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Thalatta ! Thalatta !

Schlagwort-Archiv: Narzißmus

11.8.17 Mephisto an Bellarmin

 

Ein Narziß, ein Paranoiker… und Putin

Dienstag, 8. August 2017, Deutschlandfunk:

Russlands Präsident Putin hat der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien weitere militärische Unterstützung zugesichert.

Während eines Besuchs beim abchasischen Regierungschef Chadschimba erklärte Putin, Moskau garantiere verlässlich die Sicherheit sowie die wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit der Region. Auch stehe Moskau zu der Zusage, ein gemeinsames Militärkontingent aufzubauen.

Mehr als 80 Prozent der Russen sollen hinter Putin stehen. Und nach allem, was ich über Rußland und Russen weiß und je erfuhr und mit Russen erlebte, halte ich die Zahl für glaubwürdig.

Die Russen stehen mehrheitlich hinter Putin, der die Krim annektierend tönte:

Rund um die Krim-Ereignisse haben alle gefühlt und verstanden, daß wir die historische Gerechtigkeit wiederherstellen müssen, die durch die illegale Übergabe der Krim an die Ukraine verletzt wurde.“

Für Rußland hat die Krim eine riesige zivilisatorische und sakrale Bedeutung. Wie der Tempelberg in Jerusalem für die Muslime und die Juden.“

Mehr als 80 Prozent der Russen stehen hinter ihrem Staatschef, der über Leichen gehend in der Ukraine, in Transnistrien, in Abchasien, in Südossetien mittels seiner als Separatisten getarnten fünften Kolonnen anderen Staaten Gebiete abspaltet. Hinter Putin, der behauptet, daß es überall auf der Welt die „russische Welt“ zu verteidigen gelte. Damit gemeint ist jedes Gebiet, in dem Russen leben. Die „russische Welt“ betrifft allein in den ehemaligen Sowjetrepubliken 25 Millionen Russen. Für die Wladimir Wladimirowitsch Putin durch seinen Paladin Rogosin schon mal vorsorglich einen „Kongreß der Landsmannschaften“ gründen ließ.

Die Russen stehen hinter Putin, der in seinem Kampf gegen den Westen die Welt destabilisiert, wo er nur kann. Ich will jetzt gar nicht reden über seine Rolle jüngst in westlichen Wahlkämpfen und will nur drei Krisenherde nennen:

Ohne Putins verbrecherische Politik gäbe es kein Assad-Regime mehr.

Ohne Putins verbrecherische Politik hätte es das iranische Atomprogramm nicht geben können.

Und?

Und den dritten?

Den dritten heute im Deutschlandfunk:

Christoph Heinemann: Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich, vielleicht aber auch nicht: Die Hwasong-14 ist eine nordkoreanische Interkontinentalrakete, zweimal wurde sie im Juli erfolgreich getestet. Fast unmöglich, sagen Fachleute, dass eine Langstreckenrakete von Anfang an so fliegt, wie sie fliegen soll! Robert Schmucker ist ein solcher Fachmann. Er hat für die US-Weltraumbehörde NASA an den Triebwerken des Space Shuttle gearbeitet, er ist Professor für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München und jetzt bei uns am Telefon. Guten Morgen!

Robert Schmucker: Guten Morgen!

Heinemann: Professor Schmucker, kann es sein, dass Ihre nordkoreanischen Kollegen Genies sind?

Schmucker: Also, ich glaube das nicht. Denn was wir bis jetzt gesehen haben aus Nordkorea, jedenfalls die letzten über 30 Jahre, das waren alles Raketen, die sie woanders her beschafft haben und dann abgeschossen haben. Was mit den neuen Raketen ist, wissen wir nicht so ganz genau. Aber es schaut alles aus, als ob sie die auch von woanders her bekommen haben.

Heinemann: Von wo?

Schmucker: Ja, da gibt es ja Nachbarländer und da gibt es also Länder der ehemaligen Sowjetunion. Es hat alles eine Handschrift, die in diese Richtung deutet.

Heinemann: Was heißt Handschrift?

Schmucker: Ja, wir sehen technische Elemente, wir sehen Raketentriebwerke, wir sehen die Konzeption dieses Gerätes oder dieser Geräte, die deuten alle in diese Richtung hin. Und wenn ein Gerät von Anfang an perfekt funktioniert, dann muss es eine Entwicklung hinter sich haben.

