A N A B A S I S

Thalatta ! Thalatta !

Schlagwort-Archiv: Journalismus

Die Welt ist anders, als die Deutschen denken

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16. Oktober 2021: Bellarmin an Mephisto

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Die Reagierungszeit der Angela Merkel nähert sich ihrem Ende.

Was könnte man sich wünschen von neu ans Ruder kommenden künftigen Koalitionären?

1) Eine Begrenzung der Amtszeit künftiger Kanzlerschaften auf zwei Legislaturperioden!

2) Erhaltung und Pflege der Klarheit („Transparenz“ auf Dummdeutsch) der Sprache des einstigen Landes der Dichter und Denker!

3) Hinwirken auf eine Reform der Schulbildung!

Spart euch die Hälfte des vorgesehenen Geldes für die Digitalisierung der Schulen. Ihr müßt nicht jedem Kind ein Täbblet kaufen und seine Lehrer in ein ohnehin aussichtsloses Hinterherrennen hinter gewinnorientierten Innovationen der Digitalindustrie zwingen. Steckt die andere Hälfte lieber in gesundes Schulessen und gepflegte Toiletten. Denn den richtigen Umgang mit modernen Medien könnt ihr völlig ohne Rechner lehren!

Und insbesondere den vielbeklagten Haß besiegen:

Für sämtliche Schulformen und -klassen gilt: Rückkehr zum Frontalunterricht!

Ab erster Schulklasse Einführung eines Schulfaches: „Spielen“.

Darin ausschließlich rechnerfreies Spielen.

Spiele: Malefiz, Go, Dame, Skat, Doppelkopf und Schach. Auch mit Wettbewerben und Olympiaden, aber nur sekundär. Es geht nicht um Beförderung des Ehrgeizes, sondern ums S p i e l e n!

Um Freude am S p i e l e r i s c h e n im Zusammensein mit anderen Menschen.

Lernziel unter anderem: Verlieren lernen.

Konzentration.

Geduld.

Standhalten in scheinbar ausweglosen Situationen.

Umgang mit „Gegnern“.

Verinnerlichung von Verhaltensweisen: Unterscheidung zwischen Spiel und Ernst. Es ist ein Spiel! Ich befinde mich im Spiel! Der Gegner ist und bleibt mein Freund.

Was ja heute nicht mehr selbstverständlich ist.

Und es geht um Entwicklung von Kreativität unter Bedingungen des regelbasierten Handelns.

Schwerpunkt Schach! Trotz seiner Komplexität: Für alle! Unbedingt!

Erkennen von Situationen.

Entwicklung von Strategien.

Stillsitzen.

Von der ersten bis zur letzten Klasse und auch zu Lasten anderen Unterrichts mindestens zwei Wochenstunden Dialektik. Als Haupt- und Prüfungsfach. Darin über die Schuljahre verteilt: Philosophie, vornehmlich abendländische.

Abendländische Ethik, Geschichte der abendländischen Ethik, Kynismus, Stoa, Epikureismus.

Logik, logische Schlußweisen, Denkfehler, abstrahieren, Deduktion und Induktion, definieren, Problemlösungsdialektik versus Überzeugungstransfer (aber beides gleichermaßen).

Und wie in alten Zeiten der Sieben Künste: Rhetorik. Kritisieren, argumentieren, debattieren, moderieren, reden, Reden halten.

Frei sprechen in zusammenhängenden Sätzen.

Sokrateische Mäeutik, ausgehend von: ich weiß, daß ich nichts weiß.

Quellenkritik!

Und nicht zuletzt: Analytik! („Analystik“ auf Dummdeutsch)

Beispielsweise anhand von Filmanalysen!

Für jedes Schuljahr gilt: Die Anzahl der Mathestunden hat die Anzahl der Stunden des Musikunterrichts nicht zu überschreiten. Es ist zu bedenken, daß vermutlich über 90 Prozent der Menschen glücklich durchs Leben kommen, obwohl sie vergessen haben und gar nicht zu wissen brauchen, was ein Logarithmus ist.

Aber: Wichtig sind Grundzüge der mathematischen Logik!

Beispielsweise für das Erkennen von Äquivalenzen.

Und für jedes Schuljahr gilt ebenso: Es ist zu bedenken, daß vermutlich über 90 Prozent der Menschen skrupellos in die Straßenbahn einsteigen, obwohl sie nicht wissen, wie ein Elektromotor funktioniert. Demnach hat die Anzahl der Physikstunden die Anzahl der Stunden des Unterrichts in Kunst und Poesie nicht zu überschreiten.

Kunst, Literatur, Poetiken!

Lesen!

Bücher lesen statt Twitter-Nachrichten!

Und nicht zu unterschätzen: Sinnvolles Nacherzählen von Gelesenem!

Textverständnis!

Ganz wichtig: Effektives Nacherzählen auch umfangreicherer Lesestoffe. Also Schulung des Vermögens, das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen zu können. Das erscheint mir bei erstaunlich vielen Menschen unterentwickelt. Und also haben sie mühsam und beladen zu kämpfen im Leben und wundern sich über die stete Widrigkeit der Verhältnisse.

Nacherzählen von Geschehnissen!

Unterscheidung von Wahrnehmung und Realität.

Und jetzt komme ich zum Knaller, wenn ihr den Haß besiegen wollt: GESCHICHTE!

Der Geschichtsunterricht hat nicht abgewählt werden zu können!

Von keinem Schüler und niemals!

Der Geschichtsunterricht hat nicht verquickt zu werden mit anderen Fächern wie Gemeinschaftskunde. Das ist ungeheuerlich!!

Der Geschichtsunterricht hat sich nicht zu beschränken auf politische Geschichte.

Der ausführliche Geschichtsunterricht ist keine Nebensache, sondern unabwendbares Haupt- und Prüfungsfach für jeden Schüler!

Insbesondere auch vergleichende Geschichtsbetrachtung!

Insbesondere die Vergänglichkeit von Zivilisationen einstiger Hochkulturen!

Und ihrer Ideologien!

Und ewigen Wahrheiten!

Und epochalen Selbstverständlichkeiten!

Insbesondere auch altgriechische Geschichte mit allem Drum und Dran.

Und hier böte sich zum Beispiel an ein Vergleich der Verhältnisse Altgriechenlands mit seiner Stadtstaatkultur mit dem jüngeren und aktuellen Europa im Verhältnis seiner Mitgliedstaaten.

Geschichte! Geschichte! Geschichte!

Geschichtsvergessenheit ist deutlich spürbar nicht nur im gegenwärtigen Journalismus unseres Landes.

Geschichtsvergessenheit führt zu Wahrnehmungsstörungen.

Geschichtsvergessenheit führt zur Verblödung.

Marc Aurel (121-180): „Erwäge beständig, daß alles wie es jetzt ist, auch ehemals war, und daß es immer so sein wird. … Überall dasselbe Schauspiel, nur von anderen Personen aufgeführt.

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Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Ischinger, hat einen zu geringen Stellenwert der Außenpolitik im Wahlkampf und bei den bisherigen Sondierungen auf Bundesebene beklagt.

Ischinger sagte im Deutschlandfunk, auch die Sicherheits- und die Entwicklungspolitik hätten nur eine stiefmütterliche Rolle gespielt. Dies sei besorgniserregend angesichts der anstehenden internationalen Herausforderungen für die künftige Regierung und das neue Parlament.

Ischinger verwies darauf, dass viele der bisherigen außenpolitischen Gewissheiten ins Wanken gerieten: Die grundsätzlichen Annahmen gälten nicht mehr, dass die USA jederzeit als Schutzmacht zur Verfügung stünden, und dass die innere Einheit der EU voranschreite. Man könne auch nicht mehr selbstverständlich davon ausgehen, dass Russland sich zum strategischen Partner entwickle und China durch den Handel westlicher werde, erklärte Ischinger.

Freitag, 15. Oktober 2021, Deutschlandfunk

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Die Kuh Elsa

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9. Oktober 2021: Bellarmin an Mephisto

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Am 4. Oktober war im Deutschlandfunk in den Nachrichten als Meldung unter anderen plötzlich zu vernehmen:

Der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat mit einer Grußbotschaft zu einer Künstler-Aktion gegen die AfD für Aufsehen gesorgt.

Aha, also ein zweitklassiger Fußballverein sorgt für Aufsehen!

Aha, weil der Fußballverein hat eine Grußbotschaft zu einer Aktion gesandt!

Immerhin eine seltsame Adresse.

Die arme Post.

Ach so, es handelt sich um eine Aktion von Künstlern.

Um welche Art von Kunst wird es sich da handeln, ist der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli vielleicht konterfeit worden?

Ach nein, eine Aktion gegen die rassistische AfD, die sich, wie man weiß, immer in einer Opferrolle inszeniert. Vielleicht haben Künstler die AfD abgemalt, wie sie rechts popelt.

Auf der Werbebande bei der Partie gegen Dynamo Dresden war zu lesen: ‚Der FC St. Pauli grüßt den Flyerservice Hahn‘.“

Was ist den das nun wieder, ein „Fleierdienst Hahn“? Was haben denn fliegende Hähne mit Kunst zu tun?

Doch halt, vielleicht haben Kunstflieger sich befleißigt gefühlt, den Hähnen das Fliegen beizubringen? Man weiß ja nie, was heutzutage alles als Kunst gilt… Doch was hat das zu tun mit der rassistischen AfD, die sich, wie immer gesagt wird, in einer Opferrolle inszeniert?

Ist die dagegen, daß nun die Hähne gleichberechtigt fliegen dürfen?

Das wäre ja, nach allem, was man so erfährt von unserem Qualitätsjournalismus, wieder mal typisch für diese Partei.

Die Botschaft richtete sich an eine Künstlergruppe, die sich ‚Zentrum für politische Schönheit‘ nennt.“

Also doch Künstler!

Streben nach Schönheit…

Sogar nach politischer Schönheit!

Was könnte denn das sein? Hättest Du eine Idee gehabt?

Vielleicht Demokratie?

Vielleicht Meinungsfreiheit für Andersdenkende?

Sofern sie richtig denken wie wir?

Ach, das wär doch mal schön!

