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Thalatta ! Thalatta !

Kategorie-Archiv: Zeitgeschehen

Ein nützlicher Idiot Putins über Mord, Lüge und Heimtücke

 

6. Februar 2021: Serapion an Mephisto

 

Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, hat wieder eines seiner von mir gefürchteten Interviews gegeben. Vor drei Tagen. Im Deutschlandfunk. Über das Verhältnis des Westens zu Rußland. Wobei ich diesmal allerdings wahrnehmen konnte, Wladimir Wladimirowitsch Putin muß es inzwischen derart schlimm treiben, daß er es sogar seinem zweitbesten Esel im deutschen Stall notorischster Gesundbeter russischer Monstrositäten schwer zu machen beginnt. Was aber natürlich nichts an ihrer mich immer wieder verwundernden Grundhaltung ändert.

Matthias Platzeck war, wie Du Dich wahrscheinlich erinnerst, über zehn Jahre Ministerpräsident in Brandenburg, von Ende 2005 bis zum Frühjahr 2006 SPD-Vorsitzender, und er ist seit 2014 Vorsitzender des famosen Deutsch-Russischen Forums.

Übrigens, in der famosen „Deutschen Demokratischen Republik“ durfte man Russen nicht beim Namen nennen. Es hieß „Sowjetmenschen“. Es gäbe ungeheuer viel dazu zu erzählen, interessante, aufschluß- und eigentlich lehrreiche Geschichten für denkende Menschen. Doch will ich jetzt nur sagen: Du kannst mich schlagen, aber nach allem was ich jemals erfahren habe in unserem Universum, ich glaube, Matthias Platzeck gehörte zu den „Sowjetmensch“-Sagern. Das verbaute auch nicht unbedingt die Karriere. Ich vermute ebenfalls stark, daß er genauso Mitglied der russischen Propaganda-Organisation „Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ war, wie er heute vorsitzendes Mitglied der russischen Propaganda-Organisation Deutsch-Russisches Forum ist, und mir und jedem sofort erklären würde, daß Völkerfreundschaft doch eine wunderbare und friedensfördernde Angelegenheit sei. Ich stelle mir ein typisches Gespräch mit ihm oder seinesgleichen zur damaligen Zeit vor, was ihn betrifft fiktiv also, aber auf jahrelanger Erfahrung gründend, und höre förmlich die Rechtfertigung für etwa das Fehlen einer deutsch-französischen Freundschaftsgesellschaft in dem friedliebenden Mauerstaat: Schließlich habe das „Sowjetvolk“ ja besonders im Zweiten Weltkrieg, Pardon, schließlich habe das „Sowjetvolk“ ja besonders während des „Großen Vaterländischen Krieges“ gelitten und habe die meisten Opfer gebracht. Und Frankreich, die USA und Großbritannien und Italien, das seien doch alles NATO-Länder usw. usf.

Ich glaube, zu „DDR“-Zeiten hätte Matthias Platzeck nicht zu meinem Freundeskreis gezählt, wenngleich er vermutlich wohl noch zu den vernünftigeren Strebern gehörte. Zu denen, die sich nicht ohne Erfolg anstrengten, nie etwas Falsches oder sogar Widriges zu verlautbaren und demzufolge ihre Weltsicht mit der staatlich vorgegebenen harmonisierend rationalisierten und verinnerlichten. Die dialektische Denkschule des deutschen demokratischen Sozialismus kann bei intelligenten Menschen, die sich aus diesem Blickwinkel jahrzehntelang die Chronik der laufenden Ereignisse zurechtlegten und erklärten und verklärten, kaum ohne Ablagerungen geblieben sein im Rückenmark. In jenem Sinn scheint er mir tatsächlich ein „gelernter DDR-Bürger“ zu sein.

Und in seinen Augen wäre dies wohl etwas Gutes.

Und nicht etwas Geschädigtes, nicht etwas Blickwinkel- und Denkschablonenzementierendes. So wie ich es aus seinen Interviews immer wieder heraushöre oder lese.

Ich weiß, daß Matthias Platzeck nicht in der ruhmredigen „Sowjetunion“ studiert hat, ebensowenig wie Gerhard Schröder. Ich weiß nur, daß er in der „DDR“ eine Erweiterte Spezial-Oberschule besuchte. Und daß mir regelmäßig jene verzückten Auslandsabsolventen nach ihrer Rückkehr in die „DDR“ von ihrem Studium in der ruhmredigen „Sowjetunion“ in den Sinn kommen, wenn ich ein Interview mit ihm höre oder sehe oder lese. Ansonsten war und ist Matthias Platzeck in meinen Augen ein banaler „gelernter DDR-Bürger“. Jemand, der das deutsche demokratische Denken verinnerlichte und also die „Deutsche Demokratische Republik“ wahrhaft nie begriffen hat. Er gehörte wohl zu denjenigen, die 1989 am liebsten die „DDR“ verbessert hätten und der nun verärgert war über den Fall des antifaschistischen Schutzwalls. Der „Wende“ sagt statt „Ende“. Der demzufolge tatsächlich die Wiedervereinigung als „Anschluß“ bezeichnete, analog Österreichs sogenanntem Anschluß an Hitlerdeutschland.

Wie ein Wort manchmal die komplette Denkweise eines Menschen offenbart!

Platzeck ist einer, der in seiner Welt- und Geschichtskenntnis offensichtlich von der Geschichte überrannt wurde. Ebensowenig versteht er den typisch russischen Chauvinismus des typisch russischen Imperialisten Wladimir Wladimirowitsch Putin. Nach allem was ich weiß, würde Lenin ihn zu seinen „nützlichen Idioten“ zählen, die im Westen tatsachenunbeirrt auch noch die abstrusesten russischen Sichtweisen „verstehen“, verteidigen und eben befördern. Im Hinblick auf gewisse Intellektuelle hat Einstein einmal den Begriff „großhirnamputiert“ geprägt.
Also das Interview. Um Dich nicht zu sehr zu quälen heute nur schlaglichtartig das Wesentliche:

Sandra Schulz: Steigen wir ein mit dem Blick auf das Urteil von gestern. Dreieinhalb Jahre Haft in einem Straflager, abzüglich dieses Hausarrests, den Nawalny schon abgesessen hat. Ist das eine gerechte Strafe?

Matthias Platzeck: Ich kann das juristisch nicht beurteilen. …

Schulz: …. Ich wundere mich darüber, dass Sie sagen, Sie können das juristisch nicht beurteilen. Wir wissen, dass Nawalny verurteilt wurde, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll in einem Zeitraum, in dem er sich in Deutschland erholt hat von einem Giftgas-Anschlag.

Platzeck: Frau Schulz, die Behauptungen der Russen sind, dass er schon vorher, bevor er diesem Giftgas-Anschlag ausgesetzt war, gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat. …

Schulz: … Aber einen Moment möchte ich jetzt noch bleiben beim Urteil gegen Nawalny. Die Bewährungsstrafe, die ausgesetzt wurde, die drehte sich um ein Urteil aus dem Jahr 2017, das der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ebenfalls als Unrecht deklariert hat.

Schulz: Muss Alexej Nawalny freigelassen werden?

Platzeck: Das ist für mich überhaupt keine Frage!

Schulz: Okay. War jetzt mal interessant zu hören.

Schulz: Aber die Hand ist im Moment ja nord-stream-technisch ausgestreckt, Herr Platzeck. Sie sagen, Europa ist da nicht klar. Dass Europa nicht klar ist, liegt natürlich auch daran, dass Europa zerstritten ist, dass die Bundesregierung da diesen Alleingang hinlegt. Gäbe es jetzt dieses Bekenntnis aus Berlin, ja, für uns ist das Maß jetzt auch voll, Nord Stream zwei kann jetzt nicht weitergehen, in dem Moment würde Europa ja an einem Strang ziehen.

Platzeck: Ich glaube, dass das falsch wäre. Ich habe es eben schon mal gesagt. Ich halte eine Verschärfung von Sanktionen, wie Sanktionen überhaupt, nicht für zielführend. Wir kommen mit Russland immer dann mühsam, überhaupt keine Frage. Wir müssen hier in Dimensionen und Zeithorizonten von 10, 20, 30 Jahren denken. Da geht nichts schnell. Aber wo wir mit Russland vorankommen ist dann, wenn wir auf Augenhöhe Gesprächskontakte halten, wenn wir uns mühen. …

Es bleibt eine richtige Formel, davon lasse ich mich nicht abbringen, die damals Willy Brandt geboren hat: Wandel durch Annäherung. Nur das wird langfristig uns dazu führen, dass in Russland einigermaßen vernünftige Verhältnisse entstehen und dass das Verhältnis zwischen Russland und dem Rest der Welt, insbesondere uns Europäern sich Stück für Stück bessert. …

Ja, so geht das schon seit Jahrzehnten bei dem Mann, der in Zeithorizonten denkt von 10, 20, 30 Jahren.

Im Gegensatz inzwischen sogar zu seinem Parteigenossen Heiko Maas, der, wiederum im Gegensatz zu seiner früheren Erscheinung als Justizminister in der Position als Außenminister eine bella figura abgegeben hat, auch gegenüber Rußland.

Mittlerweile in einem Zeithorizont seit Jahren schon allein dadurch, daß er einfach sagte, was ist.

Im Bezug zu Rußland zum Beispiel vor drei Jahren (DER SPIEGEL 16/2018):

Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurden mitten in Europa geächtete chemische Waffen eingesetzt, Cyberangriffe scheinen zu einem Bestandteil russischer Außenpolitik zu werden, in einem so schwerwiegenden Konflikt wie in Syrien blockiert Russland den Uno-Sicherheitsrat – das alles trägt nicht zur Vertrauensbildung bei.

Oder:

Ich glaube zumindest nicht, dass irgendetwas besser wird, wenn wir den Eindruck erwecken, dass wir die schwierigen Entwicklungen einfach stillschweigend akzeptieren. Je komplizierter das Verhältnis, eine desto klarere Sprache brauchen wir.

Oder:

Es gibt klare Vereinbarungen, die vorsehen, dass Sanktionen erst abgebaut werden, wenn Russland seine Verpflichtungen erfüllt. Pacta sunt servanda, daran sollten wir uns halten.

Doch diese im Vergleich zu Platzeck und zu seinen Amtsvorgängern realistischere Position gegenüber Rußland wurde, und dies von der Berichterstattung deutscher Medien ausnahmslos wie blöde kolportiert als „harte Haltung gegenüber Rußland“, permanent als „hart“ apostrophiert von seinen sozialdemokratischen Parteigenossen. Der rappelköpfige Unmut dieser Leute steigerte sich dermaßen, daß der Heiko Maas in der letzten Maiwoche anno 2018 extra zu einer Sondersitzung vor ein Parteigremium einbestellt wurde.

Um ihn zurückzupfeifen!

Und die deutsche Außenpolitik in eine geistig eingeengte, also sozialdemokratisch genehme, zu verwandeln.

Ein eigentlich doch ungeheuerlicher Vorgang!

Dessen Dimension wieder einmal von deutschen Medien nicht im mindesten erfaßt wurde!

Soweit durchdrang, soll auf jener Parteiveranstaltung zur sozialdemokratischen Festlegung der deutschen Außenpolitik die seinerzeitige SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles sogar von „deutsch-russischer Freundschaft“ gefaselt haben.

Das hätte ohne weiteres auch aus der Linkspartei kommen können.

Von ihrem Parteigenossen Gregor Gysi einst mit dem Spitznamen Klara Klarsicht belegt aus irgend einem Grund, machte sich die in den Medien stets überpräsente Sahra Wagenknecht derweil schon munter stark für einen europäischen Zusammenschluß mit Rußland.

Für eine Einheitsfront.

Gegen die USA.

Bislang knüpft die EU die Aufhebung der Sanktionen jedenfalls an eine vollständige Erfüllung der Minsker Vereinbarungen, die ein Ende der Gefechte und den Abzug schwerer Waffen von der Front in der Ostukraine vorsehen.

Zum Glück, soweit ich es mitbekam, stimmte Heiko Maas auch nach der Sondersitzung nicht ein in seiner Genossen Geseier vom Abbau der Sanktionen. Oder in das Geseier von der Dialogsuche mit Moskau.

Als hätte jemals jemand gefordert, nicht mehr mit den Russen zu reden!

Im Gegenteil!

