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Thalatta ! Thalatta !

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Es steht im Koran geschrieben!

 

17. Oktober 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Der Terror der Gewalttäter von Paris, der die Welt entsetzt, entspricht koranischem Gebot. In Sure 8, Vers 60 verlangt Allah von den Muslimen, alle Mittel einzusetzen, „um die Feinde Allahs, die auch eure Feinde sind, zu terrorisieren“. Damit der Islam in den Augen von Nichtmuslimen akzeptabel erscheint, werden in europäischen Koranübersetzungen für „terrorisieren“ gefälligere Vokabeln wie „einschüchtern“ oder „erschrecken“ verwendet (und unwissend nachgeplappert). Doch das im Koran verwendete Verbum lautet „turhibûna“, was korrekt nur als „terrorisieren“ wiedergegeben werden kann und auch heutzutage in diesem Sinn gebraucht wird. Was die Verbrechen angeht, die im sogenannten „Islamischen Staat“ an der Tagesordnung sind, dient der Koran, Sure 5, Vers 33, ebenso als Handlungsanleitung: „Jedoch der Lohn derer, die gegen Allah und seine Gesandten Krieg führen und Verderben im Land zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet und gekreuzigt werden oder dass ihre Hände oder Füße wechselseitig abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Land vertrieben werden.“

Von Muslimen wie jetzt in Paris beziehungsweise von islamophiler Seite wird stattdessen regelmäßig beteuert, dass im Koran stehe: „Wenn einer einen Menschen tötet, dann ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte.“ Soll heißen, dass ein Mörder nichts mit dem Islam zu tun haben könne. Doch Sure 5, Vers 32 auf diese Weise zu zitieren ist eine grobe Irreführung, wenn nicht bewusste Täuschung. Die gebildeten Muslime wissen das. Der Vers lautet vollständig: „Aus diesem Grund haben wir den Kindern Israels geboten, dass, wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für einen Mord an einem anderen oder für im Land angerichtetes Unheil –, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet.“ Der Vers schließt also Tötungen nicht kategorisch aus, wie das unzulässig abgemilderte Kurzzitat suggerieren möchte, sondern gestattet (verlangt?) selbstverständlich die Tötung eines Menschen als Vergeltung für Mord und als Strafe für Aufrührer. Aber noch wichtiger ist: Allah wendet sich hier nicht an die Muslime, sondern an die Juden; diese sind es, die den Satz „Wenn einer einen Menschen tötet …“ beachten sollen. Arabische Korangelehrte räumen ein, wie der Satz aktuell zu verstehen ist, nämlich: „Wenn ein Jude (beziehungsweise Nichtmuslim) einen Muslim tötet, dann ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte.“ Das ist das Gegenteil dessen, was mit der (immer unvollständigen) Zitierung des Satzes bei gutgläubigen Menschen bewirkt werden soll. Was Allah von den Muslimen gegen diejenigen, die sich dem Islam widersetzen, verlangt, folgt direkt im nächsten Vers, den ich oben zitiert habe: tötet und kreuzigt, schlagt Hände und Füße ab. Der Islam ist eine nie revidierte Gewaltideologie, die im Gewand einer Religion daherkommt. Sie wurde und wird stärker, je mehr sie hofiert und gefördert wird. Wer den Islam schönredet, muss wissen, dass er als geistiger Brandstifter agiert und sich mitschuldig macht.

Nachweislich wahr ist: Solange der Islam nicht aus der Welt ist, wird es in ihr keinen Frieden geben. Das wusste (neben anderen wie Voltaire, Schopenhauer, Heinrich Heine, Winston Churchill oder Elias Canetti) schon Karl Marx: „Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen“ (Marx-Engels-Werke, Bd. 10, Ost-Berlin 1961, S. 170).

 

(Hervorhebung von Bellarmin)

Die hier im Grunde so einfach die die Sicht verkleisternde politische Korrektur korrigierende Tatsachenrichtigstellung stammt nicht von einem Journalisten!

Sondern es handelt sich um einen Leserbrief!

Wir sollten dem Verfasser des obigen Textes, Dr. Ekkehart Rotter, Bad Vilbel, und der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG für dessen Abdruck sehr dankbar sein für das, was dem bundesdeutschen Journalismus offensichtlich ebenso fehlt wie dem Mohammedanismus: Mut zur Aufklärung!

Das bemerkenswerte Zitat stand in der F.A.Z. vom Montag, dem 7. Dezember 2015 auf Seite 18 in der Rubrik „Briefe an die Herausgeber“ unter der Überschrift „Es steht im Koran geschrieben“, und es bezieht sich auf die Berichterstattung nach den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 und auf die Meldung „Merkel: Wir sind stärker als der Terrorismus“ in der F.A.Z. vom 16. November 2015. Es bezieht sich also auf die Massenmorde in Paris vor den Massenmorden in Brüssel. Es ist demnach geschrieben noch vor der Silvesternacht von Köln („Justiz und Polizei bis zur Lähmung überfordert“) und vor den Anschlägen und Terror- und Fahndungsmeldungen, die das folgende Osterfest dominierten.

Und leider könnte man wetten, der Artikel wird noch aktuell sein, wenn die Zeitung vergilbt ist.

Denn wo sind die religiösen Führer eines titulierten friedlichen Islam, die das heimtückische Ermorden friedlicher Menschen bei all den unmenschlichen Anschlägen mindestens ebenso vehement anprangern wie das Zeichnen von Mohammed-Karikaturen?

Wo sind ihre empörten Massen?

Denn wenn es eine friedliche Religion gäbe auf unserem Planeten, in deren Namen ein Mörder, wie beispielsweise in Frankreich geschehen, dem friedlichen 84jährigen Priester einer anderen Religion die Kehle durchschnitte im Namen seines Gottes oder, wie gestern geschehen, einem Geschichtslehrer, weil er im Unterricht über Mohammed-Karikaturen und Meinungsfreiheit diskutierte, den Kopf abhackte im Namen seines Gottes, so wäre ich gewiß, die führenden Geistlichen jener friedlichen Religion erhöben weltweit vernehmbar ihre Stimme und sprächen die Verdammnis aus über das mörderische Schänden ihres friedlichen Glaubens.

Laut und deutlich wie Donnerhall!

Daß man sie bis in den letzten Winkel der Welt und ihrer Glaubensstätten vernähme und fürderhin berufbar mit Namen kennte, jene Autoritäten und Exegeten jener friedlichen Religion.

Denn nehmen wir an, es existierte eine Religion auf unserem Planeten, die für ihre Ausbreitung den Krieg für ein gutes Werk hielte, eine Religion, in der es als beste Theologie gälte, Gott mit dem Schwerte zu dienen, eine Religion, in der es hieße, zwischen dem Gläubigen und seinem direkten Eingang ins Paradies stünde nur der Ungläubige, dann unterschiede sie sich doch in ihrem Wesen und Wirken von den anderen Weltreligionen.

Was ein vertrauenswürdiger Journalismus, falls es eine solche Religion gäbe, auch aussprechen sollte, ja unbedingt aussprechen und thematisieren müßte.

Wo also bleibt in bundesdeutschen Medien bis heute eine auch nur annähernd faktenbasierte Auseinandersetzung mit dem Mohammedanismus?

Denn der von den Medien krampfhaft herangezogene liebenswürdige mohammedanische Gemüsehändler an der Ecke ist kein Beweis für die Friedfertigkeit des Mohammedanismus. Sondern, da er und seinesgleichen als Beispiel gelten für den sogenannten „friedlichen Islam“, ist er als Beispiel genommen eher ein Beispiel für das mangelnde analytische Denkvermögen, beispielsweise des heutigen Journalismus. Die fehlende Abstraktionsfähigkeit zum Schluß von n auf n+1 ist bei der berichtenden und kommentierenden Zunft leider endgültig unter die Räder der politischen Korrektur geraten.

Zumindest in Deutschland.

Da zählt noch der inflationäre Gebrauch der Mutmaßlichkeit zum harmlosesten: Nachdem er seinen Kleintransporter in London in die Menge der vollkommen wehr- und ahnungslosen Passanten gesteuert hatte, habe „der mutmaßliche Attentäter mit einem Messer mehrmals auf einen Polizisten eingestochen“, hörte ich damals nicht nur einen Korrespondenten berichten. Hinzu kommen inzwischen zahllose, und in früheren und besseren journalistischen Zeiten schmerzlos entbehrte andere Mutmaßlichkeiten.

Die Angst vor den Fakten, die Angst, die Dinge beim Namen zu nennen, die Angst, „politisch nicht korrekt“ zu sein, durchzieht jedoch beileibe nicht nur lähmend die Lexik, sondern auch die Gewichtung der Nachrichten. Und, mit am schlimmsten, sie bestimmt die Themensetzungen für öffentliche Debatten.

Gemeint sind natürlich die fehlenden Themensetzungen.

Die von den Politikern unbehandelten, die unbequemen Themen muß eine sich als frei verstehende Presse als ihre ureigenste Aufgabe unbedingt aufgreifen und auf die öffentliche Tagesordnung setzen. Sonst darf sie sich nicht wundern über den Ruf „Lügenpresse“ von diesen verdammten unstudierten abstiegsverängstigten Abgehängten.

Lüge entsteht ja immer auch durch Lücke, durch das Weglassen ungefälliger Informationen und durch das tendenziöse Überbetonen gefälliger Nachrichten.

Wie jeder politisch Korrigierte an allen gegenwärtigen totalitären Regimen studieren sollte, selbst in den als „lupenrein demokratisch“ etikettierten. Empfehlenswert und lehrreich auch im Nachhinein beispielsweise anhand der so genannten Deutschen Demokratischen Republik und ihrer politisch korrekten Berichterstattung hinter dem „antifaschistischen Schutzwall“.

Der „Zentralrat der Ex-Muslime“ hat in Deutschland etwa 800 Mitglieder. Die meisten Mitglieder sehen sich jedoch gezwungen, anonym zu bleiben: „Denn nach der allgemeingültigen islamischen Rechtsauffassung wird das Abfallen vom Islam mit dem Tode bestraft.“

So muß die Gründerin, die tapfere Iranerin Mina Ahadi, selbst in Deutschland(!) um ihr Leben fürchten. Unter mehreren Todesarten wird ihr, die sich gegen mohammedanische Steinigungen einsetzte, sogar mit Steinigung gedroht.

Steinigung!

Das sollten Politiker wie etwa der seinerzeitige Spitzenkandidat der SPD Martin Schulz bedenken, wenn sie aus durchschaubaren niederen Beweggründen im Wahlkampf absurderweise behaupten, der Mohammedanismus, Pardon, der Islam gehöre zu Deutschland. Sie sollten eher laut und deutlich die These vertreten, daß eine Religion, welche die sich von ihr Abwendenden mit dem Tode bedroht, deren Geistliche „Ehrenmorde“ rechtfertigen und sogar selbst zu Haß und Mord aufrufen und Hunderttausende wutbrüllend auf die Straßen hetzen, weil jemand satanische Verse schreibt oder Mohammed-Karrikaturen zeichnet oder in Satire-Zeitschriften veröffentlicht, während gleichzeitig ihre Priesterschaft und Schriftgelehrten angesichts der wahnsinnigsten Morde an „Ungläubigen“, bestialisch an wahllosen Opfern, und selbst an Kindern, schweigen, daß eine solche Religion weder zu Deutschland noch sonst wo zur zivilisierten Welt gehört.

Und nicht als friedlich gelten kann.

Und das ist nur ein Beispiel aus einer sehr langen Liste, dessen ausgiebige öffentliche Erörterung der heutige Journalismus unbedingt befördern müßte.

Anstatt hochnäsig die, die sich darüber aufregen, als ängstliche Abgehängte, hier nie als mutmaßliche, zu diffamieren.

 

Bolschoi Theater

 

15. August 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Den zeitlichen Gipfel des russischen Imperiums setze ich an auf die Dauer von 4310 Tagen und datiere diese beginnend mit dem 4. Oktober 1957, dem Start des sowjetischen Sputniks 1, und endend am 21. Juli 1969 um 3 Uhr 56 MEZ, als Neil A. Armstrong, ein freier Mensch aus dem freien Teil der Erde, zum ersten Mal seinen Fuß auf den Mondboden setzte. Sogar in der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik kam man nicht umhin, sich mit dem Adlershofer „Fernsehfunk“ der Direktübertragung des Ereignisses dem Westfernsehen anzuschließen. Zum Trost der Machthaber mitten in der Nacht vom Sonntag zum Montag… Im Reich der Lüge, in Sowjet-Rußland, erwähnte und übertrug man indessen nichts im Fernsehen und teilte in den Zeitungen lediglich mit, versteckt auf den hinteren Seiten, die Amerikaner würden melden „Kocmonawti na lune“.

