A N A B A S I S

Thalatta ! Thalatta !

Schlagwort-Archiv: Bellarmin

Von denen oder Dänen lernen

.

Sonntag, 6. November 2022: Mephisto an Bellarmin

.

Das ehemalige Land der Dichter und Denker ist ja nach seiner Wiedervereinigung zu einem Land herabgesunken, in dem Gesinnung mehr gilt als Geist, und da haben wir also die von den öffentlich-rechtlichen Medien hofierte omnipräsente omnikompetente und vehement zweifelsfreie Bescheidwisserin Katrin Göring-Eckardt mit dem Abzeichen für „Gutes Wissen“.

Das ist so.

Man war in der Deutschen Demokratischen Republik selbst als Pastorentochter nicht gezwungen, Sekretärin für Agitation und Propaganda zu sein und marxistische Vorträge zu halten und Andersdenkende atheistisch zu agitieren. Zumal wenn man glauben machen will, das System durchschaut zu haben. Zu dem Posten gehörte schon entweder eine beträchtliche Portion Überzeugung für das im übrigen ja ausgemacht kirchenfeindlich zu Propagierende und das die zu Überzeugenden Agitierende oder aber ein ausgemachtes Maß an verlogener Opportunität und orwellschen Zwiedenkens.

Daran muß ich auch immer denken, wenn mir jene Pastorentochter dezidiertest die Welt erklärt als ehemalige Sekretärin für Agitation und Propaganda. Und, Du könntest mich schlagen, ich kann nichts dagegen tun, ich sehe die Katrin Göring-Eckart dann stets in blauer Bluse mit dem aufgenähten „Abzeichen für gutes Wissen“, und geradezu zwanghaft drängt das Bild sich mir auf, die Gutste, sie spräche gerade wieder vor einer FDJ-Versammlung.

Ja, so ist das.

Übersetzer braucht das Land!

Die eifrig bescheidwissende omnipräsente Omnikompetente hat sich letzten Donnerstag nun wiederum unvermeidlich befleißigt, dem Deutschlandfunk ein Interview beizusteuern.

Diesmal von einer Reise zu unseren polnischen Nachbarn.

Welche sich, wie ihre Nachbarn im Baltikum, gegen illegale Grenzübertritte aus Weißrußland mit der Errichtung eines Grenzzaunes gewehrt haben, und die nun in ihrer Not befürchten, einen solchen auch entlang der Grenze zur russischen Exklave des heutigen Kaliningrad ziehen zu müssen.

Donnerstag, 3. November 2022, Deutschlandfunk:

Silvia Engels: Ende vergangenen Jahres dominierte die Entwicklung an der polnisch-belarussischen Grenze über Wochen die Schlagzeilen. Die autoritäre Führung in Minsk ließ offenbar gezielt bewusst Asylsuchende aus aller Welt ins Land, um sie dann an die Grenze zu Polen zu bringen und so, weil sie Richtung Westen gingen, den Migrationsdruck in die EU zu erhöhen. Polen wehrte sich mit Grenzzäunen und Sperrgebieten. Die Leidtragenden waren die schutzsuchenden Menschen, die bei kalten und nassen Witterungsbedingungen oft genug im Niemandsland verharren mussten.

Mittlerweile ist das Thema aus den Schlagzeilen weitgehend verschwunden, doch nach wie vor besteht es. Nach wie vor versuchen nach Angaben von polnischen Behörden bis zu 1000 Menschen im Monat die Grenze zu überwinden.

Derzeit ist Katrin Göring-Eckardt, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages von den Grünen, in der polnischen Grenzregion zu Belarus unterwegs und befasst sich genau mit diesem Thema. Sie ist nun am Telefon. – Guten Morgen, Frau Göring-Eckardt.

Katrin Göring-Eckardt: Frau Engels, schönen guten Morgen.

Engels: Sie waren an der Grenze, Sie haben mit Gruppen, auch mit Grenzbeamten gesprochen. Wie waren Ihre Eindrücke bisher?

Göring-Eckardt: Nach wie vor ist dieser Grenzzaun, der sehr, sehr hoch ist und mit Stacheldraht versehen und so weiter, die europäische Außengrenze, ein Zaun, den versuchen, Menschen zu überwinden. Und ja, es ist so, dass offensichtlich die belarussische Seite dabei hilft, die belarussischen Grenzbeamten dabei helfen, Menschen dort hinzubringen, den Migrationsdruck zu erhöhen. Aber klar ist auch: Die Menschen, die da kommen, kommen aus Ländern, von denen wir wissen, dass dort große Krisen herrschen, aus Afghanistan beispielsweise, aus Syrien, niemand, der einfach so sein Land verlässt. Das eine ist, dass dieser Grenzzaun teils überwunden wird, dass die polnische Seite Menschen zum Teil zurückschickt, zum Teil beantragen sie Asyl. Der größere Teil wird aber zurückgeschickt in Pushbacks auf die belarussische Seite. Die meisten Menschen wissen nicht, was sie dann wieder erwartet. Manche versuchen es mehrfach, aber es gibt auch welche, die auf der polnischen Seite bei diesen Temperaturen versuchen, in den Wäldern irgendwie zurechtzukommen und weiterzuziehen nach Deutschland…

Die polnische Seite sagt auch immer wieder, das sind Menschen, die keinen Asylantrag stellen, die wollen in Polen keinen stellen, die wollen weiter nach Deutschland. Wir haben das Dublin-Verfahren. Da sieht man auch wieder, dass dieses Verfahren überhaupt nicht hilft, um in Europa mit Migration zurechtzukommen. Wir haben gestern ja wieder auch darüber Berichte gehört, dass Politikerinnen und Politiker aus unserem Land sagen, wir brauchen die Zurückweisungen in die Länder, wo die Menschen ankommen. – Nein, wir brauchen europäische Solidarität. Wir brauchen die legalen Wege. Und ja, da muss Druck ausgeübt werden. Aber es muss auch klar sein, die Leute bleiben dann nicht in Polen, sondern es gibt eine gemeinsame europäische Verteilung der Geflüchteten.