Doch zu einem konstruktiven Dialog gehören immer zwei:

Wir müssen uns in der Russlandpolitik an den Realitäten orientieren. Russland hat sich selbst immer mehr in Abgrenzung und teilweise Gegnerschaft zum Westen definiert. Russland agiert leider zunehmend feindselig: der Giftgasanschlag in Salisbury, die Rolle in Syrien und der Ostukraine, Hackerangriffe, auch auf das Auswärtige Amt. Dennoch: Ich habe bei allem, was wir in den letzten Wochen getan haben, auch immer darauf hingewiesen, dass wir mit Russland im Dialog bleiben müssen. Wir brauchen Russland, nicht nur wenn wir den Syrienkonflikt lösen wollen.
Ich muss aber zur Kenntnis nehmen, dass die meisten unserer Partner mittlerweile einen sehr kritischen Blick auf Russland haben und zum Teil die Möglichkeit eines Dialogs bezweifeln. In der Vergangenheit waren sie zum Teil bereit, sich von Deutschland mitnehmen zu lassen, heute fragen sie: Was hat das gebracht?

(Originalton Heiko Maas, im erwähnten SPIEGEL)

Was realistisch klang im Gegensatz zu seinen Genossen, wenn man einmal von der deutschen Illusion, den Syrien„konflikt“ und all die analogen russischen Aggressionen in Zusammenarbeit mit dem Aggressor, womöglich sogar durch gutes Zureden, lösen zu können, absieht.

Daß die „meisten unserer Partner mittlerweile einen“ realistischeren Blick auf Russland gewonnen hatten als ihre deutschen Kollegen Steinmeier (SPD) und Gabriel (SPD) und deren Parteigenossen, war allerdings etwas beruhigend im Hinblick auf die künftige deutsche Außenpolitik.

Zur Sicherheit.

Denn noch bis heute hört man aus der SPD, man solle nun endlich zurückkehren zur brandtschen Ostpolitik! Das klang auch an in dem SPIEGEL-Interview 2018:

SPIEGEL: Die SPD hat eine lange Tradition des Dialogs mit Russland. Was ist für Sie die Lehre der Ostpolitik Willy Brandts?
Maas: Zur Ostpolitik gehört für mich nicht nur Russland, dazu gehören auch die osteuropäischen Staaten. Um die müssen wir uns mehr kümmern, als das manchmal in der Vergangenheit der Fall war.

Dem drängt es mich hinzuzufügen:

Das Verhältnis zu Rußland kann heute nicht gestaltet werden mit Mitteln der neuen Ostpolitik à la Willy Brandt und Egon Bahr, ihrer einstmaligen und heute leider schon wieder unterschätzten Genialität zum Trotze. Ein Grund ist die Verkennung des Interessenwandels der russischen Seite von damals zu heute.

Damals ging es der russischen Seite um die Sanktionierung der Grenzen ihres illegitimen Imperiums durch den Westen. Ihres sowjetisch genannten, also russischen, also menschenverachtenden Imperiums, das sie sich nicht zuletzt vermittels ihrer typischen, also verlogenen Doppelzüngigkeit auf der Konferenz in Jalta zusammengeraubt hatte. Erinnert sei nur an die Zusage der Abhaltung freier Wahlen auf der Grundlage des allgemeinen und geheimen Wahlrechts in allen vom Faschismus befreiten Ländern („Erklärung über das befreite Europa”).

Beispielsweise in Polen.

Kurt Schumacher (1895 – 1952), nach neun Jahren, neun Monaten und neun Tagen Haft in nationalsozialistischen Konzentationslagern im Nachkriegsdeutschland SPD-Parteivorsitzender, am 1. November 1947 in Berlin:

Der Kommunismus ist ja heute das Prinzip des Expansionsdranges eines Nationalstaats.“

Damals hing das Interesse der „Sowjetunion“, also Rußlands, an einer Anerkennung der europäischen Nachkriegsordnung, insbesondere einer Sanktionierung der bestehenden Grenzziehung, also an der diplomatischen Absicherung ihrer Einflußsphäre. Übrigens inklusive einer Anerkennung des in mehrfacher Hinsicht doch eigentlich symptomatischen Hitler/Stalin-Paktes im Hinblick auf die russische Besetzung der baltischen Staaten!

Die sie vermittels der neuen Ostpolitik und der KSZE im Gefolge erhielt.

Heute handelt das russische Interesse jedoch von Veränderung bestehender Grenzen und von Beschneidung nachbarstaatlicher Souveränität. Es geht nicht um Bestätigung, sondern um Veränderung des Status quo.

Bei dem sogenannten Konflikt in der Ostukraine beispielsweise handelt es sich doch nicht um einen ukrainischen Bürgerkrieg mit Separatisten!

Sondern um eine kriegerische Aggression.

Die ohne Söldner, Waffen und Material aus Rußland augenblicklich ihr Ende fände.

Wie spdämlich verkleistert muß man eigentlich sein im Hirn, um das nicht endlich zu erkennen?

Und zu benennen!

Weiterhin geht die Fehleinschätzung immer noch aus von der illusorischen Sehnsucht nach einer Partnerschaft zwischen dem Westen und Rußland.

Man verkennt in gefährlicher Weise die Gegnerschaft!

So wird man Protagonist lobbyistisch untergrabender Propaganda und macht sich im leninschen Sinn zum nützlichen Idioten des russischen Chauvinismus. Folglich gibt man sich immer noch Illusionen hin bezüglich putinscher Absichten und glaubt, den Auftraggeber von Auftragsmorden beschwichtigen zu können wie einst Hitler mit dem Münchener Abkommen.

Für den „Konflikt“ gäbe es keine militärische Lösung, lautete geschichtsvergessen das gravitätisch dahergeschwätzte Mantra steinmeiernder Außenpolitik.

Nach dem Sieg der Alliierten über Hitlerdeutschland!

Ein Mantra, dessen Verabsolutierung jeglicher Aggression die Landesgrenzen öffnen würde und ihr zum Durchmarsch verhülfe.

Wie Hitler das Münchener Abkommen.

Wie Vergangenheit und Gegenwart aber lehren, gibt es auch „Konflikte“, also Aggressionen, die allen Hoffens und Wünschens zum Trotz sich nicht friedlich lösen lassen.

Und inzwischen führte der lupenreine Demokrat im Kreml mehrfach vor, wie sich „Konflikte“ durchaus militärisch lösen lassen.

Apropos Steinmeier… Das ist derselbe Mann, um nur bei einigem bei dem vielen, was zu sagen wäre, zu bleiben, das ist also derselbe Mann, der angesichts der russischen Aggressionen, beispielsweise die in der Ostukraine, mit all seinen Anstrengungen und Bemühungen zur Erlangung des Friedensnobelpreises bei jeder einzelnen vorhersagbar scheiterte. Der jedesmal, also bei weitem nicht nur in Genf und Minsk, an der Fehleinschätzung der durchaus üblichen und vorhersehbaren Verlogenheit der russischen Seite scheiterte! Der als nützlicher Idiot immer glaubte und mit Matthias Platzeck und seinen SPD-Epigonen noch immer glaubt, den „Konflikt“, also die Aggression, mit Mitteln der brandtschen Ostpolitik lösen zu können und bis heute den wesentlichen außenpolitischen Interessenunterschied nicht begriffen hat.

Der ehemalige deutsche Außenminister und heutige Bundespräsident, der Wladimir Wladimirowitsch ebensowenig durchschaute wie die jahrhundertalte Politik der chauvinistischen Russifizierung fremden Territoriums und unbekümmert den Abbau der Sanktionen fordert!

Gefährlicherweise.

Der sich von den Russen bedenkenlos den Begriff „Separatist“ aufdrängen ließ.

Für russische Träger russischer Waffen.

Während bei alldem Euer wackerer Steinmeier und seine Epigonen sich ratlos immer aufs neue fragten, was der gegenwärtige Herr aller Reußen denn nun ureigentlich wolle.

Und der, zeitweilig im 24-Stunden-Rhythmus, die NATO (!) und den Westen (!) warnte, tatsächlich, vor „lautem Säbelrasseln“ und, tatsächlich, vor „Kriegsgeheul“!

Und der dafür sehr gelobt wurde im Netz von Trollen, die nach Rubel stanken und nach Machorka.

Aber daß er den Auftraggeber, daß er den sogar im Ergebnis der denkwürdigen Londoner Untersuchung über den Plutonium-Mord gleichzeitig als „vermutlichen“ Auftraggeber von Auftragsmorden Bezeichneten ebenfalls eines mahnenden Wortes gewürdigt hätte, wenigstens einmal, einmal wenigstens nach der Okkupation der Krim – nichts davon.

Wenn ein erster Preis für die scheinintelligenteste Frage zu vergeben wäre in Deutschland, sollte man ihn der amüsanten Grübelei widmen, was der Auftraggeber denn wolle mit all seinen Machinationen.

Die Frage abendländischer Logiker.

Zweiter Preis: Ob er noch die Kontrolle ausübe über die „Separatisten“. Wobei das Adverb „noch“ jenes Fragesatzes als besonderes Juwel ins Auge sticht. Und zur Beruhigung: Er hat sie.

Und er hatte sie.

Selbst wenn die manchmal so tun, als schössen sie von alleine weiter.

Tja, was mag er wohl wollen, unser verkniffen lächelnder Wladimir Wladimirowitsch, der sich, treffsicher auf das geistige Niveau seiner zu mehr als 80 Prozent hinter ihm stehenden russischen Anhängerschaft zielend, gern, wie neulich gerade wieder, präsentiert mit heldisch freiem Oberkörper.

Wenn Ihr es nicht aus der russischen Geschichte herauszulesen wißt, den Wert russischer Bekundungen und Beteuerungen und russischer Zusagen solltet Ihr selbst bei Euch im rußlandfreundlichen Deutschland doch zwischenzeitlich etwas besser einzuschätzen gelernt haben.

Wenigstens das Kurzzeitgedächtnis anknipsen, bitte!

Wenn Du mir nun noch versprichst, es nicht weiter zu sagen, verrate ich Dir jetzt sogar die Antwort auf die Frage für den ersten Preis, ganz im Vertrauen. Tja, also der Wladimir, also was der will, das ist eigentlich ganz einfach:

Der Wladimir will russischen Frieden!

In welchem, wenigstens als dessen Vorstufe, transnistriesche Zustände verewigt werden.

Wie auch in Südossetien und Abchasien.

Wo Russen auf einem Fünftel georgischen Territoriums die geraubten Gebiete mit dem Ausbau von Grenzbefestigungen und mit provokativen Militärübungen absicherten und gegen jedes Völkerrecht den georgischen Luftraum drohend mit ihren Kampfjets durchpfiffen.

Wer spdämlich glaubt, das gegenwärtige russische Gebaren wäre lediglich eine Folge der obamaischen Einstufung Rußlands als Regionalmacht, und die russische Politik wäre ohne diese scharfsichtige Beobachtung auch nur um ein Jota anders verlaufen, der hat die russische-Erde-Gewinnungspolitik seit Iwan dem Schrecklichen nicht begriffen.

Und wird auch künftig und regelmäßig mindestens alle paar Jahre erstaunt und unsanft aus allen sozialdemokratischen Wolken fallen.

Im mildesten, wenngleich nicht im milden Fall.

Einer wirksamen Politik der Eindämmung des typisch russischen Hegemonialstrebens statt seiner illusorischen Beschwichtigung könnten vornehmlich drei Grundsätze als Basis dienen:

1) Rußland sind international keinerlei Sonderrollen und Sonderrechte und besondere Mitspracherechte mehr zuzubilligen!

Rußlands taktisches Bestreben ist beständig gerichtet auf die Beanspruchung von Sonderrollen und Sonderrechten gegenüber den Anrainerstaaten und global.

Beispiel:

Rußland gehörte niemals und gehört nicht wieder in die G7!

2) Rußland kämpft grundlegend auf jede mögliche Weise gegen den Westen, gegen seine Werte und seine Kultur.

Wie alle Indikatoren zeigen.

Es handelt sich schon um eine tolle Torheit, das zu verkennen!

Darum:

Rußland ist kein Partner!

Rußland ist Gegner!

Strategisch bedeutet dies beispielsweise, statt soviel wie möglich Wirtschaftsbeziehungen mit Rußland: So wenig wie nötig.

Alles andere gerät zum Übel.

Der von Wladimir Wladimirowitsch propagierte Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok geriete für den Westen zum Übel. Wer mit dem Teufel aus einem Napf frißt, muß einen langen Löffel haben.

3) Das Licht der Wahrheit und Öffentlichkeit scheut der Kreml wie der Teufel das Weihwasser. Das bedeutet: Gegenüber Rußland statt diplomatischer Kotaus stetig klare Ansage mit klaren Begriffen und deutliche und öffentliche Benennung von Fakten und Tatsachen.

Beispiel:

In Rußland herrscht ein faschistoides verbrecherisches Regime. Mit Mord, Lüge und Heimtücke.

Und wer das „lupenrein demokratisch“ nennt, der macht sich mitschuldig!

