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Thalatta ! Thalatta !

Schlagwort-Archiv: panta rei

Zwischen Feuer und Wasser

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18. Juli 2021: Panta Rei an Mephisto

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Erstes Postulat:

Der Planet Erde samt all seinen Oberflächenmikroben ist kein raumzeitlich ausgezeichneter Punkt des Universums.

Aus diesem und aus all den über Jahrhunderte fleißig gesammelten Beobachtungsdaten kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gefolgert werden: In unserer Galaxie mit ihren Milliarden Fixsternen und ebenso in den mit ihr zusammen aus dem selben Urknall entstandenen Milliarden Galaxien des Alls existieren aber und aber Milliarden erdähnliche Himmelskörper.

Zweites Postulat:

Aus dem dialektischen Wechselspiel zwischen Wirkungen und zwangsläufigen Nebenwirkungen des universellen Gegensatzes von Chaos und Ordnung hat sich infolge der einseitigen Zeitrichtung im gesamten All nicht alleinig auf einem einzigen der unzählig befähigten Planeten ein evolutionärer Prozeß entwickelt mit einem bevorzugten Überwiegen hin zu höherer Systemkomplexität.

Das dritte newtonsche Axiom, actio gleich reactio, und die darwinsche Theorie der Evolution über natürliche Selektion und Zuchtwahl offenbaren hier speziell physikalische und biologische Ausprägungen übergeordneter allgemeinerer Naturgesetze. Und beispielsweise die Evolution an sich wäre bereits ein hinlänglicher Beweis einer Zunahme an Komplexität der sich aus dem Chaos bildenden Systeme höherer Ordnung.

Welche infolge einseitiger Richtung des kosmischen Zeitstrahls derart tendenziöse Genese nicht beschränkt sein wird auf einen ausgewählten Punkt des Weltalls.

Kant spräche von einer Naturabsicht.

Drittes Postulat:

Die Entstehung körperlicher Lebewesen, die Entwicklung von belebten Körpern, demnach von hochkomplexen Systemen als Träger von Intelligenz, ist Ausdruck der allgemeinen Evolution des Universums, des Auf- und Ausbaus tendenziös höherer Systemkomplexität und auch allein demzufolge nicht auf einen einzigen bevorzugten Punkt des Weltalls beschränkt.

Das heißt, es ist eher auszugehen von einer unzähligen Menge an intelligenzbewohnten Planeten im Universum als von einem einzigen intelligenzbewohnten Planeten im Universum.

Es ist auszugehen von Himmelskörpern, auf denen überall die Gesetze der Evolution per natürlicher Selektion und Zuchtwahl in Richtung der Bildung höherer Systemkomplexitäten regieren, einer Selektion und Zuchtwahl, aus denen die intelligenzbehafteten Lebewesen in Richtung des Zeitstrahls einst selber hervorgingen.

Konklusion:

Wenn anerkanntermaßen aber die Evolution universell herrscht, werden analog zu den Tierarten des Planeten Erde natürlicherweise etliche intelligente Lebensformen, nennen wir sie ruhig planetare Zivilisationen, auf ihrem eben natürlichen, also überlebenswichtigen Wege zu zwangsläufig höhergestalteten Ordnungen, beispielsweise der Staatenbildung, auch zugrunde gehen, also aussterben. Und zwar sehr wahrscheinlich, wie ein Blick auf das begrenzte System Erde veranschaulichen könnte, mit je höherem „zivilisatorischen“ Niveau in ihrem begrenzten Lebensraum eher durch Selbstvernichtung statt durch zufällige externe Einflüsse, wenn sie es nicht schaffen, höhere Ordnungen, beispielsweise eine Weltregierung, zu bilden, die dem dialektischen Zurückschlagen des Chaos die nötige durchsetzungsfähige Intelligenz entgegenzusetzen vermag.

Anmerkung:

Die gegenwärtig anscheinend ungenügende Intelligenz unserer Zivilisation offenbart sich kennzeichnenderweise allein schon dadurch, daß niemand darüber spricht, was im Jahr 2101 passiert, selbst wenn wir, was nicht sein wird, das 1,5-Grad-Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung erreichen bis zum Jahr 2100. Das 1,5-Grad Ziel klingt wie ein Märchen aus zweitausendeinhundertundeiner Nacht, zumal wir noch nicht einmal das 2-Grad-Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung erreichen werden. Es spricht niemand darüber, obwohl sicher ist, daß auch bei Zielerreichung im Jahr 2101 und den folgenden Jahren die Erderwärmung weiterhin ansteigen wird beispielsweise durch die bisherigen Abgase unserer Zivilisation.