Diese hatte nach eigenen Angaben den Flyerservice Hahn ins Leben gerufen und im Wahlkampf der AfD angeboten, als Dienstleister Werbematerial für sie zu verteilen.“

Was? Diese Künstler mit Sinn für alles Gute und Schöne haben dieser rassistischen Partei, die sich immer in einer Opferrolle inszeniert, angeboten, Werbematerial für sie zu verteilen?

Noch dazu nach eigenen Angaben?

Anstatt das Material zu verteilen, habe man die fünf Millionen Flyer von verschiedenen Kreisverbänden der Partei gesammelt, um sie später zu entsorgen.“

Ah!! Jetzt versteh ich! Wie pfiffig! Die Künstler haben ein bißchen geschummelt! So ähnlich wie VW mit der „Schummelsoftwär“! Also diesen Programmen, die so tun, als ob!

Wie listig!

Die haben sage und schreibe fünf Millionen Flugblätter gar nicht, wie vereinbart, verteilt! Sondern der Partei, die sich immer in einer Opferrolle inszeniert, mittels gefekter, also unwahrer eigener Angaben, wegstibitzt!

Wie schön!

Und die Flugblätter, die für die Wahl zum Bundestag hergestellt worden waren, die haben die Künstler der politischen Schönheit vernichtet.

Fünf Millionen!

Toll, diese politische Schönheit!

Die AfD sprach von einem erheblichen Schaden für die Demokratie und hat Strafanzeige gestellt.“

Da siehst Du mal wieder, wie die sich inszenieren!

Und weil das politisch derart schön war mit der Meldung über einen Fußballverein der zweiten Liga und seiner Werbebande bei der Partie gegen Dynamo Dresden und dann den Künstlern und dann ihrer ganzen politischen Schönheit und dann ihrem Fleiersörvis, und daß der aber nur erlogen, also gefekt war, wie sich die ganze Meldung so entfaltete von Satz zu Satz, glaubte ich im ersten Moment nach den Nachrichten unseres seriösesten öffentlich-rechtlichen Qualitätsjournalismus des Deutschlandfunks, ich glaubte nicht richtig gehört zu haben vor all der politischen Schönheit!

Und trachtete tatsächlich danach, die Meldung noch einmal samt ihrer politischen Schönheit in den verschriftlichten Nachrichten des Senders repetieren zu wollen.

Doch seltsam! Ich schaute hin, ich schaute her, und trotz ihrer ganzen politischen Schönheit, sie war nicht auffindbar aus irgendeinem Grund!

Und ich suchte hin, und ich suchte her…

Und was soll ich Dir sagen, nein, was Du wieder denkst, sie war mitnichten vergessen worden!

Nur, passenderweise, wie konnte ich selbst das vergessen, die politische Schönheit war natürlich zu finden in der Rubrik Sportnachrichten!

Unter der passenden Überschrift: „FC St. Pauli sorgt mit Grußbotschaft auf Band für Aufsehen“!

Damit man gleich erkennt, worum es geht!

Denn, das ist schon gut durchdacht, man sieht den Text erst, wenn man auf eine der zahlreichen treffenden Überschriften klickt!

Denn, Du erinnerst Dich ja, es ging um Sport, es ging um das Band vom Zweitligisten FC St. Pauli.

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Gleichgeschaltet

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25. September 2021: Bellarmin an Mephisto

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In einem haben sie recht, die deutschen Medien: solch eine Wahl hat es noch nie gegeben in der Bundesrepublik!

Dann beginnen sie gewöhnlich herunterzubeten, daß der Amtsinhaber sich nicht zur Wiederwahl stelle, daß es diesmal höchstwahrscheinlich drei Parteien brauche zur Regierungsbildung, daß es noch nie so viele Wechselwähler gab, und, ach ja, und auch derart viele Briefwähler. Und dergleichen Aufgeregtheiten an bemerktem und für auffällig befundenem sekundären Plunder, über den man sich tagelang wiederkäuend verbreitet, und dann am Morgen immer noch einmal von vorne und am Mittag von der Seite und am Abend von hinten kurz vor dem Erbrechen zwischen den Kinnbacken herumgewälzt: solch eine Wahl habe es noch nie gegeben.

Und das stimmt ja!

Vor allem jedoch hat es noch nie so einen „Wahlkampf“ gegeben!

Wenn man allein schon an die dilettantisch organisierten sogenannten Trielle und „Spitzenrunden“ denkt in einem ganzen Spektrum von Sendern der bundesrepublikanischen privaten und öffentlich-rechtlichen Anstalten! Alle, wie gleichgeschaltet, schon von journalistischer Seite (!), kritische Themen meidend.

Zum Beispiel die sogenannte Flüchtlingspolitik!

Und ihre seit Jahren aus irgend einem Grund vergeblich von der Kanzlerin propagierte europäische Lösung!

Mittels Quotenregelung!

Europapolitik!

Eurokrise!

Staatsverschuldungen!

Mitgliedschaft der Türkei in der EU!

Noch im letzten „Fernsehduell“ vor der Wahl 2017 zwischen Kanzlerin Merkel und Schaumschläger Schulz (SPD) von letzterem lächerlich durchsichtig als Trumpfkarte urplötzlich in Frage gestellt!

Die Politik gegenüber der Türkei!

Noch im letzten Wahlkampf 2017 von Gabriel (SPD) lächerlich durchsichtig urplötzlich als künftig verändert angekündigt!

Der russische Imperialismus!

Der chinesische Imperialismus!

All die Pannen bei der Pandemiebekämpfung!

Nichts von alledem!

Wie auf Kommando!

Und wie auf Kommando diese beängstigend braven Politiker!

Wie als handele es sich bei den Fernsehterminen um Quizrunden!

Da werden sie, um nur einen Tiefpunkt zu nennen, tatsächlich aufgefordert, lediglich stumm per Daumenzeichen zu bekunden, ob sie für oder gegen „Nordstream 2“ seien!

Und da hebt die versammelte Elite unserer gegenwärtigen deutschen Spitzenpolitiker (!), parteiübergreifend artig ihre Fingerchen!

Und macht Männchen!

Und dann ist Schluß!

Damit ist das Thema abgehakt!

Was für ein Schlüsselerlebnis!

„Wahlkampfdebatte“ nach 16 Jahren merkelscher Watte…

Einfach niedlich!

Man stelle sich vor: Brandt, Strauß, Wehner, Scheel, Schmidt, Barzel wären von „Fernsehmoderatoren“ aufgefordert worden, sich per Handzeichen zur neuen Ostpolitik zu äußern…

Etwas sagt mir dezidiert: Das wäre anders ausgegangen!

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Es ist alles derart erbärmlich in diesem insgesamt noch erbärmlicheren Wahlkampf, dass man sich wünscht, die Ergebnisse der übernächsten Bundestagswahl mögen bitte in der Trommel der Lottozahlen ausgelost werden. Hauptsache, nicht noch einmal irgendwelche Aufeinandertreffen von Kanzlerkandidaten zu politischen Themen vor deutschen Fernsehkameras.

Dienstag, 21. September 2021, CICERO

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Zur Ursache der Niederlage des Westens im „Krieg gegen den Terror“

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11. September 2021: Serapion an Mephisto

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Die Ursache der Niederlage des Westens im sogenannten „Krieg gegen den Terror“ halte ich vor allem für kognitiv begründet. Der liberale Westen hat völlig offensichtlich Wahrnehmungsschwierigkeiten an sich sowie auch bei der rückhaltlosen Interpretation des Wahrgenommenen. Die Zahl der Beispiele ist unendlich! Da brauchten wir gar nicht erst anzufangen mit Afghanistan und der Tatsache, daß augenscheinlich während all der 20 Jahre des dortigen westlichen Engagements im beschworenen „Krieg gegen den Terror“ es nach meiner Beobachtung nicht ein einziges Mal auch nur ansatzweise eine Rolle gespielt hat in irgendeiner Betrachtung, einer politischen Analyse oder Berichterstattung, daß zum Zeitpunkt des Einmarsches der alliierten Truppen rund 70 Prozent der eingeborenen Völkerschaften Analphabeten waren. Eine Tatsache doch von geradezu elementarer Wichtigkeit! Oder ebenso exemplarisch war die nahezu hysterische Aufregung, die in den deutschen Medien herrschte, als nach bereits langen Jahren der „Verteidigung Deutschlands am Hindukusch“ der seinerzeitige Verteidigungsminister es „gewagt“(!) hatte, von einem „Kampfeinsatz“ zu sprechen!

Man stelle sich das vor: bundesdeutsche Soldaten in einem „Krieg gegen den Terror“ befänden sich in einem Kampfeinsatz!

Sagt plötzlich der Verteidigungsminister!

Und die deutschen Medien fallen aus allen Wolken. Davon haben wir ja gar nichts gewußt!

Eher sollten wir uns zuwenden der schon krampfartig zu nennenden Verschleierung der Realität mittels Begriffskonstruktionen wie „islamistisch“ oder „radikalislamisch“ für schlicht und treffend: „traditioneller Mohammedanismus“.

Und weiter:

Eine typisch westliche Reaktion auf das zum Beispiel im August 2017 in Barcelona von Mohammedanern verübte typische Attentat:

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Sonntag, 20. August 2017, EL PERIODICO DE CATALUNYA aus Barcelona:

Anders als in manchen Fällen in anderen europäischen Ländern haben wir es nicht einfach mit einem Problem zu tun, das von außen an uns herangetragen worden ist. Vielmehr geht es um Jugendliche, die unsere Schulen besucht haben und damit theoretisch auch unsere Werte kennen gelernt haben müssten. Aber irgendwann haben sie sich radikalisiert. Das darf in uns keine islamfeindlichen Gefühle wecken. Statt vorschneller Verurteilungen sollten wir daher unsere muslimische Gemeinschaft für den Kampf gegen den Terror gewinnen.