Heinemann: Ganz konkret gefragt: Woran erkennen Sie, wenn zum Beispiel eine Hwasong-14 abhebt, dass da möglicherweise russische Technik drinsteckt?

Schmucker: Wir sehen das Triebwerk, das Haupttriebwerk. Und da gibt es gewisse Indikationen von den Abmessungen, vom Aufbau, dass es mit einem russischen Triebwerk übereinstimmt oder Ähnliches, sage ich mal. Ich will es mal ganz zurückhaltend formulieren. Und dann können wir dieses Gerät rekonstruieren und feststellen, wie viel Schub drin ist, wie schwer das Gerät ist und was es kann. Das ist alles keine Geheimwissenschaft, das ist alles relativ einfach. Und das deutet alles in diese Richtung hin.

Heinemann: Welche weiteren Kriterien gibt es für Sie, um die Herkunft nachzuweisen?

Schmucker: Das sind diese Kriterien. Wir schauen uns etwas an. Das ist genauso, wenn Sie ein Auto anschauen, sehen Sie, das ist ein BMW oder das ist ein Mercedes.

Heinemann: Könnte es denn sein, dass die Nordkoreaner dieses russische Modell einfach nachgebaut haben?

Schmucker: Um es nachzubauen, brauchen Sie einen riesigen Aufwand an Fertigungsvorrichtungen, Instruktionen, Qualitätssicherung, das dauert alles jahrelang, wenn Sie so etwas nachbauen wollen. Und richtig nachbauen, ohne Lizenz, hat es bis jetzt noch nie gegeben. Alle, die das versucht haben, sind gescheitert bei so etwas.

Heinemann: Wie lange braucht es denn normalerweise, bis eine Rakete so fliegt, wie sie fliegen soll?

Schmucker: Viele Jahre. Viele, viele Jahre. Typische Entwicklungen, je nachdem, wie viel Sie da machen, vielleicht fünf, sieben Jahre. Und Sie sehen, dass vorher anhand von vielen Erprobungen … Die Rakete muss oft und oft getestet werden. Sie wird getestet am Prüfstand, sie wird getestet im Flug, Sie haben Flugversager, und erst wenn es so weit ist, dass sie fertig ist, dann kann sie so verschossen werden, wie die nordkoreanischen verschossen werden, nämlich von einem Fahrzeug wie im Kriegseinsatz.

Heinemann: Das heißt, die Hwasong-14 kann nicht in Nordkorea entwickelt worden sein?

Schmucker: Sie bringen es genau auf den Punkt, sie kann nicht entwickelt worden sein. Mehr kann ich nicht dazu sagen. Die Handschrift deutet ganz klar auf einen der Nachfolgerstaaten von der Sowjetunion mit … Klar, das Triebwerk scheint aus Russland zu sein, aber das ist das, was wir sagen: Es kann nicht aus Nordkorea sein. Vor allem weil Nordkorea ja in dem letzten, sage ich mal, etwas mehr als einem Jahr sieben neue unterschiedliche Raketen herausgebracht hat. Das ist mehr, als jedes andere Land gemacht hat.

Heinemann: Ja. Verfügt – genau das wäre jetzt meine Frage – eigentlich Kim über ein ernst zu nehmendes Raketenarsenal?

Schmucker: Nein. Das, was er hat, bekommt er von außen. Er kann vielleicht einige Sachen damit zusteuern, Strukturteile fertigen, aber er hat kein ernsthaftes Raketenarsenal. Gut, ein Raketenarsenal, das Südkorea und vielleicht auch Japan bedrohen kann, das sicher. Aber weitere darüber hinaus, dass er Amerika bedrohen kann, natürlich nicht.

Heinemann: Das heißt, wenn man das Land abschottete, wenn wirklich alle Grenzen, also etwa auch die nach China dicht wären, säße der Mann sehr schnell auf dem Trockenen?

Schmucker: Sie haben es richtig gesagt, ganz klar. Der lebt davon, was er von außen bekommt, und die eigenen Leistungen sind sicher sehr schwach, wenn nicht ganz null.

Heinemann: Professor Schmucker, klingt jetzt wie eine Mathematikaufgabe: Wie weit käme Ihren Erkenntnissen nach die am längsten fliegende nordkoreanische Rakete, also die, die da sind, die wir kennen, mit einem etwa eine Tonne schweren atomaren Sprengkopf?

