Dr. Klaus-Rüdiger Mai, Schriftsteller, Regisseur und Dramaturg
Bettina von Massenbach, Gastronomiemanagerin
Elcke Monika Massin, Diözesanbeauftragte für internationale Zusammenarbeit
Prof. Dr. Manfred J. Matschke, Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Mertens, Wirtschaftswissenschaftler
Dr. Stefan Meetschen, Feuilleton „Die Tagespost“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
Christa Meves, Psychagogin und Bestsellerautorin
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, letzter DDR-Minister für Bildung und Wissenschaft und langjähriger Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken
Alexander Mitsch, WerteUnion
Prof. Dr. Ralph Mocikat, Immunologe
Professor Dr. Horst Möller, Historiker
Prof. Dr. Helga de la Motte, Musikwissenschaftlerin
Dr. Alexander Mühlen, Schriftsteller und Botschafter a. D.
Bernhard Müller, Verleger (Vatican-Magazin)
Prof. Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a.D.
Prof. Dr. Frank E. Münnich, Wirtschaftswissenschaftler und Publizist, ehem. Hauptgeschäftsführer des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller
Dr. Ira von Nagy, Ärztin
Prof. Dr. Dr. Friedrich Naumann, Historiker
Prof. Dr. Dr. Petra Netter, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft, Universität Gießen
Friederike Niemeyer, Journalistin (Westfalen-Blatt)
Prof. Dr. Andrea Nikolaizig, Professorin für Bibliotheks- und Informationswisssenschaft
Uwe Oden, Kapitän
Eva-Maria Oelschlegel, Unternehmerin
Prof. Dr. Dietrich von der Oelsnitz, Wirtschaftswissenschaftler
Dr. Ulrich Parlow, Verlagslektor
Dr. Othmar Parteli, stv. Vorsitzender des Verwaltungsrates, Südtiroler Kulturinstitut
Thomas Paulwitz, Deutsche Sprachwelt
Bernhard Piendl, Prälat und Caritas-Landesdirekter Bayern
Dr. Reiner Pogarell, Verlagsleiter
Prof. Dr. A. Polikarpov, Linguist, Lomonossov-Universität Archangelsk
Heidi Rackl, stv. Landrätin Neumarkt/Oberpfalz
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Wirtschaftswissenschaftler
Professor Dietrich Ratzke, Journalist und Kommunikationsforscher, ex Chef vom Dienst der FAZ
Prof. Dr. Peter Recht, Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Matthias Reitzner, Mathematiker
Martin Richard, Bürgerimeister a.D. Limburg
Prof. Dr. Gerhard Roesl, Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann J. Roth, Chemiker
Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, Staatsrechtler
Dr. theol. Traugott Schall, Psychologe
Annette Scheil, Autorin und Verlagskauffrau
Dr. Manfred Scheuer, Bundesbankdirektor a.D.
Dr. Walter Scheuerl, Rechtsanwalt
Prof. Dr. Andrea Schmidt, Präsidentin des Instituts für Orientalistik der Universität Louvain und Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Prof. Dr. Ronald Schmid, Rechtsanwalt
Prof. Dr. Tassilo Schmitt, Althistoriker
Prof. Dr. Norbert Schmitz, Mathematiker
Matthias Schmutzler, Solotrompeter Sächsische Staatskapelle Dresden
Thomas Schneider, Chefredakteur
Dr. Gerd Schrammen, Autor und Dozent für Französisch
Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin a.D.
Prof. Dr. Johann-Matthias Graf von der Schulenburg, Wirtschaftswissenschaftler
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon, führender deutscher Unternehmensberater („hidden champions“)
Gerlinde Sinn, Wirtschaftswissenschaftlerin und Sachbuchautorin
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn, Wirtschaftswissenschaftler
Diana Speiser, Programmleiterin (mediaKern-Verlag)
Prof. Dr. Manfred Spreng, Neurophysiologe und Biokybernetiker
Hartmut Steeb, Generalsekretär Deutsche Evang. Allianz
Prof. Dr. Joachim Steffen, Romanist
Prof. Dr. Dieter Stellmacher, Germanist
Prof. Dr. med. Jörn Sträter, Institutsleiter
Prof. Dr. Dr. Walter Ludwig Strohmaier, Chefarzt für Urologie am Klinikum Coburg,
Prof. Dr. Jürgen Struckmeier, Physiker
Claudio Surland, Journalist und Fernsehsprecher (ZDF Heute)
Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a. D.
Prof. Dr. Erich Thies, ehem. Generalsekretär der Kultusministerkonferenz
Prof. Dr. Walter F. Tichy, Mitglied der kollegialen Leitung des Instituts für Programmstrukturen und Datenorganisation, KIT
Dr. Andreas Unterberger, Journalist und Autor des meistgelesenen Internet-Blogs in Österreich
Prof. Dr. Peter Volk, Mediziner und Historiker
Dr. Burkhard Voß, Schriftsteller sowie Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
Otto Vowinckel, Grafik-Designer, Architekt und Lyriker
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Andreas Wacke, Rechtswissenschaften (Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht)
Prof. Dr. Martin Martin Wagener, Politikwissenschaftler
Prof. Dr. Tonio Walter, stv. Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes
Prof. Dr. Joa Weber, Mathematiker (UNICAMP)
Ulla Weinreich, Übersetzerin
Prof. Dr. Michael Weiss, Mathematiker
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Jürgen Wendel, Philosoph
Prof. Dr. Max C. Wewel, Statistiker
Prof. Dr. Claudia Wickleder, Chemikerin
Hubert Wicklein, Oberstudiendirektor
Prof. Dr. Dominik Wied, Statistiker
Prof. Dr. med. Peter Wiedemann, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig
Carl Paul Wieland, ehem. Präsident der Österreichisch-Bayerischen Gesellschaft
Marie Wildermann, Journalistin ARD Hörfunk
Prof. Dr. Ruprecht Wimmer, Germanist
Joachim Winter, Kolumnist und TV-Journalist
Jeanette Zangs, Lehrerin
Kammersänger Prof. Mario Zeffiri
Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig, Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau
Prof. Dr. Dr. h.c. Jochen Zimmermann, Wirtschaftswissenschaftler.
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Zöllner, Wissenschaftsminister und Bildungssenator a.D. (SPD).
Prof. Dr. Claus Peter Zoller, Linguist (Universität Oslo)

 

Nicht einmal Orwell ist auf die Idee gekommen, ein Staat könnte Hand an die Grammatik legen.“

Monika Maron