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Thalatta ! Thalatta !

Schlagwort-Archiv: Tragödie

9.1.16 Bellarmin an Mephisto

Sofern wir gut aufpaßten, konnten wir diese Woche eine Menge lernen!

Ich lernte, um nur ein Beispiel unter vielen zu nennen, daß auch deutsche Männer Frauen vergewaltigen sollen.

Das hatte ich noch gar nicht gewußt. Danke!

Allerdings ist mir auch niemand bekannt im Angesicht des aktuellen Problems, der die Frage gestellt hätte: Vergewaltigen auch deutsche Männer Frauen?

Oder der behauptet hätte: Deutsche Männer vergewaltigen keine Frauen.

Und dennoch teilte man mir schon einmal vorauseilend jene Wahrheit mit!

Damit ich beileibe nicht erst auf den Gedanken käme, deutsche Männer vergewaltigten keine Frauen.

Oder genauer: Nur Ausländer vergewaltigen Frauen.

Danke also für diese Einschätzung meines intellektuellen Niveaus!

Und der des deutschen Publikums.

Bei all dem lernte ich übrigens weiter: Es gibt Weisheiten, die zu nichts nützen. Die, von Interessierten zum richtigen Zeitpunkt unter die Leute gebracht, das Thema zerreden. Die eine die Problemlösung befördernde Wahrheitsfindung behindern.

Also Wahrheiten, die der Wahrheit im Wege stehen.

Weiterhin konnte man wieder lernen: Tragik im aristotelischen Sinne entsteht dadurch, daß die gewählten Mittel der Katastrophenverhütung die Katastrophe herbeiführen. Ein derartiges tragisches Mittel ist die nach Meinung ihrer meist linksgläubigen Kesseltreiber probate Waffe gegen unkorrektes, also falsches Gedankengut, und es heißt, fremdsprachlich die präzisen Wörter „Zensur“ und „Denkverbot“ verhüllend, „Political Correctness“.

Also, da erlebten wir sie wieder lehrreich und in praxi, die politische Korrektur:

Mittwoch, 6. Januar, KÖLNER STADT-ANZEIGER:

Mit einer souverän agierenden Polizei hat das nichts zu tun. Deren Führung muss sich die Frage stellen, ob sie ihren Aufgaben noch gerecht wird, ob sie verfälschende Pressemitteilungen wie am Neujahrstag herausgibt, weil sie es nicht besser weiß. Oder weil sie glaubt, politischen Interessen dienen zu müssen. Informationen zum Hergang nur scheibchenweise oder gar geschönt weiterzugeben, macht alles nur noch schlimmer. Weil es der untaugliche Versuch einer überforderten Obrigkeit ist, das Idyll eines freundlichen Deutschland zu behaupten, während im Land selbst längst Sorgen und Ängste vor der dunklen Kehrseite umgehen.

Mittwoch, 6. Januar, DE TELEGRAAF:

Bislang wurden diejenigen, die der großen Zahl von Flüchtlingen aus wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Erwägungen heraus kritisch gegenüber stehen, in eine politische Ecke gedrängt, in die sie nicht gehören. Und links angehauchte Medien schreckten nicht davor zurück, ihren Beitrag zur Manipulation zu leisten: Sie bauschten Angriffe auf Flüchtlinge auf und bagatellisierten Delikte der Asylsuchenden. Heruntergespielt wird auch der Fakt, dass sich unter den Migranten überproportional viele junge Männer befinden, deren Ansichten zum Verhältnis von Mann und Frau geradezu mittelalterlich sind. Die Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof und ähnliche Vorfälle in Hamburg und Stuttgart sind eine Folge davon.

Freitag, 8. Januar, RHEINISCHEN POST:

Schockierend sind Meldungen, nach denen die Kölner Polizei angeblich die Herkunft der Täter verschleiern wollte. Wer die Wahrheit über Täter aus vermeintlich politischer Korrektheit verschweigt, ist ein geistiger Brandstifter. So werden rechtsradikale Ressentiments geschürt.