Schmucker: Die größte, das ist die Hwasong-14, kommt nach meinen Rechnungen so 5.200 Kilometer, sagen Sie 5.500, aber mit einer Tonne kommt die eben gerade mal so an den Rand der Mittelstrecken- oder IRBM-Raketen, ist jedenfalls keine Interkontinentalrakete.

Heinemann: Tendenz steigend? Also, rechnen Sie damit, dass die Reichweite sich vergrößern wird?

Schmucker: Die Reichweite hängt nur von der Raketengröße ab. Das heißt also, diese Rakete hat eine bestimmte Größe, ein bestimmtes Triebwerk, da bräuchte er schon eine neue Raketenklasse, um weiter zu kommen.

Heinemann: Kriegswaffen, Raketenteile, auch Raketentreibstoff dürfen laut Sanktionen nicht mehr nach Nordkorea geliefert werden. Haben Sie, Professor Schmucker, eine Vorstellung davon, auf welchen Wegen solches Material nach Nordkorea gelangt?

Schmucker: Nordkorea hat doch zwei Grenzübergänge, einen nach China und einen nach Russland, und mit Bahnverbindungen. Wir wissen, dass Lastwagen mit großen Containern von China nach Nordkorea gehen. Wir haben einen großen Bahnhof an der Grenze nach Russland. Da ist es doch gar kein Problem, Sachen rüberzubringen. Wer kontrolliert das?

Heinemann: Also, dieses …

Schmucker: Wer kann das beurteilen?

Heinemann: Dieses Material kann man sich auf dunklen Umwegen einfach so beschaffen?

Schmucker: Das geht doch immer so, das haben wir doch überall. In aller Welt, jeder … Wir wissen doch von den Drogen, wie da was geschmuggelt wird, gebracht wird, warum soll das bei Raketen nicht auch sein? Wenn Sie einen großen Treibstofftank haben, den deklarieren Sie zum Beispiel als Silo. Oder elektronische Bauteile, wer weiß, ob das ein Fernseher ist oder irgendetwas anderes oder ein Rechner? Also, all diese Dinge sind nicht zu überblicken. Und wenn Sie gut zahlen, dann schaut doch keiner hin.

Das gefährlich kindische alttestamentarische Auftrumpfen Donald Trumps gegen Kim Jong Un bezog sich auf Jesaja 65,5:

Solche sollen ein Rauch werden in meinem Zorn, ein Feuer, das den ganzen Tag brenne.

Putin freut sich, denn

 

Auge um Auge führt lediglich zu mehr Blindheit.

Margaret Atwood.

 

26.5.17 Mephisto an Bellarmin

 

Hat da etwa ein narzißtischer Narr die Wahrheit getroffen? Und ist exakt am Musikantenknochen der europäischen Wertegemeinschaft auf den empfindlichsten Nerv gestoßen? Auf das Grundproblem der sogenannten Europäischen Union? Welches sich geradezu natürlicherweise nun auch in der Nato wiederfindet? Nämlich was die Einhaltung angeht hinsichtlich grundlegender Verträge, Vereinbarungen, Abmachungen und die Verläßlichkeit von Zusagen?

Beispielsweise des Inhalts, und wie auch von Obama gefordert, die einzelnen Verteidigungsetats der, nun ja, der Gemeinschaft bis zum Jahre 2024 auf zwei Prozent der jeweiligen Bruttoinlandsprodukte zu erhöhen?

Und nun stellt sich dieser überseeische Flegel, der noch so viel lernen muß und ja gar keine Ahnung mitbringt über Scherz und List, der stellt sich nun einfach hin hinter die Mikrofone und nimmt ausgerechnet ausgerechnete Zusagen, noch dazu europäische, für ernst und bare Münze und pocht, wie schon sein Vorgänger Barack Obama, auf Punkt und Komma?

In aller Öffentlichkeit?

Statt darüber erst fein säuberlich mit Juncker das ganze ein wenig zu exegesieren? So wie wir Europäer das gewohnt sind? Zum Beispiel bei Verschuldungsobergrenzen? Oder dem einstimmig vereinbarten Verbot der verdeckten oder gar offenen Staatsfinanzierung?

Und da haben alle den Narziß für einen letztendlich doch eher abendländischen Politikertyp gehalten? Und sich zugeraunt, das gibt sich, der wird noch hinzulernen? Das redet der jetzt nur im Wahlkampf? Und wenn der erst gewählt ist, fänden sich immer noch griffige Floskeln und geschliffene Wendungen?

Zur Relativierung vorheriger Rede?