 

 

Dienstag, 26. Januar 2021, THE AUSTRALIAN aus Sydney:

Die Demonstration von Rückhalt für Nawalny quer durch Russland könnte ihm als eine Art politische Lebensversicherung dienen. … Joe Biden hat nach einem Treffen mit Putin im Jahr 2011 gesagt, er habe ihm in die Augen geschaut und keine Seele gesehen. Das ist ein guter Ausgangspunkt für ein weitaus entschiedeneres Handeln des Westens mit Blick auf Putins erschreckendem Umgang mit demokratischen Gegnern.

 

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31. Januar 2021: Mephisto an Bellarmin

 

Der Gasverkäufer als Inkarnation der Süffisanz droht jetzt auch als Buchverkäufer den Markt aufzumischen. Da kannst Du was lernen! Und zwar hat sich der Gasmann auf den Hosenboden gesetzt zusammen mit seinem Biographen, dem Historiker Gregor Schöllgen. Die Biographie wird als dickleibig beschrieben. Man stelle es sich vor.

Oder auch nicht.

Das Buch, das der Lächler und sein Biograph sich nicht haben enthalten können zu verfassen, umfaßt dagegen umweltschonend, oder auch nicht, nur 248 Seiten.

Das sind immerhin 124 Blatt Papier!

Die sollen in diesen Tagen anfangen, die Welt zu belehren vermittels der DVA für, wem es beliebt, 22 ganze Euro. Es heißt „Gregor Schöllgen, Gerhard Schröder: Letzte Chance. Warum wir jetzt eine neue Weltordnung brauchen“.

Ich atme tief durch.

Die letzte Chance also: Gerhard Schröder mit seinem Biographen erklärt mir die Welt!

Und wie das Leben so spielt, zur Bucheinführung oder zwecks Bucheinführung sangen die beiden ein Duett im DER SPIEGEL Nummer 3 dieses also schon zum Beginn seine Härten offenbarenden Jahres. Ihr Duett im SPIEGEL unter dem Titel eines Zitates des Gasverkäufers: „Ihr könnt mich mal“.

Gewissermaßen aufklärend vor den Aufklärern: DER SPIEGEL ist manchmal doch noch recht pfiffig. Danke!

Vom SPIEGEL kommt in dem Interview auch eine auf den Punkt gebrachte Charakteristik, die neben dem Duett der beiden vor allem auch auf ihre verfaßte Weltordnung gemünzt erscheint:

SPIEGEL: So hart Sie mit den Amerikanern ins Gericht gehen, so viel Verständnis haben Sie für die Russen. Den Westen beschreiben Sie meist als Täter, Russland als Opfer. Ziemlich holzschnittartig, oder?

Ich ahnte es.

Ja, der lupenreine Gasverkäufer gibt sich sowohl als Amerikaner-Verachter in dem Interview und gleichzeitig auch als russophil, so ein Zufall, und es fällt von ihm der Satz: „Dass man zum Beispiel Russland nicht mit der Sowjetunion gleichsetzen sollte.“

Ich habe zwar noch keinen getroffen, der Rußland mit der sogenannten Sowjetunion gleichsetzte. Doch laß mich raten: Ungesagt ist „man“ natürlich der böse Westen.

Und der gasverkaufende Gerhard meint damit, daß der böse Westen, in dem er Rußland mit der Sowjetunion gleichsetze, damit behaupte, Rußland wäre kein demokratischer Staat. Und weil er jenen Verdacht damit unterdrücken zu können meint, ist das ein sehr interessanter Satz! Geradezu ein „Stätment“ auf dummdeutsch. Einer der Sätze, welche ungewollt bereits die ganze Denkweise dieses gasverkaufenden Aufklärers verraten.

Und der Satz ist auch deshalb so interessant, weil „man“ mit einiger Geschichtskenntnis doch genau das Gegenteil für richtig befinden könnte. Sofern man nicht zu den Gedächtnisgestörten zählt.

Nämlich daß man zum Beispiel die sogenannte Sowjetunion unbedingt mit Rußland gleichsetzen sollte.

Wäre doch mal ein Denkansatz. Zum Beispiel für Historiker.

Und Gerhard-Schröder-Biographen.

Denn könnte es nicht sein, daß das russische Imperium unter dem verlogenen Namen „Sowjetunion“ samt seinen über Jahrzehnte geknechteten Satellitenstaaten das Resultat des ordinären russischen Chauvinismus darstellte?

Ich denke, das könnte man denken, wenn man denken könnte.

An der Stelle jedoch übernimmt auf die Schnelle anstelle des Gasverkäufers der Historiker die Gesangspartie. Und das tatsächlich mit dem Geleier des wahrlich abgestandensten Eiapopeia originaler Kreml-Propaganda für Nichtdenker:

Schöllgen: Mit dem Untergang der Sowjetunion hatte die Nato ihren Zweck erfüllt. Man hätte sie also in ihrer bestehenden Form auflösen oder zumindest grundlegend reformieren können. Aber das geschah nicht. Man nahm neue Mitglieder auf und verschob damit die Bündnisgrenze in Richtung Russland.

Worauf ihm erwidert wird:

SPIEGEL: Und entsprach damit dem legitimen Wunsch vieler osteuropäischer Staaten, die sich nach Jahrzehnten der Gängelung vor Moskau in Sicherheit bringen wollten.

„Gängelung“ ist natürlich ein starker Euphemismus.

Nach einem kurzen Schlenker singt es im Hinblick auf manche törichten Hoffnungen der Welt, daß der einstige Geheimdienstler Wladimir Wladimirowitsch Putin einst aus Rußland ein westliches Land hätte machen wollen, erneut aus der Ich-AG als getreuem Putin-Versteher:

Schröder: Die Hoffnung mag da gewesen sein, aber wer sich etwas intensiver mit Russland beschäftigte, dem musste klar sein, dass es schwierig sein würde, ein so riesiges Land in eine Westminster-Demokratie zu verwandeln.

Wer sich etwas intensiver mit Rußland beschäftigte…“ Das klingt enorm fachmännisch!

Doch darauf völlig ungerührt DER SPIEGEL:

SPIEGEL: Und so hat Putin aus Russland keine Westminster-Demokratie gemacht, sondern einen Mafiastaat.

Also DER SPIEGEL! Ich muß schon sagen, die beginnen selbst in Deutschland jetzt richtig pampig zu werden nach den letzten Mordanschlägen.

Doch das ficht unseren intensiv mit Gassachen beschäftigten Verkäufer nicht an:

Schröder: Solche Etiketten werden Sie von mir nicht hören.

Darauf der

SPIEGEL: Sie sind Aufsichtsratsvorsitzender des staatlich gelenkten russischen Konzerns Rosneft und haben Putin immer verteidigt. In Ihrem Buch aber schreiben Sie, Putin habe Grenzen überschritten, „die nicht überschritten werden sollten“.

Nun übernimmt wieder der Historiker den Gesangspart, und halt Dich fest, jetzt wird’s richtig drollig:

Schöllgen: Nein, in dem Buch ist von Russland die Rede, nicht von Putin.

SPIEGEL: Okay, das ist eine interessante Unterscheidung. Wo liegt für Sie der Unterschied?

Schöllgen: Wir wissen, dass Putin die maßgebliche Kraft in Russland ist, aber ob er nun wirklich für alles verantwortlich ist, was sich mit Russland verbindet, das wissen wir nicht. Deshalb haben wir diese Formulierung mit Bedacht gewählt.

Es darf hier auch leise geweint werden. Denn wenn der gute Kaiser das gewußt hätte, dann wäre er gewiß eingeschritten und hätte auf den Tisch gehauen bei der Annexion der Krim:

SPIEGEL: Aber noch mal – welche Grenzen sind überschritten worden?

Nun wieder die intensiv mit russischem Gas beschäftige Ich-AG:

Schröder: Die Annexion der Krim war ein klarer Bruch des Völkerrechts.

Hätte das der Putin gewußt!

Aber:

Schröder: Diese Feststellung beantwortet aber nicht die Frage nach dem Grund. Mal angenommen, die Ukraine wäre tatsächlich der Nato beigetreten, wie es die Amerikaner wollten.

Man stelle sich das vor: Die Amerikaner wollten die Ukrainer gegen ihren Willen zum Nato-Beitritt zwingen!

Schröder: Dann hätte Sewastopol, einer der wichtigsten Marinehäfen Russlands, auf dem Gebiet des westlichen Bündnisses gelegen.

Ach so? Die Russen hatten gegen den Willen Putins ein Interesse, die Ukrainer zu zwingen, daß sie sich nicht gegen ihren Willen von den Amerikanern in die Nato zwingen lassen?

Und ebenso genial: Nach langer intensiver Beschäftigung reifte 2021 als Erkenntnis unseres intensiven Rußlandbeschäftigten: Es wurde gegen den Willen des lupenreinen Demokraten ein „klarer Bruch des Völkerrechts“ begangen!

Und, auch das ist neu: Wegen des russischen Flottenstützpunktes!

Da hat er recht, denn das wissen wir genau: In solchen Sachen nehmen die Russen keine Rücksicht auf ihren obersten Wladimir, wenn es um Flottenstützpunkte geht.

Das haben sie ebenfalls gezeigt bei ihrem syrischen Flottenstützpunkt…

Merkt der Mann, was er da schrödert?

SPIEGEL: Aber die Annexion der Krim war ja keine Reaktion auf eine mögliche Nato-Mitgliedschaft der Ukraine. Kiew wollte mit der EU ein Assoziationsabkommen schließen.

Was sagst Du gerade?

Ob die Russen auch Flottenstützpunkte hatten in Transnistrien, Abchasien, Südossetien und in der Ostukraine?

Na ja, Mariupol haben sie noch nicht, aber das Asowsche Meer ist schon mal abgesperrt.

Doch wenn das alles der gute Putin gewußt hätte…

Warum sagt das denn keiner dem ehemaligen Geheimdienstchef?

SPIEGEL: In welchen Fällen hat Russland noch Grenzen überschritten?

Schröder: Mit seinen Hackerangriffen unter anderem auf den Bundestag. Aber auch sie haben doch nichts mit der grundsätzlichen Frage zu tun, wie unser Verhältnis zu Russland aussehen sollte.

Ach?

Hierzu muß ich Dir vielleicht verraten: Der Durchblicker verkündet in dem Duett mit berechtigtem Stolz, daß er sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg erworben hat.

Schade ist nur, dass der Altkanzler währenddessen sein Grundschulwissen wieder vergaß. Insbesondere die vier Grundrechenarten. Insbesondere die der Addition. Und nun kann er nicht mehr eins und eins und eins und eins zusammenrechnen.

Beispielsweise beim Euphemismus russischer „Grenzüberschreitungen“.

SPIEGEL: Und die Mordanschläge auf Sergej Skripal oder Alexej Nawalny? Tangieren die nicht das Verhältnis zu Russland?

Schröder: Natürlich, das ist doch gar keine Frage. Aber die Reaktionen hängen, wie wir es im Buch beschrieben haben, von einigen Fragen ab, etwa der Eindeutigkeit der Beweislage und der zweifelsfreien Identifizierung der Verdächtigen. Ich habe sehr deutlich gesagt, was ich davon halte, und Herrn Nawalny mein Mitgefühl ausgedrückt.

SPIEGEL: Während Sie zugleich gegen die „Bild“-Zeitung klagen, die ein Interview mit Nawalny abgedruckt hat, in dem er Sie als „Laufburschen Putins“ bezeichnet, der Mörder schütze.

Jesses! DER SPIEGEL!

Und Du schimpfst immer auf die deutsche Journaille!

Aber die schrödersche Gasverkäuferfrohnatur hat natürlich recht: Wenn der Auftraggeber von Auftragsmorden nichts weiß von Auftragsmorden, kann er natürlich auch nicht den Auftrag erteilen zur Untersuchung von Auftragsmorden.

Derweil geht ein Mensch um die Ecke, den man Mäcki Messer nennt.

Und die einen stehn im Dunkeln, und die andern stehn im Licht. Doch man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht…

SPIEGEL: Der Kreml unterhält Beziehungen zu allen möglichen unappetitlichen, rechtsextremen Parteien in Europa. So hat Außenminister Sergej Lawrow gerade AfD-Chef Tino Chrupalla in Moskau zum offiziellen Mittagessen empfangen. Auch eine Grenzüberschreitung?

Schröder: Das halte ich für einen Fehler. Ich kann das nicht nachvollziehen.

Ein Fehler!

Der eines Weltordnungserklärers geistigen Horizont übersteigt.

Nun ja, wenn es sogar seinem Biographen und dem SPIEGEL entgangen zu sein scheint, will ich wenigstens Dir ganz im Vertrauen verraten: Der Kreml unterhält sogar Beziehungen zu allen möglichen unappetitlichen linksextremen Parteien in Europa und sogar zu Querköpfen und Nichtdenkern…

Und schon seit über hundert Jahren! Zum Beispiel zur KPD, mit der der Kreml den sinnlosen Spartakistenaufstand anzettelte. Oder der er später, zum Ende der Weimarer Republik wesentlich beitragend, die idiotische Direktive ausgab, der Hauptfeind seien die verhaßten Sozialdemokraten.