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Wenn wir einmal davon absehen, daß eventuelle Verurteilungen kaum noch vorschnell genannt werden können in Betracht allein des Zeitraums seit dem 11. September 2001 zum 17. August 2017 und angesichts der zivilisatorischen Singularität einer Ideologie, die das grauenvolle Abschlachten heimtückisch überwältigter und damit vollkommen wehrloser Menschen, als Zufallsopfer, zur beglückenden Heldentat stilisiert, könnten wir uns endlich einer nüchternen Tatsache stellen: Die beschworene mohammedanische Gemeinschaft ist selbst angesichts der entsetzlichsten Morde in all den Jahren nicht in den „Kampf gegen den Terror“ eingetreten.

Und ich wage die Prognose: Die mohammedanische Gemeinschaft wird trotz der homöopathisch vereinzelten Tapferen, der wahren Helden, die wir endlich erleben durften und für ihren Mut bewundern müssen, und die wir hoffentlich vor ihren Glaubensgenossen schützen können, die mohammedanische Gemeinschaft wird weder im wesentlichen noch überhaupt nur im entfernt erforderlichen Ausmaß in den „Kampf gegen den Terror“ eintreten.

Das wird nicht sein.

Aber jene hilflosen Wenigen zeigen uns, dem jammernden, dem die Welt nicht mehr verstehenden Westen eines:

Den „Kampf gegen den Terror“, was meint den Kampf beispielsweise gegen den sogenannten „sogenannten Islamischen Staat“, also den Kampf gegen sogenannte Islamisten, also gegen diese unzähligen Gruppierungen unter unzähligen Namen, was meint also, auf den Punkt gebracht, den Kampf gegen mohammedanischen Terror zur (Wieder-)Einführung der mohammedanischen Tradition, diesen Kampf kann der attackierte Westen nur ideologisch gewinnen.

Hierfür sollte insbesondere seine vielbesungene vorurteilsfreie Presse sich endlich selbst befreien von einigen linksideologischen Scheuklappen.

Beispielsweise in Gestalt der ritualisierten Selbstbezichtigungen:

„Es ist unsere Schuld, wir haben die Muslime nicht integriert.“

Oder

„Es ist unsere Schuld, wir bieten Muslimen keine Perspektive.“

Oder

„Die Terroristen sind Opfer schlimmer sozialer Verhältnisse in unserem Staate.“

Der Westen muß den Kampf ideologisch führen und kann ihn nur ideologisch gewinnen! Aber auf diesem Felde könnte er ihn tatsächlich gewinnen, und dies ist die positive Botschaft.

Hierzu sollte man sich klar werden über den eigentlich selbstverständlichen aber politisch korrigiert ausgeblendeten Umstand, daß es Menschen gibt, die durchaus aus persönlichen Gründen dauerhaft scheitern.

Statt aus gesellschaftlichen Gründen.

Daß demnach ihr sozialer Abstieg und ihre mehrheitsgesellschaftliche Abseitigkeit etwas zu tun haben kann mit persönlicher Schuld statt mit gesellschaftlicher. Auch wenn gerade diese Menschen, aus naheliegenden Gründen, den Hang verspüren, ihre Situation und ihr beständiges Scheitern und sich selbst als Opfer böser gesellschaftlicher Umstände zu interpretieren.

Ein Schulabbrecher der achten Klasse wird selten eingestehen: „Ich bin zu dumm.“ Sondern er wird die Schuld eher den dubiosesten Bewandtnissen und gesellschaftlichen Faktoren und staatlichen Zuständen zuschreiben und der „klaffenden Schere zwischen Arm und Reich“.

In den heutzutage entwickelten Staaten muß demnach so genannte Bildungsferne nicht immer die Folge sozialer Unterschiede sein, sondern soziale Unterschiede sind dort eher die Folge von „Bildungsferne“.

Also in vernünftigem Deutsch Martin Luthers und der Gebrüder Grimm: von Dummheit.

Die auch bestehen oder gepaart sein kann aus oder mit sogenannter Beratungsresistenz.

Man sollte doch endlich wieder die elementare Tatsache zur Kenntnis nehmen, daß es auch dumme und weiterbildungsunfähige Menschen gibt auf Erden.

Denn gar nicht so wenige sind ihres Unglückes Schmied.

Zumindest sollte man dies in Betracht ziehen und könnte es vielleicht sogar öffentlich erörtern oder wenigstens thematisieren in einer freien, demnach auch vorurteilsfreien Presse.

Das gliche im heutigen Deutschland mittlerweile der Entdeckung eines neuen Kontinents.

Dass es ohne Verschulden der Gesellschaft und der staatlichen Zustände Menschen gibt, die mitunter, selbst generationenweise, in schlechteren sozialen Umständen leben als andere.

Und RTL 2 goutieren statt ARTE.

Auch wage ich die Behauptung, daß in den entwickelten westlichen Staaten Kriminalität, insbesondere auch Kleinkriminalität, im allgemeinen nicht die Folge sozialer Not, sondern soziale Not die Folge von Kriminalität ist.

Und somit die Folge von Mentalität.

Statt von Sozialität.

Was nach meiner Erfahrung Kriminelle und Kommunisten so gut wie ausnahmslos anders sehen.

Nicht selten besitzen mohammedanische Attentäter nachweislich kriminelle Karrieren und stilisieren sich als Opfer.

Der Westen muß offensiv den mohammedanischen Märtyrerbegriff angreifen!

Und hierüber offensiv und stets aufs neue mohammedanische Autoritäten, insbesondere Theologen, öffentlich zur Stellungnahme herausfordern. Nach jeder Untat und auch dazwischen! Unermüdlich aufs neue! Man kann und muß sie auch einzeln namentlich ansprechen!

Es ist nicht zuviel verlangt, eine Stellungnahme abzuverlangen von mohammedanischen Autoritäten, wenn am Flughafen von Kabul vollkommen wehrlose, verzweifelt hilfesuchende Menschen hinterhältig auf grausame Weise umgebracht werden, Kinder, Frauen, Männer, zufällig versammelte Menschen.

Auch wenn es noch so trivial erscheint, gerade deswegen muß überhaupt und immer wieder klar ausgesprochen werden, daß es von erbärmlicher Feigheit und Heimtücke zeugt, wehrlose Menschen zu töten.

Daß es u n e h r e n h a f t ist!

Die Unehrenhaftigkeit dieser im Westen tatsächlich als „Kämpfer“ titulierten Verbrecher muß permanent benannt, ihre menschenfeindliche Primitivität muß fortlaufend thematisiert werden!

Diese Mordtaten müssen mental entwürdigt werden. „Terrorist“ muß werden ein Synonym für „elender Versager“, für „feiger Idiot“.

„Terror“ ist ein zu abstrakter Begriff, dessen Schändlichkeit muß der Westen mit seinen als mutig geltenden Medien unermüdlich konkretisieren!

Beim mohammedanischen Terrorismus als Glaubenskrieg, wenn nicht als „Kampf der Kulturen“, handelt es sich übrigens in jedem Fall um eine der zahlreichen Widerlegungen jener marxschen Grundthese, daß das Sein das Bewußtsein bestimme, und beweist uns an einem aktuellen und sehr konkreten Beispiel die schmerzhafte Richtigkeit der Antithese.

Es gab übrigens einmal Zeiten mit bildungsnäheren Politikern!

Die noch andere Wörter kannten als „inakzeptabel“ für Massenmord.

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Lale Akgün, Publizistin aus Köln, im SPIEGEL 34/2017 vom 19. August 2017 (Hervorhebung von Serapion):

Für mich ist es ganz klar, dass wir in Deutschland mittlerweile ein massives Problem mit einem fundamentalistischen Islam haben. Durch ihn werden Attentäter wie in Berlin oder zuletzt in Hamburg radikalisiert. Schuld sind die Imame, die ihre Gemeinden abschotten und den Gläubigen eintrichtern, dass alle Nichtmuslime auf dem falschen Weg seien – sogar jene, die nur einer anderen Strömung ihrer eigenen Glaubensrichtung angehören. Diesen Imamen müsste doch klar sein, wie das wirken kann, nicht nur auf psychisch Kranke. Sie sind es, die den einfachen Gläubigen die Feindbilder einpflanzen und sich nicht von den problematischen Suren im Koran distanzieren, die zur Gewalt aufrufen. Wenn der sogenannte Islamische Staat seine menschenverachtende Politik mit Koransuren rechtfertigt, dann ist das Terror im Namen des Islam. Und dann reicht es eben nicht aus, als Reaktion darauf ständig zu wiederholen, der Islam habe mit Terror nichts zu tun. Auch dem konservativsten Islamvertreter müsste mittlerweile klar sein, dass den Terroristen die theologische Grundlage entzogen werden müsste. Wir brauchen dringend eine Reformation des Islam und eine viel größere und schonungslosere Debatte. Solange nur eine kleine Minderheit der Muslime bereit ist, sich kritisch mit ihrer Religion auseinanderzusetzen, werden wir das Terrorproblem nicht lösen können. Im Gegenteil, es wird größer werden.

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Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

Friedrich Schiller (1759 – 1805)

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Flammen in Olympia!

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7. August 2021: Bellarmin an Mephisto

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Gestern, ich weiß nicht, ob Du es mitbekamst, erlebten wir hier einen historischen Tag in Deutschland. Zum ersten Mal berichteten die Medien bei uns von der verbrennenden Erde nicht mehr beiläufig, quasi unter der Rubrik „Was sonst noch passierte“, als letztes unmittelbar vor dem Wetterbericht. Dabei hatte ich es mir tatsächlich schon angewöhnt, mich darauf zu verlassen: Ah, ermahnte ich mich dann schon immer: aufwachen! Vorbei mit der hat dies gesagt und der hat das gesagt und die Welt im Lichte der SPD und der Anständigen mit der richtigen Meinung. Denn jetzt, hatte ich mir angewöhnt beim Wachrütteln, denn jetzt, und nicht selten als ein erstes Faktum der Nachrichten überhaupt, denn jetzt, wenn Australien brennt, dann kommt dahinter gleich der Wetterbericht mit seinen Wolkenzügen.

Denn in Sommertrockenheit brennende Wälder und Prärien, das paßt ja zum Wetter.