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern – gerade darin war er doch Meister!

Und nun?

Nun kommt bei Euch in deutschen Landen die deutsche Sozialdemokratie ins Spiel… Und ihr Experte Mützenich gibt Interviews und ihr Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat Schulz gibt Interviews und erst recht natürlich ihr ehemaliger Parteivorsitzender und Euer derzeitiger Außenminister Gabriel.

Und fällt aus allen Wolken!

Zwei Prozent!!

Diese blanke Zahl!

Das wäre ja riesig! Und das lehne er ab. Und da müsse man doch dies noch hineinrechnen und jenes. Und wir bohren doch Brunnen in Afghanistan!

Und weist zurück, daß es ein „feststehendes“ Zwei-Prozent-Ziel überhaupt gäbe. Und behauptet: „Es gibt einen Auftrag aus Wales, sich in diese Richtung zu entwickeln“.

Entwickeln und annähern und hinbewegen… Nur einen Auftrag… Und keine Verpflichtung…

Und fordert, den Sicherheitsbegriff nicht nur auf Militärausgaben zu reduzieren, sondern auch Ausgaben für humanitäre Hilfe einzubeziehen…

Und staunend erfahren wir offenbar schulmathematisch in Prozentrechnung verdummten Arglosen: Wir Belämmerten und der Narr sollen nun endlich einmal sozialdemokratisch rechnen lernen: Mitnichten wären, wie wir Dummlinge immer annahmen, zwei Prozent zwei Prozent!

So was hilft uns Begriffsstutzigen sicher auch einmal hinsichtlich Griechenlands und bei Eurobonds auf die Sprünge…

Nun gut und nichts für ungut. Bleiben uns Belehrten allerdings noch zwei schlichte Fragen:

1.) Wurde auch vor dem Schwure in der Nato das sozialdemokratische Rechnen so besprochen?

Und natürlich:

2.) Wer könnte darüber etwas aussagen und hat das eigentlich verhandelt und unterschrieben, das mit den zwei Prozent und nun doch nicht zwei Prozent?

Da existiert immerhin eine Aussage des früheren Nato-Generalsekretärs Rasmussen: Es gebe die Zusage der Mitgliedsstaaten, zwei Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Verteidigung auszugeben. Und dies sei einstimmig bei seinem letzten Gipfel als Generalsekretär angenommen worden.

Und zwar auch vom deutschen Außenminister.

Der hieß seinerzeit Frank-Walter Steinmeier und war, wie der aktuelle deutsche Außenminister, ebenfalls Mitglied der unglaubwürdigsten Partei seines Landes.

Übrigens bereits 2002 ist von der seinerzeitigen rot-grün geführten Bundesregierung unter einem gewissen Gerhard Schröder, SPD, das Zwei-Prozent-Ziel angenommen worden…

Bliebe vielleicht noch anzumerken: Auf dem heutigen Tag des evangelischen Kirchentages hat in Berlin der Schaumschläger Schulz, seines Zeichens Kanzlerkandidat der SPD, sich hingestellt und hat laut Deutschlandfunk und in der Tagessschau dokumentiert „mehr Ehrlichkeit von Politikern gefordert“.

 

27.1.17 Mephisto an Serapion

 

Narzißmus

„Eine narzißtische Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch Großartigkeit in der Selbsteinschätzung, Mangel an Einfühlungsvermögen sowie Überempfindlichkeit gegenüber Fremdeinschätzung.“

Dorothea Lüddeckens

 

11.4.16 Bellarmin an Mephisto

 

Drei Merksätze für deutsche Nichtdenker:

1) Wenn Tucholsky sagte, daß Satire alles dürfe, folgt daraus nicht, daß Satire alles dürfe. Oder genauer, daß jeder geschmacksfreie Idiot und Zugaufspringer unter dem Deckmantel einer Satire alles dürfe.

2) Wenn der erstaunlicherweise als Satiriker geltende Skandalisierer Jan Böhmermann behauptete, er beabsichtige, die Grenzen der Satire auszutesten, folgt daraus nicht, daß Jan Böhmermann die Absicht verfolgt, die Grenzen der Satire auszutesten.

3) Wenn ich behauptete, daß Jan Böhmermann ein aufmerksamkeitsgeiler herostratischer Narziß sei ( => 22. März 2015), folgt daraus nicht, daß Recep Tayyip Erdogan kein asiatischer Despot ist.

 

„Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.“

Kurt Tucholsky  (1890 – 1935)