Freitag, 8. Januar, KÖLNER STADT-ANZEIGER:

Was tut eine Polizei, die Fakten frisiert, eigentlich sonst noch? Wird so auch ermittelt? Sind solche Verfahren auch in anderen Behörden Praxis?

Freitag, 8. Januar, RZECZPOSPOLITA:

Bislang gab es in den Medien thematische Grenzen, die nicht überschritten wurden. Sie waren ein Ausdruck jener politischen Korrektheit, die es in Deutschland im öffentlichen Raum seit langem gibt. In privaten Gesprächen hingegen äußern viele Deutsche ganz andere Ansichten.

Samstag, 9. Januar, DIE WELT:

Der Tag, an dem der Polizeibericht über die wahren Begebenheiten der Silvesternacht bekannt wurde, wird in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen. Seit diesem Tag nämlich beginnen mehr und mehr Zeitgenossen, auf die Vorzüge und die Gefahren der Masseneinwanderung hinzuweisen und die bisherigen Tabus als das zu übergehen, was sie sind: Denkverbote, deren Herrschaft stets zu einer verklemmten Debattenkultur führt.

Samstag, 9. Januar, THE NATIONAL POST:

Die ‚Political Correctness‘ wendet sich gegen sich selbst. Der Versuch, einen öffentlichen Aufschrei durch das Frisieren der Realität zu umgehen, resultiert nur in einem umso größeren Aufschrei, wenn die Fakten zu Tage treten – und das tun sie immer. In Köln haben alle staatlichen Autoritäten versagt – die Polizei, die Bürgermeisterin, die Verwaltung, die Presse. Sie haben die Bürger belogen oder zumindest durch Unterlassungen getäuscht.

Samstag, 9. Januar, GAZETA WYBORCZCA:

Die Menschen fordern Konsequenzen – die Wut in Deutschland wächst. Zumal Populisten aus aller Welt über die Deutschen lachen und sagen, wer eine Million Flüchtlinge ins Land lasse, müsse mit den Folgen leben.

Samstag, 9. Januar, TAGES-ANZEIGER:

Deutschland wird künftig ehrlicher über die Schwierigkeiten und Gefahren debattieren müssen, die die Zuwanderung mit sich bringt, als bisher. Das Reden über Ausländer ist in diesem Land im internationalen Vergleich außergewöhnlich gehemmt.

Samstag, 9. Januar, DUMA:

Die Szenen am Kölner Dom haben zu einem Bruch mit dem bisherigen deutschen Tabu geführt, das Verhalten muslimischer Gemeinschaften öffentlich zu kritisieren. Auch den Tolerantesten wird immer klarer, dass die Flüchtlinge bei weitem nicht nur jene Mütter mit weinenden Kindern sind, die Fernsehsender uns monatelang als die Realität präsentierten.

Politische Korrektur führt zur Lüge. Politische Korrektur führt zum sogenannten Unwort „Lügenpresse!“ Und da wir gerade über aristotelische Tragik sprachen: Politische Korrektur führt zur Bundeskanzlerin Frauke Petry.

 

„Deutschland ist eine anatomische Merkwürdigkeit: Es schreibt links und tut rechts.“

(Kurt Tucholsky 1890-1935)

 

Mephisto an Serapion

 

Es kommen härtere Tage oder Der teuflischen Tragödie zweiter Teil

 

Es kommt nun eine Zeit, die werden wir nicht lieben.

Die Jahre zogen hin, wir standen voll im Saft,

Da gab’s die Mastercard, die galt es reinzuschieben,

Und prompt kroch durch den Schlitz soziale Marktwirtschaft.

 

Du meinst, das sei nicht so, die Jahre waren mager?

Du kamst mal eben hin und lebtest nicht leger?

Dann zieh jetzt Lehren draus, sonst bleibst du ein Versager

Und siehst, welch Glück in jenen Zeiten blüht, erst immer hinterher…

 

Mephisto an Serapion

 

Die teuflische Tragödie

 

Im ungleichen Gefecht willst du dich halten?

Dies wird dir ungewohnte Geister wecken!

Die mußt du zügeln und sogar verstecken:

Darfst deine kargen Kräfte nicht zerspalten.