Nein, gestern hatten sogar gegenwärtige bundesdeutsche Nachrichtenredakteure gemeint, es sei wohl angebracht, die wichtigste Meldung, wenn überhaupt gemeldet, auch an die erste Stelle zu rücken. Statt einer Sprechblase über eine Äußerung über ein „Stätment“ eines in einem ganzen halben Satzfetzen womöglich indirekt Zitierten…

Ich meine, das ist ja auch ein Erkenntnisprozeß, ein hartes Ringen hierzulande! Das haben sie ja vielleicht nicht gelernt! Herauszufinden, was könnte denn heute wohl die wichtigste Nachricht gewesen sein… Und das Wesentliche zu scheiden vom Blablabla. Und daß ein Faktum, noch dazu nackt und ohne die umfängliche zuvorige Einschätzung eines richtigdenkenden Politikers am Beginn der jeweiligen Meldung, einfach so roh dem Bürger an seinen Kopf geschmissen werden kann. Als sei der mündig und könne, die Meldung selbständig einordnend, sich nun eine eigene Meinung formen.

Ich meine, das ist ja auch ein Vertrauensvorschuß!

Wie leicht kann das schiefgehen!

Dabei hat man sogar, als hätten die Nachrichtenredakteure dahingehend irgendwelche möglichen Zusammenhänge vermutet, es für erwähnenswert erachtet, die in Griechenland herrschenden Temperaturen anzugeben!

Zahlenmäßig!

Unvorstellbar, diese blanke Faktenfülle in einer bundesdeutschen Nachricht!

Statt bestenfalls, wie bisher in den Jahren zuvor, in einem Nebensatz zu erwähnen bei den Bränden in Kalifornien, Australien, Portugal, Spanien und Frankreich vielleicht, die Temperatur wäre gerade hoch in der betroffenen Region.

Bis 47° Celsius!

In Griechenland!

Flammen in Olympia, Feuer vor Athen!

Jawohl, das treibt mir die Tränen in die Augen!

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Simulierter Journalismus

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25. Juli 2021: Mephisto an Bellarmin

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Ich merkte es deutlich wieder im Zusammenhang mit ihrer sogenannten Sommerpressekonferenz in dieser Woche, bevor sie abdüste in ihren wohlverdienten Urlaub. Ich sage Dir, und übrigens bar jeglicher Ironie, ich bewundere die Frau! Oft staunte ich über ihr klaglos bewältigtes Arbeitspensum und halte die gewisse Häme, mit der man die hin und her Gehetzte einst im Bundestag filmte während ihres vollkommen übermüdeten Einnickens infolge der seinerzeitigen Tag- und Nachtsitzungen in Brüssel und Berlin, für mehr als despektierlich.

Da beehrte also unsere Bundeskanzlerin vergangene Woche die alljährliche Sommerpressekonferenz ein „mutmaßlich“ letztes Mal mit ihrem Besuch.

Auch das halte ich schon für eine Leistung!

Sich derart den harten Fragen der kritischsten Köpfe unserer journalistischen Elite aussetzen zu müssen.

Zumal die Crème de la Crème wieder auf Fragen kam, also Chapeau!

Wie sie denn den Abend der bevorstehenden Bundestagswahl zu verbringen gedenke!

Womit sie sich denn in ihrem Ruhestand beschäftigen werde.

Diese belanglosen Fragen und ihre belanglose Smaltalk-Beantwortung wurden tatsächlich einer ausführlichen nachrichtlichen Darstellung für Wert erachtet in der kostbaren Sendezeit. Beiläufig wurde immerhin noch für erwähnenswert erachtet, daß die Kanzlerin, „mutmaßlich“ sogar ungefragt, daß die Kanzlerin bedauere, nicht mehr für den Klimaschutz erreicht oder getan zu haben.

Ja, und das war sie dann wieder, wie jedes Jahr, die Hofberichterstattung über die Sommerpressekonferenz: das reinste byzantinische Huldigungszeremoniell.

Wenn man denn schon angelangt zu sein schien bei einer gewissen wehmütigen Rückschau über all die Jahre, scheint keinem unserer kritischen Köpfe und KöpfInnen die Frage eingefallen zu sein, ob es denn vielleicht noch etwas anderes gäbe, das sie bedauere – im Rückblick auf ihre Regierungszeit.

Kein einziger stellte etwa die Frage, was genau unsere Kanzlerin damals eigentlich gemeint haben könnte mit dem urplötzlich aus den Tiefen ihres Mundes blitzartig wie aus dem Nichts erst- und einmalig aufgetauchten Wort „Sekundärmigration“. Gegen die sie hinfort zu kämpfen beabsichtige. Und wie sie denn den allerdings kein zweites Mal erwähnten Kampf geführt habe. Und was sie erreichte. Und ob und in wieweit sie wenigstens dessen Resultat zufriedenstelle.

Oder etwas auch hier ihrem Bedauern anheimfiele.

Und dann noch jene von ihr ebenfalls entdeckte geheimnisumwitterte „illegale Migration“! Von der man ebenfalls zuvor nie etwas vernommen hatte, weder von ihr noch in unsern wahrheitslüsternen öffentlich-rechtlichen Medien.

Und was ihnen nichtsdestotrotz keinerlei Frage wert gewesen war auf der „mutmaßlich“ letzten jährlichen Sommerpressekonferenz unserer in Wohlgefallen entschwindenden Kanzlerin…

Dabei hatten sie am Dienstag noch eigenhändig gemeldet:

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Dienstag, 20. Juli 2021, Deutschlandfunk:

… Seit Anfang 2020 steigt die Zahl der Migranten, die oftmals in überfüllten Schlauchbooten die Meerenge zwischen Frankreich und Großbritannien passieren. Im vergangenen Jahr zählte die britische Regierung rund 8500 auf diesem Weg illegal eingereiste Personen. Innenministerin Patel hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der illegale Einreise härter bestrafen will: Die Höchststrafe soll von bisher sechs Monaten auf vier Jahre Haft angehoben werden. Menschenschmuggler sollen zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt werden können.

Bereits am Dienstag zwei Wochen zuvor hatte derselbe Sender gemeldet:

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem lebenslange Haftstrafen für Schleuser und Anklagen gegen illegal Eingereiste vor. Grenzbeamte sollen Boote auf offener See abfangen und zurückschicken dürfen.

Es wurde nicht berichtet, daß einem Vertreter unseres bundesdeutschen Qualitätsjournalismus beispielsweise die Frage zu stellen eingefallen wäre, welche Unterschiede unsere landeseigene Kämpferin höchstpersönlich sähe zwischen den „Flüchtlingen“ im Mittelmeer und den „illegal“ einreisenden „Migranten“, auf Deutsch „Zuwanderer“, im Ärmelkanal.

Und ob und inwieweit der Gesetzentwurf der Tochter indischstämmiger Einwanderer, der britischen Innenministerin Patel, entfernt auch irgendwie der Bundeskanzlerin unheimlich heimlichen Kampf tangiere gegen „illegale Migration“ und „Sekundärmigration“.

Da wir gerade bei dem Thema sind, fällt mir prompt eine weitere ungestellte Frage unseres Qualitätsjournalismus ein auf der wohlgefälligen „mutmaßlich“ letztmöglichen Sommerpressekonferenz unserer in Wohlgefallen entschwindenden Kanzlerin. Am Freitag, dem 9. Juli hatte Deutschlands seriöseste Radiostation ebenfalls in aller Unschuld immerhin gemeldet hinsichtlich der aktuellen Zustände an der Grenze zwischen Litauen und Weißrußland:

Nach offiziellen Angaben wurden bereits mehr als 1.500 Menschen aufgegriffen – von ihnen 37 innerhalb von 24 Stunden. Das teilte der Grenzschutz heute mit. EU-Kommissarin Johannson warf dem belarussischen Machthaber Lukaschenko vor, die Migranten für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Es handle sich um einen unfreundlichen Akt.

Litauen hatte angekündigt, wegen der illegalen Grenzübertritte seine fast 680 Kilometer lange Grenze zu Belarus mit Militär und einer Barriere zu sichern.

Was willst Du wissen? Ach so, die ungestellte Frage… Also mir wäre eingefallen, ob und welchen Unterschied unsere Kanzlerin erblicke im Hinblick auf die „Barriere“ Litauens gegen „illegale Grenzübertritte“ von „Migranten“ und dem Grenzzaun Ungarns „gegen illegale Grenzübertritte“ von „Flüchtlingen“.

Ach Du Schreck! Daß wir auch noch angekommen sind bei Viktor Orban, dessen Freund man tatsächlich nicht sein muß.

Wiederum an einem Dienstag, nämlich am 22. Juni, hatte unser Qualitätsjournalismus im Deutschlandfunk sich tatsächlich hinreißen lassen zu der Meldung:

Streit mit Ungarn: Etwa die Hälfte der EU-Staaten fordern Vorgehen gegen Gesetz, das Homosexuelle stigmatisiert

Etwa die Hälfte der EU-Staaten, darunter Deutschland, haben die Europäische Kommission aufgefordert, gegen das ungarische Homosexuellen-Gesetz vorzugehen.

Das geht aus einer Erklärung der Länder hervor, die von Belgien, Luxemburg und den Niederlanden initiiert wurde. Die Kommission müsse alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente gegen das Gesetz nutzen, heißt es darin. Es diskriminiere Homosexuelle und Transgender-Menschen und verletzte das Recht auf freie Meinungsäußerung unter dem Vorwand, Kinder zu schützen.

Das vergangene Woche vom ungarischen Parlament gebilligte Gesetz sieht unter anderem ein Verbot von Büchern und Filmen vor, die Minderjährigen zugänglich sind und in denen Sexualität dargestellt wird, die von der heterosexuellen abweicht. Darüber hinaus soll Werbung verboten werden, in der Homosexuelle oder Transsexuelle als Teil einer Normalität erscheinen.

Sie merken nichts mehr: Etwa 14 Staaten der Europäischen Union schließen sich also nicht der hysterisch forcierten Hetzkampagne gegen das von der mit übrigens in einer unbeanstandeten demokratischen Wahl per lumpiger Zweidrittelmehrheit vom Volke ins Parlament gewählten Regierungsmehrheit verabschiedete Gesetz an, das, nach all den spärlichen Sachinformationen unseres Qualitätsjournalismus, ähnlich wie allgemein auf der Welt bei Kinofilmen Usus, offenbar eine Altersgrenze für die Zugänglichkeit zur Darstellung gewisser Inhalte festlegt.

