A N A B A S I S

Thalatta ! Thalatta !

Wenn ich mir was wünschen dürfte

 

3. Januar 2021: Bellarmin an Mephisto

 

Wenn ich mir was wünschen dürfte,

Käm‘ ich in Verlegenheit,

Was ich mir denn wünschen sollte,

Eine schlimme oder gute Zeit.

 

Wenn ich mir was wünschen dürfte,

Möcht‘ ich etwas glücklich sein,

Denn wenn ich gar zu glücklich wär‘

Hätt‘ ich Heimweh nach dem Traurigsein…

 

Das hatte Marlene Dietrich einst gesungen.

Verklungenerweise.

Wenn dagegen ich mir etwas wünschen dürfte für das neue Jahr, das von Geschichtsbanausen tatsächlich schon für eines der neuen Goldenen Zwanziger gehalten wird, dann wünschte ich, daß auf dieser Welt kein Kind mehr hungern müßte. Unbedacht hätte ich dieses mir sogar in der Illusion gewünscht, daß auf dieser Welt kein Kind mehr abends hungrig in sein Bettchen stiege.

Aber wieviele Kinder auf unserem Planeten haben denn überhaupt ein Bett?

Die Antwort weiß ganz allein der Wind…

Auch diesen Nobelpreisträger-Song hatte die Dietrich einst gesungen in deutscher Übersetzung.

Neulich allerdings gab es immerhin ein paar Zahlen. Am Freitag, dem 20. November, meldete der Deutschlandfunk nachrichtlich:

Jedes fünfte Kind auf der Welt wächst in einem bewaffneten Konflikt auf.

Das geht aus einem aktuellen Bericht der Organisation Save the Children hervor. Demnach stieg die Zahl der von Gewalt in ihrer Umgebung betroffenen Kinder im vergangenen Jahr um rund zehn Millionen auf 426 Millionen. Die gefährlichsten Staaten für Kinder waren Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik.
Seit dem Jahr 2010 sind den Angaben von Save the Children zufolge 93.000 Kinder weltweit getötet oder verstümmelt worden. Das entspricht im Durchschnitt 25 pro Tag.

Derartige Meldungen lassen unstillbar in mir einen zweiten Wunsch erwachen. Stell Dir vor, ich wünsche nämlich, daß unausrottbar eine neue Seuche käme über unser Land! Die zufälligerweise einmal nicht aus China zu uns getragen würde. Garantiert nicht aus China! Auch handelte es sich um ein besonderes Virus, um eines das lediglich in Deutschland Wirte fände aus irgend einem Grunde.

Weil es hier nur als Berufskrankheit um sich griffe und unter einer bestimmten Berufsgruppe.

Ich wünsche nämlich, diesen unseren bundesdeutschen Journalisten das hierzulande seit etlichen Jahren leider ausgerottete Virus Erotemata in ihren Hals! Und zwar speziell in der Mutation Intelligenzia!

Daß sie zum Beispiel angesichts einer derartigen Meldung „…Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik…“ erstens bemerkten infolge ihres Infektes mit dem Virus Erotemata: Seltsam, sind das nicht samt und sonders alles Staaten mit mohammedanischen Volksgruppen?

Die Staaten, in denen weltweit die meisten Kinder getötet oder verstümmelt werden?

Na so was!

Und zweitens dann:

Wie kommt denn das?

Was könnte denn dafür die Ursache sein?

Oder wenn der Ministerpräsident Laschet aus Nordrhein-Westfalen in den Nachrichten zitiert wird, daß er sich entschuldige für die sogenannte Kölner Silvesternacht und offen eingesteht nach fünf Jahren, „der Staat“ habe die Opfer „im Stich gelassen“…

O, da wünschte ich mir, daß die Seuche des Erotemata unsere bundesdeutschen Journalisten erbarmungslos plagte bis zum Erbrechen mit der Frage: Was war denn der eigentliche Grund dafür, daß die Vertreter eines mitteleuropäischen Staatswesens des einundzwanzigsten Jahrhunderts tatenlos zusehenden Auges fast tausend Frauen hilfeverweigernd einem vorwiegend orientalischen Mob auslieferten zum stundenlangen Begrabschen, Vergewaltigen und Berauben?

