A N A B A S I S

Thalatta ! Thalatta !

30.6.17 Mephisto an Bellarmin

 

Selbstanzeige:

Ich bin nicht normal!

Ich glaube, das kann doch nicht normal sein, nicht mitzujubeln, wenn alle jubeln.

Was? Warum ich nicht mitjubeln kann?

Weil ich im Unterschied zu den Normalen, also den heutigen Jublern, glaube, daß es gut und sogar erforderlich sei, Verschiedenheiten zu unterscheiden.

So glaube ich Unnormaler weiter, daß es fatale Folgen für das menschliche Zusammenleben nach sich zöge, aus Ungleichbehandlung induzierend jedwede Ungleichbehandlung mit Diskriminierung gleichzusetzen.

Und in Übereinstimmung mit meinen freilich geringen Verstandeskräften glaube ich sogar, es sei wissenschaftlich nachweisbar, daß heterosexuelle Paare und homosexuelle Paare nicht gleich sind.

Siehe zum Beispiel Sigmund Freuds Vorlesungen: Das Menschliche Sexualleben oder Libidoentwicklung und Sexualorganisationen (=> Schwarmdummheit)

Und ich halte es durchaus für möglich und seriös, daß sich daraus Konsequenzen ergeben im Hinblick auf eine nicht hundertprozentige Gleichstellung von Ungleichem.

Und ich glaube, daß ein Staat das wohlerwogene Recht und nach Gutdünken sogar die Pflicht hat zur Ungleichbehandlung von Ungleichem.

Ebenso glaube ich, daß es nicht, wie es aus sämtlichen Röhren des Radios und Fernsehens gleichgeschaltet dröhnt, in den letzten Tagen und am heutigen Tage bei der parlamentarischen Abstimmung um die sogenannte Ehe für alle ging, sondern ich glaube, was wiederum etwas anderes und Wohlzuunterscheidendes ist, es ging um die Durchsetzung des von interessierten Lobbygruppen umtriebig betriebenen unbeschränkten Adoptionsrechts für Homosexuelle.

29.6., Deutschlandfunk:

Tatsächlich ist die eingetragene Lebenspartnerschaft heute im Wesentlichen der Ehe gleichgestellt. Mit der Ausnahme, dass es eben keine Ehe ist. Und mit Grenzen für die Adoption fremder Kinder.

Umtriebig betrieben beispielsweise durch eine sehr bewußt vorgeschobene oder vielmehr untergeschobene falsche Begrifflichkeit. Von den Medien kritikfrei und diskussionslos absorbiert und darum völlig unreflektiert im öffentlichen und parlamentarischen Diskurs.

Ich glaube auch, die vielzitierte angebliche Zustimmungsrate der Öffentlichkeit wäre eine ganz andere, wenn die Fragestellung nicht lautete: „Sind Sie für Gleichstellung der Homosexuellen?“ oder „Sind Sie gegen Diskriminierung der Homosexuellen?“

Sondern: „Sind Sie für ein unbeschränktes Adoptionsrecht Homosexueller?“

Ich glaube nach dem Erleben dieser Woche, es handelt sich um einen Tiefpunkt sondergleichen der parlamentarischen Demokratie samt des hier offenkundig zu Tage tretenden parteiischen Journalismus in der Bundesrepublik Deutschland.

Und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

29.6., FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

Zur Abstimmung gelangt die Neuregelung nur, wenn die SPD auch schon im Vorfeld gemeinsame Sache mit den Grünen und der Linkspartei macht. Setzen die Drei den Gesetzesvorschlag gegen den Willen der Union auf die Tagesordnung, dann ist das offener Koalitionsbruch.

29.6., BADISCHE ZEITUNG:

Der Schulz-Truppe ist von ihrer Umfragen-Achterbahnfahrt offenbar immer noch dermaßen schwindlig, dass ihr Maßlosigkeit als Maß erscheint. Erst wurde in Dortmund das Wahlprogramm mit neuerlich unehrlichen 100 Prozent beschlossen. Dann stempelte Schulz auf einer Pressekonferenz mit den SPD-Ministern die CDU-Kabinettskollegen zu Totalausfällen; man fragte sich unwillkürlich, weshalb die SPD trotzdem vier Jahre lang brav mitregierte. Nun verlangt die Fraktionsführung der SPD bei der ‚Ehe für alle‘ die namentliche Abstimmung. Wer mit Nein stimmt, soll vorgeführt werden. Die SPD strengt sich gerade mächtig an, den Bogen zu überspannen.

Es ist nun geschehen.

Wenn es zum Beispiel mit den beiden armseligen Argumenten, mit denen sich die Argumentation auch schon erschöpfte, nämlich dem des „Verantwortung für einander Übernehmens“ oder dem der „Diskriminierung wegen Ungleichbehandlung“, wenn es damit tatsächlich um eine „Ehe für alle“ ging, mit welchem Recht will man denn nun nach solchen buchstäblich plakativen Argumenten, noch dazu wenn der Mohammedanismus zu Deutschland gehören solle, die mohammedanische Vielehe verhindern?

Und die inzestuöse Ehe?

Und die Menage à trois?

etc. pp….

29.6., NÜRNBERGER ZEITUNG:

Ehe für alle – das bedeutet eben auch einen weiteren Schritt hin auf eine Art Regenbogengesellschaft, in der ein Ja zu grenzenloser Toleranz den letzten verbindlichen Wert darstellt. Diese Toleranz wird freilich schon jetzt mit einer solchen Vehemenz und Intoleranz eingefordert, dass Verfechtern traditioneller Wertvorstellungen himmelangst werden kann.

 

Nur Kinder, Narren und sehr alte Leute können es sich leisten, immer die Wahrheit zu sagen.

Sir Winston S. Churchill (1874-1965)

 

Eine Antwort zu “30.6.17 Mephisto an Bellarmin

  1. WHW 1. Juli 2017 um 13:00

    Gut so – Es lebe der kleine Unterschied

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