Genau das ist die Meldung!

In etwa 14 Staaten sieht man das anders!

Und genau dafür müßte sich ein Qualitätsjournalismus interessieren!

Warum sieht man eventuell in etwa 14 Staaten ein Gesetz, das Homosexuelle und Transsexuelle stigmatisieren soll, weil man Minderjährigen Homosexualität und Transsexualtät nicht als Normalität darstellen will, anscheinend nicht als Diskriminierung Homosexueller und Transsexueller?

Und was meint denn unsere in Wohlgefallen entschwindende Kanzlerin dazu, wenn „etwa die Hälfte der EU-Staaten“ ein Vorgehen gegen das Gesetz eines demokratisch gewählten Parlamentes nicht mitträgt?

Und könnte unsere Kanzlerin bei selbiger Gelegenheit einer interessierten Öffentlichkeit einmal sachlich begründen, inwiefern das ungarische Gesetz diskriminiere?

Wenn seitens unseres Qualitätsjournalismus es schon vehement verabsäumt wurde aus irgend einem Grund, vielleicht aus Arbeitsüberlastung, den ideologisch verunglimpften Gesetzestext wenigstens einmal zu zitieren zwecks souveräner Urteilsbildung des mündigen Bürgers und, wenigstens einmal, ungarische Befürworter des Gesetzes sachdienlich zu befragen?

Wenigsten einen, gern aber auch mehrere.

Wegen der Meinungsvielfalt angesichts all der fleißig ins Bild gesetzten tapferen Regenbogenbindenträger…

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Die einen von diesen „Perversen“ haben sozusagen die Geschlechtsdifferenz aus ihrem Programm gestrichen. Nur das ihnen gleiche Geschlecht kann ihre sexuellen Wünsche erregen; das andere, zumal die Gechlechtsteile desselben, ist ihnen überhaupt kein Geschlechtsobjekt, in extremen Fällen ein Gegenstand des Abscheus. Sie haben damit natürlich auch auf jede Beteiligung an der Fortpflanzung verzichtet. Wir nennen solche Personen Homosexuelle oder Invertierte. Es sind Männer und Frauen, sonst oft – nicht immer – tadellos gebildet, intellektuell wie ethisch hochentwickelt, nur mit dieser einen verhängnisvollen Abweichung behaftet. Sie geben sich durch den Mund ihrer wissenschaftlichen Wortführer für eine besondere Varietät der Menschenart, für ein „drittes Geschlecht“ aus, welches gleichberechtigt neben den beiden anderen steht. Wir werden vielleicht Gelegenheit haben, ihre Ansprüche kritisch zu prüfen. Natürlich sind sie nicht, wie sie auch gern behaupten möchten, eine „Auslese“ der Menschheit, sondern enthalten mindestens ebensoviel minderwertige und nichtsnutzige Individuen wie die in sexueller Hinsicht anders gearteten.

Die psychoanalytische Forschung ist nämlich genötigt worden, sich auch um das Sexualleben des Kindes zu bekümmern, und zwar dadurch, daß die Erinnerungen und Einfälle bei der Analyse der Symptome regelmäßig bis in frühe Jahre der Kindheit zurückführen. Was wir dabei erschlossen haben, ist dann Punkt für Punkt durch unmittelbare Beobachtung an Kindern bestätigt worden. Und da hat sich dann ergeben, daß alle Perversionsneigungen in der Kindheit wurzeln, daß die Kinder zu ihnen alle Anlage haben und die in dem ihrer Unreife entsprechenden Ausmaß betätigen, kurz, daß die perverse Sexualität nichts anderes ist als die vergrößerte, in ihre Einzelregungen zerlegte infantile Sexualität.

Andererseits ist es der gemeinsame Charakter aller Perversionen, daß sie das Fortpflanzungsziel aufgegeben haben. In dem Falle halten wir eine Sexualbetätigung eben pervers, wenn sie auf das Fortpflanzungsziel verzichtet hat und die Lustgewinnung als davon unabhängiges Ziel verfolgt.

Die sexuellen Perversionen der Erwachsenen hingegen sind etwas Greifbares und Unzweideutiges. Wie schon ihre allgemein zugestandene Benennung erweist, sind sie unzweifelhaft Sexualität. Mag man sie Degenerationszeichen oder anders heißen, es hat noch niemand den Mut gefunden, sie anderswohin als zu den Phänomenen des Sexuallebens zu stellen. Um ihretwillen allein sind wir zur Behauptung berechtigt, daß Sexualität und Fortpflanzung nicht zusammenfallen, denn es ist offenkundig, daß sie sämtlich das Ziel der Fortpflanzung verleugnen.

Was die perverse Betätigung trotz aller Fremdheit des Objektes und der Ziele zu einer so unverkennbar sexuellen macht, ist der Umstand, daß der Akt der perversen Befriedigung doch zumeist in vollen Orgasmus und in Entleerung der Genitalprodukte ausgeht. Das ist natürlich nur die Folge der Erwachsenheit der Personen; beim Kinde sind Orgasmus und Genitalexkretion nicht gut möglich, sie werden durch Andeutungen ersetzt, die wiederum nicht sicher als sexuell anerkannt werden.

Ich muß noch etwas hinzufügen, um die Würdigung der sexuellen Perversionen zu vervollständigen. So verrufen sie auch sein möge; so scharf man sie auch der normalen Sexualbetätigung gegenüberstellt, so zeigt doch die bequeme Beobachtung, daß dem Sexualleben der Normalen nur selten der eine oder andere perverse Zug abgeht. Schon der Kuß hat Anspruch auf den Namen eines perversen Aktes, denn er besteht in der Vereinigung zweier erogener Mundzonen an Stelle der beiden Genitalien. Aber niemand verwirft ihn als pervers, er wird im Gegenteil in der Bühnendarstellung als gemilderte Andeutung des Sexualaktes zugelassen. Gerade das Küssen kann aber leicht zur vollen Perversion werden, wenn es nämlich so intensiv ausfällt, daß sich Genitalentladung und Orgasmus direkt daranschließen; was gar nicht so selten vorkommt. Im übrigen kann man erfahren, daß Betasten und Beschauen des Objektes für den einen unentbehrliche Bedingungen des Sexualgenusses sind, daß ein anderer auf der Höhe der sexuellen Erregung kneift oder beißt, daß die größte Erregtheit beim Liebenden nicht immer durch das Genitale, sondern durch eine andere Körperregion des Objektes hervorgerufen wird, und Ähnliches in beliebiger Auswahl mehr. Es hat gar keinen Sinn, Personen mit einzelnen solchen Zügen aus der Reihe der Normalen auszuscheiden und zu den Perversen zu stellen, vielmehr erkennt man immer deutlicher, daß das Wesen der Perversion nicht in der Überschreitung des Sexualzieles, nicht in der Ersetzung der Genitalien, ja nicht einmal immer in der Variation des Objektes besteht, sondern allein in der Ausschließlichkeit, mit welcher sich diese Abweichungen vollziehen, und durch welche der der Fortpflanzung dienende Sexualakt beiseite geschoben wird. Sowie sich die perversen Handlungen als vorbereitende oder als verstärkende Beiträge in der Herbeiführung des normalen Sexualaktes einfügen, sind sie eigentlich keine Perversionen mehr.

Die perverse Sexualität ist in der Regel ausgezeichnet zentriert, alles Tun drängt zu einem – meist zu einem einzigen – Ziel, ein Partialtrieb hat bei ihr die Oberhand, er ist entweder der einzig nachweisbare oder hat die anderen seinen Absichten unterworfen.

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Sigmund Freud (1856 – 1939) Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (XX. Vorlesung Das Menschliche Sexualleben und XXI. Vorlesung Libidoentwicklung und Sexualorganisationen)

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Wenn sich nur niemand fürchtete zu sagen, was die Sache ist, so würden alle Sachen besser gehen.“

Johann Gottfried Seume (1763 – 1810) Apokryphen

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Stille Post

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11. Juli 2021: Bellarmin an Mephisto

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Zum Interview der Woche dieser Woche hat man im Deutschlandfunk den Alexander Dobrindt geladen. Kann man ja machen. Zu keinem einzigen Interview in dieser Woche hat man Hans-Georg Maaßen geladen. Wohl aber etliche Leute, um sie zu ihren Befindlichkeiten über Hans-Georg Maaßen zu befragen. Und auch Kommentatoren hat man sprechen lassen und Berichterstatter über aus Zusammenhängen herausgeschnittene und in indirekter Rede zitierte Äußerungen (auf Dummdeutsch „Stätments“) Hans-Georg Maaßens. So daß der mit gespitztestem Ohr aufmerksamste Rezipient öffentlich-rechtlicher Medien bis zur Stunde nicht sicher sagen kann, ob beispielsweise das nachrichtlich verwendete pejorativ wertende Wort „Gesinnungsprüfung“, er habe eine „Gesinnungsprüfung“ gefordert, aus dem tatsächlich verwendeten Munde Hans-Georg Maaßens stammt oder, was Gott verhüte, aus der wahrhaftig unterrichtenden Feder einer, was Gott verhüte, eventuell sozusagen gewissermaßen quasi absichtsvoll tendenziös unterschiebenden Nachrichtenredaktion.

Was Gott verhüte!

Ich will nichts gesagt haben!

Gottseibeiuns! Das wäre ja, also das wäre ja sowas von sowas!

Vielleicht ist das auch nur dadurch entstanden, weil man, zwecks wahrhaftiger Unterrichtung der Öffentlichkeit, aus Sicherheitsgründen nur zitierte, was andere zitierten als Zitat von anderen.

Also Du versteht: als verzeihlicher Übermittlungsfehler!

Kennst Du eigentlich das Kinderspiel „Stille Post“?

Und vielleicht konnte man den „umstrittenen“ Mann, wie Jesus!, vielleicht konnten die Journalisten ihn auch deshalb nicht laden zum ausführlichen Interview zur Darlegung seiner Ansichten zwecks wahrhaftiger Unterrichtung der Öffentlichkeit, die ihnen erklärtermaßen am Herzblut liegt, weil der „umstrittene“ Mann heiser war. Und gesundheitliche Gründe, die könnte man ja aus Gründen deutschen Datenschutzes nun nicht hinausposaunen in die öffentliche Wahrhaftigkeit der wahrhaftigen Öffentlichkeit.