Also nicht „Kosmonauten auf dem Mond“, sondern „Kosmonauten auf dem Mond“ hätten die Amerikaner gemeldet…

Ich halte es übrigens für sehr wahrscheinlich, daß die sogenannte Verschwörungstheorie, also die These, die Amerikaner wären gar nicht auf dem Mond gelandet, sondern hätten das alles nur gefilmt in ihren Trickfilmstudios Hollywoods, ihren Ursprung findet in Schädeln des russischen Geheimdienstes.

Zeitgleich zu Apollo 11 hatte man in idiotischer Verzweiflung extra die unbemannte Sonde Luna 15 gestartet. Sie sollte offensichtlich schnell auf dem Mond Bodenproben automatisch zusammenklauben und à la Wettlauf zwischen Hase und Igel noch vor der Rückkehr der Amerikaner triumphierend in der ruhmredigen Sowjetunion abladen.

Ein die Intelligenz selbst wohlwollender Beobachter unterschätzendes, also typisch russisches Propagandamanöver.

Obwohl lehrreich leider heute völlig vergessen.

In der Endphase des Wettlaufs zum Mond hatten die Russen plötzlich begonnen, so zu tun, als hätten sie nie daran gedacht, einen Menschen auf den Mond chauffieren zu wollen, und schon immer auf ihre vermeintlich überlegene Technik gesetzt. „Kybernetik!“ posaunte die Propaganda. Und: „Sowjetische Wissenschaft“!

Vor der amerikanischen Mondlandung hatte man anfänglich in Zeitschriftenartikeln glasklar analysiert, daß das Apollo-Programm nicht funktionieren könne. Weil: zu kompliziert mit vorheriger Mondumlaufbahn und Abkopplung und Ankopplung und dergleichen riskanten Manövern im Vergleich zu sowjet-russischen Direktflügen.

Was hatte man nicht auch gespottet und Propagandalieder getextet über die „Spätniks“ der Amis. Und kraft der „einzig wissenschaftlichen Weltanschauung“ marxistisch-leninistisch bewiesen, es könne auch naturgesetzlich nicht klappen mit der amerikanischen Raumfahrt. Weil im Kapitalismus all die Bauteilhersteller und Zulieferbetriebe, die schufteten ja gegeneinander in profitorientierter Konkurrenz! Während in der ruhmredigen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken alle Arbeiter planmäßig schöpferisch Hand in Hand arbeiteten…

Luna 15 zerschellte.

Von nun an ging’s bergab mit dem russischen Imperium unter dem Feigenblatt der kommunistischen Religion.

Die friedliebenden Russen verkündeten 1969 noch schnell, bis zum Jahr 1980 die „materiell-technische Basis des Kommunismus“ errichtet zu haben, welche lehrreiche Verkündigung heute ebenfalls leider vergessen ist, und marschierten bis 1980 ein in Afghanistan. Nämlich am zweiten Weihnachtsfeiertag 1979.

Man hatte immer noch nicht begriffen, was der erste kleine Schritt Neil Armstrongs auf die Mondoberfläche irdisch bedeutet hatte: Am 21. Juli 1969 um 3 Uhr und 56 Minuten mitteleuropäischer Zeit wurde der Kommunismus besiegt.

Statt der „materiell-technischen Basis des Kommunismus“, von der 1980 kein Sterbenswörtchen mehr zu hören war, hatte man in Polen 1980 die Lebensmittelpreise erhöht. Das ließen sich die Arbeiter indessen nicht mehr gefallen. Es kam zu Streiks, und genau gestern vor 40 Jahren, am 14. August 1980 traten auch die 17.000 Werftarbeiter der Danziger „Lenin-Werft“ in den Ausstand.

Ich werde den Polen und der katholischen Kirche und Johannes Paul II. immer dankbar sein!

Am 31. August 1980 konnte Lech Wałesa verkünden: „Wir haben endlich unabhängige, selbständige Gewerkschaften. Wir haben das Streikrecht.“

Und bereits zwei Monate später hatte die „Solidarnosc“ 10 Millionen Mitglieder!

Allein das!

Allein das war eine Abstimmung mit den Füßen gegen das durch den gewöhnlichen Imperialismus Rußlands fremden Völkern mit Gewalt, Heimtücke und Lüge aufgezwungene System.

Wir Großrussen haben uns immer roh gegen unterworfene Völker benommen. Das einzige, was wir gekonnt haben, war, sie zu unterdrücken.“ (Lenin)

Eine bemerkenswerte Selbsterkenntnis dreier großrussischer Merkmale über die Jahrhunderte großrussischer Geschichte: Das schmarotzende Nichtkönnen, eine menschenverachtende Rohheit und die Unterdrückung fremder Völker.

Fehlen nur noch Potemkinsche Dörfer.

Und?

Großes Theater!

Der Sputnik!

Diese Woche also verkündete im Kreml der wohlbekannte Auftraggeber aller Großrussen in aller großrussischen Bescheidenheit die großrussische Zulassung eines großrussischen Impfstoffes gegen den Erreger der Corona-Pandemie!

Und aus irgendeinem großrussischen Grund erhielt das Medikament die Bezeichnung „Sputnik V“.

Mittwoch, 12. August, LE FIGARO:

Das Medikament wurde ‚Sputnik V‘ getauft –, was an die Sternstunden sowjetischer Wissenschaft während des Kalten Krieges erinnert. Doch indem Präsident Putin einen Impfstoff zulässt, bevor die unverzichtbaren Testphasen abgeschlossen sind, setzt er seine Bevölkerung einem Produkt aus, das sich als ineffizient oder sogar als gefährlich erweisen könnte. Putin hätte daran denken sollen, dass Sputnik Moskau zwar einen ersten Sieg bei der Eroberung des Weltraums brachte, die Sowjets aber am Ende das Rennen verloren und es niemals geschafft haben, einen Fuß auf den Mond zu setzen.

Mittwoch, 12. August, EL PERIODICO DE CATALUNYA:

Es scheint, als gehe es dem russischen Präsidenten vor allem darum, mit seinem Produkt den internationalen Wettlauf um einen Impfstoff zu gewinnen. Doch ein Medikament ist kein Werkzeug, um global an Einfluss zu gewinnen oder das Renommee eines Präsidenten zu steigern.

Mittwoch, 12. August, MOSKOWSKI KOMSOMOLEZ:

Natürlich ist es eine Sache des Prestiges. Doch selbst bekannte russische Virologen erklären offen, dass sie sich selbst keinen ‚rohen‘ Impfstoff spritzen lassen und auch nicht zulassen wollen, dass ihre Familien geimpft werden.

Mittwoch, 12. August, CUMHURIYET:

Ein Impfstoff ist nicht nur eine Prestigeangelegenheit, es geht auch um internationalen Einfluss. Das hat Putin in einem Nebensatz erkennen lassen. Und um deutlich zu machen, wie effektiv der Impfstoff sei, wies er darauf hin, dass auch eine seiner Töchter damit geimpft wurde.

Dieser typische, sich vor Plumpheit eigentlich immer wieder selbst entlarvende russische Propagandaprotz für primitive Gemüter!

Seine Tochter hat der Auftraggeber impfen lassen.

Nur sich selbst, den auftraggebendsten kostbarsten großrussischsten Oberrussen, den hat er nicht impfen lassen…

 

Von Empörung zu Empörung: Beschreibung eines Phänotyps

 

10. Juli 2020: Bellarmin an Mephisto

 

 

Wilhelm Busch (1832 – 1908):

 

Seine Meinung ist die rechte,

Wenn er spricht, müßt ihr verstummen,

Sonst erklärt er euch für Schlechte,

Oder nennt euch gar die Dummen.“

 

Oder verängstigt oder abgehängt oder modernisierungsskeptisch oder fremdenfeindlich oder islamfeindlich oder rassistisch…

Ich ergänze meine vorigen Ausführungen:

Ich weiß nicht, ob Du es mitbekamst, letzte Woche geschah wieder etwas Charakteristisches für unseren derzeitigen Journalismus!

Nachdem unser Innenminister Horst Seehofer geäußert hatte, er erwäge Strafanzeige zu stellen gegen das von ihm und den Medien als Autorin bezeichnete nichtbinäre Wesen Hengameh Yaghoobifarah, prompt fiel man geeint über den Mann her, er verginge sich gegen die Pressefreiheit!!

Und keiner sprach mehr über den Inhalt des nachträglich als Satire deklarierten Artikels des antirassistischen nichtbinären Wesens Hengameh Yaghoobifarah und seine Geisteswelt und die seiner Anhänger und Geldgeber für sein niveauloses Gewäsch.

Ich ergänze des weiteren:

Nach meiner Beobachtung handelt es sich bei nicht wenigen Menschen, wie der sich für Queerness, Feminismus und, in Deutschland gegenwärtig besonders hoch in Mode stehend bei geltungssüchtigen Trittbrettfahrerinnen, in Antirassismus sielenden Hengameh Yaghoobifarah weniger um einen politischen Typus als um einen psychologischen. Der sich je nach Zeitumständen manifestiert als Pharisäertum, katholische Inquisition, protestantische Bigotterie, doppelplusgutes Neusprech, kommunistische Parteilinie, sozialistisches Bewußtsein oder politische Korrektur.

Die Farbe ihrer Fahne ist sekundär.

Die Hauptsache ist das Psychogramm der Rechtgläubigkeit.

Sich manifestierend im sich hervortuenden Verurteilen.

Wenn Du Dir ihre sich ewig durch die Zeiten ziehenden quälenden Querelen vor Augen führst.

Seinerzeit wohl auch vielfach puritanisch strenggläubig schippernd über den Ozean und konzentriert sich ansiedelnd auf dem Gebiet der heutigen USA.

Drüben heute vehement kämpfend gegen die Pflicht zur Krankenversicherung und für die Freiheit des uneingeschränkten Waffenbesitzes.

Auf der einen Seite.

Und eben auf der anderen Seite für „Political Correctness“.

In Deutschland kämpfend für die wirklich wahrste rechtwinkligste Linksgläubigkeit.

In der Antifa.

Beispielsweise.

Denn man sieht ja klar seit Moses und Mohammed und Marx und Mao.

Die Geschichte ist die Geschichte von Klassenkämpfen!

Gegen die Ungläubigen!

Es ist ja so erhebend, zu bellen mit der Meute der Rechtgläubigen.

Im Rudel der Anständigen.

Ich bin am reinsten antirassistisch!

Ich bin der antifaschistischste!

Auf der richtigen Seite der Barrikade!

Dem „antifaschistischen Schutzwall“!

Es heißt nicht „Mauer“! Es heißt „antifaschistischer Schutzwall“!

Es heißt nicht „Russe“! Es heißt „Sowjetmensch“!

Sonst kein Abitur!

Gott ist ja auf unserer Seite!

Und für Kaiser Wilhelm!

Rechtgläubig, rechtgläubiger, am rechtgläubigsten!

Parteilich, parteilicher, am parteilichsten!

Parteilehrjahr.

Mit Abzeichen für gutes Wissen!

Sonst bist Du ein Fall für die Parteikontrollkommission!

Unterschieden hiervon ist natürlich der derzeit in den USA aus jüngst wieder gegebenen Anlässen wohlbegründete Kampf gegen den dort obwaltenden Rassismus.

Beispielsweise.

Oder der Aufstand der tapferen und von der sogenannten Europäischen Union und Deutschland schmählich im Stich gelassenen Helden in Hongkong.

Beispielsweise.

Unseren Typus aber erkennst Du leicht: Das sind die Leute, die, gekennzeichnet von Dauerempörung, permanent von Feind zu Feind eilen.

Von Feindbild zu Feindbild.

Sie sind es in Wahrheit, die immer einen Feind brauchen!

Schubladendenkend von Empörung zu Empörung!

Selbstverständlich kannst Du mit denen auch reden. Falls Du gleicher Gesinnung bist.

Sonst wird jedes Gespräch unerquicklich.

Denn sie hassen den Abweichler, den Revisionisten, den Ketzer.

Und der Witz ist: Dabei halten sie sich für tolerant!

Das Interesse oder gar das Vergnügen an einer anderen Meinung geht ihnen aber vollkommen ab. Gespräche enden so gut wie immer in ideologischen Ausrichtungsversuchen zur linkesten Rechtgläubigkeit.

Sie wissen gar nicht, was das ist: ein schönes freisinniges, sich gegenseitig befruchtendes Gespräch.

