A N A B A S I S

Thalatta ! Thalatta !

Seit gestern Nacht

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10. April 2021: Mephisto an Serapion

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Vorfrühling

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Es läuft der Frühlingswind

Durch kahle Alleen,

Seltsame Dinge sind

In seinem Wehn.

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Er hat sich gewiegt,

Wo Weinen war,

Und hat sich geschmiegt

In zerrüttetes Haar.

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Er schüttelte nieder

Akazienblüten

Und kühlte die Glieder,

Die atmend glühten.

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Lippen im Lachen

Hat er berührt,

Die weichen und wachen

Fluren durchspürt.

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Er glitt durch die Flöte

Als schluchzender Schrei,

An dämmernder Röte

Flog er vorbei.

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Er flog mit Schweigen

Durch flüsternde Zimmer

Und löschte im Neigen

Der Ampel Schimmer.

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Es läuft der Frühlingswind

Durch kahle Alleen,

Seltsame Dinge sind

In seinem Wehn.

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Durch die glatten

Kahlen Alleen

Treibt sein Wehn

Blasse Schatten.

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Und den Duft,

Den er gebracht,

Von wo er gekommen

Seit gestern Nacht.

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Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929)

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