Und sich taub stellten gegenüber den verzweifelten Hilfeschreien?

Und wer wurde denn in den fünf verflossenen Jahren nun justiziabel belangt seitens der inzwischen präsidial hochherzig bezeugten Straftat unterlassener Hilfeleistung?

Oder in Anbetracht der von bundesdeutschen Nachrichtenmedien in den letzten Jahren gepflegten Mode, nachrichtlich irgendwelche Umfrageergebnisse zu verkünden, wünschte ich, daß bundesdeutsche Journalisten die Seuche derart schüttelte mit der Frage, warum das inzwischen durchgängig zur Bevölkerung degradierte Volk der Eingeborenen nicht schon längst einmal befragt worden war, ob es die Berichterstattung bundesdeutscher Medien über die sogenannte Flüchtlingskrise für sachlich, unvoreingenommen, unparteiisch, umfassend, ausgewogen, faktenbasiert, vollständig und wahrhaftig halte.

Oder etwa für ideologisch blickwinkelbeschränkt.

„Das ist so einfach, und ihr kommt nicht drauf“, würde Otto Reutter singen.

Oder wenn die Bundeskanzlerin ihre Jahrespressekonferenz abhält in der artigen Atmosphäre journalistischen Wohlgefallens, daß einen, wenigstens einen Hofberichterstatter das Virus packte mit einer, wenigstens einer kritischen, also unbequemen Frage.

Vielleicht der, was denn die Kanzlerin gemeint haben könnte mit ihrem während ihrer 15jährigen Kanzlerschaft einmalig angekündigten Kampf gegen „Identitätsverweigerer“.

Ja, wer denn das überhaupt wäre, bei diesem zuvor in Regierungserklärungen nie gehörten, dem staunenden Volke nie erklärten und in bundesdeutschen Medien nie erörterten Begriff.

Aus irgend einem Grunde.

Und welche Siege unsere tapfere Jeanne d’Arc denn nun errungen habe zum Ende ihrer Kanzlerinnenschaft in ihrem beherzt angekündigten Kampfe.

Denn es müsse doch zahlreiche Identitätsverweigerer geben, wenn die Kanzlerin in persona gegen sie ins Feld zu ziehen sich gezwungen dünkte.

Wenngleich deutsche Journalisten nie auf die Idee gekommen waren, über sie zu recherchieren und zu berichten oder jene Identitätsverweigerer gar zu interviewen.

Woher sie kämen.

Warum sie kämen.

Warum sie nach Deutschland kämen statt nach dem ruhmredigen Rußland beispielsweise oder nach Saudi-Arabien.

Und warum sie ihre Papiere durchs Klobecken spülten.

Oder warum man im Lande ungeheuerlichster Mutmaßlichkeiten, in dem die Medien unbekümmert Sätze in die Welt setzen wie „Der mutmaßliche Mörder konnte fliehen“, warum man während all der Jahre bis heute nicht auf die Idee kommt aus irgend einem Grunde, zu differenzieren zwischen Flüchtlingen und Zuwanderern. Also warum bundesdeutsche Journalisten über all die Jahre sämtliche über zig Ländergrenzen hinweg zielgerichtet nach Deutschland und sonst nirgendwohin Strömenden von vorn herein und vehement ohne die geringste Mutmaßlichkeit als Flüchtlinge deklarieren in ihrer Berichterstattung.

Und warum als Flüchtlinge über zig Ländergrenzen hinweg nach Deutschland?

„Das ist die Frage aller Fragen“, wie Cliff Richard sang.

Das wäre sogar die simpelste aller Fragen.

Die dem tumben Volke auf der Zunge liegt seit Jahren.

Und die deutsche Journalisten sich nie zu stellen wagten.