Also die Partei des Gasverkäufers.

Und nicht die Nazis.

Dennoch, daß solches der Co-Autor des Buches „Die letzte Chance. Warum wir eine neue Weltordnung brauchen“ nicht nachvollziehen kann, glaube ich ihm tatsächlich. Sonst müßte er ja auch nachvollziehen, wozu der Auftraggeber von Auftragsmorden ihn als Aufsichtsratsvorsitzenden des staatlich gelenkten russischen Konzerns Rosneft bezahlen läßt.

Ich kann das alles nachvollziehen. Ich habe aufgepaßt in der Grundschule.

Und auch später im Fach Geschichte. Und sogar in der Tagespolitik.

Jedes Mal, wenn ich den Durchblicker also die gängige russische Propaganda widerkäuen höre wie exemplarisch in diesem SPIEGEL-Interview, erinnert mich das an die Menschen, die man in der „Deutschen Demokratischen Republik“ zu einem Auslandsstudium in die „Sowjetunion“ „delegierte“. Zu „sowjetischen“ Zeiten war man in Rußland sehr interessiert, Studenten aus bestimmten Ländern zu holen, vor allem aus den ehemaligen Kolonien Afrikas und aus den russisch besetzten Ländern Osteuropas. In der „Deutschen Demokratischen Republik“ konnten Schüler eine Prüfung absolvieren, und nach deren Bestehen und natürlich bei Erfüllung gewisser nichtfachlicher Voraussetzungen ging es ab. In der ostdeutschen Arbeitswelt erlebte man nach ihren Studienerfolgen dann die Rückkehrer. Meist nur männliche Exemplare, allerdings nicht selten mit russischem Ehegespons. Dieses meist mit phantastischen, russisch-bombastischen Berufsbezeichnungen. Für die sich keine Entsprechung fand im Rest der Welt. Aber wenigstens klangen sie ehrfurchteinflößend in den Ohren schlichterer Gemüter. Wie als würde Putin gerade durch fünfzehn Meter hohe Türen schreiten. Bis sich nach etlichem Geziere mit beleidigt hochgeschobener Unterlippe herausstellte, daß es sich bei den studierten Berufen um eigentlich eher irdische Arbeiten und Tätigkeitsfelder handelte, im Bereich einer Chemielaborantin etwa.

Die ehemaligen Auslandsstudenten aber waren inzwischen zu unabdingbaren „Sowjetunion“-Apologeten mutiert. Man konnte nur staunen. Am besten schweigend, denn jedes, selbst das kleinste kritische Wort über „unsere sowjetischen Freunde“ und das „ruhmreiche Sowjetland“ war sinnlos. Ganz zu schweigen von einer kritischen Durchleuchtung russischer Kultur, Geschichte oder Politik. Die abseitigsten Abseitigkeiten fanden ihre Versteher und vor allem ihre vehementen Verteidiger. Alles „Sowjetische“ war gut und richtig, also heilig wie Gott Wladimir Iljitsch Lenin.

Diese Großhirnamputierten wurden dann bevorzugt bei Gehaltssteigerungen und Karrieresprüngen und fanden sich bald in gewissen strategisch nicht unwichtigen Funktionen und Schaltstellen ihrer jeweiligen Branchen und Länder wieder. Und wirkten sich in ewiger Dankbarkeit und Begeisterung auch aus nach dem Fall des antifaschistischen Schutzwalls zum Beispiel in Ostdeutschland.

Bis heute…

Zum Beispiel in Ostdeutschland.

Daß der Aufbau Fünfter Kolonnen zur Einflußnahme und zur Beherrschung anderer Länder das A und O russischer Auslandspolitik, also Unterwerfungsstrategie ist, gilt gewiß nicht erst seit Lenin und der KOMINTERN und der KOMINFORM.

Apropos, im SPIEGEL Nr. 4 anno 2021 findest Du auf Seite 66 ein idyllisches Foto: Da stehen in trauter Runde, selbstverständlich alle vorschriftsmäßig maskiert, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Schwesig mit ihrem Gemahl zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des staatlich gelenkten russischen Konzerns Rosneft. Der Weltordnungserklärer Händchen haltend mit seiner jüngsten Lebensabschnittspartnerin. Alle in Ausgehgarderobe.

Das Bild sei aufgenommen am 12. September 2020 während des Usedomer Musikfestivals.

Wozu DER SPIEGEL schreibt aus irgend einem Grund unter dem seltsamen Titel „Russisches U-Boot“:

Glaubt man dem von der Staatskanzlei dementierten Flurfunk in Schweriner Ministerien, wurde am Rande des Konzerts vorbereitet, was inzwischen in Berlin und anderswo zu Unruhe und Empörung führt: die Gründung der angeblich am Gemeinwohl orientierten »Stiftung Klima- und Umweltschutz MV«. Eine Organisation, die Schwesig ohne vorherige Beratung in den zuständigen Landtagsausschüssen per Kabinettsbeschluss auf den Weg brachte.

Und

Während die Staatskanzlei jede Beteiligung Schröders zurückweist, will sich der Altkanzler auf Anfrage nicht äußern.

Und

Die Nord Stream 2 AG, ein Anhängsel des russischen Energieriesen Gazprom, hat zugesagt, 20 Millionen Euro zum Stiftungsvermögen beizutragen, die Landesregierung will 200000 Euro dazugeben. Allem Anschein nach, so erzählt man sich in Schwerin, seien auch Struktur und Satzung made in Moskau.

In der Stiftung können die Russen weitreichend mitbestimmen. In der Satzung heißt es, „der erste sachverständige Geschäftsführer wird auf Vorschlag der Nord Stream 2 AG vom Stiftungsrat für drei Jahre berufen und gegebenenfalls abberufen“. Die „Geschäftsgrundsätze“ des Stiftungs-Unternehmens seien „im Benehmen mit der Nord Stream 2 AG“ zu gestalten. Via Nord Stream 2 hat Gazprom außerdem zwei Sitze im Kuratorium, dem Beratungsgremium der Stiftung.

Die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF verweigerten jegliche Zusammenarbeit mit der Stiftung. Die Deutsche Umwelthilfe kündigte eine Klage an. In dieser Woche erklärte die FridaysforFuture-Aktivistin Theresia Crone den Rücktritt als Vorsitzende des von Schwesig initiierten Rats für Umwelt und Nachhaltigkeit. Es ist eine symbolische Distanzierung, aber eine, die Schwesig politisch schadet. Crone sagt: „Eine Klimaschutzstiftung, die klimaschädliche Infrastruktur schaffen soll, kann ich in keinster Art und Weise mittragen oder legitimieren.“

Fazit: Die letzte Chance! 22 Euro für die neue Weltordnung eines Durchblickers samt seines eigenhändigen Biographen!

 

„…das wäre der Welt Ende, wenn man euch gehorchte.“

Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

 

Das eine und das andere

 

23. Januar 2021: Bellarmin an Mephisto

 

Anfang des Monats lauteten Meldungen in Deutschland:

Petition: ‚Reporter ohne Grenzen‘ wenden sich gegen eine mögliche Auslieferung von Wikileaks-Gründer Assange“.

Oder:

Wikileaks-Gründer Assange: Bundestagsabgeordnete fordern britische Regierung zum Eingreifen auf“.

Das lasse Dir auf der Zunge zergehen: Bundestagsabgeordnete fordern die britische Regierung auf zum Eingreifen in eine als unabhängig geltende Justiz, um Julian Assange, der als Journalist gilt, der ordentlichen Rechtsprechung eines als frei geltenden und gerade letztlich erneut als Hort der Demokratie gefeierten Landes zu entziehen…

Und es versammelten sich die üblichen Empörten mit ihren üblichen Verstandeskräften in London vor Gericht.

Nach dem Urteil der Richterin lobte am 5. Januar tatsächlich die NORDWEST-ZEITUNG:

…dass unter starkem politischen Druck aus den USA Großbritanniens Justiz ihre Unabhängigkeit bewiesen hat und die hochbrisante Causa Assange nach rechtsstaatlichen Maßstäben betrachtet. Dazu gehört zweifellos seine Gesundheit – und übrigens auch der Umstand, dass Assange schon sieben Jahre im Arrest und nun anderthalb Jahre in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis zugebracht hat.

Das ist jetzt richtig wichtig, das mußt Du Dir merken: Wenn sich ein Angeklagter der Rechtsprechung sieben Jahre lang entzieht, soll ihm dies als mildernder Umstand angerechnet werden! Plus seine Zeit in U-Haft!

Und in der schwedischen Zeitung SKÅNSKA DAGBLADET lasen wir:

Assange hielt sich viele Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um der schwedischen Justiz zu entgehen. Aber die Vorwürfe wegen Vergewaltigung sind verjährt und die Verfahren eingestellt. Nun ist Assange ein psychisches Wrack und alles andere als der große Kämpfer für Meinungsfreiheit, als der er sich gerne präsentierte.

Das ist es! Stell Dir vor, die Richterin soll ihr famoses Urteil der Ablehnung einer Auslieferung an ein ordentliches Gericht tatsächlich darauf gegründet haben, daß der Julian Assange sich sonst das Leben nehmen könnte.

Also das kommt noch außerdem hinzu: Wenn Du deprimiert bist! Merk Dir das! Das ist ein Präzedenzfall sondergleichen!

So etwas habe ich noch nie gehört. Wenn Du deprimiert bist, können sie Dir nichts anhaben! Dann kommst Du nicht vor Gericht! Das ist ein Freifahrtschein für Deine künftigen Machenschaften: Denn wenn sie Dich kriegen, bist Du sowieso deprimiert, wie ich Dich kenne, weil es wieder schief gegangen ist.

Allerdings, welch furchtbares Wort, allerdings gibt es einen Wermutstropfen für seine Entourage der Dauerempörten mit ihren üblichen Verstandeskräften, wie der THE SYDNEY MORNING HERALD aus Australien berichtete:

Aber in jedem anderen Punkt entschied die Richterin zugunsten der USA. Sie wies Behauptungen zurück, dass Assanges Fall politisch motiviert sei, dass er keinen fairen Prozess bekommen würde und dass das Vorgehen gegen ihn ein Angriff auf die Pressefreiheit sei.

Darüber waren die Empörten dann doch wieder richtig empört mit ihren Verstandeskräften!

Aber uns soll das egal sein, denn es bekräftigt ja nur eines: Allein Deine Depression zählt! Und sie können Dir nix!

Was für ein Urteil!

Obwohl, Assange hätte sich ruhig der US-Justiz stellen können. Er hat eben nur den rechten Zeitpunkt verpaßt: Donald war sein Freund. Der Donald soll Assange mehrmals gelobt haben aus irgend einem Grund. LA VANGUARDIA aus Barcelona schrieb:

Allerdings hat Wikileaks offenbar nach ideologischen Kriterien ausgewählt. So wurden nie Informationen verbreitet, die sich gegen Russland gerichtet hätten.

In Zeiten Donald Trumps, wenn sie ihn dort zu hart angefaßt hätten, der Donald hätte ihn sofort begnadigt! Selbst ohne Depression. Der Donald hat ja wohl alle begnadigt, die ihm in seinem Wahlkampf gegen Hillary Clinton geholfen hatten mit russischer Unterfütterung.

Und was wäre das für ein Jubel gewesen unter den üblichen Empörten mit ihren Verstandeskräften!

Apropos Empörung und Verstandeskräfte: Hast Du irgendwie mitbekommen in bundesdeutschen Medien, daß „Reporter ohne Grenzen“ sich in einer Petition gegen eine „mögliche“, nein, daß sie sich gegen die stattgehabte Verhaftung des zuvor stattgehabt vergifteten Alexej Anatoljewitsch Nawalny gewendet hätten?

Oder daß Bundestagsabgeordnete die deutsche Regierung zum Eingreifen aufgefordert hätten?

Oder daß die üblichen Empörten sich in London vor der russischen Botschaft versammelt hätten samt ihren unglaublichen Verstandeskräften?