Ihr Hauptfeind ist gar nicht der Nazi.

Ihr Hauptfeind ist der Zweifler.

Den sie hassen.

Wenn er beispielsweise bezweifelt, daß eine Ungleichbehandlung von Ungleichem diskriminierend ist.

 

Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.“

Bertrand Arthur William Russel (1872 – 1970)

 

 

Donnerstag, 9. Januar, Deutschlandradio:

Absage von Tellkamp-Lesung: Debatte um Meinungsfreiheit in Dresden

Der Förderverein Lingnerschloss hat in Dresden eine Veranstaltungsreihe der Zeitschrift „Tumult“ abgesagt, betroffen ist auch eine Lesung von Uwe Tellkamp. Der Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Joachim Klement analysiert die darum rankende Debatte.

Der Verein Lingnerschloss in Dresden hat eine rechtskonservative Veranstaltungsreihe abgesagt, der Schriftsteller Uwe Tellkamp sollte zum Auftakt dort Auszüge aus seinem neuen Roman vorstellen. Veranstalter der Reihe war die Zeitschrift „Tumult“, die sich im rechten Bereich bewegt.

Tellkamp darf nicht lesen – das hat in Dresden für einen Neuaufguss einer im Grunde alten Debatte gesorgt. Denn Rechtskonservative sehen sich oft in der Opferrolle und betrachten den herrschenden Diskurs als linksgesteuert, in dem keine anderen Meinungen zulässig sind.

Der Schriftsteller Uwe Tellkamp befindet sich erneut im Zentrum einer Debatte um die Meinungsfreiheit.

Der Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Joachim Klement, äußert Verständnis für die Absage – denn es sei eben nicht nur um eine Tellkamp-Lesung gegangen. Sondern um eine Reihe von Veranstaltungen, bei der unter anderem auch ein Historiker habe auftreten sollen, der die deutsche Flüchtlingspolitik als „Staatsstreich“ abgetan und kirchliche Würdenträger und Medien als „Lügner“ bezeichnet habe, die „Widersacher der Meinungsfreiheit“ seien. Da sei man im Umfeld von Verschwörungstheorien und rechtsradikaler Propaganda, betont er.

 

Mittwoch, 8. Juli, Deutschlandfunk:

Ein offener Brief macht aktuell in den USA und darüber hinaus die Runde. Ein Brief, der gleich zu Beginn anerkennt, dass gerade eine sehr wichtige Diskussion über Rassismus geführt wird, Demonstrationen für Gerechtigkeit stattfinden und überfällige Reformen erfolgen müssen. Dieser Brief geht vor allem mit dem Aber weiter: Der Diskussion mangele es an Toleranz, Kritik werde nicht zugelassen, abweichende Meinungen würden verschmäht und klein gemacht.

Unterzeichnet wurde er von rund 150 bekannten Schriftstellern und Schriftstellerinnen wie Margret Atwood oder J.K. Rowling, von Journalisten und Journalistinnen und Intellektuellen – vor allem aus den USA. Einer davon ist Yascha Mounk, Politikwissenschaftler, Autor und Professor an der Johns Hopkins University.

„Gegen die Kultur eines echten Meinungsaustauschs“

So seien der beste Beweis für die kritisierte Einengung von Meinungen die Reaktionen auf den Brief selbst, sagt Yascha Mounk. Innerhalb von nur wenigen Stunden sei versucht worden, einen Unterzeichner beruflich zu schädigen. „Das illustriert das Problem, um das es uns in diesem Brief geht besser, als alles, was davor passiert ist.“

 

Mittwoch, 8. Juli, Deutschlandfunk:

Dutzende Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler sorgen sich in einem offenen Brief um den freien Austausch von Informationen und Ideen. Das Klima sei tatsächlich rauer und bornierter geworden, sagte Regula Venske, Präsidentin des Deutschen PEN, im Dlf. Dabei benötige man die offene Diskussion.

„Ich denke, dass wir dieses Problem hier auch haben“, sagte die Autorin Regula Venske im Deutschlandfunk. Die Vorsitzende des Deutschen PEN-Zentrums reagierte damit auf einen offenen Brief von rund 150 Kolleginnen und Kollegen aus dem englischsprachigen Raum. Unterzeichnet hatten ihn namhafte Autorinnen und Autoren – unter ihnen Margaret Atwood, Louis Begley, Jeffrey Eugenides, Noam Chomsky, Joanne K. Rowling, Gloria Steinem, Francis Fukuyama und der in New York lebende deutsch-österreichische Schriftsteller Daniel Kehlmann.

Ideologische Konformität

Sie alle bekennen sich zu den notwendigen aktuellen Debatten etwa über Rassismus, Geschlechtergerechtigkeit, Kolonialismus, LGBTQ-Themen, beschreiben aber innerhalb dieser Diskussionen auch, dass sich moralische Vorgaben und der Drang nach politischer Eindeutigkeit verstärkt habe. Toleranz, so die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, werde zugunsten ideologischer Konformität geschwächt. Der freie Austausch von Informationen und Gedanken, die Grundfesten einer liberalen Gesellschaft, würden eingeengt; konkret wird von Zensur gesprochen.

Ambivalenzen aushalten

Diese Entwicklung sei auch in Deutschland festzustellen, so Regula Venske im Deutschlandfunk. Es gehe in Richtung Selbstzensur, weil man zum Beispiel Angst vor einem Shitstorm in den Sozialen Medien habe. „Da kann man, glaube ich, schon sagen, dass bestimmte Milieus, zu denen ich mich selber durchaus auch rechnen muss, vielleich vor lauter Angst, als rassistisch zu gelten, sich auch manche Kritik oder manche kritische Auseinandersetzung verboten haben.“ Solche Denkverbote, so die Autorin weiter, nützten letztlich aber nur denjenigen, die tatsächlich rassistisch damit umgingen.

Ambivalenzen müsse man aushalten. Natürlich möchte man Verletzungen vermeiden. Aber, so Venske: „Wenn man Aufklärung betreibt, dann muss man mal die Gefühle des Klerus oder der Politiker oder aber der Männer oder aber der Frauen oder wer auch immer gerade sozusagen auf dem Prüfstand steht – deren Gefühle wird man mal verletzten müssen.“ Man brauche eine breite Mitte, in der vieles diskutiert werden kann, „ohne dass man immer gleich dem anderen etwas Schreckliches unterstellt“.

 

Was tun gegen den Haß?

 

15. März 2020: Solon an Mephisto

 

Ihr klagt in Eurer Gesellschaft über eine erschreckende Zunahme von Haß und Gewalt?

Wenn es unter uns bleibt: Kurz vor Weihnachten klingelte in der Hose mein Händi, und auf dem Schirm, dem Displä, erkannte ich die mir von Barack Obama übermittelte Nummer Eurer Kanzlerin. In meiner Eigenschaft als Meister vom Stuhl der Geheimloge „Archon Eponymos“ lud sie mich eigenhändig ein nach Berlin ins Kanzleramt. Zu einer wegen ihrer strengen Vertraulichkeit von jeglicher Presse abgeschirmten Kabinettssitzung. Es ginge um das Thema Haßbekämpfung. Ich hege eine Hochachtung vor dieser Frau mit ihrer exorbitanten Arbeitsleistung und hatte zugestimmt unter der Bedingung, daß sämtliche Händis und Eifons der Anwesenden zuvor eingesammelt und in einem Nebenraum überprüfbar ausgeschaltet auf einem Extratisch und zugreifbar für Stichproben versammelt lägen. Wie ich mich dort gerade über die Gerätschaft Eures Verkehrsministers beugte, trat auch schon die Kanzlerin aus einer Tapetentür und stürzte sich auf mich, um mir beide Wangen zu küssen, daß es nur so widerschallte, und geleitete mich zu den Versammelten. Und ich kann sagen, sie, diese rhetorische Schlaftablette, die gewöhnlich Sätze wie „Das ist total inakzeptabel“ oder „Unser Mitgefühl gilt den Opfern“ vom Blatt abliest, redete in diesem Kreise völlig ungezwungen.

Wenngleich natürlich in ihren ordinären Platitüden.

Ach ja, die Angela, die meint, es immer gut zu meinen und vor allem richtig. Was sich aber nicht wiederholen dürfe.

Welch tragische Figur im klassischen Sinn!

Nur eben mit deutscher demokratischer, also ungenügender Schulbildung in humanistischen Fächern.

Dafür verbildet im Geschichtsunterricht mit der Vermittlung einer marxistischen Geschichtsauffassung: Geschichte reduziert als „Geschichte von Klassenkämpfen“. Fortgesetzt in den „Studienjahren der Freien Deutschen Jugend“ mit der obligatorischen „Erziehung zum Klassenhaß“ und dem nach einer bestandenen Abschlußprüfung gekrönten Erwerb des „Abzeichen für gutes Wissen“. Getragen auch vor der stolzen Brust als Aufnäher für die blaue Bluse.

Übrigens, unter uns Pastorentöchtern, da fällt mir ein: Man mußte in der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik nicht Sekretärin für Agitation und Propaganda sein, um Doktorin werden zu können. Du wirst Dir ja solchen Quatsch sowieso nicht einreden lassen.

Das Verbum „müssen“ bewahrt in den Mündern der sogenannten „gelernten DDR-Bürger“ nach der sogenannten Wende, ihrem Hüllwort für den Zusammenbruch, nämlich dem endlichen Ende der Deutschen Demokratischen Republik, das Wort „müssen“ offenbart in Mündern diverser Ostdeutscher bis heute eine etwas bizarre Semantik.

Man war selbst als Pastorentochter nicht gezwungen, Sekretärin für Agitation und Propaganda zu sein und marxistische Vorträge zu halten und Andersdenkende atheistisch zu agitieren. Zumal wenn man glauben machen will, das System durchschaut zu haben. Zu dem Posten gehörte schon entweder eine beträchtliche Portion Überzeugung für das im übrigen ja ausgemacht kirchenfeindlich zu Propagierende und das die zu Überzeugenden Agitierende oder aber ein ausgemachtes Maß an verlogener Opportunität und orwellschen Zwiedenkens. Daran muß ich auch immer denken, wenn mir, zwischenzeitlich nun fast täglich präsent im Fernsehen, jene andere Pastorentochter dezidiertest die Welt erklärt als ehemalige Sekretärin für Agitation und Propaganda. Und, Du könntest mich schlagen, ich kann nichts dagegen tun, ich sehe die Katrin Göring-Ekkart dann stets in blauer Bluse mit dem aufgenähten „Abzeichen für gutes Wissen“, und geradezu zwanghaft drängt das Bild sich mir auf, die Gutste, sie spräche gerade wieder vor einer FDJ-Versammlung.

Ja, so ist das.

Übersetzer braucht das Land!

Im Hinblick auf die vereinbarte Vertraulichkeit kann ich natürlich zu den Einzelheiten der Besprechung und insbesondere zu den Äußerungen der Beteiligten mich nur zurückhalten und lediglich einseitig meine vorgetragene Auffassung repetieren, wie man denn in Deutschland den um sich greifenden Haß besiege.

Hier sind meine Punkte:

Spart Euch die Hälfte des vorgesehenen Geldes für die Digitalisierung der Schulen. Ihr müßt nicht jedem Kind ein Täbblet kaufen und seine Lehrer in ein ohnehin aussichtsloses Hinterherrennen hinter gewinnorientierten Innovationen der Digitalindustrie zwingen. Steckt die andere Hälfte lieber in gesundes Schulessen und gepflegte Toiletten. Denn den richtigen Umgang mit modernen Medien könnt Ihr völlig ohne Rechner lehren!

Und insbesondere den ausufernden Haß besiegen:

1) Für sämtliche Schulformen und -klassen gilt Rückkehr zum Frontalunterricht!

2) Ab erster Schulklasse Einführung eines Schulfaches „Spielen“. Darin ausschließlich computerfreies Spielen. Spiele: Malefiz, Go, Dame, Skat, Doppelkopf und Schach. Auch mit Wettbewerben und Olympiaden, aber nur sekundär. Es geht nicht um Beförderung des Ehrgeizes, sondern ums  S p i e l e n!  Um Freude am  S p i e l e r i s c h e n  im Zusammensein mit anderen Menschen. Lernziel unter anderem: Verlieren lernen. Konzentration. Geduld. Standhalten in scheinbar ausweglosen Situationen. Umgang mit „Gegnern“. Verinnerlichung von Verhaltensweisen: Unterscheidung zwischen Spiel und Ernst. Es ist ein Spiel! Ich befinde mich im Spiel! Der Gegner ist und bleibt mein Freund.