Also warten wir mal die nächste Woche und das nächste Interview der Woche ab!

Derweil erinnere ich mich, im März 2006, da hatte der SPIEGEL, ich habe den Mann schon zu Honeckers Zeiten als schlimm empfunden, da hatte der SPIEGEL den als links geltenden Oskar Lafontaine, den damaligen Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei, noch zu einem Interview geladen zur wahrhaftig unterrichtenden Hinterfragung seiner öffentlichen Stätments. Weil:

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DER SPIEGEL vom 13. März 2006:

SPIEGEL: Im rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf haben Sie die Bundestagsabgeordneten als „Plapperfritzen“ beschimpft. Das ist der Ton, in dem sich die Nazis über die Weimarer Demokratie lustig gemacht haben.

Lafontaine: Ich wundere mich über solche Vergleiche. Das Wort „Plapperfritzen“ ist nun wirklich zulässig, insbesondere im Wahlkampf.

SPIEGEL: Sie haben auch gesagt, man könne „die ganze Bande im Bundestag“ in einen Sack stecken und draufhauen, man treffe schon immer den Richtigen …

Lafontaine: … das ist ein Sprachbild aus meiner saarländischen Heimat, das auch in Rheinland-Pfalz gut verstanden wird.

SPIEGEL: Von einer „Schweinebande“ war ebenfalls die Rede. …

Woran ich mich allerdings nicht erinnern kann, ist, daß die mehrmals umbenannte Partei DIE LINKE in all den Jahren bis heute auch nur einmal nachrichtlich als populistisch bezeichnet worden wäre…

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Gulliver im Lande der Einäugigen mit dem falschen Zungenschlag

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4. Juli 2021: Gulliver an Mephisto

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Am Mittwoch, dem 16. Juni 2021, stand bei Euch zu lesen in den verschriftlichten Nachrichten des Deutschlandfunks:

Bundeszentrale für politische Bildung: Nach „Shitstorm“ Linksextremismus-Eintrag laut TAZ auf Druck von Seehofer-Ministerium geändert – BMI widerspricht

Nachdem die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ihre Definition von Linksextremismus geändert hat, ist weiter offen, in welchem Maße das Bundesinnenministerium (BMI) involviert war. Die „taz“ bezichtigt das BMI der Lüge.

„Im Unterschied zum Rechtsextremismus teilen sozialistische und kommunistische Bewegungen die liberalen Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – interpretieren sie aber auf ihre Weise um.“ So lautete die Formulierung im Teaser des Online-Dossiers zum Thema „Linksextremismus“ der bpb bis Januar. Er stammt vom Politikwissenschaftler Hans-Gerd Jaschke, emeritierter Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

Mitte Januar 2021 gab es plötzlich viel Gegenwind im Netz, unter anderem von einer Redakteurin der NZZ und dem ehemaligen Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, aber auch die „Bild“-Zeitung griff das Thema auf. Die Formulierung wurde als verharmlosend aufgefasst.

„Vor orchestrierter Empörungsaktion vom Konservativen bis Neurechten eingeknickt“

Dann änderte die bpb den Text auf Drängen des BMI hin. Die Bundeszentrale für politische Bildung ist als Bundesanstalt dem Innenministerium unterstellt. Wie die taz berichtete, strich sie zunächst das Wort „teilen“ und formulierte die Definition um, dass sich Linksextremisten auf die oben genannten Werte „berufen“. Diese Formulierung war dem BMI aber demnach nicht deutlich genug, sodass nach mehreren Änderungsschritten schließlich eine Formulierung auf der Seite der bpb landete, die mit den Worten beginnt: „Linksextremismus ist ein Sammelbegriff für alle gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichteten Bestrebungen, die sich insbesondere in den Ideen von Anarchismus und Kommunismus ausdrücken.“ Diese Formulierung ähnelt der des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Weder der wissenschaftliche Beirat noch das Kuratorium seien bei der Änderung einbezogen worden, berichtet die taz unter Berufung auf die bpb. Der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring kritisiert, das BMI sei vor einer „orchestrierten Empörungsaktion von Personen aus dem konservativen bis neurechten Spektrum eingeknickt – mit Junger Freiheit, Bild und NZZ als Medienpartner.“

taz: Unionsfraktionsvize Frei auch involviert

Nun hat die taz das Bundesinnenministerium der Lüge bezichtigt. Im März hatte das BMI der Zeitung noch mitgeteilt, dass die Hausleitung in den Vorgang nicht eingebunden gewesen sei. Neue Dokumente, die der taz nach eigenen Angaben vorliegen, würden aber belegen, dass dies durchaus der Fall gewesen sei. Auf eine Anfrage des Deutschlandfunks teilte das Bundesinnenministerium lediglich mit: „Die Beantwortung erfolgte wahrheitsgemäß. Die der taz vorliegenden Mails stehen, unter Berücksichtigung der zeitlichen Abläufe, nicht im Widerspruch zu der an die taz übermittelten Auskunft.“

Die „taz“ berichtet zudem, dass der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Frei, der zugleich Vorsitzender des bpb-Kuratoriums ist, nach einem Gespräch mit der „Bild“-Zeitung die Änderung durch das BMI entscheidend in Gang gebracht habe. Sein Büro habe sich beim Innenministerium dafür eingesetzt, die Formulierung zu überarbeiten.

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Über dem Nachrichtentext fand sich zudem noch ein Foto mit der Bildunterschrift:

Protest, reden, diskutieren, aber auch Gewaltbereitschaft spielen für einen Teil der autonomen Antifa-Szene eine wichtige Rolle.

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Das ist so schön bei Euch im Lande mit Euren Sendern für „die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit“, so schön klar, oder, wie Eure Politiker und Eure Journalisten sagen würden, so schön transparent: man weiß immer sofort, wer die richtige Meinung vertritt! Nämlich die, deren Meinungen zitiert werden. In der Deutschen Demokratischen Republik lobten die mit der ebenfalls richtigen Meinung diese: sie stünden auf der richtigen Seite der Barrikade. Wie die „auf der richtigen Seite der Barrikade“ stehende sogenannte taz im obigen Beispiel der verschriftlichten Nachricht.

Während auf der Gegenseite einer „orchestrierten Empörungsaktion von Personen aus dem konservativen bis neurechten Spektrum … mit Junger Freiheit, Bild und NZZ als Medienpartner“ und der Historiker Hubertus Knabe unzitiert stehen.

Wegen ihrer falschen Meinung.

Am selben Tag meldete dieselbe Anstalt, und ich will wenigstens ansatz- und andeutungsweise versuchen, das gleich ein klein wenig so zurechtzurücken, wie man bei uns darüber berichten würde und wie man einst sogar bei Euch die mündigen Bürger in wahrhaftiger Weise unterrichtet hätte.

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Mittwoch, 16. Juni 2021, Deutschlandfunk:

Berlin: 60 Polizisten bei Eskalation vor besetztem Haus verletzt

In Berlin sind bei Angriffen von Unterstützern des besetzten Hauses ‚Rigaer 94‘ rund 60 Polizisten verletzt worden. Etwa 200 vermummte Linksradikale hätten die Beamten im Stadtteil Friedrichshain unter anderem von Dächern mit Steinen beworfen, erklärte die Polizei.

Etwa 200 vermummte Linksextremisten haben die Beamten im Stadtteil Friedrichshain unter anderem von Dächern mit Steinen beworfen, erklärte die Polizei.

„Die Einsatzkräfte seien attackiert worden, als sie brennende Barrikaden gelöscht und weggeräumt hätten.“

Die Einsatzkräfte wurden angegriffen, als sie brennende Barrikaden löschten und wegräumten.

Berlins Innensenator Geisel erklärte, die Straftaten würden konsequent verfolgt.“

Berlins Innensenator Geisel kündigte an, die Straftaten konsequent zu verfolgen.

Hintergrund ist eine für morgen angekündigte Brandschutzprüfung in dem Haus durch den Eigentümer. Die linksradikalen Besetzer und ihre Unterstützer hatten seit Wochen Widerstand angekündigt…“

Die linksextremistischen Besetzer und ihre Unterstützer hatten seit Wochen Widerstand angekündigt…

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Zwei Tage später, am Freitag, dem 18. Juni 2021, meldete der Deutschlandfunk:

Hausbesetzung Berlin: Protest nach Brandschutzprüfung

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen rund um eine Brandschutzkontrolle in einem besetzten Haus in der Rigaer Straße in Berlin demonstrieren Bewohner und Unterstützer.“

Nach den brutalen Angriffen auf die Polizei wegen einer Brandschutzkontrolle in dem besetzten Haus in der Rigaer Straße in Berlin: Keinerlei Konsequenzen für Gewalttäter

Nachdem die Polizei über 60 Beamte, darunter drei schwerverletzte, hatte verzeichnen müssen, genehmigte man den gewalttätigen Besetzern und ihren Helfern eine Demonstration.

Laut Polizeiangaben waren 150 Personen zu dem Protest angemeldet, es seien aber deutlich mehr gekommen. Die zum Teil schwarz vermummten Teilnehmenden wurden von der Polizei aufgefordert, einen Mund-Nasenschutz zu tragen und die coronabedingten Abstände einzuhalten.“

Laut Polizeiangaben waren 150 Personen zu dem Aufmarsch angemeldet, es waren aber deutlich mehr. Die zum Teil gegen das Vermummungsverbot verstoßenden Extremisten wurden aufgefordert, einen Mund-Nasenschutz zu tragen und die coronabedingten Abstände einzuhalten.

Am Vormittag hatte sich die Polizei gewaltsam Zutritt zu dem verbarrikadierten Haus verschafft. Bewohner aus der linksradikalen Szene bewarfen die Einsatzkräfte mit Farbe.“

Am Vormittag hatte sich die Polizei gewaltsam Zutritt zu dem rechtswidrig verbarrikadierten Haus verschaffen müssen. Bewohner aus der linksextremistischen Szene bewarfen die Einsatzkräfte mit Farbe.