 

Entwahnung

 

8. Januar 2021: Serapion an Mephisto

 

‚Wahrheit‘ definieren wir mit Aristoteles als die Eigenschaft einer Aussage, die sagt, was ist. ‚Gewißheit‘, ‚Sicherheit‘, ‚Evidenz‘ bezeichnen psychische Zustände, in denen es einem Menschen mehr oder weniger unmöglich ist, eine bestimmte Überzeugung sinnvoll zu bezweifeln. Ganz offensichtlich haben diese beiden Eigenschaften (einmal einer Aussage, das andere Mal einer psychischen Befindlichkeit) kaum etwas miteinander zu tun. Entsprechend unterscheiden wir ‚Realität‘ als das von der Menge aller möglichen Aussagen Bezeichnete von ‚Wirklichkeit‘ als der Menge der individuellen oder kollektiven Überzeugungen, an denen ein Mensch, eine Gruppe oder eine Gesellschaft nicht sinnvoll zweifeln kann, ohne sich selbst radikal infrage zu stellen. Solches radikale Infragestellen wird über psychische und soziale Mechanismen zumeist sehr wirkungsvoll verhindert. So darf es uns auch nicht wundern, daß Sokrates wegen Gottlosigkeit (denn alle Theologie scheint auf der Gleichsetzung zu beruhen: ‚Was gewiß ist, ist auch wahr‘, kann sie doch ’nur‘ Gewißheiten vermitteln) und Verführung der Jugend (denn auch die Politik folgt dem gleichen Muster wie die Theologie) zum Tode verurteilt wurde. Bis zum heutigen Tage tun übrigens viele für Religion wie für Politik Verantwortliche fast alles, um diesen Unterschied zwischen Wahrheit und Gewißheit nicht ins allgemeine Bewußtsein dringen zu lassen. Besteht doch gerade das Wesen des Vorurteils darin, daß Menschen ihre Selbstverständlichkeiten als Wahrheiten behaupten. Angewandte Politik und Verkündung eines religiösen Glaubens ist aber zumeist nichts anderes als der Versuch, eigene Gewißheiten auf andere zu übertragen. Das aber funktioniert nur begrenzt bei kritischen Menschen, die die sokratische Unterscheidung (übrigens der Grund aller Weisheit und jeder Toleranz) in praxi zur Kenntnis genommen haben – und danach ihr Entscheiden und Handeln einrichten.

So nimmt es denn nicht Wunder, daß die Geschichte der europäischen Philosophie als Geschichte der Versuche beschrieben werden kann, das sokratische Ärgernis aus der Welt zu schaffen.

 

Rupert Lay Dialektik für Manager

 

Bildbetrachtung

 

19. Dezember 2020: Serapion an Mephisto

 

 

Und Jesus ging zum Tempel Gottes hinein und trieb heraus alle Verkäufer und Käufer im Tempel und stieß um der Wechsler Tische und die Stühle der Taubenkrämer und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: „Mein Haus soll ein Bethaus heißen“; ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht.

Matthäus 21, 12-13

 

Und sie kamen gen Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel, fing an und trieb aus die Verkäufer und Käufer in dem Tempel; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenkrämer stieß er um, und ließ nicht zu, das jemand etwas durch den Tempel trüge.

Markus 11, 14-16

 

Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darin verkauften und kauften, und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: „Mein Haus ist ein Bethaus“; ihr aber habt’s gemacht zur Mördergrube.

Lukas 19, 43-46

 

Und der Juden Ostern war nahe, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem.

Und er fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler.

Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und verschüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: tragt das von dannen und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause!

Johannes 2, 13-16

 

 

Weih-Nachts-Zeit!

Die Zeit der Zwänge.

Die Zeit der Zwanghaftigkeit.

Aber die Geschäfte sind nun zu, die Läden sind geschlossen, wer hat auch den Händlern erlaubt, im Januar der Regale Fächer zu füllen mit Ostereiern und im August die Fächer zu füllen mit Weihnachtslebkuchen?

Die Händler haben jegliches Fest entheiligt und die Menschen entwürdigt, daß sie hasten und hetzen und keine Stille mehr kennen in der eiligen Nacht.

Wie verlogen klingen die Lieder von besinnlicher Zeit.

Im monatelangen Advent!

Die Menschen haben sich versklaven lassen.

Von Krämern!

Im Interesse des Krams!

Und leben im Unmaß und in Taubheit und hören nicht, was ihnen die Stunde schlug.

 

 

Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß du nicht erkannt hast die Zeit, darin du heimgesucht bist.

Lukas 19, 43-44

 

Lichtung

 

12. Dezember 2020: Bellarmin an Mephisto

 

lichtung

 

manche meinen

lechts und rinks

kann man nicht

velwechsern.

werch ein illtum!

 

Ernst Jandl (1925 – 2000)

 

 

Dieses Jandl-Gedicht!

Das ich für so weise hielt und einsichtsvoll!

Und geschichts- und seelenkundig!

Bis ich politisch korrigiert wurde…

Und zwar der zwölfte Band des DUDEN erklärt mir die Welt unter dem Stichwort

Manche meinen, lechts und rinks kann man nicht velwechsern

ganz richtig korrekt, nämlich es handele sich um ein Zitat aus dem Jandl-Gedicht lichtung. Und fügt, vor Biederkeit triefend, hinzu:

Die vierte [sic!] und letzte Zeile lautet: ‚werch ein illtum!‘ Das Zitat wird (auch in der kürzeren Form ‚lechts und rinks kann man nicht velwechsern‘) als scherzhafter oder ironischer Kommentar gebraucht, wenn jemandem eine Verwechslung unterläuft.

Ach so.

So so…

War da was?

Jedenfalls ist der Eintrag, bis auf die gefekte Zeilennummer, keine Feknju. Und wir können daraus lernen:

Man, einschließlich des DUDEN, kann etwas richtiges sagen, und es ist trotzdem doof!

Und, es könnte sein, aus welchem Grund auch immer, daß gewisse Leute etwas richtiges sagen, um das Richtige nicht zu sagen.

Sozusagen gewissermaßen quasi im palmströmschen Sinne: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Da stellen wir uns mal ganz dumm, als wären wir im DUDEN, und denken:

Da hat der Jandl sich also hingesetzt auf seinen Hosenboden und sich gedacht in seinem schlichten „schtzngrmm“-Sinn: Auf, auf! Es wird nun aber höchste Zeit! Man muß doch endlich einmal ein Gedicht verfassen, über wenn jmndm mal eine Vrwchslng… „unterläuft“…

Ein Lehrgedicht für Fahrschulen!

Was für ein schöner Zug…

Und wer weiß, denkt der DUDEN, wie vielen Fahrschülerinnen und wie vielen Fahrschülern der Jandl den Führerschein damit schon rettete!

Das ist doch ein putziger Poet, der Jandl! Zumal wenn er dann noch so chinesisch verwirrend, aber didaktisch einprägsam, die Buchstaben vertauscht.

Werch ein Einfarr!

Zum Glück durchblickte der DUDEN aber scharfsinnig das Ganze trotz der vertauschten Buchstaben und kann uns den Sinn wieder korrekt verklären…

Damit kein Schelm sich Arges dabei denke!

Welchen Reim sich mein Freund Heine wohl gemacht hätte auf die Straußenvögel vom DUDEN?

Von wegen

„———die deutschen Zensoren——————–Dummköpfe—–“

und so?

 

8. Dezember 2020, Deutschlandfunk:

Besuch in Moskau: AfD kritisiert deutsche Russlandpolitik

Die im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Strafmaßnahmen hätten besonders in Ostdeutschland zu wirtschaftlichen Schäden geführt, sagte der AfD-Vorsitzende Chrupalla. Viele Milchbetriebe litten unter dem Lebensmittelembargo, das Russland im Gegenzug auf die Sanktionen verhängt hatte, betonte der Politiker.

Bei dem Treffen forderte der russische Außenminister Lawrow einen Neustart in den Beziehungen mit Deutschland. Zwischen Moskau und Berlin gebe es zahlreiche Probleme. Er lobte die AfD dafür, dass sie sich für den Dialog zwischen beiden Ländern einsetze.

 

Das ist aber mies! Das ist sogar obermies!

Noch dazu als Vertreter einer sich penetrant patriotisch gebärdenden Partei!

Sich auf ausländischem Boden mit einer aggressiven fremden Macht verbrüdernd der eigenen, demokratisch gewählten, vaterländischen Regierung, egal wie man in der Heimat zu ihr stünde, in den Rücken zu fallen!

Besonders widerlich im Bunde mit des verlogenen Putins verlogenem Paladin Lawrow!

Aber das erhellt die Lichtung, und man erkennt um so deutlicher die Strippenzieher der tanzenden Puppen. Es handelt sich um die Spezialität russischer, also destruktiver Politik seit Jahrhunderten, sich fünfte Kolonnen im Ausland zu halten.

Und zu unterhalten…

Mitunter sogar mehrere in einem Staate.

Ich weiß gar nicht, warum mir neben Gerhard Schröder und Matthias Platzeck da plötzlich die schamlose Partei der Spalter, DIE LINKE, in den Sinn kommt… Die und die AfD haben doch eine völlig unterschiedliche Richtung…

Ach, werch ein Illtum!

 

8. Dezember 2020, Deutschlandfunk:

Die Vereinten Nationen haben Russland zum sofortigen Rückzug von der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim aufgefordert.

Moskau müsse die vorübergehende Besetzung des ukrainischen Staatsgebiets unverzüglich beenden und alle Soldaten sowie Waffen abziehen, hieß es in einer in New York verabschiedeten Resolution der Generalversammlung. Die Abstimmung erfolgte auf Initiative von rund 40 Ländern, unter ihnen Deutschland, Frankreich, die USA und die baltischen Staaten. 63 Länder votierten für die nicht-bindende Resolution, 17 Mitgliedstaaten dagegen und 62 weitere enthielten sich. Russland hatte die Krim nach einem von der Ukraine und dem Westen nicht anerkannten Volksentscheid im März 2014 ins eigene Staatsgebiet aufgenommen.

 

11. Dezember 2020, Deutschlandfunk:

Fall Nawalny: Putin sieht keine Grundlage für strafrechtliche Ermittlungen wegen der Vergiftung

Russlands Präsident Putin sieht keine Grundlage für strafrechtliche Ermittlungen im Fall des vergifteten Oppositionellen Nawalny.

Das geht aus einer Abschrift des gestrigen Treffens des Kreml-Beirats für Menschenrechte hervor. Putin sagte demnach, wenn eine Person fast sterbe, bedeute dies nicht, dass jedes Mal eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet werden müsse. Er warf den europäischen Ländern zudem mangelnde Kooperationsbereitschaft in dem Fall vor. Russland habe keinen Abschlussbericht bekommen. Russische Spezialisten seien an den Ermittlungen nicht beteiligt worden. Die EU sieht die russische Regierung hinter dem Anschlag auf Nawalny. Moskau bestreitet jede Beteiligung.

Nawalny war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Nach Angaben von drei europäischen Laboren wurde der Kreml-Kritiker mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet.

 

 

schtzngrmm

 

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scht

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grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

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Ernst Jandl (1925 – 2000)

 

Wie der bundesdeutsche Journalismus die Demokratie zerstört

 

22. November 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Wir, begnadet mit einem Gedächtnis, vermögen uns zu erinnern. Über Erinnerungen kann man Bezüge herstellen und über Bezüge auf Analogien schließen.

Also, da war doch schon mal was gewesen…

Richtig, am Montagabend des 27. Februar 1933 brach gegen Viertel nach neun an bis zu zwanzig Brandherden ein Feuer aus im Berliner Reichstag samt seinem mit massivem Eichenholz möblierten Sitzungssaal. Fünfzehn Löschzüge brauchten über drei Stunden um seiner Herr zu werden.

Und richtig, Hermann Göring war sofort zur Stelle.

Und gleich darauf stand Adolf Hitler ebenfalls am Tatort und wußte zu äußern: „Es gibt jetzt kein Erbarmen; wer sich uns in den Weg stellt, wird niedergemacht. Das deutsche Volk wird für Milde kein Verständnis haben. Jeder kommunistische Funktionär wird erschossen, wo er angetroffen wird. Die kommunistischen Abgeordneten müssen noch in dieser Nacht aufgehängt werden. Alles ist festzusetzen, was mit den Kommunisten im Bunde steht. Auch gegen Sozialdemokraten und Reichsbanner gibt es jetzt keine Schonung mehr.

Und Joseph Goebbels jubilierte am Morgen danach: „Das ist ein Geschenk Gottes!“

Halt, das ist jetzt eine Verwechslung! Das sagte der Recep Tayyip Erdogan. Das war nach dem Brand des türkischen Parlamentsgebäudes unmittelbar vor der Einführung der Präsidialverfassung. Mit der sich der neue Sultan die ihm entsprechenden Vollmachten verschaffte.

Also damals jauchzte der Goebbels: „Es ist wieder eine Lust zu leben.“

Die noch, nach plötzlich bereitliegenden Personenlisten, in der Nacht zu jenem Dienstagmorgen einsetzenden Verhaftungen sollten per selbigen Tages erlassener „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ ihre Legitimation finden. Also nur mit wenigen Stunden Verzögerung. Das war wohl verzeihlich, man hätte die sogenannte Reichstagsbrandverordnung ja schwerlich vor dem Brand aus der Tasche ziehen können:

Auf Grund des Artikels 48 Abs. 2 der Reichsverfassung wird zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte folgendes verordnet:

§ 1

Die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 der Verfassung des Deutschen Reichs werden bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Es sind daher Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungsäußerung, einschließlich der Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungsrechts, Eingriffe in das Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis, Anordnung von Hausdurchsuchungen und von Beschlagnahmen sowie Beschränkung des Eigentums auch außerhalb der sonst hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen zulässig.