Oder wenn sich die üblichen Verdächtigen in Deutschland tränenreich echauffieren, daß der Vater eines nach Deutschland „unbegleitet“ über das Mittelmeer „geflüchteten“ neunjährigen Jungen nicht einreisen darf aus Tunesien, und eine Reporterin hinfährt und jenen dort in Lohn und Brot stehenden Vater mitfühlsam interviewt in seiner Wohnung allein mit seinem unermeßlichen Leid und sich erkundigt nach Einkommen und Miethöhe, warum ihr dabei nicht auch die Frage in ihren journalistisch geschulten Sinn tritt, was diesen Kerl denn trieb, seinen Sohn in ein lebensgefährliches Boot mörderischer Schlepper verfrachten zu lassen, und warum er seinen Jungen, nach dem er sich nun so unbeschreiblich sehnt, auf der tödlichen Mittelmeerroute nach Deutschland sandte.

Man muß es sich vorstellen, die elementarste aller Fragen, die wird nicht gestellt.

In Deutschland.

Auch die Frage, gerade in diesem Zusammenhang, ob „Lügenpresse“-Rufe und „Lückenjournalismus“-Vorwürfe tatsächlich unbegründet seien.

O das wären Fragen über Fragen, die zu stellen sie das Virus piesackte.

Vierundzwanzig Stunden am Tag und selbst im Hohmoffis!

Oder, wenn wir einmal in einem kurzen Augenblick geistiger Klarheit annähmen, die in Deutschland beförderte journalistische, also parteiische Meinung, daß die demokratische Mehrheit der Briten plötzlich dumm geworden wäre und nicht mehr denken könnte, weil sie sich habe verführen lassen von diesen verdammten Populisten, das wäre eine irrige Annahme, und uns somit einmal wenigstens der Frage zuwendeten: Was könnten denn respektable Gründe sein für die von deutscher Journalistik ausgeblendete Mehrheit, was könnten denn die Gründe sein für ihr dann wohl doch, einmal wenigstens, ernst zu nehmendes und demnach bedenkenswertes Streben nach einer Abkehr von der sogenannten Europäischen Union?

Ob es, was natürlich kein Mensch glauben könnte angesichts der jahrelangen Berichterstattung bundesdeutscher Medien, ob es tatsächlich nicht auch ernsthafte Gründe geben könnte für einen Ausstieg aus der sogenannten Europäischen Union.

Und wenn ja, warum sie nie angemessen erörtert wurden in Deutschland.

Warum interviewte man so gut wie ausschließlich nur Vertreter der Brexit-Gegner?

In Deutschland.

Fragen über Fragen…

Welch schreckliches Virus!

Oder, weshalb deutsche Journalisten der deutschen Kassiererin im deutschen Supermarkt nicht ein einziges Mal erklärt haben nach ihrem harten Arbeitstage, was denn der Unterschied wäre zwischen Lockdaun und Schattdaun.

Und wann man warum Lockdaun sagen müsse wofür. Und wann warum Schattdaun wofür.

Und ob bald alle in Deutschland Englisch können müssen, um deutsche Journalisten und deutsche Politiker zu verstehen.

Oder ob sie aus Dummheit oder Absicht elitär zu uns redeten wie zu Abgehängten.

Und zu den vielzitierten Bildungsfernen.

Für die andererseits der Deutschlandfunk als mildtätiges Extra bereithält: „Nachrichten in verständlicher Sprache“.

Ein schöner Zug.

Ob man dort wenigsten einmal übersetzte in die Landessprache, in die Sprache Luthers, Goethes und Hegels, was denn das eigentlich heiße, bläck leifs mätter…?

Letzten Samstag meldete der Deutschlandfunk zerknirscht, die Quote für eine erfolgreiche Absolvierung eines Deutsch-Tests von Zuwanderern sei rückläufig:

Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, bestanden in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres rund 59 Prozent der Teilnehmer die Prüfung. Fünf Jahre zuvor seien es 72 Prozent gewesen.

