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Thalatta ! Thalatta !

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8.4.16 Mephisto an Bellarmin

 

Willkommen auf der Welten Oberfläche!

Hier gleitest du auf geradestem Asphalte,

Hier fühlst du Glätte ohne jede Spalte,

Hier blitzen Lichter auf verchromtem Bleche.

 

Man motiviert sich, daß man lächelnd spreche

Vom Marketing und manchem Sachverhalte,

Ob günstig sich das Börsentief gestalte,

Ob Zögern sich im zweiten Halbjahr räche.

 

Hier strotzt man schier vor Strategien und Plänen,

Hier tummelt man sich in Ertragsdomänen

Ganz ehrlich, clever, smart und unverdorben.

 

Hier nerven keine Menschen mit Migränen,

Hier siehst du niemals Trauer oder Tränen,

Hier stirbst du nicht, hier bist du längst gestorben.

 

Mephisto an Serapion

 

Die teuflische Tragödie

 

Im ungleichen Gefecht willst du dich halten?

Dies wird dir ungewohnte Geister wecken!

Die mußt du zügeln und sogar verstecken:

Darfst deine kargen Kräfte nicht zerspalten.

 

Weißt du dich klug und besser als die kalten,

Verlognen Feinde? Darfst sie doch nicht necken!

Wirst sonst an ihrer Übermacht verrecken:

Mußt lassen deine Vor- und Nachsicht walten.

 

Denn bist du wahrlich im Besitz des Wahren,

So wirst du auch naturgesetzlich siegen:

Ihr Tun wird ihren Fehler offenbaren!

 

Dann kannst du triumphieren und erfahren:

Du mußt nicht mal den kleinsten Finger biegen

Für deinen Sieg… in hundertfünfzig Jahren!

Serapion an Mephisto

Heimatlos

 

Wir ohne Heimat irren so verloren

und sinnlos durch der Fremde Labyrinth.

Die Eingebornen plaudern vor den Toren

vertraut im abendlichen Sommerwind.

Er macht den Fenstervorhang flüchtig wehen

und läßt uns in die lang entbehrte Ruh

des sichren Friedens einer Stube sehen

und schließt sie vor uns grausam wieder zu.

Die herrenlosen Katzen in den Gassen,

die Bettler, nächtigend im nassen Gras,

sind nicht so ausgestoßen und verlassen

wie jeder, der ein Heimatglück besaß

und hat es ohne seine Schuld verloren

und irrt jetzt durch der Fremde Labyrinth.

Die Eingebornen träumen vor den Toren

und wissen nicht, daß wir ihr Schatten sind.

 

MAX HERRMANN-NEISSE   (1886 – 1941)

Serapion an Mephisto

 

Es gibt Inseln!

 

Es gibt Inseln, dahin kannst du dich immer retten,

Die See mag draußen toben, was sie will!

Wie eine Kraft, die strömt aus Amuletten,

Macht irgend etwas hier die Meere still.

 

Es gibt Inseln, auf denen kannst du immer landen,

Wärst du auch völlig ausgezehrt und bleich,

Kämst an mit nichts und wärest ganz zuschanden –

Die Strände und Lagunen sind dein Reich!

 

Es gibt Inseln, auf denen wird sich alles finden,

Ein Trilobit, ein seltsamer Kristall,

Ein Zeichen, tief gekerbt in alte Rinden,

Ein Sternenblitz aus einem Wasserfall.