§ 5

Mit dem Tode sind die Verbrechen zu bestrafen, die das Strafgesetzbuch in den §§ 81 (Hochverrat), 229 (Giftbeibringung), 307 (Brandstiftung), 311 (Explosion), 312 (Überschwemmung), 315 Abs. 2 (Beschädigung von Eisenbahnanlagen), 324 (gemeingefährliche Vergiftung) mit lebenslangem Zuchthaus bedroht.

Ebenso wenig hätte man jene später nie mehr aufgehobene Notverordnung, welche Brandstiftung nun mit Todesstrafe belegte, aus der Tasche ziehen können, wenn man erst hätte umständlich feststellen müssen, wer denn als Täter in Frage käme. Aber, wie ein Geschenk des Himmels, hatte man im Reichstagsgebäude den offenbar verwirrten und nach Meinung der ihn verhörenden Polizisten sogar verrückten und außerdem fast blinden 24jährigen Marinus van der Lubbe aufgreifen können. Dem wegen eines Arbeitsunfalls und zusätzlicher Augenkrankheit nachteiligerweise auf dem einen Auge gerade einmal fünfzehn und auf dem anderen zwanzig Prozent Sehkraft verblieben waren. Der vorteilhafterweise jedoch als Anarchist ausgemacht werden konnte und als Anhänger der Vagabundenbewegung und, der Vorsehung sei Dank, angehörig einer holländischen rätekommunistischen Splittergruppe. Und der nach mehreren Verhören gestand, den Brand gelegt zu haben. Wenn auch, bedauerlicherweise, er bis zum Schluß behauptete, als Einzeltäter gehandelt zu haben und ohne Hintermänner.

Während des Prozesses im Dezember war er nicht in der Lage, auch nur eine einzige glaubhafte Stellungnahme abzugeben und wurde am 23. Dezember auf Grundlage eines speziell für ihn am 29. März 1933 erlassenen rückwirkenden Gesetzes (der sogenannten Lex van der Lubbe) ohne Revisionsmöglichkeit als Einzeltäter zum Tode verurteilt und am 10. Januar schnell hingerichtet.

Mitangeklagt waren die drei bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitrow, Blagoi Popow, Wassil Tanew sowie der sich zur Widerlegung der Vorwürfe gegen seine Partei im März freiwillig der Haft stellende Vorsitzende der kommunistischen Reichstagsfraktion Ernst Torgler.

Dimitrow, während der Haft monatelang Tag und Nacht in schmerzenden Handschellen gefesselt, studierte unter qualvollen Umständen die deutsche Prozeßordnung und die Akten und trieb während der Verhandlung Göring zur Raserei. Und in die Enge. Das hatten die Nazis sich anders vorgestellt. Die Mitangeklagten van der Lubbes mußten also freigesprochen werden. Dimitrow und seine bulgarischen Genossen wurden ausgewiesen, Torgler kam sofort in „Schutzhaft“.

Am Tatort mit ca. zwanzig Brandherden damals also wie bestellt und prompt abgeholt nur ein einzelner, sehschwacher, verwirrter holländischer Kommunist. Göring ordnete dennoch das sofortige Einsperren auch der kommunistischen Reichs- und Landtagsfraktion an! Und das klappte alles wie am Schnürchen. Allein in Berlin wurden Personenlisten abgearbeitet und noch in selbiger Nacht anderthalbtausend Kommunisten einschließlich fast der gesamten Reichstagsfraktion festgenommen und viele in Folterkellern von der SA grausam mißhandelt. Die Gefangenen sperrte man in sogenannte wilde Konzentrationslager. Es währte kein Vierteljahr, da waren das mehr als hunderttausend Inhaftierungen!

Am 23. März, damals dauerte so etwas also noch fast einen Monat, am 23. März wurde dann das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ vom Reichstag verabschiedet. Vor der Abstimmung waren bereits 81 KPD- und 8 SPD-Reichstagsabgeordnete in „Schutzhaft“ genommen worden und während der Abstimmung patrouillierten SA- und SS-Leute vor und in dem Plenarsaal. Einzig die SPD stimmte dagegen, nachdem ihr Vorsitzender Otto Wels in seiner nicht nur durch seine persönliche Tapferkeit historischen Rede die Ablehnung begründet hatte.

Im Mai gelang ihm die Flucht, er starb 1939 im Pariser Exil.

Auf scheinlegale Weise also ermächtigte der Reichstag die Hitlerregierung, Gesetze ohne parlamentarische Beteiligung zu erlassen und hebelte die Weimarer Verfassung nun endgültig aus. Die diktatorische Vollmacht, das „Ermächtigungsgesetz“, galt zwar zunächst nur für vier Jahre (Hitler: „Gebt mir vier Jahre Zeit…“), wurde 1937, da war man im Reichstag nun vollkommen unter sich, aber um weitere vier Jahre verlängert.

Und sechs Jahre später, 1943, auf unbestimmte Zeit.

So war das damals.

Nun kolportierten die öffentlich-rechtlichen Medien dieser Woche plötzlich in ihrer plötzlichen Berichterstattung, nein, das Wort Berichterstattung ist hier wahrlich fehl am Platze, nun kolportierten die öffentlich-rechtlichen Medien in den plötzlichen Nachrichten über das plötzliche Infektionsschutzgesetz, seitens der AfD wäre das Gesetz mit dem Ermächtigungsgesetz verglichen worden. Und man zeigte zum Beleg der hieraus unterstellten Verwerflichkeit in den Medien der ARD original nach der Methode des Karl Eduard von Schnitzler vom Adlershofer Fernsehfunk der Deutschen Demokratischen Republik, den auf das Minimalste zusammengeschnittenen Redeausschnitt eines Abgeordneten jener nachrichtlich(!) gewöhnlich mindestens als populistisch etikettierten Partei. Anschließend wurde in den Medien auf breitestem Raum das von den übrigen Parteien wie vereint im Block der „Nationalen Front“ der Deutschen Demokratischen Republik beschworene elende, abscheuliche, erbärmliche, böse, schimpfliche, verwerfliche, häßliche, schurkische, schmutzige, üble, niederträchtige, perfide, schäbige, verabscheuungswürdige, schändliche eines solchen Vergleiches hervorgehoben. Und vehement wurde darauf verwiesen, daß die AfD durch ein Vergleichen des Infektionsschutzgesetzes mit dem Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten die Opfer der Nazi-Barbarei beleidigt habe…

Welch furchtbar dumme Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus.“

(TAZ am Donnerstag, dem 19. November)

Man hätte meinen können, Karl Eduard von Schnitzler wäre auferstanden aus seinem Grab in Eichwalde bei Berlin und schnitte eine neue Propagandasendung seines „Schwarzen Kanals“ in seinem Adlershofer Studio zurecht über die revanchistische CDU.

In der revanchistischen Beärrdee!

Und diese ganzen „Kriegstreiber“ dort!

Mit dem „Kriegsbrandstifter Brandt“!

In der „Frontstadt“!

Nun gibt es aus irgendwelchem Grunde das Wort, daß jeder Vergleich hinke. Und dennoch sind Vergleiche meistens nützlich, wie wir wissen, und wir leben und erschließen uns die Welt im Vergleichen. Denn nur Vergleiche verschaffen uns, allen Hinkens zum Trotze, via Analogieschlüsse über Dinge und Situationen und Sachverhalte die nötige Klarheit (Auf Dummdeutsch: „Transparenz“).

Wenn ich zum Beispiel es durchaus für angebracht halte, den von Erdogan mit einem Geschenk Gottes verglichenen Brand des Ankararer Parlamentsgebäudes zu vergleichen mit dem Reichstagsbrand in Berlin, dann hinkt der Vergleich natürlich. Insofern zum Beispiel dadurch, daß ich es für unangebracht halte, Erdogan mit Hitler gleichzusetzen. Dennoch wäre es doch infam, mir nun zu unterstellen, ich hätte infolge meines Vergleichs die Opfer des Hitlerregimes beleidigt.

Noch dazu womöglich von Leuten mit einem penetranten Hang, ihre Gegner inklusive der AfD beständig mit Nazis gleichzusetzen.

Und damit die Nazis zu verharmlosen!

Wenn, wie es früher durchaus nicht selten geschah in Zeiten bildungsnäherer Politiker und Journalisten als heutzutage, wenn irgend eine Aktion mit einer sizilischen Expedition oder einem Pyrrhussieg verglichen wurde, wäre doch, selbst bei Widerlegung solchen Vergleiches vielleicht wegen abwegigster Abwegigkeit, niemand der Blödigkeit verfallen zu meinen, nun wären all die Opfer des Peloponnesischen Krieges oder der entsetzlichen Schlacht von Ausculum beleidigt worden.

Es sei denn vielleicht in der unlauteren Absicht, den Vergleichenden verteufeln zu wollen.

Oder eine sachliche Auseinandersetzung zu vermeiden mit dem unlauteren Trick der rhetorischen Unterstellung.

Beispielsweise aus Angst.

Dabei hätte man bei lauteren Absichten im Falle des mit dem Ermächtigungsgesetz verglichenen Infektionsschutzgesetzes doch durchaus mit der Kraft eines sachlichen Argumentes reagieren können!

Denn die Abgeordneten des deutschen Bundestages haben jederzeit das Recht und die Möglichkeit, das Gesetz zu verändern oder gänzlich zu kassieren auf Grund der demokratisch obwaltenden Mehrheitsverhältnisse.

Und um übrigens noch einen Vergleich anzustellen: Für Krisenzeiten und Gefahrenlagen hielten sowohl die Erfinder der Demokratie als auch die Römer eine Tyrannis oder einen Konsul mit zeitlich begrenzten diktatorischen Vollmachten für durchaus legitim und sinnvoll. Es macht nämlich Sinn, wenn in unüberschaubaren Ausnahmesituationen ohne die Einleitung zeitaufwendiger Gesetzgebungsverfahren entschieden und gehandelt werden muß auch zu Lasten individueller Freiräume.

Es handelt sich hier übrigens um den in Nacktheit zu Tage tretenden obersten dialektischen Widerspruch gesellschaftlicher Entwicklung des Menschengeschlechts, nämlich um den Widerspruch zwischen Staat und Individuum.

Ich hoffe, Du wirfst mir nun nicht vor, mit meinem Vergleich die Opfer griechischer Tyrannis verhöhnt zu haben.

Nein, gefährlich ist nicht das Infektionsschutzgesetz, gefährlich ist der Niedergang des bundesdeutschen Journalismus und der damit einhergehende Vertrauensverlust der seriösen Medien in unserem Lande. Was es Wladimir Wladimirowitschs Abteilung für Desinformation und Zersetzung ungemein erleichtert, auf deutschen Straßen seine Puppen tanzen zu lassen aus der Kiste der Querköpfe und Nichtdenker.

Da wird tagelang in den öffentlich-rechtlichen Medien als erste Nachricht von morgens bis abends gemeldet, daß kommenden Dienstag bei der Kanzlerin das Gremium der Ministerpräsidenten tagen werde, um neue Beschlüsse zu fassen.

Tagelang über ein noch nicht stattgefundenes Ereignis!

Als erste Meldung!

Von morgens bis abends immer aufs neue das Nichtneue widerkäuend.

Und zum ersten Mal und ganz nebenbei wird das Infektionsschutzgesetz nachrichtlich erwähnt am letzten Sonntag:

Sonntag, 15. November 2020, Deutschlandfunk:

Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben erneut eine Kundgebung vor dem Bundestag in Berlin angemeldet.

Bei der Polizei gingen entsprechende Unterlagen für den kommenden Mittwoch ein. An diesem Tag sollen sowohl im Parlament als auch im Bundesrat Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschlossen werden. Nach Behördenangaben wurden zu der Demonstration 500 Teilnehmer angemeldet. Auch zwei Gegenveranstaltungen seien den Behörden angezeigt worden.

Das ist die erste Information!

Und zwar nicht an Aufmerksamkeit heischender Stelle oder gar als Dauerfeuer.

Bis Dienstag dann wieder Stille:

Dienstag, 17.November 2020, Deutschlandfunk:

Führende Politiker der Regierungsparteien haben die Kritik an den geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes zurückgewiesen.