Was ja heute nicht mehr selbstverständlich ist.

Und es geht um Entwicklung von Kreativität unter Bedingungen des regelbasierten Handelns.

Schwerpunkt Schach! Trotz seiner Komplexität: Für alle! Unbedingt!

Erkennen von Situationen. Entwicklung von Strategien.

Stillsitzen.

3) Von der ersten bis zur letzten Klasse und auch zu Lasten anderen Unterrichts mindestens zwei Wochenstunden Dialektik. Als Haupt- und Prüfungsfach. Darin über die Schuljahre verteilt: Philosophie, vornehmlich abendländische.

Abendländische Ethik, Geschichte der abendländischen Ethik, Kynismus, Stoa, Epikureismus.

Logik, logische Schlußweisen, Denkfehler, abstrahieren, Deduktion und Induktion, definieren, Problemlösungsdialektik versus Überzeugungstransfer (aber beides gleichermaßen). Und wie in alten Zeiten der sieben Künste: Rhetorik. Kritisieren, argumentieren, debattieren, moderieren, reden, Reden halten.

Sokrateische Mäeutik: ich weiß, daß ich nichts weiß.

Quellenkritik!

Und nicht zuletzt: Analytik!

Beispielsweise anhand von Filmanalysen!

4) Für jedes Schuljahr gilt: Die Anzahl der Mathestunden hat die Anzahl der Stunden des Musikunterrichts nicht zu überschreiten. Es ist zu bedenken, daß vermutlich über 90 Prozent der Menschen glücklich durchs Leben kommen, obwohl sie vergessen haben und gar nicht zu wissen brauchen, was ein Logarithmus ist.

Aber: Wichtig sind Grundzüge der mathematischen Logik!

Beispielsweise für das Erkennen von Äquivalenzen.

Und für jedes Schuljahr gilt ebenso: Es ist zu bedenken, daß vermutlich über 90 Prozent der Menschen skrupellos in die Straßenbahn steigen, obwohl sie nicht wissen, wie ein Elektromotor funktioniert. Demnach hat die Anzahl der Physikstunden die Anzahl der Stunden des Unterrichts in Kunst und Poesie nicht zu überschreiten. Kunst, Literatur, Poetiken! Lesen! Und nicht zu unterschätzen: Sinnvolles Nacherzählen von Gelesenem! Textverständnis. Ganz wichtig: Effektives Nacherzählen auch umfangreicherer Lesestoffe. Also Schulung des Vermögens, das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen zu können. Das erscheint mir bei erstaunlich vielen Menschen unterentwickelt. Und also haben sie mühsam und beladen zu kämpfen im Leben und wundern sich über die stete Widrigkeit der Verhältnisse.

Nacherzählen von Geschehnissen, Unterscheidung von Wahrnehmung und Realität.

5) Und jetzt komme ich zum Knaller, wenn Ihr den Haß besiegen wollt: GESCHICHTE!

Der Geschichtsunterricht hat nicht abgewählt werden zu können! Von keinem Schüler und niemals! Der Geschichtsunterricht hat nicht verquickt zu werden mit anderen Fächern wie Gemeinschaftskunde. Das ist ungeheuerlich!! Der Geschichtsunterricht hat sich nicht zu beschränken auf politische Geschichte. Der ausführliche Geschichtsunterricht ist keine Nebensache sondern unabwendbares Haupt- und Prüfungsfach für jeden Schüler! Insbesondere auch vergleichende Geschichtsbetrachtung. Insbesondere altgriechische Geschichte mit allem Drum und Dran. Und hier böte sich zum Beispiel an ein Vergleich der Verhältnisse Altgriechenlands mit dem jüngeren und aktuellen Europa.

Geschichte! Geschichte! Geschichte!

 

Erwäge beständig, daß alles wie es jetzt ist, auch ehemals war, und daß es immer so sein wird. … Überall dasselbe Schauspiel, nur von anderen Personen aufgeführt.

Marc Aurel (121-180)

 

Von nun an ging’s bergab

 

20. Juli 2019: Bellarmin an Mephisto

 

Den zeitlichen Gipfel des russischen Imperiums setze ich an auf die Dauer von 4310 Tagen und datiere diese beginnend mit dem 4. Oktober 1957, dem Start des sowjetischen Sputniks 1, und endend am 21. Juli 1969 um 3 Uhr 56 MEZ, als Neil A. Armstrong, ein freier Mensch aus dem freien Teil der Erde, zum ersten Mal seinen Fuß auf den Mondboden setzte. Sogar in der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik kam man nicht umhin, sich mit dem Adlershofer „Fernsehfunk“ der Direktübertragung des Ereignisses dem Westfernsehen anzuschließen. Zum Trost der Machthaber mitten in der Nacht vom Sonntag zum Montag… Im Reich der Lüge, in Rußland, erwähnte und übertrug man indessen nichts im Fernsehen und teilte in den Zeitungen lediglich mit, versteckt auf den hinteren Seiten, die Amerikaner würden melden „Kocmonawti na lune“.

Ich halte es übrigens für sehr wahrscheinlich, daß die sogenannte Verschwörungstheorie, also die These, die Amerikaner wären gar nicht auf dem Mond gelandet, sondern hätten das alles nur gefilmt in ihren Spieltrickfilmstudios Hollywoods, ihren Ursprung findet in Schädeln des russischen Geheimdienstes.

Zeitgleich zu Apollo 11 hatte man in idiotischer Verzweiflung extra die unbemannte Sonde Luna 15 gestartet. Sie sollte offensichtlich schnell auf dem Mond Bodenproben automatisch zusammenklauben und à la Wettlauf zwischen Hase und Igel noch vor der Rückkehr der Amerikaner triumphierend in der ruhmredigen Sowjetunion abladen. Ein die Intelligenz selbst wohlwollender Beobachter unterschätzendes Propagandamanöver.

Leider heute völlig vergessen.

Die Russen hatten plötzlich begonnen, so zu tun, als hätten sie nie daran gedacht, einen Menschen auf den Mond chauffieren zu wollen, und schon immer auf ihre vermeintlich überlegene Technik gesetzt. „Kybernetik!“ posaunte die Propaganda. Und: „Sowjetische Wissenschaft“! Vor der amerikanischen Mondlandung hatte man in Zeitschriftenartikeln glasklar analysiert, daß das Apollo-Programm nicht funktionieren könne. Weil: zu kompliziert mit vorheriger Mondumlaufbahn und Abkopplung und Ankopplung und dergleichen riskanten Manövern im Vergleich zu sowjetischen Direktflügen. Was hatte man nicht auch gespottet und Propagandalieder getextet über die „Spätniks“ der Amis. Und kraft der „einzig wissenschaftlichen Weltanschauung“ marxistisch-leninistisch bewiesen, es könne auch naturgesetzlich nicht klappen mit der amerikanischen Raumfahrt, weil im Kapitalismus all die Bauteilhersteller und Zulieferbetriebe, die schufteten ja gegeneinander in profitorientierter Konkurrenz! Während in der ruhmredigen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken alle Arbeiter planmäßig schöpferisch Hand in Hand arbeiteten…

Luna 15 zerschellte.

Von nun an ging’s bergab.

Die friedliebenden Russen verkündeten 1969 noch schnell, bis zum Jahr 1980 die „materiell-technische Basis des Kommunismus“ errichtet zu haben, welche lehrreiche Verkündigung heute ebenfalls leider vergessen ist, und marschierten bis 1980 ein in Afghanistan. Nämlich am zweiten Weihnachtsfeiertag 1979. Was die Amerikaner mit dem Stop der Lieferung von 17 Millionen Tonnen Weizen an die UdSSR sanktionierten. Infolge der Bewirtschaftung des Landes nach der „einzig wissenschaftlichen Weltanschauung“ per Kolchosen und Rinderoffenställen war Rußland vom einstigen Getreideexporteur inzwischen herabgesunken zum Getreideimporteur. Außerdem wurde die Sowjetunion belegt mit einem Einfuhrembargo moderner, also westlicher Technologien für die Erdölförderung.

Worauf die deutsche Industrie überrascht aus allen Wolken fiel. Die schönen Geschäfte! Was für ein Markt! Und Handel diene dem Frieden.

Gestern jährte sich übrigens auch der Tag, an dem 1980 in Moskau die olympischen Sommerspiele eröffnet wurden. Wegen der Okkupation in Afghanistan allerdings boykottiert von 50 Staaten. „Die unpolitischen Spiele!“, tönte es vorwurfsvoll aus Moskau und von Seiten bundesdeutscher Sportverbände und des olympischen Komitees. Welche Argumentation mich seltsamerweise an die friedlichen olympischen Spiele in Berlin 1936 erinnerte.

Am 19. Juli 1980, zur Eröffnungsfeier, bildeten im Moskauer Stadion 1600 Soldaten farblich Hammer und Sichel, die damaligen Insignien des ordinären russischen Imperialismus.

Man hatte immer noch nicht begriffen, was der erste kleine Schritt Neil Armstrongs auf die Mondoberfläche irdisch bedeutete:

Am 21. Juli 1969 um 3 Uhr und 56 Minuten mitteleuropäischer Zeit wurde der Kommunismus besiegt.

 

Was kann denn das nur sein?

 

14. Juli 2019: Bellarmin an Mephisto

 

Stell Dir das mal vor, im Radio hörte ich heute, ein Sprecher des Journalistenverbandes, ich glaube, es handelt sich sogar um den Vorsitzenden, der soll behauptet haben, es gäbe in den Medien eine, wörtlich, „Tendenz zur Selbstzensur“!

Tatsächlich!

Und zwar: Weil Journalisten heikle Themen bewußt umgingen. Auch sollen Kollegen berichtet haben, sie seien in den jeweiligen Medien vom Management unter Druck gesetzt worden, wörtlich, „bestimmte Geschichten nicht zu berichten oder ihre Berichterstattung zu verwässern“. Und es gäbe Umfragen, die zeigten, daß diese Einschätzung einer „schrumpfenden Pressefreiheit“ neben den Medienschaffenden auch von den Mediennutzern geteilt werde!

Was sagst Du?

Du hast Dich jüngst erst wieder gewundert, warum zum Beispiel bei dem sogenannten „Kosmos Chemnitz“-Festival Anfang des Monats unsere öffentlich-rechtlichen Medien in breitester Länge und längster Breite und noch einmal von hinten und dann noch mal von vorn von der Begeisterung der begeisterten Anständigen berichteten und die Bürgermeisterin sprechen ließen in ausführlichen Ausführlichkeiten?

Tenor der Berichte:

Am Abend spielen hier Herbert Gröneymeyer [sic!] und die Hamburger Band Tocotronic. Direkt vor dem Karl-Marx-Kopf rappt das Berliner Hip-Hop-Duo Zugezogen Maskulin. Und vor dem Dönerladen, vor dem Daniel H. im Sommer erstochen wurde, legen DJs auf.“?

Und keinen einzigen zu Wort kommen ließen oder, angebrachterweise, einmal jemanden ausführlich interviewten aus der nicht unbeträchtlichen Anzahl der Nichtbegeisterten?

Der Unanständigen?

Von den nicht wenigen nicht einen einzigen, sagst Du?

Um nur ein winziges Beispiel zu nennen aus der Menge der unzähligen?

Was sagst Du? Du hast Dich erinnert gefühlt an die Berichterstattung im DDR-Fernsehfunk über irgendeine der ordinären Propaganda-Festival-Veranstaltungen der Freien Deutschen Jugend?

Oder daß Anfang Juli vor einem Jahr unserer Kanzlerin bei ihrer Rückkehr von ihrer hastigen Brüsselfahrt in Sachen gemeinsamer europäischer Flüchtlingspolitik zum ersten Mal seit Beginn der sogenannten Flüchtlingskrise die Wörter „illegale Migration“ und dann sogleich noch das Wort „Sekundärmigration“ aus ihrem persönlichen Mund gefallen waren, was es nicht alles geben soll, und dann auch noch, daß beides zu bekämpfen wäre?

Und was es dergleichen nicht plötzlich alles gegeben haben sollte?

Zitierend wäre sogar einmal gesprochen worden von „Identitätsverweigerern“?

Wovon die öffentlich-rechtlichen Medien nichts ahnten bis dato?

Und warum sie sich nun nicht aufgemacht hätten und wären ausgeschwärmt? Und hätten illegale und sekundäre Migranten mal aufgespürt und einmal einen Bericht verfaßt und im Radio darüber gesprochen oder im Fernsehen gefilmt oder erörtert?