Berlins Innensenator Geisel, SPD, verurteilte die Angriffe auf Polizisten durch Hausbesetzer. Er sprach im Abgeordnetenhaus von ‚äußerster Brutalität‘ und ‚offenem Gangstertum‘. Bundespräsident Steinmeier bezeichnete die Gewalt als nicht hinnehmbar. Bereits gestern waren 60 Einsatzkräfte bei Auseinandersetzungen mit den Bewohnern verletzt worden.“

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Tapfer, tapfer!

Und jetzt paß auf, hier folgt die Apotheose des nicht Hinnehmbaren einer amtlich beglaubigten äußersten Brutalität von amtlich beglaubigten Gangstern, und ich kommentiere:

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Freitag, 18. Juni 2021, Deutschlandfunk:

„Rigaer 94: Innensenator Geisel will teilbesetztes Haus räumen lassen

Im Zusammenhang mit den Angriffen und Ausschreitung in der Rigaer Straße in Berlin befürwortet Innensenator Geisel eine Räumung des teilbesetzten Hauses.

Der SPD-Politiker sagte, das Problem sei nur rechtsstaatlich zu lösen.“

Ja, was denn sonst, Himmel, Arsch und Zwirn?

Man könne nicht mit der Ramme hinein und alle herausholen.“

Aber na klar kann man, und es gäbe auch andere Möglichkeiten der Terrorismusbekämpfung, zum Beispiel die GSG9!

Prinzipiell sei er aber für eine Räumung, falls ein Gericht dieser Maßnahme zustimme. Dafür müsse der Eigentümer des Gebäudes tätig werden und bei Gericht einen Antrag stellen.“

„Prinzipiell“!

Diese Konsequenz ist nicht zu fassen!

Es ist prinzipiell nicht zu fassen!

Da sind mehr als 80 (in Worten: achtzig!), da sind mehr als 80 Polizeibeamte, in der Hauptstadt Deutschlands, anläßlich einer Brandschutzkontrolle, da sind über 80 diensttuende Polizisten verletzt worden von einem gewalttätigen Abschaum mit uminterpretierten „liberalen Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, und der verantwortliche verantwortungslose Innensenator, SPD, hat geradezu dreigroschenopernhaft realsatirisch, wie der brechtsche Polizeichef Brown, die Stirn zu behaupten, er könne da gar nichts machen?

Und hat nicht einen einzigen Täter verhaftet?

Und kann keinen einzigen der menschenverachtenden Besetzer dingfest machen lassen?

Solange der Besitzer des widerrechtlich besetzten Hauses keinen Antrag ausfüllt???

Und mitten in der Hauptstadt bleibt es bei einem vollkommen rechtsfreien Raum?

In dem Rechtsbrecher mit ihrer Rechtfertigungsideologie tun und lassen können, was sie wollen?

Weil über all die Jahre keine Anzeige vorläge?

In der vergangenen Nacht war es in Berlin im Zusammenhang mit den Vorkommnissen in der Rigaer Straße erneut zu Brandstiftungen und Sachbeschädigungen gekommen.“

Erneut!

In der vergangenen Nacht war es in Berlin im Zusammenhang mit den brutalen Gewaltakten in der Rigaer Straße erneut zu Brandstiftungen und Sachbeschädigungen gekommen.

Unbekannte setzten im Bezirk Reinickendorf Autos und Müllcontainer in Brand und schlugen Schaufensterscheiben ein. In Tempelhof/Schöneberg zerstörten vermummte Täter die Scheiben einer Immobilienfirma. Auch im Bezirk Weißensee wurden Fenster eingeschlagen. Bei Angriffen Linksextremer waren in den vergangenen Tagen bereits mehr als 60 Polizisten verletzt worden.“

Also doch Linksextreme?

Aber Gott sie Dank, in jedem Fall wenigstens links! Wenigstens nur Irregeleitete mit ansonsten brüderlichen und guten Absichten…

Was wäre auch gewesen, wenn etwa Rechtsextremisten in der Hauptstadt Berlin oder in Hamburg oder in Leipzig Häuser besetzten und hunderte Polizisten angegriffen und über 80 Polizisten verwundet hätten bei einer Brandschutzkontrolle?

Wäre da der Innensenator, wenigstens aus dienstherrlicher Fürsorgepflicht, verantwortlicherweise vielleicht doch auf die Idee gekommen, selber Anzeige zu erstatten?

Wegen Körperverletzung und des Verdachts auf Bildung terroristischer Vereinigungen, Hausfriedensbruch, Behinderung der Dienstausübung und und und?

Oder hätte vielleicht sogar darauf gedrungen, Gewaltausübende eventuell einzukesseln und auf frischer Tat zu ertappen?

Wäre wenigstens am nächsten Tag angerückt mit einer Ramme?

Statt eine „Demonstration“ der nachweislich straffälligen Hausbesetzer nebst dem Pack ihrer „Unterstützer“ zu bewilligen?

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Freitag, 18. Juni 2021, Pressespiegel im Deutschlandfunk:

Mit Stimmen zu den linksradikalen Ausschreitungen in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain und den deutsch-polnischen Beziehungen. Zunächst geht es aber um die eher enttäuschenden Zwischenergebnisse des Corona-Impfstoffs des Tübinger Unternehmens Curevac.

Zu den Auseinandersetzungen zwischen Linksradikalen und der Polizei in der Rigaer Straße in Berlin schreibt die AUGSBURGER ALLGEMEINE: „…Leidtragende sind die Nachbarn, die terrorisiert und bedroht, deren Autos angezündet und Fensterscheiben eingeworfen werden. Wer die Linksradikalen kritisiert, muss fürchten, brutal angegriffen zu werden. Viele Anwohner haben den Eindruck, dass sie von den zuständigen rot-rot-grünen Politikern keinen Rückhalt bekommen“, bemerkt die AUGSBURGER ALLGEMEINE.

„Auf wie viel Freiheit müssen die Berliner verzichten, damit eine sehr kleine linke Minderheit ihren Traum von einem Leben ohne Kapitalismus weiter träumen darf?“, fragt die BERLINER MORGENPOST und führt aus: „Es wird Zeit, dass das Haus endlich geräumt wird. Das Problem Rigaer Straße 94 gehört nach den Wahlen im September auf die Dringlichkeitsliste aller Fraktionen im Abgeordnetenhaus. Das ist die Politik den Einsatzkräften der Polizei und den Berlinern schuldig. Zu viele Jahre wurde nur halbherzig und hilflos agiert.“

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Danach, nach zwei Tagen! Nach sage und schreibe von immerhin zwei ganzen Tagen wahrhaftiger Unterrichtung: Schluß mit der konsequenten Verfolgung der Straftäter und konsequentes Ende der journalistischen Berichterstattung mit der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit. Seither schweigen die Vögelein konsequent wieder in Eurem Lande der Einäugigen mit den falschen Zungenschlägen. Und warten konsequent auf den Eingang eines Antrags einer Privatperson!

Und auf die kommenden Wahlen im September!

Und die Zeit bis nach der Regierungsbildung.

Eure Medien erweisen sich als konsequent unfähig, diesen gigantischen Skandal in seiner wahrhaftigen Bedeutung auch nur entfernt zu erfassen!

Ob jemand wohl, wenn es sich statt der verzeihlich linken Irregeleiteten mit den guten Absichten und leider etwas radikalen Ansichten um rechte Radikale handelte mit den falschen Ansichten, ob dann wohl jemand auf die Idee gekommen wäre, eine Anzeige zu erstatten?

Gegen den unglaublichen Innensenator?

Wegen konsequenter Unterlassung?

Wegen Untätigkeit im Amt?

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Donnerstag, 22. August 2019, Deutschlandfunk:

In den vergangenen Monaten hat es in Deutschland durchschnittlich zehn Gewaltattacken pro Monat auf Politiker gegeben.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervorgeht, registrierte die Polizei von April bis Juni insgesamt 31 Fälle von Körperverletzung oder gefährlicher Körperverletzung. Die Gewalt habe sich vor allem gegen Politiker der AfD gerichtet. Sie seien in 24 Fällen betroffen gewesen. Die mutmaßlichen Täter kamen laut Polizeistatistik meist aus dem linken Spektrum.

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Gemeint ist natürlich: Die Täter kamen laut Polizeistatistik meist aus dem linken Spektrum.

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Mein abfälliger Blick

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5. Juni 2021: Bellarmin an Mephisto

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Morgen also die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt…

Und wie die langjährig regierungsbeteiligte SPD mit regelmäßiger Plötzlichkeit stets neue „Gerechtigkeitslücken“ entdeckt vor Wahlen im Bund, werden im Osten vor Landtagswahlen in vehementer Empörung angebliche Defizite der Wiedervereinigung angeprangert. Gewissermaßen als einzuklagende Bringeschuld eines den Osten okkupierenden Westens. Wie vor wenigen Tagen unter anderem zum x-tenmal zu beobachten war anläßlich der Konferenz der Regierenden ostdeutscher Länder. Und im Westen, mit einer nach dem Ende des Kalten Krieges im Lauf der Zeit inzwischen bar jeder auch nur leisesten Kritikfähigkeit handzahm degenerierten Presse, rauft man sich dann ebenso regelmäßig das wirre Haar und schlägt sich schuldbewußt die Brust, wie blöde folgend diesem ursprünglichen Narrativ der Partei Der Spalter.

Die ja wohl ein gänzlich anderes Interesse trieb und treibt, als der historisch objektiv einmaligen Erfolgsgeschichte der Wiedervereinigung Deutschlands ihre Reverenz zu erweisen nach der vierzigjährigen Zwangs- und Mißwirtschaft der SED auf dem Territorium der heute auf höchstem Niveau jammernden Ministerpräsidenten.

Einer Erfolgsgeschichte, bei der übrigens innerhalb von weniger als drei Jahren der gesamte zweitaktige Fuhrpark eines Staates ausgetauscht worden war.

Gegenüber deutschen demokratischen Wartezeiten von neun Jahren auf ein nach dem Mauerfall zum „Kultauto“ stilisiertes Vehikel mit Lenkradgangschaltung.