 

Weißt du dich klug und besser als die kalten,

Verlognen Feinde? Darfst sie doch nicht necken!

Wirst sonst an ihrer Übermacht verrecken:

Mußt lassen deine Vor- und Nachsicht walten.

 

Denn bist du wahrlich im Besitz des Wahren,

So wirst du auch naturgesetzlich siegen:

Ihr Tun wird ihren Fehler offenbaren!

 

Dann kannst du triumphieren und erfahren:

Du mußt nicht mal den kleinsten Finger biegen

Für deinen Sieg… in hundertfünfzig Jahren!

Bellarmin an Mephisto

Es handelt sich um eine Tragödie im klassisch aristotelischen Sinn: Solange die deutschen Medien in ihrer Berichterstattung über gewisse Demonstrationen des tumben Volkes nicht in der Lage sind oder sein wollen, zu unterscheiden zwischen „islamfeindlich“ und „islamisierungsfeindlich“, um nur ein Beispiel zu nennen, werden sie exakt das befördern, wovor nicht nur sie sich ängstigen. Wollen doch die Damen- und Herrschaften endlich zur Kenntnis nehmen, daß das blöde, von Rattenfängern verführte Volk Woche für Woche kaum zu Tausenden wegen „vermeintlicher Einwanderungsprobleme“ durch die zugigen Straßen marschiert, sondern wegen der Einwanderungsprobleme. Und daß es sich kaum um „vermeintliche Probleme der Kommunen“ und „möglichen Sozialmißbrauch“ handelt, sondern um Probleme der Kommunen und um Sozialmißbrauch. Zumal wenn Ende August plötzlich ein Gesetzespaket gegen den „Missbrauch von Sozialleistungen durch Zuwanderer aus anderen EU-Staaten“ auf den Weg gebracht und inzwischen verabschiedet wurde. Und man zusätzliche „Soforthilfen“ für ehemals „vermeintlich“ „betroffene Städte und Gemeinden“ sich bereitzustellen genötigt sah. Und ebenso, daß es sich kaum um eine nur „gefühlte Bedrohung durch Kriminalität“ handelt, sondern um Bedrohung. Über welche die Menschen in den grenznahen Gebieten zu Polen und Tschechien seit Jahren genauso klagen wie über den gleichzeitigen Abbau von Polizeidienststellen. Und wenn am ersten Oktober laut Lagebericht zur organisierten Kriminalität über sechzig Prozent dieser Verbrechen in Deutschland als von ausländischen Banden verübt ausgewiesen werden, sollte die abendliche Tagesschau am selbigen Tage und allen weiteren Tagen das nicht verschweigen, sondern es sollten die Medien darüber informieren und nicht wie der Deutschlandfunk politisch korrekt herumeiern, die Mehrheit jener Verbrechensart, nämlich vierzig Prozent, werde von Deutschen verübt, da die bescheidenen Restprozente sich ja auf verschiedene andere Völkerschaften verteilen.

Wenn nun das unaufgeklärte (!) Volk mit der falschen Meinung über die Pflastersteine zieht und „Lügenpresse“ skandiert, ist die Ratlosigkeit groß. Was kann man denn da machen?

Wie wäre es, die Demonstrationen als Weckruf zu empfinden und sich der vornehmsten Journalistenpflicht zu besinnen, in der Berichterstattung nämlich erstens die wesentlichen Fakten von den unwesentlichen zu scheiden und sie zweitens ungeschönt zu präsentieren – also nicht tendenziös und geschminkt durch die  (Selbst-)Zensur einer vermeintlich, hier wäre das Wort einmal am Platze, einer vermeintlich politischen Korrektheit?

Kurz, man sollte dem zahlenden Pöbel die Wahrheit zumuten. Doch fürchte ich, das Unterfangen wird bereits an der Unterscheidung des Wesentlichen vom Unwesentlichen scheitern.

Ein anderer Ausweg bestünde natürlich in der Befolgung der brechtschen Empfehlung, bei zu dummem und undankbarem Volke seine Perlen nicht vor die Säue zu schmeißen, sondern sich ein besseres zu wählen. Am besten eines mit gelenkter Demokratie.