Hätten wenigstens einmal von den Handwerkern die Toiletten-Installateure zu Wort kommen lassen in den öffentlich korrekten Medien, wie oft diese in den letzten Jahren in die Erstaufnahmeeinrichtungen sausen mußten wegen verstopfter Abflußleitungen der Klosetts?

Infolge aufgequollener Papierfetzen zerrissener Identitätsnachweise?

Um detailliert aktualisierte Fakten und Zahlen zu präsentieren, in aller Klarheit, pardon, in aller Transparenz?

Zahlen und Prozente illegaler Migration?

Über Sekundärmigration?

Über Identitätsverweigerer?

Über abgelehnte Asylbewerber in Deutschland und Europa?

Über Ausreisepflichtige?

Im Verhältnis zu Ausgereisten?

Fakten, Fakten, Fakten?

Und wie die Kanzlerin das ganze Jahr dagegen kämpfte?

Damit diese abstiegsverängstigten, modernisierungsskeptischen, fremdenfeindlichen, islamophoben, rassistischen Abgehängten endlich merken, daß es gar nicht so ist, wie sie immer denken, und nicht immer wieder aufs neue hereinfallen auf diese ganzen Feknjus?

Ja bist Du denn bescheuert? Um Gottes Willen! Der Journalistenverband mit jener Tendenz zur Selbstzensur in den Medien, von dem ich im Radio hörte, das ist doch der Journalistenverband in Hongkong! Das ist doch nicht hier! Wie leben doch in Deutschland!

Wie kommst nur auf die Idee, es handelte sich um unsere Medien?

Hier herrscht doch Pressefreiheit!

 

Meinungsvielfalt in deutschen Medien bedroht

Der frühere Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Pleitgen, sieht die Meinungsvielfalt in den deutschen Medien bedroht.

Bei vielen Themen von Griechenland bis Brexit, von Russland bis Trump, gebe es homogene Berichterstattung. Das sei der schleichende Tod der Demokratie, sagte Pleitgen dem „Handelsblatt“. In vielen wichtigen Fragen marschierten alle Redaktionen in eine Richtung, nicht selten im Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Politik. Das sei bedenklich und eine Abkehr vom Richtungsstreit früherer Jahre.

Deutschlandfunk, 11. Juli 2019

 

Das Sein und das Bewußtsein

 

10. Januar 2019: Bellarmin an Mephisto

 

Der typische Knallkörperkäuferkopf zählt nach meiner Beobachtung zu den runden, ist als Vertreter männlichen Jenders schlecht rasiert und in seiner nördlichen Hälfte verhüllt von einer umgeschlagenen Wollmütze. Das Beinkleid des klassischen Knallkörperkäufers besteht aus einer Trainingshose, pardon, aus einer mit den unabdingbaren weißen Seitenstreifen gezierten „Jogginghose“. Die nicht dazugehörige Jacke ist dünn und wird schlenkrig offen getragen, so daß man sich vor dem Schwenkbereich des Knallkörperkäufers hüten sollte. Zumal in den Momenten, wenn der zur Gedrungenheit neigende Knallkörperkäuferkörper mit langstielig pyrotechnischen Knallkörpern in Händen sich von der Verkaufsauslage aufrichtet und, sei es aus voller Glückseligkeit, sei es aus tiefem Mißmut, in jedem Fall jedoch mit nicht zu vernachlässigendem Drehmoment in hastiger Plötzlichkeit und unbedacht jeglicher Wirkung auf Menschen in seinem unmittelbaren Schwenkbereich zu rotieren anfängt.

Wie ich Manfred Overeschs und Friedrich Wilhelm Saals Geschichtskalendarium „Droste Geschichtskalendarium. Chronik deutscher Zeitgeschichte. Politik – Wirtschaft – Kultur“ (Düsseldorf 1982 – 1986) entnehmen kann, sang man Heiligabend hundert Jahre vor unserer Spezies des gegenwärtigen Knallkörperkäufers das Lied „O Tannenbaum, o Tannenbaum, der Kaiser hat in d’n Sack gehauen!“ In München wurde die Schließung sämtlicher Betriebe bis hinter den Jahreswechsel verordnet. Wegen Knappheit an Kohlen. In Berlin besetzen Arbeiter einen Tag nach Heiligabend die Redaktion des SPD-Blattes „Vorwärts“ und veranlassen gewaltsam das Veröffentlichen eines „Roten Vorwärts“.

Selbigen Tages in Magdeburg gründet sich als Bund der Frontsoldaten der „Stahlhelm“.

Am 28. Dezember, also exakt hundert Jahre vor dem diesjährigen ersten Tag des Knallkörperverkaufs, marschierten die erste Freiwilligenverbände durch Berlin. Währenddessen nimmt der preußische Kultusminister den erst am 29. November 1918 verkündeten Erlaß über die Freiwilligkeit einer Teilnahme am Religionsunterrichts zurück. Wegen massiver Proteste seitens der Kirchen. Einen Tag später, es ist Sonntag, kommt es in Berlin vor dem Reichstag zu einer großen Kundgebung der SPD vereint mit den Linksliberalen gegen die „Blutdiktatur des Spartakus“. Schon im Monat davor hatten in Berlin die Soldatenräte verkündet, sämtliche Spartakisten „vor die Türe zu setzen“. Als Grund wurde angegeben: Wegen ständiger „Quertreiberei“. Und die deutsche Regierung hatte sich veranlaßt gesehen, die russische Forderung, in Berlin eine Regierung Liebknecht zu bilden, als unberechtigte Einmischung in deutsche Verhältnisse zurückzuweisen.

Hinzu kommt, am Nikolaustag 1918 hatte Adolf Abramowitsch Joffe, seines Zeichens sowjetischer Exdiplomat in Berlin, sogar erklärt, „finanzielle Kontakte“ zu USPD-Politikern geknüpft zu haben. Mit dem Zweck einer „Waffenbeschaffung“. Woraufhin der Vorwurf sein züngelndes Haupt erhob, die deutsche Revolution sei vermittels russischer Gelder befördert worden…

Denn, behauptet Nietzsche, wo das Vertrauen fehle, spräche der Verdacht.

Und warum sollten allein die Deutschen fähig sein, sich Revolutionen zu kaufen?

Jedenfalls einen Tag vor dem Jahreswechsel 1918/1919 treffen sich in Berlin Delegierte der spartakistischen Vereinigungen unter Teilnahme einer sowjetischen Delegation, zu deren Mitgliedern Karl Bernhardowitsch Radek zählt, und gründen die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands.

Und lehnen bei der Gelegenheit jegliche Beteiligung an Wahlen zur Nationalversammlung ab.

Am Tag nach Neujahr protestiert die deutsche Regierung in Moskau gegen die illegale Einreise Radeks. Der ja erst 1917 im plombierten Wagen mit Lenin nach Rußland expediert worden war. Und der nach 1920, als Mitglied des Zentralkomitees der Bolschewisten, innerhalb der Komintern für den Ausbau und die Anleitung der Kommunistischen Partei in Deutschland verantwortlich zeichnen wird. Also der nämlichen KPD, die infolge russischer Anleitung und Vorgabe unter Thälmann die Sozialdemokraten zum Hauptfeind erklären und gemeinsam mit den Nationalsozialisten gegen die verhaßte Weimarer Republik streiken und marschieren sollte.

Silvester treten die Dadaisten George Grosz und die Gebrüder John Heartfield und Wieland Herzfelde der neuen kommunistischen Partei bei.

Am 5. Januar nehmen sich die Kommunisten prompt die Absetzung des Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn aus der USPD durch den preußischen Innenminister Eugen Ernst aus der SPD zum Vorwand für den „Ausbruch“ des sogenannten Spartakusaufstandes in Berlin, zur Beförderung der von den Bolschewisten herbeigesehnten „Weltrevolution“. Spontan werden schlagartig große Zeitungshäuser besetzt. Der „Vorwärts“ wird gezwungen, am 6. Januar als „Organ der revolutionären Arbeiterschaft von Groß-Berlin“ zu erscheinen, und ein „Revolutionsausschuß“ von „revolutionären Obleuten“ des Spartakusbundes und der USPD, unter ihnen Liebknecht, ruft auf zum Sturz der Regierung. Gleichzeitig stürmen Regierungstruppen jedoch das zwischenzeitlich von „Spartakisten“ besetzte Wolffsche Telegraphenbüro, während der Berliner Vollzugsrat die Absetzung des Polizeipräsidenten mit großer Mehrheit bestätigt.

In München gründet sich, als Vorgängerin der NSDAP, die Deutsche Arbeiterpartei und, es gibt tatsächlich Zufälle in der Geschichte, in Berlin beschwört der Dichter Dehmel vermittels einer pathetischen Rede seinen Glauben an ein „drittes Reich“.

Am 7. Januar besetzen „Spartakisten“ in Braunschweig, Dortmund, Düsseldorf, Halle, Nürnberg und Zwickau ebenso spontan wie in Berlin die Zeitungsredaktionen, richten eine Zensur ein und zwingen die „Düsseldorfer Nachrichten“ als „Rote Fahne vom Niederrhein“ zu erscheinen.

Wogegen zu ihrer Überraschung sämtliche Drucker Düsseldorfs in Streik treten…

Der Historiker Ernst Piper in seiner Biographie Rosa Luxemburgs („Rosa Luxemburg – ein Leben“) kommt zu dem richtigen Schluß:

„Die Massenbasis für ihre soziale Utopie war nicht vorhanden.“

Was ja wohl heißt: Die Menschen wollten das nicht.

Und gerade auch der Sieg der sogenannten Oktoberrevolution in Rußland ist, wenn man einmal undogmatisiert nachzudenken sich bemühen wollte, die exakte Widerlegung der marxschen These, daß das Sein das Bewußtsein bestimme: Hier triumphierte nämlich das ideologisierte Bewußtsein einer diszipliniert putschenden Parteiclique über das Sein eines nicht nur industriell rückständigen Landes.

In welchem das materielle Sein eben nicht revolutionsreif gewesen wäre im Gegensatz zu England.

Nach marxschem Sinnen.

Übrigens, am selben Tage, als die „Spartakisten“ in Braunschweig, Dortmund, Düsseldorf, Halle, Nürnberg und Zwickau ausgerechnet die Zeitungszentralen unter Zensur stellen wollen mit der offensichtlichen Absicht einer Bewußtseinsmanipulation, wird das gesellschaftliche Sein in Sachsen bestimmt an jenem 7. Januar 1918 durch das unter Strafandrohung stehende Verbot jeglichen Beheizens von öffentlichen Veranstaltungsräumen, Kinos, Kirchen und Theatern.

Wegen Kohlenknappheit.

Was mich natürlich an die Jahreswende in dem extremen Winter 1946/47, ein Kriegsende später, denken läßt.