Ebenso spricht niemand darüber, obwohl es auch hier höchste Zeit wäre, wann im wahrscheinlicheren Fall der Zielverfehlung endlich mit dem Ausbau unterirdischer Wohnstätten und ihrer Versorgungseinrichtungen zu beginnen wäre, um für einen möglichst großen Teil irdischer Intelligenz das Überleben zu sichern auf unserem Wüstenplaneten.

In den USA wurde vergangene Woche eine Temperatur von 56° Celsius gemessen. Derartige Tatsachen werden in Deutschland nachrichtlich, wenn überhaupt, als letztes nebenbei vor dem Wetterbericht gemeldet.

Statt intelligenterweise erkannt als wichtigste Meldung zuerst.

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Trümmern möchte der Natur Gesetze Menschenfreiheit

Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

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Mene mene tekel u-parsin

 

10. August 2019: Kassandra an Mephisto

 

Mene mene tekel u-parsin: Wenn es der Menschheit nicht gelingt, eine durchsetzungsfähige Institution zu schaffen, die für den einzelnen Staat das ist, was der Staat ist für den Einzelnen, wird mit einer zum Übermaß anwachsenden Wahrscheinlichkeit unsere Gattung zu Grunde gehen oder auf einsame Exemplare dezimiert werden. Bereits heute handelt es sich kaum mehr um eine Frage des Ob. Das Dilemma dabei ist, daß einzig ein sich ins monströse steigerndes Elend noch geeignet sein könnte, den erforderlichen Druck aufzubauen zur Schaffung jener Weltregierung, der sich souveräne Staaten unterwürfen. Wenn wir Menschen am eigenen Leibe keine handlungserzwingende Pein spüren, degenerieren wir. Not war und ist Voraussetzung unserer Existenz und Entwicklung und brachte und bringt gleichzeitig uns immer wieder in tödliche Gefahr. Mensch und Paradies schließen sich naturgegeben aus, der Krieg ist der Vater aller Dinge. Unser Planet steht nicht im Zentrum des Universums und ist darin erwiesenermaßen auch mitnichten ein bevorzugter Punkt. Kein Hahn oder Gott wird nach uns krähen, wenn wir ausstürben im Kosmos wie irgendeine der Species auf unserer Kugel. Mit Sicherheit gibt es im All unzählige Lebensformen, von denen genügend es schaffen werden, nicht schon an denselben Problemen zu scheitern wie die hiesigen Herrentiere linnéscher Ordnung.

 

Serapion an Mephisto

Mene mene tekel u-parsin: Wenn es der Menschheit nicht gelingt, eine durchsetzungsfähige Institution zu schaffen, die für den einzelnen Staat das ist, was der Staat ist für den Einzelnen, wird mit einer zum Übermaß anwachsenden Wahrscheinlichkeit unsere Gattung zu Grunde gehen oder auf einsame Exemplare dezimiert werden. Bereits heute handelt es sich kaum mehr um eine Frage des Ob. Das Dilemma dabei ist, daß einzig ein sich ins monströse steigerndes Elend noch geeignet sein könnte, den erforderlichen Druck aufzubauen zur Schaffung jener Weltregierung, der sich souveräne Staaten unterwürfen. Wenn wir Menschen am eigenen Leibe keine handlungserzwingende Pein spüren, degenerieren wir. Not war und ist Voraussetzung unserer Entwicklung und Existenz und brachte und bringt gleichzeitig uns immer wieder in tödliche Gefahr. Mensch und Paradies schließen sich naturgegeben aus, der Krieg ist der Vater aller Dinge. Unser Planet steht nicht im Zentrum des Universums und ist darin erwiesenermaßen auch mitnichten ein bevorzugter Punkt. Kein Hahn oder Gott wird nach uns krähen, wenn wir aussterben im Kosmos wie irgendeine der Species auf unserer Kugel. Mit Sicherheit gibt es im All unzählige Lebensformen, von denen genügend es schaffen werden, nicht schon an denselben Problemen zu scheitern wie die hiesigen Herrentiere linnéscher Ordnung.