Unionsfraktionschef Brinkhaus sagte, man schaffe eine Grundlage dafür, dass in der Pandemie angemessen, verhältnismäßig und auch flexibel reagiert werden könne. CSU-Landesgruppenchef Dobrindt sagte, die Rechte des Parlamentes würden nicht ausgehebelt, sondern gestärkt. Insofern sei es eine böswillige Lüge, wenn das Infektionsschutzgesetz mit dem Ermächtigungsgesetz von 1933 verglichen werde. Abgeordnete hatten zahlreiche E-Mails mit einem solchen Vorwurf erhalten. Bundesaußenminister Maas von der SPD erklärte dazu, wer so infame Vergleiche anstelle, verhöhne die Opfer des Nationalsozialismus.

Kritik kommt aber auch von der Opposition. Der FDP-Vorsitzende Lindner sagte, der Handlungsspielraum der Regierung beim Eingriff in Grundrechte sei unverändert zu groß. – In Bundestag und Bundesrat sollen morgen Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschlossen werden. Dabei geht es um die rechtlichen Grundlagen für die Corona-Maßnahmen. Mehrere Demonstrationen sind angemeldet.

Wer eine derartig verarschende und die Leute für dumm verkaufende Berichterstattung verantwortet und sie womöglich für informativ hält beim „Eingriff in Grundrechte“, braucht sich über den Ruf „Lügenpresse“ nicht zu wundern!

Kritik kommt aber auch von der Opposition…“

Ja, ist es möglich?

Das ist der Satz des Jahres!

Kann es sein, daß es neben der einstelligen Prozentpartei der Hoteliersbeglücker noch eine andere demokratisch gewählte und ihre Wähler in etwas höherer Prozentzahl vertretende Oppositionspartei gibt im deutschen Bundestag?

Deren Kritik am Regierungshandeln öffentlich-rechtliche und auch alle anderen dem bundesdeutschen Presskodex verpflichteten Medien in der augenscheinlich enormen Wichtigkeit des Themas angemessenen Ausführlichkeit unparteiisch darzustellen haben statt allenfalls in einem Satzfetzen?

Es ist nicht zu fassen!

Da wird weder der Inhalt des neuen Infektionsschutzgesetzes überhaupt vorgestellt und angemessen erörtert und diskutiert noch läßt man die bedeutendste Oppositionspartei in aller gebotenen Breite in ausführlichen Interviews und Gesprächen ihre Ansichten darstellen!

Wie es einmal war!

Und nennt das Demokratie und wundert sich über die Konfusion auf den Straßen!

Was muß man für eine Angst haben in den Hosen vor den Verängstigten!

Wenn man unfähig ist!

Und das Schweigen bundesdeutscher Politologen hierzu schreit gen Himmel!

Donnerstag, 19. November 2020, MÜNCHNER MERKUR:

In unangemessener Hast haben die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien ein Infektionsschutzgesetz über die parlamentarischen Hürden gehievt, das der Regierung bei ihren Coronamaßnahmen tiefe Eingriffsrechte in Grundfreiheiten gewährt und die Position der Parlamente nicht stärkt. Am Ende wird sich dieses Persilschein-Gesetz noch als Steilvorlage für die selbst ernannten ‚Querdenker‘ erweisen, die damit um die Häuser ziehen und das Gesetz und sein Zustandekommen im Schnellverfahren als Beleg für angeblich sinistre Absichten von Politikern ins Feld führen.

 

 

O Urteil, du entflohst zum blöden Vieh!

Der Mensch ward unvernünftig!

William Shakespeare (1564 – 1616)

 

Über Diebstahl und andere Kleinigkeiten

 

14. November 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Hubertus Heil, seines Zeichens Arbeitsminister der Bundesrepublik Deutschland, wolle Gnade walten lassen, wie die Medien berichten. Er sei nämlich bereit, von seinen „Plänen“, einen Rechtsanspruch auf 24 Tage im Jahr Heimarbeit (auf Dummdeutsch: „Hohmoffis“) zu schaffen, abzurücken. Nein: von „zurückzustellen“ ist die Rede. Stattdessen solle den Beschäftigten das Recht auf ein Gespräch mit dem Arbeitgeber über die Möglichkeit von Hohmoffis eingeräumt werden…

Denn Hubertus Heil hatte, wie üblich als stellvertretender Bundesvorsitzender der populistischsten Partei Deutschlands, zwecks Rekrutierung potentieller Wählerstimmen Umfrage-Ergebnisse ausschlachten wollen, nach denen ein Großteil der Beschäftigten, die Möglichkeit zu Hause arbeiten zu können infolge der Seucheneindämmung, doch eher als recht vorteilhaft empfunden habe.

Im Kern sollten Beschäftigte das „Recht auf ein ernstzunehmendes Gespräch“ mit ihrem Arbeitgeber bekommen, in dem die Möglichkeiten von Homeoffice geklärt werden könnten – einen „Erörterungsanspruch“, wie er es nannte. Es gehe ihm darum, bei dem Thema weiterzukommen, betonte Heil. Zudem sei es notwendig, Regeln zum Arbeitsschutz für das mobile Arbeiten zu schaffen.
Heil verzichtet damit auf ein Projekt, das nicht nur in der Unionsfraktion im Bundestag, sondern auch in Handwerk und Industrie auf Kritik gestoßen war. Das Bundeskanzleramt lehnte es ab, seinen Gesetzentwurf in die Ressortabstimmung zwischen den einzelnen Ministerien weiterzuleiten. Unions-Abgeordnete und Verbände pochten darauf, dass das Thema Homeoffice zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern geregelt werden müsse und nicht vom Staat „gelenkt“ werden dürfe.

(Deutschlandfunk, 14. November 2020)

Nun zu einer anderen Blüte dieser Tage.

Franziska Giffey, ihres Zeichens Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, habe erklärt, zwar auf ihren Doktortitel zu verzichten, aber im Amt zu bleiben.

Auch an ihrer Kandidatur für den Berliner Landesvorsitz wolle sie weiter festhalten, erklärte die SPD-Politikerin. Sie habe der Freien Universität mitgeteilt, den Doktortitel ab sofort nicht mehr zu führen. Die FU Berlin hatte angekündigt, das Plagiatsverfahren um die Doktorarbeit Giffeys neu aufzurollen. … Giffey gilt auch als Anwärterin auf die SPD-Spitzenkandidatur bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im kommenden Herbst.

(Deutschlandfunk, 13. November 2020)

Sie habe der Freien Universität mitgeteilt, den Doktortitel ab sofort nicht mehr zu führen.“

Welches Verhalten der Bundesministerin aus der unglaubwürdigsten Partei Deutschlands an das kleinkindliche Verhalten erinnert, sich die Augen zuzuhalten in der Meinung, hinfort nicht mehr gesehen zu werden. Wohl auch ein gewisses Maß ihrer Hoffnung setzend auf die faktenarme Berichterstattung der SPD-freundlichen ARD-Medien. Denen es bei seriöser Berichterstattung ein Leichtes gewesen wäre, bei der Gelegenheit zu erinnern an das nicht unerhebliche Faktum, daß die Ministerin aus der unglaubwürdigsten Partei Deutschlands noch im vorigen Jahr erklärt hatte, im Falle der Aberkennung ihres Doktortitels auf ihr Ministeramt „verzichten“ zu wollen.

Demnach war nicht die Rede von einem anstandsgebietenden „Niederlegen“, sondern von einem ähnlichen Gnadenakt wie der ihres Parteigenossen Hubertus Heil, der bereit wäre, seine offensichtlich nicht durchsetzbaren Ansinnen „zurückzustellen“.

Sie „verzichte“.

Großmütigerweise.

Statt auf ihr Amt „verzichte“ sie eben, hinfort ihren Doktortitel „zu führen“.

Was eine völlige Privatsache und juristisch absolut unerheblich ist.

Ebenfalls vergaßen die Medien der ARD zu erwähnen aus irgend einem Grund den Grund für das neue „Aufrollen“ des Plagiatsverfahrens an der Freien Universität Berlin.

Es war unserer Ministerin nämlich seltsamerweise durch die von der Erstgutachterin, der Doktormutter ihrer Dissertation (!), ausgewählten Mitglieder des Überprüfungsgremiums der Plagiatsvorwürfe lediglich eine Rüge erteilt worden. Ein Problem dabei ist: Nach Vorwürfen und Kritik daran sah man sich seitens der Freien Universität endlich doch veranlaßt, ein Rechtsgutachten über das Erteilen einer Rüge zu erstellen und am 6. November als dessen Ergebnis zu erklären, daß eine Rüge allenfalls in einem minderschweren Fall zulässig wäre.

Die kritischen Stimmen außerhalb der Überprüfungskommission bezweifeln unter anderem, daß die Dissertation Giffeys einen Beitrag zur politikwissenschaftlichen Forschung leiste und es ist gar die Rede von „simulierter Wissenschaft“ und von einem „geschenkten Doktortitel“.

Und von einer „auffälligen Summation erheblicher Rechtsverstöße“.

Und für das Aussprechen einer Rüge gebe es nach dem Berliner Hochschulgesetz überhaupt keine Rechtsgrundlage.

Und auch das Überprüfungsgremium wäre unzuständig gewesen.

Und darum mußte das Plagiatsverfahren „neu aufgerollt“ werden.

Obwohl Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, ebenfalls aus der unglaubwürdigsten Partei Deutschlands, in seiner Personalunion als Hochschulsenator des Stadtstaates vor zwei Monaten erst entschieden hatte, daß eine neuerliche Überprüfung nicht stattfinden solle.

Schon die Rüge war übrigens erteilt worden von dem wohlwollenden Gremium, weil unter anderem mindestens 27 Textstellen der Dissertation Franziska Giffeys den Tatbestand der vorsätzlichen Täuschung erfüllten. Beispielsweise durch verheimlichte Übernahmen von Texten anderer Autoren.

In Worten: Siebenundzwanzig.

Also wegen mindestens siebenundzwanzigfachen geistigen Diebstahls.

 

Sonnabend, 14. November 2020, MÄRKISCHE ODERZEITUNG:

In ihrer Erklärung gibt Giffey dem Präsidium der Freien Universität Berlin die Schuld. Nicht, weil die Uni-Chefs sie vor einem Jahr mit einer Rüge für wissenschaftliche Unsauberkeiten in Giffeys Dissertation davonkommen ließen, sondern weil das Verfahren wieder aufgenommen werden sollte. Unerwähnt bleibt in dem Schreiben, dass der Uni kaum eine andere Wahl blieb, nachdem ein seriöses Gutachten den Plagiatsvorwurf erhärtet hatte. Nun, so scheint die Sozialdemokratin zu denken, muss sie den angekündigten Rücktritt vom Ministeramt nicht vollziehen, weil nicht die Uni ihr den Doktorhut weggenommen hat.

Sonnabend, 14. November 2020, OLDENBURGISCHE VOLKSZEITUNG:

Wer betrügt, kann weder Ministerium noch Landesregierung führen.

 

In beängstigend lehrreichen Zeiten

 

7. November 2020: Sehmann an Mephisto

Ich höre gerade, rund 70 Millionen Amerikaner haben bei diesen Wahlen für den skrupellos selbstverliebten Donald Trump gestimmt!

Noch einmal: 70 Millionen Amerikaner haben gestimmt für diese offensichtliche Kreuzung Benito Mussolinis mit Hermann Göring!

Und das nach vier Jahren seiner Amtszeit!

Da geben 70 Millionen Amerikaner also bewußt diesem verlogenen Twitterer und twitternden Lügner ihre Stimme mit all seinen alternativen Fakten, Falschnachrichten und sogar Feknjus.

70 Millionen abstiegsverängstigte, modernisierungsskeptische, fremdenfeindliche, islamophobe, rassistische, abgehängte, weiße alte Männer!

Und dann, habe ich mir gemerkt, gibt es auch noch in Großbritannien mehr als die Hälfte der Eingeborenen dummer, von Populisten verführte Brexitiers!

Wo kommen die bloß alle her?

Das sind ganz schön viele!

Obwohl sich alle Anständigen samt ihren Medien mit sorgenvoller Stirn so viel Mühe geben.

Diesem Pack eine jendagerechte Sprache und die politisch korrigierten Umbenennungen beizubringen. Beispielsweise von „Studentenvertreter“ in „Studierendevertreter“ und „Studierendevertreterin“…

 

 

Donnerstag, 5. November 2020, TAGESZEITUNG:

Wir wissen offenbar insgesamt sehr viel weniger über Stimmungen und grundsätzliche Einstellungen eines großen Teils der Bevölkerung, als wir glauben.

 

Donnerstag, 5. November 2020, HANDELSBLATT:

All jene, die mit einem deutlichen Sieg Bidens gerechnet haben, müssen sich nun fragen, ob sie das Land wirklich kennen – allen voran jene hier in Europa, wo auch vor vier Jahren die Abneigung gegenüber Trump den klaren rationalen Blick auf die realen Verhältnisse vernebelte.