So ist über den Heiligabend 1946 und die Folgetage in der Chronik beispielsweise zu lesen:

 

24. Dezember 1946, Dienstag

„Die Nachttemperaturen in Berlin betragen 15-20° minus.“

„General McNarney verkündet in Frankfurt/Main die Amnestie für nur nominelle Nationalsozialisten.“

„Die Berliner Bevölkerung erhält von den Militärregierungen Weihnachtssonderzuteilungen. Die Russen stellen 900000 Flaschen Wodka sowie größere Mengen Zucker und Mehl zur Verfügung; die Engländer liefern Süßigkeiten, die Amerikaner Trockenobst, Früchtekonserven, Fruchtsäfte und die Franzosen 100000 Flaschen deutschen Sekt und 3000 l Moselwein. Die Verteilung soll ohne Rücksicht auf die Sektorengrenzen erfolgen.“

„Die Enttrümmerung Berlins wird nach Ansicht von Fachleuten 25 Jahre dauern und 2,7 Mrd. RM kosten.“

„In Saarbrücken hebt die französische Militärregierung die Sperrzeiten auf.“

„Die gesamte Schiffahrt auf dem westdeutschen Kanalnetz ist durch den strengen Frost der letzten Tage zum Stillstand gekommen.“

„Das Treibeis auf dem Rhein nimmt zu, und verschiedentlich ist der Fluß schon bis zur Hälfte zugefroren. Von dem Stillstand des Schiffsverkehrs werden vor allem Lieferungen von Lebensmitteln, Kohlen und Düngemitteln betroffen.“

„In Leipzig wird eine Filiale der internationalen Buchzentrale in Moskau eröffnet, über die russische Literatur für die sowjetische Zone bezogen werden kann.“

 

27. Dezember 1946, Freitag

„Die amerikanische Militärregierung genehmigt die Sendung von Care-Paketen jetzt auch für die sowjetische Zone.“

 

28. Dezember 1946, Samstag

„In Hamburg werden z. Z. durchschnittlich pro Tag 20-30 Schwarzhändler verhaftet.“

 

31. Dezember 1946, Dienstag

„Um 18.00 Uhr tritt das vom amerikanischen Präsidenten Truman proklamierte offizielle Ende des Zweiten Weltkrieges in Kraft.“

„Josef Kardinal Frings predigt im Kölner Dom über das Gebot ‚Du darfst nicht stehlen‘. Er führt aus: ‚Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise durch seine Arbeit oder durch Bitten nicht erlangen kann.‘ Nach dieser Predigt macht das Wort ‚fringsen‘ als Ausdruck für ein unrechtmäßiges Aneignen von fremdem Eigentum seine Runde.“

„Von 9598952 Heimatvertriebenen in den vier Zonen und Berlin stehen 25,4% im Alter bis zu 14 und 10% zwischen 14 und 20 Jahren. In den Westzonen werden 5,5 Mill. Kinder und Jugendliche gezählt, die durch den Krieg ihr Elternhaus verloren haben. 4,75 Mill. davon stammen aus dem Osten. Aus den deutschen Ostgebieten, die unter polnischer Verwaltung stehen, sind in diesem Jahr 1635627 Deutsche ausgesiedelt worden. Seit Beginn der Aktion erfaßte die Aussiedlung 2091949 Deutsche. Beispiele der Aufnahme: Bayern hat in diesem Jahr 544100 Ostflüchtlinge und 1089860 Ausgewiesene aus der Tschechoslowakei aufgenommen.“

„Der Oberbefehlshaber der britischen Zone, Luftmarschall Sir Sholto Douglas, hat eine zeitweilige Unterbrechung in der Umsiedlung der deutschen Bevölkerung aus den polnisch verwalteten Gebieten in die britische Zone verfügt und begründet diese Unterbrechung mit der außerordentlichen Kälte in Mitteleuropa.“

„In der amerikanischen Zone sind in diesem Jahr durch deutsche Gerichte 419600 Personen und durch Militärgerichte 859536 Personen abgeurteilt worden.“

„Die drei westlichen Zonen haben über 30% ihrer Produktion von 1938 wieder erreicht (zum Vergleich: andere westeuropäische Staaten 90%).“

„Das Volkswagen-Werk hat im vergangenen Jahr 10020 VW hergestellt.“

„In Bayern werden 1946 2917 Radiogeräte gebaut. 630 wurden an politisch Verfolgte, 114 an die Militärregierung, 488 an andere Länder der amerikanischen Zone, 603 an Blinde und Schwerstversehrte, 437 an die Presse und Behörden verteilt. 645 verblieben bei den Firmen zum Tausch gegen Materialien.“

„Die aus der sowjetischen Zone gelieferten Briketts tragen die aufgeprägten Texte: ‚UdSSR 30 Jahre Säule des Friedens‘ oder ‚Arbeiter und Bauern der UdSSR bauen eine neue Welt‘.“

„Trotz aller Anstrengungen der Wohltätigkeitsorganisationen kommt in diesem Jahr in den Westzonen einschließlich Berlins nur ein Care-Paket auf 146 Personen. Durchschnittlich können 0,62 kg Lebensmittel pro Person ausgegeben werden.“

„Nach amtlichen Statistiken stehen jedem Deutschen an Wohnraum zu: In der britischen Zone 6,2 qm, in der amerikanischen 7,6 qm, in der französischen 9,4 qm. Über die sowjetische Zone liegen keine Angaben vor.“

Einer Tabelle ist zu entnehmen: Die Wochenlöhne der Industriearbeiter betrugen 1946 in der britischen Zone für Männer an die 40 RM und für Frauen um die 20 RM.

Und

„Im letzten Sommersemester waren etwa 73000 Studierende eingeschrieben, im ersten Nachkriegsjahr 1919 waren es 89160. Mit 6300 Studenten weist die Universität München die größte Hörerzahl auf. Etwa die zehnfache Anzahl von Abiturienten ist wegen des bestehenden Numerus clausus und der Entnazifizierungsbestimmungen nicht zugelassen worden.“

„In Berlin und der sowjetischen Zone erscheinen 81 Tageszeitungen (89 Wochenzeitungen und Zeitschriften), in der amerikanischen 65, in der britischen 159 und in der französischen 88. 1932 gab es in Deutschland 4705 Tageszeitungen mit 120 unterschiedlichen Richtungsangaben.“

„Die Anzahl der ortsfesten Kinotheater in den Westzonen und in West-Berlin beläuft sich auf 2125. In diesem Jahr wurden 300 Mill. Eintrittskarten verkauft, was einer jährlichen Besucherfrequenz von 6,5 pro Kopf der Bevölkerung entspricht.“

 

1. Januar 1947, Mittwoch

„Jakob Kaiser schreibt in der ›Neuen Zeit‹ den Leitartikel ‚Deutscher Weg 1947‘. ‚Wenn nicht alle Zeichen trügen, stehen wir am Beginn des Jahres, das Deutschland eine neue Einheit gibt.’“

„Adenauer erklärt in seinem Aufruf an seine Partei, kein christlich-demokratischer Politiker werde einen Friedensvertrag unterschreiben, in dem die Oder/Neisse-Linie anerkannt wird.“

„2,37 Mill. deutsche Gefangene befinden sich noch in alliiertem Gewahrsam, je zur Hälfte in westlichen und östlichen Lagern.“

„Die SED richtet Kreisparteischulen des Marxismus- Leninismus ein.“

„In Berlin brennen von den ehemals 86000 Gaslaternen wieder 12000.“

„In der französischen Zone wird das nächtliche Ausgehverbot aufgehoben. Deutsche Kraftwagen dürfen jedoch zwischen 22.00 und 05.00 Uhr nicht verkehren.“

 

2. Januar 1947, Donnerstag

„Aufgrund zunehmender Überfälle werden Fußgänger in Potsdam in den Abendstunden mit Polizeischutz begleitet. An bestimmten Sammelstellen und Straßenbahnhaltestellen versammeln sich Fußgänger, um in Polizeibegleitung entfernter gelegene Vororte zu erreichen.“

„Auf Anordnung der britischen Militärregierung richtet der Krupp-Konzern eine eigene ‚Abbruchs-Abteilung‘ ein.“

„Wegen Kohlenmangels werden die Weihnachtsschulferien in Bremen und Hamburg bis zum 14. Januar verlängert.“

 

4. Januar 1947, Samstag

„In Oslo wird mit der Versendung norwegischer Truppen nach Deutschland begonnen.“

„In Hamburg erscheint erstmalig die Zeitschrift ‚Diese Woche‘, konzipiert als deutsches Pendant der britischen ‚News Review‘. Die britischen Presseoffiziere fordern von dem Blatt: ‚Objektive Nachrichten, um der besseren Lesbarkeit willen mit Ursache, Ablauf und Wirkung.’“ ! ! !

 

5. Januar 1947, Sonntag

„In Nürnberg werden verstärkte Stromabschaltungen notwendig. Wechselweise im nördlichen und südlichen Stadtgebiet wird von 7.30 bis 11.30 Uhr und 13.00 bis 18.00 Uhr der Strom abgeschaltet.“

 

6. Januar 1947, Montag

„Erstmalig dürfen auf einer Pressekonferenz der amerikanischen Militärregierung im OMGUS-Gebäude in Berlin wieder deutsche Pressevertreter teilnehmen.“

„Das VW-Werk in Wolfsburg muß wegen Kohlenmangels stillgelegt werden; die Arbeitspause reicht bis zum 10. März 1947.“

 

Und natürlich ist auch eine Reminiszenz an die wichtige Jahreswende vor 70 Jahren wertvoll:

 

24. Dezember 1948, Freitag

„Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes befinden sich in Frankreich und Nordafrika noch 24140 deutsche Kriegsgefangene, in Polen noch 40000, in Albanien etwa 1000.“

„Nach Angaben der Zeitung ‚Neues Deutschland‘ dienen mindestens 40000 ehemalige deutsche Soldaten als Fremdenlegionäre in Indochina.“

„Nach Angaben des Vorsitzenden der SED, Otto Grotewohl, befinden sich noch etwa 300000 Kriegsgefangene in der Sowjetunion. Nach Angaben des bayerischen Roten Kreuzes muß sich die Zahl der Kriegsgefangenen und Vermißten in der Sowjetunion jedoch auf mindestens 1,5 Mill. belaufen.“

„Viele Werke teilen Weihnachtsgratifikationen aus. Die Belegschaft der Kölner Klöckner-AG erhält als Weihnachtsgabe u.a. 3352,5 kg Fett und 19800 Tafeln Schokolade. Im Herbst 1948 beschaffte das Werk 34000 Ztr. Einkellerungskartoffeln für die Belegschaft, die zu 5,70 DM/je Ztr. verrechnet wurden. Der Preis lag damit um 60 Pf unter dem festgesetzten amtlichen Preis.“

 

25. Dezember 1948, Samstag

„Das Leipziger ›Börsenblatt‹ ehrt in einem mehrspaltigen Artikel in Stalin den ‚Wissenschaftler und Schriftsteller‘.“

 

26. Dezember 1948, Sonntag

„Während der bisherigen 6monatigen Luftbrücke wurden 96640 Flüge nach Berlin durchgeführt. In dieser Zeit konnten 700172 t Ware nach Berlin gebracht werden. Insgesamt gingen neun Flugzeuge durch Absturz verloren, dabei waren 26 Todesopfer zu beklagen.“

 

29. Dezember 1948, Mittwoch

„Im ‚Neuen Deutschland‘ stellt Walter Ulbricht den ‚Übergang zur Volksdemokratie in der sowjetisch besetzten Zone‘ in Abrede.

Ulbricht erklärt ferner im ‚Neuen Deutschland‘: In der Westpresse wird ‚behauptet, auf der Halleschen Kreiskonferenz der Bauern sei von der Kollektivierung der deutschen Landwirtschaft gesprochen worden. Diese Meldung ist von Anfang bis Ende erlogen. Niemand wird gegen die Großbauern vorgehen.’“

 

31. Dezember 1948, Freitag

„In seiner Silvesteransprache im NWDR erklärt Ernst Reuter über die Lage in Berlin u.a.: ‚Dunkel sind die Abende, kalt sind die Wohnungen, und was das Allerschlimmste ist, wir sind abgeschnitten von jeder Berührung mit der Außenwelt.’“

„Das Evangelische Hilfswerk für Kriegsgefangene und Internierte hat im vergangenen Jahr mehr als 210000 Briefe, Pakete und Bahnsendungen an deutsche Kriegsgefangene in aller Welt verschickt. In mehr als 1600 Fällen konnte das Hilfswerk die Angehörigen von in Kriegsgefangenschaft verstorbenen Deutschen benachrichtigen. Nach britischen Berichten hat sich der durchschnittliche Gesundheitszustand der aus der Sowjetunion heimkehrenden deutschen Kriegsgefangenen in den letzten Monaten verschlechtert.“

„Nach britischen Angaben sind bei Kriegsende 3730995 deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion gewesen. Diese Aussagen beruhen auf in London gesammelten russischen Heeresberichten. Nach den Akten des Viermächtekomitees in Berlin sind bis zum 1. März 1948 erst 252395 deutsche Kriegsgefangene aus der Sowjetunion heimgekehrt; daraus ergibt sich, daß gegenwärtig 3478600 deutsche Soldaten aus der Sowjetunion noch nicht zurückgekehrt sind; die meisten sind jedoch zu diesem Zeitpunkt vermißt oder verstorben. Seit März 1946 bis zum Jahresende 1948 sind über 104000 ehemalige Kriegsgefangene nach Berlin (West) zurückgekehrt. Wie das Hauptsozialamt des Magistrats mitteilt, kamen davon 43259 aus dem Osten.“

„Während der FDGB am 1. Mai 1948 in Großberlin etwa 600000 Mitglieder hatte, sind es Ende 1948 nur noch 403000. Die ausgetretenen Mitglieder haben sich überwiegend in der UGO zusammengeschlossen, obwohl sie im Sowjetsektor Berlins nicht zugelassen ist.“

„Im Jahre 1948 flüchteten etwa 150000 Menschen aus der sowjetischen Zone nach Westdeutschland.“

„In Berlin gibt es 113000 Arbeitslose und 67000 Kurzarbeiter. Aufgrund der Blockade mußten von 62500 Betrieben 5712 stillgelegt und 10480 auf Kurzarbeit umgestellt werden.“