Oder jüngst, wenn Politiker behaupten, daß sich die Frage nach eventuellen Privilegien für Geimpfte gegen das Coronavirus nicht stelle angesichts des eklatanten Mangels an Impfstoffen, würde das die vom Erotemata-Virus befallenen Journalisten vielleicht zu der Frage aller nicht Gedächtnisgestörten geradezu hinreißen, wieso Politiker noch vor keinem ganzen Jahr, als es bei weitem nicht ausreichend Masken gab für sämtliche Einwohner, Pardon, für sämtliche Einwohnenden der Bundesrepublik Deutschland, wieso Politiker in voller Kenntnis jenes Mangels, allen unmaskierten Einwohnenden das Betreten von Lebensmittelgeschäften verbieten durften…

Noch dazu, wenn die Politiker kurz zuvor noch abgestritten hatten, daß Masken überhaupt etwas nützten gegen eine weitere Verbreitung des Corona-Virus!

Ohne jeglichen Aufschrei einer berechtigten Empörung!

Oder auch nur einer untertänigsten Nachfrage unserer kritischen Journalisten.

Fragen über Fragen…

Oder wenn Vattenfall in Schweden zur Jahreswende ein überaltertes Atomkraftwerk stillegte, wie denn dieses Land das Problem der Endlagerung der Jahrhunderttausende strahlenden Abfallprodukte gelöst habe.

Im Vergleich zur Bundesrepublik.

Wäre doch lehrreich.

Hier fällt mir gleich die schrödersche Nordstriem ein.

Da wird triumphierend gemeldet zum neuen Jahresanfang: „Erstes Pipelinegas aus Aserbaidschan nach Europa geflossen“.

Und:

Erstmals beziehen einige EU-Staaten Gas aus der Südkaukasusrepublik Aserbaidschan.

Und:

Der letzte Abschnitt der Leitung war erst vor wenigen Wochen fertiggestellt worden. Die knapp 4 Milliarden Euro teure Pipeline gilt in der EU als strategisch bedeutsames Infrastrukturvorhaben.

Und:

Damit gilt der aserbaidschanische Gasexport als Konkurrenz für die Rohstoffmacht Russland.

Nanu, fragten sich an dieser Stelle die vom Erotemata-Virus befallenen Journalisten, der Gasexport durch diese neue Leitung (Peiplein auf Dummdeutsch) ist strategisch bedeutsam für die Europäische Union?

Weil sonst Abhängigkeiten entstünden von der ruhmredigen „Rohstoffmacht“ Rußland?

Ja, ist es möglich, daß man also lieber abhängig wäre von Verbündeten oder sogar von Drittstaaten?

Als von Rußland?

Warum hat uns denn das keiner gesagt?

Und daß außer Deutschland so gut wie alle Staaten der deutschseitig stets solidarisch angemahnten EU gegen das Nordstriem-Projekt sind?

Und sogar noch einige mehr?

Und daß man zum Beispiel unsere polnischen und baltischen Nachbarn sehr brüskiert mit unserer deutsch-sowjetischen Freundschaftspflege?

Und daß man über die Haltung der anderen Staaten und des Europäischen Parlaments ausgiebig berichten sollte in bundesdeutschen Medien?

Statt sie zu verschweigen?

Gut, ich schwimme nicht weiter in diesem unendlichen Ozean.

Sonst stoße ich sogar noch auf die Türkei und die unsäglichen Beitrittsverhandlungen etc. pp.

Nur noch, weil aller guten Wünsche drei sind: Ich wünsche mir im neuen Jahr, daß die populistischste Partei Deutschlands, also die SPD, nicht mehr in der künftigen Regierung vertreten wäre auch deshalb, damit endlich die für die deutsch-russischen Beziehungen entscheidenden Schaltstellen nicht noch länger als unbegreiflicherweise unermüdlich besetzt werden von den nützlichen Idioten des Kremls wie Matthias Platzeck.

Wenn es nur das wäre!

Ach, wäre das schon schön!

 

 

„Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberstes Gebot der Presse.“

Oberstes Gebot des bundesdeutschen Pressekodex

 

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