 

Unmutmaßlich

 

Am Reformationstag 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Bei alldem wurde bisher in Zusammenhängen kaum erörtert, woher die meist mohammedanischen (Aus-)wanderer (im Journalistendeutsch: Migranten) letztendlich in Wahrheit kommen und wohin sie wahrhaft gehen. Sie fliehen im wesentlichen aus einer Welt zerfallender mohammedanischer Staaten, aus einer mittelalterlich anmutenden mohammedanischen Zivilisation mörderischster mohammedanischer Glaubenskriege, aus einer durch westliche Technik hochgerüsteten archaisch-mohammedanischen Gesellschaft, die sich unendlich kreisend in zum Teil mohammedanisch-religiös kaschierten Stammesfehden zerfleischt. In der Menschen ausgepeitscht, gesteinigt, gepfählt oder anderweitig zu Tode gefoltert werden. In der als Held und Märtyrer gilt und in westlichen Medien unbekümmert als „Kämpfer“ tituliert wird, wer friedliche Menschen als Geiseln nimmt, wer ahnungslose Unbeteiligte, wer Frauen und Kinder durch Bomben zerfetzt, wer hunderte lernender Mädchen entführt, vergewaltigt, versklavt.

Wer unschuldige Kinder als Soldaten und Killer abrichtet.

Wer Schulmädchen ins Gesicht schießt…

In Nigeria waren bereits Millionen Kinder auf der Flucht vor Boko Haram!

Wozu die Imame schwiegen und schwiegen und schwiegen.

Und schweigen.

Nein, trotz aller Fehler und Dummheiten, es ist ein Irrglaube, daran dem Westen die Schuld oder auch nur eine Mitschuld zu geben! Die westliche Appeasement-Politik gegenüber Hitler war ein schlimmer Fehler, aber deswegen war der Westen nicht schuld an den deutschen Verbrechen!

Doch jenes letztendlich und im Grunde bis auf die Knochen arbeitsscheue mohammedanische Gesindel, diese unfähigen Idioten, haben es so weit gebracht, daß Millionen verzweifelter Menschen selbst vermittels lebensbedrohlichster Flucht ihr Heil suchen bei den eigentlich mit Stumpf und Stiel auszurottenden Ungläubigen in deren moralisch völlig verkommenen Welt. In welcher, obwohl die Imame brüllen, der selbsternannte Prophet karikiert werden darf samt angeheirateter reicher Witwe Chadidscha einschließlich Nebenfrauen und Lieblingsfrau Aiischa.

In der die Scharia nichts gilt.

In der Zwangsverheiratung bestraft wird und seit einiger Zeit auch „Ehrenmord“.

In der Mädchen und Jungen in derselben Turnhalle Sportunterricht haben, im selben Schwimmbecken planschen und zusammen auf Klassenfahrt gehen.

In der Frauen unverschleiert über die Straße laufen, sogar mit unbedeckten Beinen, und, dies vielleicht das Schlimmste für jenen mohammedanischen Abschaum, sich ihre Männer selbst aussuchen.

Sie fliehen in eine Gesellschaft, in der Homosexuelle sich zeigen und sogar singen dürfen!

Ich habe noch nie vernommen, daß Mohammedaner gezwungen werden, beispielsweise nach Frankreich einzuwandern. In ein Land, in dem Staat und Kirche sogar getrennt sind!

Und dennoch tun sie es aus irgend einem Grund.

Das sollte doch thematisiert und hinterfragt werden!

Von einer freien Presse.

Eine typische westliche Reaktion auf das im August 2017 in Barcelona verübte typische mohammedanische Attentat, hier vom Sonntag, dem 20. August jenes Jahres, im EL PERIODICO DE CATALUNYA mit dem Hinblick auf mohammedanische Mörder:

Aber irgendwann haben sie sich radikalisiert. Das darf in uns keine islamfeindlichen Gefühle wecken. Statt vorschneller Verurteilungen sollten wir daher unsere muslimische Gemeinschaft für den Kampf gegen den Terror gewinnen.“

Wenn wir einmal davon absehen, daß eventuelle Verurteilungen kaum noch vorschnell genannt werden können in Betracht allein des Zeitraums seit dem 11. September 2001 zum 17. August 2017 und angesichts der zivilisatorischen Singularität einer Ideologie, die das grauenvolle Abschlachten heimtückisch überwältigter und damit vollkommen wehrloser Menschen, als Zufallsopfer, zur beglückenden Heldentat stilisiert, könnten wir uns endlich einer nüchternen Tatsache stellen: Die beschworene mohammedanische Gemeinschaft ist angesichts der entsetzlichen Morde in all den Jahren nicht in den „Kampf gegen den Terror“ eingetreten.

Und ich wage die Prognose: Die mohammedanische Gemeinschaft wird trotz der homöopathisch vereinzelten Tapferen, der wahren Helden, die wir vereinzelt endlich erleben durften und für ihren Mut bewundern müssen, und die wir hoffentlich vor ihren Glaubensgenossen schützen können, die mohammedanische Gemeinschaft wird weder im wesentlichen noch überhaupt nur im entfernt erforderlichen Ausmaß in den „Kampf gegen den Terror“ eintreten.

Das wird nicht sein.

Aber jene hilflosen Wenigen zeigen uns, dem jammernden, dem die Welt nicht mehr verstehenden Westen eines:

Den „Kampf gegen den Terror“, was meint den Kampf beispielsweise gegen den sogenannten „sogenannten Islamischen Staat“, also den Kampf gegen sogenannte Islamisten, also gegen diese unzähligen Gruppierungen unter unzähligen Namen, was meint also, auf den Punkt gebracht in wahrhaftigster Klarheit, den Kampf gegen mohammedanischen Terror, diesen Kampf kann der attackierte Westen nur ideologisch gewinnen.

Der Westen muß den Kampf ideologisch führen!

Aber auf diesem Felde könnte er ihn tatsächlich gewinnen, und dies ist die positive Botschaft.

Man muß endlich auch beginnen!

Der Westen muß endlich offensiv den mohammedanischen Märtyrerbegriff angreifen!

Und hierüber offensiv und stets aufs neue mohammedanische Autoritäten, insbesondere Theologen, öffentlich zur Stellungnahme herausfordern.

Nach jeder Untat und auch dazwischen!

Unermüdlich aufs neue!

Man kann und muß sie auch einzeln namentlich ansprechen!

Wie sie zur Scharia stehen im Verhältnis zur Staatsverfassung ihres jeweiligen Landes.

Auch wenn es noch so trivial erscheint, gerade deswegen muß überhaupt und immer wieder klar (im Journalistendeutsch: transparent) ausgesprochen werden, daß es von erbärmlicher Feigheit und Heimtücke zeugt, wehrlose Menschen zu töten.

Daß es  u n e h r e n h a f t  ist.

Die Unehrenhaftigkeit dieser mohammedanischen Mörder muß permanent benannt, ihre menschenfeindliche Primitivität muß fortlaufend thematisiert werden!

Diese Mordtaten müssen mental entwürdigt werden!

Ihre Feigheit!

Ihre Heimtücke!

Ihre Unmenschlichkeit!

„Terrorist“ muß werden ein Synonym für „elender Versager“, für „feiger Idiot“.

„Terror“ ist ein zu abstrakter Begriff. Dessen Schändlichkeit muß der Westen mit seinen als mutig sich verstehenden Medien immer aufs neue konkretisieren!

Und es gab übrigens einmal Zeiten mit bildungsnäheren Politikern!

Die noch andere Wörter kannten als „inakzeptabel“ für einen bestialischen Mord.

In Nizza, die sechzigjährige Frau, der der mohammedanische Mörder am Weihwasserbecken so tief in ihre Kehle schnitt, daß er fast ihren Kopf abtrennte, der ermordete Küster und Vater zweier Kinder, die mehrfache Mutter, die sich todwund noch in ein Café schleppte und sterbend nur noch sagen konnte „Sagt meinen Kindern, daß ich sie liebe“, was hatten sie zu tun mit den von mohammedanischen Autoritäten beanstandeten Äußerungen des französischen Präsidenten?

Welche Schuld hatten sie?

Diese Frage hat mohammedanischen Autoritäten gestellt zu werden von einer freien Presse.

Damit hat man sie zu belästigen!

Ob sie den Mörder für einen Märtyrer halten.

Man darf diese Leute nicht ständig behandeln wie rohe Eier!

Und es hat ausgiebig thematisiert zu werden von einer freien Presse, daß in Bangladesch der ordinäre mohammedanische Mob zu Zehntausenden brüllend durch die Straßen zieht nicht gegen die mohammedanischen Mörder.

Sondern gegen den Präsidenten von Frankreich.

Und es ging nicht um eine „Hinrichtung des Lehrers“, wie es im aktuellen DER SPIEGEL heißt. Wie gefühllos (im Journalistendeutsch: emotionslos) muß man sein, um das so zu nennen? Was hat diese Unmenschlichkeit denn gemein mit Gericht, Richter und Recht?

Dieser fürchterliche Mord an einem aufrechten Lehrer!

Ein Mord muß Mord genannt werden, das ist doch das mindeste!

Und wenn in Deutschland in der 20-Uhr-Tagesschau wenigstens in einem Ausschnitt die Trauerfeier aus Paris gezeigt wird, statt sie zu übertragen (im Journalistendeutsch: „leif“) oder wenigstens in einer Aufzeichnung zu senden, und der Präsident unseres heimtückisch angegriffenen, tief verletzten und erschütterten Nachbarlandes in seiner ergreifenden Rede am Sarge eines Lehrers, wie ihn sich jeder Schüler nur immer hätte wünschen können, die inhumane Tat mit dem Verbum „assassiner“ charakterisiert, sollte man dies auf keinen Fall, wie typischerweise geschehen, weichspülend übersetzen mit „töten“. Sondern „assassiner“, stammt, welch Zufall aber auch, aus dem Arabischen, und einen „Assassinen“ bezeichnet der „DUDEN Deutsches Universalwörterbuch“ in seiner dritten Auflage als „Angehöriger eines mohammedanischen Geheimbundes, der seine Ziele auch mit Mordanschlägen durchzusetzen versuchte“.

Und als „Meuchelmörder“.

Im Französischen bedeutet das Verbum „assassiner“ „ermorden“, „umbringen“, und jede Journalistenschule, die auch nur etwas auf sich hielte, sollte ihren Adepten als wichtigstes einbleuen, wann immer es möglich wäre, statt eines neutralen Abstraktums das treffendste Konkretum zu verwenden.

Der Westen mit seiner hochgelobten freien Presse muß die Dinge ohne Wenn und Aber endlich beim Namen nennen!

Und Zusammenhänge wahrnehmen und zeigen, statt politisch korrigierend gekünstelte Unterscheidungen zu konstruieren.

Denn wenn man reden kann von deutschen Verbrechen, obwohl natürlich „die Deutschen“ keine Verbrecher sind, so kann und sollte man auch reden von mohammedanischen Verbrechen.

Lale Akgün, Publizistin aus Köln, im DER SPIEGEL 34/2017 vom 19. August 2017 (Hervorhebung von Bellarmin):

 

Für mich ist es ganz klar, dass wir in Deutschland mittlerweile ein massives Problem mit einem fundamentalistischen Islam haben. Durch ihn werden Attentäter wie in Berlin oder zuletzt in Hamburg radikalisiert. Schuld sind die Imame, die ihre Gemeinden abschotten und den Gläubigen eintrichtern, dass alle Nichtmuslime auf dem falschen Weg seien – sogar jene, die nur einer anderen Strömung ihrer eigenen Glaubensrichtung angehören. Diesen Imamen müsste doch klar sein, wie das wirken kann, nicht nur auf psychisch Kranke. Sie sind es, die den einfachen Gläubigen die Feindbilder einpflanzen und sich nicht von den problematischen Suren im Koran distanzieren, die zur Gewalt aufrufen.

Wenn der sogenannte Islamische Staat seine menschenverachtende Politik mit Koransuren rechtfertigt, dann ist das Terror im Namen des Islam. Und dann reicht es eben nicht aus, als Reaktion darauf ständig zu wiederholen, der Islam habe mit Terror nichts zu tun. Auch dem konservativsten Islamvertreter müsste mittlerweile klar sein, dass den Terroristen die theologische Grundlage entzogen werden müsste. Wir brauchen dringend eine Reformation des Islam und eine viel größere und schonungslosere Debatte. Solange nur eine kleine Minderheit der Muslime bereit ist, sich kritisch mit ihrer Religion auseinanderzusetzen, werden wir das Terrorproblem nicht lösen können. Im Gegenteil, es wird größer werden.

 

Das war 2017…

Im übrigen bin ich der Meinung, daß die Europäische Union nicht an Georgien, Armenien, Iran, Irak und Syrien grenzen sollte und die Türkei nicht zu Europa gehört.