„Der Vollhauer-Durchschnittslohn im Ruhrbergbau beträgt im Jahresdurchschnitt 10,96 DM/je Schicht.“

„Im VWG erhält der Normalverbraucher 1800 Kal. pro Tag; davon werden 1100 durch die Inlandsproduktion gedeckt (1947: 700 – 800 Kal.). 300 – 400 Kal. werden als zusätzliche Erwerbsmöglichkeit pro Kopf und Tag geschätzt.“

„1 US-Dollar kostet 3,70 DM, 1 Paar Damenstrümpfe 10,- DM. Die Berliner Wechselstuben verkaufen 1 DM (West) für 3,50 DM (Ost).“

„Die Realeinkommen der Industriearbeiter der Bizone liegen bei 67% des Standes von 1938.“

„1948 ist das Rekordjahr der Scheidungswelle. In den drei Westzonen kommen auf 100000 Einwohner 186 Scheidungen; noch 1950 werden nur etwa 60% der gesamten bundesdeutschen Bevölkerung in ‚vollständigen Familien‘ leben.“

„In den Westzonen erhöht sich die Zahl der Kinotheater im Laufe des Jahres auf 2975. Die jährliche Besuchsfrequenz erreichte 9,1 pro Kopf der Bevölkerung. In den Westzonen Deutschlands werden im Laufe des Kalenderjahres 23 Filme uraufgeführt.“

„Die Besucherzahl der Kinos in der sowjetischen Zone ist 1948 gegenüber den Vorjahren gesunken. Vor allem der russische Film hat bei einem Besucherdurchschnitt von 30-40% bei Jahresanfang einen Stand von 10-15% am Jahresende erreicht. Lediglich politisch untendenziöse Filme wie ›Steinerne Blume‹ oder ›Wolfsblut‹ sind erfolgreich.“

„In Deutschland waren Ende 1948 bei den einzelnen Oberpostdirektionen rd. 9,8 Mill. Rundfunkhörer angemeldet. In der britischen Zone sind es 3550000, in der amerikanischen 2435000, in der französischen 600000 und in der sowjetischen 2500000. Berlin hat 730000 Hörer.“

 

1. Januar 1949, Samstag

„Der Urlaub für Bergarbeiter wird um 60% erhöht.“

„Jeder Erwerbstätige im Raum der drei westlichen Zonen wird im Jahr 1949 etwa 200 DM für die Deckung der Besatzungskosten zahlen.“

„Für den Monat Januar beträgt die Ration für Normalverbraucher: 11000 g Brot, 1625 g Nährmittel, 500 g Fleisch, 800 g Fisch, 625 g Fett, 125 g Käse und 1500 g Zucker.“

„Die Post eröffnet den Fernsprechdienst mit Finnland. Im Laufe des Jahres wird der Sprechdienst mit weiteren 46 Staaten der Welt (am 23. Dezember 1949 zuletzt mit den Philippinen) wieder aufgenommen.“

„Zur Aufhebung von kriegsbedingten Beleuchtungsvorschriften dürfen in der Bizone Kraftfahrzeuge nur noch mit 2 funktionierenden Scheinwerfern und roten Rückleuchten fahren, Motorräder müssen mindestens 1 Scheinwerfer und 1 Rücklicht haben, Pferdefuhrwerke müssen mindestens zwei weiße Lampen vorn und 1 rote Lampe hinten haben.“

„Das seit 19. Dezember 1947 geplante ‚Forschungsinstitut für den wissenschaftlichen Sozialismus‘ der SED nimmt seine Arbeit auf.“

 

3. Januar 1949, Montag

„Ernst Reuter, Oberbürgermeister von Berlin (West), fordert vor der SPD die Eingliederung Berlins in den vorgesehenen westdeutschen Staat.“

„In Berlin nimmt die ‚Zentrale für politische Ostzonenflüchtlinge‘ ihre Arbeit auf.“

„Die organisatorische Trennung der KPD der drei Westzonen von der SED findet statt. Die zuvor, am 27. April 1948, beschlossene Umbenennung der KPD in ‚Sozialistische Volkspartei Deutschlands‘ wird von den Militärregierungen in den Westzonen nicht genehmigt. Die offizielle Lösung der KPD von der SED findet in Frankfurt/Main statt.“

„Der Parteivorstand der KPD gibt in Düsseldorf seine organisatorische Trennung von der SED bekannt, um die ‚besonderen Kampfbedingungen in Bizonien‘ besser erfüllen zu können.“

„Auf Befehl der SMAD muß der Landesvorstand Brandenburg der Sowjetzonen-CDU allen Angestellten kündigen, die in einem der Berliner Westsektoren wohnen.“

„Der erste Fruchtdampfer seit 1939 ist im Hamburger Hafen mit 41600 Kisten Zitronen und Apfelsinen eingetroffen.“

 

4. Januar1949, Dienstag

„Über 150 Flüchtlinge aus der sowjetischen Zone melden sich bei der Eröffnung einer vom verfassungsmäßigen Berliner Magistrat eingerichteten ‚Ostzonenflüchtlingsfürsorgestelle‘.“

„Auf sowjetischen Befehl werden alle im Postamt 17 im Sowjetsektor Berlins eingetroffenen Auslandspakete für Westberliner Empfänger beschlagnahmt. Personen, die ihre Sendung bereits erhalten haben und sich noch im Schalterraum aufhalten, müssen ihre Sendung wieder zurückgeben. Ein Angestellter des Postamtes erklärt, daß Pakete an Westberliner nicht mehr ausgeliefert werden.“

 

5. Januar1949, Mittwoch

„Im RIAS starten die ‚Insulaner‘ ihre bekanntgewordenen Funkkabarett-Sendungen. Das Leitmotiv ihrer Programme ist: ‚Der Insulaner verliert die Ruhe nicht‘.“

 

8. Januar 1949, Samstag

„200. Tag der Berliner Luftbrücke. Vom 14. Dezember bis zum 4. Januar 1949 wurden täglich im Durchschnitt 1626 t Lebensmittel nach Berlin geflogen. Im November waren es im Tagesdurchschnitt 1128 t. Die Gesamtmenge der über die Luftbrücke nach Berlin beförderten Lebensmittel betrug zwischen dem 28. Juni 1948 und dem 4. Januar 1949 227314 t.“

 

Also, gesundes neues Jahr!

 

Wie die öffentlich-rechtlichen Medien unsere Demokratie gefährden

 

17. September 2018: Bellarmin an Mephisto

 

Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst der Aäffde.

Und obwohl die Wähler dieser Partei durchgängig denunziert werden als „Menschen, die sich vor Veränderungen fürchten“ oder als Menschen, die sich ängstigten vor ihrem „Abstieg“, ist doch überdeutlich zu sehen, daß  vielmehr die Denunzianten selber es sind, denen der Angstschweiß auf den Stirnen steht. Denn jene in vielem und so manchem unappetitliche Partei ist bereits eine Macht – und die wird immer stärker. Doch anstatt die Gründe für die offenkundige Tatsache zu analysieren als Voraussetzung, sich mit derselben und im Gefolge mit der Aäffde endlich politisch oder sogar rational auseinanderzusetzen, was man seit Jahren behauptet tun zu wollen, ohne es zu tun, haben sich, wie selbst Karl Marx es wohl beschreiben würde, alle Parteien des Bundestages samt den öffentlich rechtlichen Medien „zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet“.

Das Kompositum „Hetzjagd“ enthält übrigens das Wort „Hetze“.

Es ist mehreres faul geworden im Staate Deutschlands, und etwas davon betrifft unsere gebührenfinanzierten Medien.

Und ihre Hetze.

Nicht daß Du mich mißverstehst, ich trete unbedingt ein für die Existenz dieser Medien! Ich halte sie für elementar notwendig. Gerade in heutigen Zeiten! Und diejenigen, die auf ihre Abschaffung dringen, scheinen wirklich nicht zu wissen, was sie tun.

Aber gesund sollten die Medien sein in ihrer Widerspiegelung dessen, was ist.

Gesund und frisch, wie sie es weitestgehend einmal waren!

Damals während des Kalten Krieges…

Als man noch fürchten mußte, vorgeführt zu werden vom Osten.

Und auch Tag für Tag vor Augen hatte die widerliche Verlogenheit einer tendenziösen Berichterstattung.

Und als man noch wußte um die letztendlich unüberwindliche Stärke der Wahrheit gegenüber dem Imperium der Lüge.

Doch heute?

Im Zeitalter der Falschmeldungen, pardon, der Fäknjus?

Generell muß man erst einmal feststellen, sind so gut wie alle bundesdeutschen Nachrichten heute gekennzeichnet durch eine panische, mitunter schon ans Absurde grenzende Angst vor dem doch eigentlich mitteilsam Wichtigen.

Nämlich den Fakten.

Und die sind, im Gegensatz zu den heutigen Meldungen, meistens nüchtern.

Stattdessen sind bundesdeutsche Nachrichtenmeldungen heute spürbar geschüttelt vor Abneigung, ja buchstäblich vor Angst vor dem tatsächlichen Geschehen, vor dem blanken Ereignis.

Du wirst das in Deutschland seit einigen Jahren ablesen können schon an der Struktur jeglicher Meldung: Zuerst erfolgt so gut wie immer eine wertende Sprechblase durch einen oder mehrere Richtigdenker, meist also von Politikern. Eventuell noch, zur Erhöhung der Folter, gefolgt von einem oder mehreren „richtig“ einordnenden Aspekten meist in Form von Wiederholungen des allseits Bekannten und oft tagelang zuvor bereits Durchgekauten.

Aus fühlbarer Angst vor eventuell aufkommenden unrichtigen oder gar politisch „unkorrekten“ Gedankengängen der unmündigen Rezipienten.

Erst dann, endlich!, kommt das, worum es eigentlich geht.

Als Gnadenerweis eventuell sogar in einem vollständigen Satz.

Methode: Permanente Vertauschung des Primären mit dem Sekundären.

Hervorragendes Beispiel war wieder die Berichterstattung über die Tötung und Verwundung dreier Deutscher durch Zuwanderer in Chemnitz, pardon, die Berichterstattung über die „Vorfälle in Chemnitz“.

Ogottogott, das könnte ja der Aäffde nützen!

Also, am besten folgender Aufbau der Nachrichten:

Als erstes diesmal nicht wie sonst übel üblich Berichte über Gegendemonstrationen der Anständigen anstelle des primär Wesentlichen in Gestalt der Demonstration, sondern Alarmplan B: Ausführliche Politikerstimmen, die einhellig die Demonstrationen im Anschluß „der Vorfälle in Chemnitz“ als rechtsextrem verurteilen.

Als zweites: Brandmarkierung der Demonstranten anhand einiger Geschehnisse wie etwa Hitlergrüße von Rowdies, pardon, von Hooligans. Im Fernsehen wird ausschließlich das entsetzliche Video eines brüllenden Mobs gezeigt. Bestenfalls noch Höcke in einem Bild zusammen mit diesem „Kleinkriminellen“ von Pegida aus Dresden. Methode nach Karl-Eduard von Schnitzler à la Fernsehfunk der DDR: Alles ausschließlich in sekundenschneller Sequenz. Nie ein Gesamtüberblick, um den zu schockierenden Zuschauern per pars pro toto zu zeigen: Das waren alles nur 8.000 krummbeinige Idioten!

Die Chemnitzer Polizeidirektion teilte mit, es habe auch Zusammenstöße mit Beamten gegeben.“

Als Letztes, ausnahmsweise sogar in zwei ganzen Sätzen:

In der Nacht zum Sonntag war ein 35-jähriger Mann nach einem Streit seinen Verletzungen erlegen. In die Auseinandersetzung waren nach Polizeiangaben Personen unterschiedlicher Nationalitäten verwickelt.“

Tja, was ist es wohl, was die Aäffde stärkt?

 

Auf einer Demonstration am Montag hatten mehrere Menschen den Hitlergruß gezeigt. Einwohner entgegneten dem Ministerpräsidenten, die weitaus meisten Teilnehmer seien ganz normale Bürger gewesen. Mehrfach wurden in der Diskussion Buhrufe laut.

30. August 2018, Donnerstag, DLF über den Bürgerdialog des sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer in Chemnitz

 

Für diejenigen, die das in aller Sachlichkeit artikulieren möchten, gibt es kaum Raum zwischen rechtsradikalen Agitatoren sowie asozialen Trittbrettfahrern auf der einen und den moralisierenden Einschüchterungen auf der anderen Seite.