Nach dem nicht nur ganz Ostberlin gestunken hatte.

Denn daß die Wirtschaft Ostdeutschlands im Wesentlichen „abgewickelt“ werden mußte, lag wohl eher weniger an einer böswilligen Treuhand, der man die Schuld gibt, sondern an der vorherigen vierzig lange Jahre währenden Planwirtschaft mit rollender Schicht samt Schulen der sozialistischen Arbeit.

Der man nicht die Schuld gibt.

Aber bei der, man stelle es sich vor, die Betriebe untereinander sogenannte Risikovereinbarungen abschlossen für den Fall, daß der im Rahmen der staatlich forcierten „Importablösung“ heimliche, weil natürlich widerrechtliche Nachbau westlicher Patente entdeckt werden würde im „NSW“.

Also im „nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“.

Risikovereinbarungen des Inhalts, welche der beteiligten parasitären Firmen dann welchen Devisenanteil der anfallenden Strafzahlungen zu entrichten hätte ins „NSW“. Nach dem eventuell aufgedeckten betrügerischen Patentschwindel.

Und welche geheimen Verhandlungen sich dann gewöhnlich länger hinzogen als die Eigenentwicklung „heimischer Produkte“.

Um nur ansatzweise ein Detail „volkseigenen“ Wirtschaftens zu beschreiben.

Doch zurück zu den vor Stupidität strotzenden Vorwürfen gegen den Westen.

Also der „Wessi“, diese Haßfigur, der erkennt die Lebensleistung der Ostdeutschen nicht an.

Hast Du jemals einen Namen genannt gehört von einem nativen „Wessi“, der die Lebensleistung der Ostdeutschen nicht anerkennte?

Der Deutschlandfunk kommentierte letzten Mittwoch unter der Überschrift, tatsächlich, „Der westdeutsche abfällige Blick muß sich ändern“:

Lediglich 62 Prozent der Westdeutschen ist laut Deutschland-Monitor die Anerkennung der Lebensleistungen der Ostdeutschen wichtig.“

Ja und?

Hat man in Ostdeutschland jemals gezählt, wievielen Ostdeutschen die Lebensleistung, abgesehen mal von Erich Honecker und Oskar Lafontaine, wievielen Ostdeutschen also die Anerkennung der Lebensleistung von Saarländern wichtig ist?

Oder von Sauerländern?

Und:

Was es jetzt braucht: eine breite – und ehrliche – Anerkennung der Lebensleistung der Ostdeutschen von Westdeutschen.“

Was soll dieser unglaubliche linksparteiliche Propagandaschwachsinn?

Mein Blick wird immer abfälliger.

Dann, unglaublich aber wahr und ohne jede Kritik und inzwischen dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung (!): Der „Wessi“ nehme den Ostdeutschen die Führungspositionen weg!

Hast Du jemals von einem Fall gehört, daß einem Ostdeutschen eine Führungsposition verweigert worden wäre auf Grund seiner Geburt?

Die in „Die Linke“ umbenannte Partei Der Spalter, die in bundesdeutschen Medien tatsächlich nachrichtlich und nichtnachrichtlich weder als populistisch noch als extremistisch etikettiert wurde und wird, und deren Wähler nicht als Abgehängte, läßt im Wahlkampf Leute mit Ganzkörperplakaten herumlaufen, auf denen zu lesen steht: „Nehmt den Wessis das Kommando“.

Tatsächlich!

Apropos Wahlkampf in Sachsen-Anhalt…

Obwohl der Deutschlandfunk gestern den Intendanten des Neuen Theaters in Halle zitierte mit der Äußerung zur morgigen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: „Die Frage für Sonntag sei: Demokratie oder Diktatur?“, Du hast richtig gelesen, gibt es eine Neuerung in der Berichterstattung.

Bisher war es üblich bei Landtagswahlen, daß der Deutschlandfunk in dem jeweiligen Bundesland während seiner mittäglichen Informationssendung im Lauf der Vorwoche täglich mit einer Kurzreportage eine der beteiligten Parteien begleitet und vorstellt.

Für die morgige Wahl in Sachsen-Anhalt galt das nicht…

Stattdessen brachte man kurze Reportagen über kommunale Probleme vor Ort. Die in das eine Ohr eines Außenstehenden mit seinem abfälligen Blick hineingingen und aus dem anderen Ohr eines Nichtbetroffenen mit seinem abfälligen Blick wieder hinaus.

Man stellte die für die morgigen Wahlen in Sachsen-Anhalt maßgeblichen Parteien in ihrem Wollen und Wirken diesmal also nicht in der üblichen Weise begleitend vor.

Aus irgend einem Grund.

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In China werden schlechte Nachrichten unterdrückt.“

Deutschlandfunk am 23. März 2020

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Freude, schöne Pressefreiheit!

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8. Mai 2021: Bellarmin an Mephisto

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Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker auf einander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried‘ und Friedenszeiten.
Goethe: Faust. Eine Tragödie.

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Montag, 3. Mai 2021, Deutschlandfunk nachrichtlich zum „internationalen Tag der
Pressefreiheit“:

In der EU stehen einige Mitgliedsstaaten in der Kritik, weil sie in den vergangenen
Jahren die Medienfreiheit eingeschränkt haben. Die EU-Kommission hatte im März
ausdrücklich Ungarn, Polen und Slowenien in dieser Frage kritisiert.

O das tut gut! Vor Augen geführt zu bekommen, wie schön es doch ist, zu leben in
einem Lande, in dem die Pressefreiheit unbeschnitten ist im Gegensatz zu Ungarn,
Polen und Slowenien oder gar zur Türkei mit ihrem gesetzlich geschützten
Türkentum. Wenn es unter uns Pastorentöchtern bleibt (sonst möchten mich die
Leute wohl für eitel halten): Mir war die Pressefreiheit sogar schon einen ganzen Tag früher
aufgefallen als dem Deutschlandfunk!

Tatsächlich!

Nämlich als der nämliche Sender meldete:

Sonntag, 2. Mai 2021, Deutschlandfunk:

Hans-Georg Maaßen (CDU), der wegen seiner Haltung unter anderem zur
Flüchtlingspolitik der Bundesregierung umstritten ist, wurde in Suhl in Thüringen
zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis 196 gekürt.

Bereits am Samstag hatte man in der gleichen Art und identischen Wortwahl, da kennen sie nix, seine Nominierung als Kandidat gemeldet und im Pressespiegel die Welt zitiert, welche zitiert, wie die Süddeutsche Zeitung Armin Laschet zitiert, und was er so meint über Hans-Georg Maaßen.

Das ist gelebte Pressefreiheit!

Und nicht, daß Du etwa denkst, damit hat sich’s!

Weit gefehlt!

Am Montag zitierte der Pressespiegel des Deutschlandfunks dann, was die
Zeitungsredakteure der Mitteldeutschen Zeitung zu Hans-Georg Maaßen meinen,
und was die Zeitungsredakteure der Süddeutschen Zeitung zu Hans-Georg Maaßen
meinen, und was die Zeitungsredakteure der Passauer Neuen Presse zu Hans-Georg
Maaßen meinen, und was die Zeitungsredakteure des Berliner Tagesspiegel zu Hans-
Georg Maaßen meinen, und was die Zeitungsredakteure vom Straubinger Tagblatt
zu Hans-Georg Maaßen meinen, und was die Zeitungsredakteure der Neuen
Osnabrücker Zeitung
zu Hans-Georg Maaßen meinen, und was die
Zeitungsredakteure der Allgemeinen Zeitung zu Hans-Georg Maaßen meinen.

Das ganze Meinungsspektrum über Hans-Georg Maaßen!

Und wie damals in der Deutschen Demokratischen Republik!

Vom NEUEN DEUTSCHLAND über jede Bezirkszeitung ausnahmslos hinab bis zur letzten Kreiszeitung!

Einhellig!

Das ist Pressefreiheit!

Da können die Ungarn, Polen, Slowenen und vor allem auch die Türken mit ihrem
gesetzlich geschützten Türkentum was lernen!

Und sich eine Scheibe abschneiden davon!

Von unserer bundesrepulikanischen Pressefreiheit.

Das Tollste ist aber, und das wissen die noch gar nicht: Ich bin mir sicher, die
verantwortlichen Redakteurinnen und Redakteure des Deutschlandfunks und der
übrigen öffentlich-rechtlichen Medien und der Allgemeinen Zeitung und der Neuen
Osnabrücker Zeitung
und des Straubinger Tagblatt und des Tagesspiegel und
der Passauer Neuen Presse und der Süddeutschen Zeitung und der
Mitteldeutschen Zeitung und der Welt und all die anderen, die werden natürlich
ihre Korrespondenten und Korrespondentinnen beauftragt haben: „Auf! Auf! Die
Pferde gesattelt! Die Stiefel gespornt! Und ab in den Wahlkreis 196! Da soll
tatsächlich einer sein in Deutschland, der eine umstrittene Haltung hat unter
anderem zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung! Und daß ihr nicht ohne den
Gekürten wiederkommt! Weil ihr ihn euch habt schnöde wegschnappen lassen vor
eurer Nase von einer der anderen Nasen, die darüber berichteten, was andere darüber
berichteten, was andere über Hans-Georg Maaßen meinten! Mag er noch so zappeln und zetern und
sich wehren und sich weigern! Bringt den Mann, der in Deutschland eine umstrittene Haltung hat unter anderem zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung ins Aufnahmestudio! Für ein ausführliches Interview! Denn das hat jeder Journalist gelernt auf seiner Schule und weiß jede Journalistin einer freien Presse: Ein Kerl, über den alle berichten, was andere darüber berichten, was andere über ihn meinen, ist einfach die Sensation fürs Publikum!

Und das dient sogar einer wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit!

Und steigert nebenbei die Auflagen und Einschaltquoten und ist Gold und alle Mühe wert!

Und es war getan, fast eh gedacht! Und nun reiten sie durch Nacht und Wind und
Corona und halten ihn warm in ihrem Arm und reiten und reiten und reiten.

Und sind bestimmt schon auf dem Rückritt.

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Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“

Rosa Luxemburg (1871 – 1919)

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