31. August 2018, Freitag, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

 

Wenn all diejenigen weiterhin pauschal als Neonazis oder Rassisten abgestempelt werden, die ihren Unmut darüber äußern, dass 2015 über eine Million Flüchtlinge und Migranten unkontrolliert ins Land gelassen wurden, dann braucht man sich über den wachsenden Zulauf, den rechte Parteien und Bewegungen in Deutschland erhalten, und über die zunehmende Polarisierung des Landes nicht zu wundern.

31. August 2018, Freitag, WENHUIBAO

Aus Schanghai!

 

 

Klaus B…..i.: Bitte melde Dich noch einmal unter der Nummer ……….9!

 

Wenn das Volk zu dumm ist

26. März 2018: Bellarmin an Mephisto

Zeitgleich mit der Amtsübernahme hat unser neuer Innenminister Horst Seehofer der Bild-Zeitung ein Interview gegeben, woraus er am 16. diesen Monats im Deutschlandfunk unter der Überschrift „Seehofer Äußerung: Streit um Rolle des Islams“ in den verschriftlichten Nachrichten satzfetzenweise zitiert wird mit:

„…er halte den Satz ‚Der Islam gehört zu Deutschland‘ für falsch. Allerdings fügte er hinzu, die bei uns lebenden Muslime gehörten ‚aber selbstverständlich‘ zu Deutschland. Seehofer widerspricht mit seiner Äußerung sowohl dem früheren Bundespräsidenten Wulff, als auch Bundeskanzlerin Merkel: Beide hatten schon vor Jahren gesagt, dass der Islam sehr wohl zu Deutschland gehöre.“

Darauf meinte die unvermeidliche Grünen Fraktionschefin Göring-Eckardt meinen zu müssen und wird in derselben Meldung zitiert, allerdings als Gegensatz zur infrage zu stellenden Seehofer Äußerung mit der von dem öffentlich-rechtlichen Medium in der üblichen üblen parteilichen Berichterstattungsmanier in vollständigen Sätzen:

Es ist entlarvend, wenn der selbsternannte Heimatminister als erstes sagt, wer nicht dazu gehört. Mit seiner ersten Aussage als Minister macht Horst Seehofer deutlich: ihm sind die Anliegen von AfD wichtiger als die Anliegen der deutschen Muslime.“

Obwohl doch selbst die außerordentlich knappe Wiedergabe des angeblich Selbsternannten nicht darum herumkommt, zitieren zu müssen, daß er gesagt habe, was nicht dazu gehört und, ausdrücklich, wer dazu gehört!

Aber wenn einem beim Lesen die Brille oder das Hirn ideologisch verkleistert ist, und man sich Mühe gibt, damit es einem diffamierend in den Kram paßt, kann man wer und was natürlich auch verwechseln…

Freilich, es ist zwar schon eine Weile her, aber lange bevor ich erfuhr, daß Katrin Göring-Eckardt zu Zeiten der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik Funktionärin der sogenannten Freien Deutschen Jugend gewesen sei, fühlte ich mich jedesmal, wenn ich sie hörte, wie sie der Welt die Welt erklärte mit stets vorhersehbarem Urteil und dezidierter Verurteilung, da fühlte ich mich jedesmal versetzt in eine FDJ-Politinfomationsstunde: es ist der marxistisch-leninistische Duktus des genau Bescheidwissens.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text…

Und noch heute, ich kann mich dessen nicht erwehren, wenn ich sie treten sehe vor die Mikrofone und Kameras, steht sie mir sofort vor Augen in blauer FDJ-Bluse samt zugehöriger Zweifelsfreiheit, und am Kragen glänzt silbern ihr Abzeichen „Für gutes Wissen“.

Also, wir sollen offensichtlich lernen:

Seehofer = AfD.

Und vorher hatte man uns ja schon eingetrichtert in den nachrichtlichen Politinformationsstunden:

AfD = Nazi.

Ach so…

Na dann!

Dann erübrigt sich ja wieder einmal alles weitere.

Gott sei Dank!

Wir brauchen uns keiner Diskussion zu stellen!

Doch, sicher ist sicher, wenngleich wir nun schon das Abzeichen für gutes Wissen, pardon, für politische Korrektur erworben haben in selbiger Angelegenheit, und damit es auch der letzte Dämlack endlich begreife und hinfort rischtisch denkt, wird ausführlicherweise in derselben nachrichtlichen Meldung des öffentlich-rechtlichen Mediums uns noch weiter entgegengehalten im Hinblick auf die Seehofer-Satzfetzen:

Die religionspolitische Sprecherin der Linksfraktion – Christine Buchholz – erklärte: ‚So ein Innenminister gehört nicht zu einem religiös und weltanschaulich vielfältigem (sic!) Land.’“

Ausweisen!

Sofort ausweisen den Seehofer!

Aus unserem weltanschaulich vielfältigen Land!

Und schnell!

Bevor der Kerl seine Papiere wegschmeißt!

Und nunmehr unausweisbar nackt dasteht mit seinem Händi…

Doch wenn Du naiverweise jetzt immer noch denkst, damit hätte sich’s endlich, und nun wäre alles korrekt korrigiert – ha!

Neben anderen, mit denen ich Dich humanerweise hier aber nicht weiter behelligen werde, darf im Chor der Entrüsteten doch natürlich unsere Andrea Nahles nicht fehlen in derselben Meldung, die Fraktionschefin der SPD, bei deren Absonderungen man sich öfter fragt und denkt: Hat sie das durchdacht?

Nahles betonte, die Debatte um den Islam sei acht Jahre alt und werde immer noch in der Union geführt – und bringe niemanden weiter.“

Ach so…

Das ist bereits geklärt!

Das ist acht Jahre lang debattiert worden!

Das interessiert keine Sau mehr, und der Horst Seehofer ist blöd!

Und kommt selbsternannt aus Bayern und hat die Debatte nicht mitgekriegt!

Wie scheinbar 76 Prozent des Volkes auch nicht.

Laut einer anschließend von der Welt initiierten Umfrage stimmten satte Dreiviertel der Befragten Seehofers Äußerung zu, „er halte den Satz ‚Der Islam gehört zu Deutschland‘ für falsch“.

Vordringlich sehe ich nun zwei Möglichkeiten.

Die eine ist die Methode nach Bertolt Brecht: Wenn das Volk zu dumm ist und nach acht Jahre langer Debatte unkorrigierbar falsch denkt, wähle sich die Regierung ein anderes!

Die zweite ist die am 3. Oktober vorigen Jahres von unserem, nach der letzten Bundestagswahl freilich erschrockenen, Bundespräsidenten derart denkwürdig formulierte:

Wir müssen uns ehrlich machen…“

 

25.3.16 Serapion an Mephisto

 

Es steht im Koran geschrieben

Der Terror der Gewalttäter von Paris, der die Welt entsetzt, entspricht koranischem Gebot. In Sure 8, Vers 60 verlangt Allah von den Muslimen, alle Mittel einzusetzen, „um die Feinde Allahs, die auch eure Feinde sind, zu terrorisieren“. Damit der Islam in den Augen von Nichtmuslimen akzeptabel erscheint, werden in europäischen Koranübersetzungen für „terrorisieren“ gefälligere Vokabeln wie „einschüchtern“ oder „erschrecken“ verwendet (und unwissend nachgeplappert). Doch das im Koran verwendete Verbum lautet „turhibûna“, was korrekt nur als „terrorisieren“ wiedergegeben werden kann und auch heutzutage in diesem Sinn gebraucht wird. Was die Verbrechen angeht, die im sogenannten „Islamischen Staat“ an der Tagesordnung sind, dient der Koran, Sure 5, Vers 33, ebenso als Handlungsanleitung: „Jedoch der Lohn derer, die gegen Allah und seine Gesandten Krieg führen und Verderben im Land zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet und gekreuzigt werden oder dass ihre Hände oder Füße wechselseitig abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Land vertrieben werden.“

Von Muslimen wie jetzt in Paris beziehungsweise von islamophiler Seite wird stattdessen regelmäßig beteuert, dass im Koran stehe: „Wenn einer einen Menschen tötet, dann ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte.“ Soll heißen, dass ein Mörder nichts mit dem Islam zu tun haben könne. Doch Sure 5, Vers 32 auf diese Weise zu zitieren ist eine grobe Irreführung, wenn nicht bewusste Täuschung. Die gebildeten Muslime wissen das. Der Vers lautet vollständig: „Aus diesem Grund haben wir den Kindern Israels geboten, dass, wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für einen Mord an einem anderen oder für im Land angerichtetes Unheil –, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet.“ Der Vers schließt also Tötungen nicht kategorisch aus, wie das unzulässig abgemilderte Kurzzitat suggerieren möchte, sondern gestattet (verlangt?) selbstverständlich die Tötung eines Menschen als Vergeltung für Mord und als Strafe für Aufrührer. Aber noch wichtiger ist: Allah wendet sich hier nicht an die Muslime, sondern an die Juden; diese sind es, die den Satz „Wenn einer einen Menschen tötet …“ beachten sollen. Arabische Korangelehrte räumen ein, wie der Satz aktuell zu verstehen ist, nämlich: „Wenn ein Jude (beziehungsweise Nichtmuslim) einen Muslim tötet, dann ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte.“ Das ist das Gegenteil dessen, was mit der (immer unvollständigen) Zitierung des Satzes bei gutgläubigen Menschen bewirkt werden soll. Was Allah von den Muslimen gegen diejenigen, die sich dem Islam widersetzen, verlangt, folgt direkt im nächsten Vers, den ich oben zitiert habe: tötet und kreuzigt, schlagt Hände und Füße ab. Der Islam ist eine nie revidierte Gewaltideologie, die im Gewand einer Religion daherkommt. Sie wurde und wird stärker, je mehr sie hofiert und gefördert wird. Wer den Islam schönredet, muss wissen, dass er als geistiger Brandstifter agiert und sich mitschuldig macht.

Merkels „Wir schaffen das“ ist ein ungedeckter Wechsel auf die Zukunft. Er wird platzen, sobald es wirtschaftlich abwärts geht, die Flüchtlingsmengen nicht mehr zu alimentieren sind, die Sozialsysteme und Krankenkassen kollabieren und Justiz und Polizei bis zur Lähmung überfordert und erschöpft sind. 75 Prozent der Flüchtlinge (ohne Sprachkenntnisse, ohne berufliche Qualifizierung, aufgrund der eigenen schrecklichen Erfahrungen psychisch Destabilisierte und Hilfsbedürftige) werden nicht zu integrieren sein. Sie – spätestens ihre ungeratenen, von muslimischen Hasspredigern indoktrinierten Söhne – werden in Deutschland zusätzlich zu den bereits existierenden Parallelgesellschaften die Banlieues bilden, die Frankreich und Belgien schon haben. Sie werden desillusioniert und chancenlos die Bataillone künftiger Dschihadisten im Land bilden.

Nachweislich wahr ist: Solange der Islam nicht aus der Welt ist, wird es in ihr keinen Frieden geben. Das wusste (neben anderen wie Voltaire, Schopenhauer, Heinrich Heine, Winston Churchill oder Elias Canetti) schon Karl Marx: „Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen“ (Marx-Engels-Werke, Bd. 10, Ost-Berlin 1961, S. 170).

Wir sollten dem Verfasser des obigen Textes, Dr. Ekkehart Rotter, Bad Vilbel, und der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG für dessen Abdruck sehr dankbar sein für das, was dem Islam offensichtlich fehlt: Mut zur Aufklärung!

Das bemerkenswerte Zitat kannst Du nachlesen in der F.A.Z. vom Montag, dem 7. Dezember 2015 auf Seite 18 in der Rubrik „Briefe an die Herausgeber“ unter der Überschrift „Es steht im Koran geschrieben“, und es bezieht sich auf die Berichterstattung nach den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 und auf die Meldung „Merkel: Wir sind stärker als der Terrorismus“ in der F.A.Z. vom 16. November 2015. Es bezieht sich also auf die Massenmorde in Paris vor den jetzigen Massenmorden in Brüssel. Es ist demnach geschrieben noch vor der Silvesternacht von Köln („Justiz und Polizei bis zur Lähmung überfordert“) und vor den Anschlägen und Terror- und Fahndungsmeldungen, die das diesjährige Osterfest zu dominieren scheinen. Und leider könnte man wetten, der Artikel wird noch aktuell sein, wenn die Zeitung vergilbt ist.

Wo sind die religiösen Führer des sogenannten friedlichen Islam, die das heimtückische Ermorden friedlicher Menschen bei den jüngsten Anschlägen in Brüssel mindestens ebenso vehement anprangern wie das Zeichnen von Mohammed-Karikaturen? Wo sind ihre empörten Massen?