Ja, so ist das, daß das nicht so ist.

Es gibt keine gemeinsame europäische Verteilung von Zuwanderern.

Aus irgendeinem nicht hinterfragten Grund.

Schon während der Hochzeit der sogenannten „Flüchtlings“-Krise im ehemaligen Lande der Dichter und Denker, am 12. September 2015, hattest Du mir hier geschrieben:

12. September 2015, Bellarmin an Mephisto:

Wir leben in äußerst lehrreicher Zeit!

Wie immer…

Als Du gerade den für die deutsche Debattenkultur lächerlichen Anspruch „Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft“ erwähntest, fiel mir aus irgend einem Grund sofort die sogenannte Europäische Union ein, und wie sie gerade an allen Ecken und Enden so hart aus den wirklichkeitsfremden Blütenträumen ihrer wohlbestallten Funktionäre gerissen wird. Wobei ich die Ecken und Enden natürlich nicht allein auf ihre geographischen reduziert wissen möchte. Dennoch will ich heute nicht anfangen zu reden über Maastricht, den Euro-Stabilitätspakt, imaginäre Verschuldungsobergrenzen oder über das unsägliche Griechenland oder das Euro-Unding allgemein oder über den speziell galoppierenden Wahnsinn, die Türkei als Beitrittskandidat zu hofieren oder Serbien, Montenegro, das Kosovo, Albanien und und und. Oder über das Dublin-Verfahren oder die gemeinsame europäische Außenpolitik. Schwachsinn und Wirklichkeit. Das Wetter ist heute zu schön dafür, und ich komme bei Regen vielleicht darauf zurück mit einer mehr als oberflächlichen Analyse. Angesichts der Völkerwanderung aber weise ich Dich studienempfehlend nur schnell hin auf den Umstand des typischen nicht Wahrhabenwollens unserer Politiker, wobei man zwar entrüstet mit dem gemeinhin für den Sitz eines Hirns gehaltenen Organ schüttelt über die sich der Aufnahme von Flüchtlingen selbst in quantenhafter Quotenform verweigernden Staaten, aber über ein „die müssen doch!“ und „aber unsere Werte!“ nicht weiter hinauskommt als mit „So geht das doch nicht!“. Was man tatsächlich für Strategie hält.

Anstatt einmal zielführende Fragen zu stellen oder gar zu diskutieren.

Die oberste jener vermiedenen Fragen aller Fragen, die Zauberfrage, beginnt meist mit einem schlichten „Warum?“.

Warum mögen denn fast alle Staaten der Union mit den angeblich gemeinsamen Werten Flüchtlinge noch nicht eimal in homöopathischen Dosierungen ins Land lassen?

Nun, und bei der Antwort sehen wir auch gleich den Grund für das Augenverschließen vor der Gretchenfrage unserer Tage:

Weil die jeweiligen Regierungen Angst haben.

Wovor haben sie denn Angst, die jeweiligen Regierungen?

Sie haben Angst vor ihrem Volk!

Ach? Und warum haben sie Angst vor ihrem Volk?

Weil sie wissen, wie ihr Volk denkt.

Wie denkt denn ihr Volk?

Nun, beispielsweise in der tschechischen Republik denkt das Volk zu etwa 92 Prozent, es will keine Flüchtlinge bei sich aufnehmen im Land. Und in Polen denkt die Ministerpräsidentin Ewa Kopacz, daß ihr Volk ähnlich denkt, und sie denkt simultan, daß am 25. Oktober Wahlen sind in ihrem Volk…

Ach?

Ja, all diese Völker denken populistisch!

Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft… Problemlösungen beginnen damit, die Augen nicht zu verschließen vor der Wirklichkeit, oder besser, da wir seit Sokrates wohl zu unterscheiden wissen zwischen Wirklichkeit und Realität, daß wir versuchen sollten, unsere Wirklichkeiten der Realität weitmöglichst anzupassen.

Das wäre zumindest ein erster Schritt.

Es wird wohl zu keiner Quotenregelung kommen.

Das ist so.

Reichlich sieben Jahre später hat man vorige Woche gewählt in Dänemark. Und da ist anschließend unversehens ein Bericht durchgerutscht im seriösesten Sender Deutschlands. Das passiert bisweilen selbst heutzutage noch im ehemaligen Lande der Dichter und Denker, bleibt generell dann aber stets ohne jegliche Diskussion. Nämlich einen Tag vor dem nicht erst seit sieben Jahren vorhersehbar üblichen Geschwätz (s. o.) unserer derzeitigen Bundestags-Vizepräsidentin mit dem sie der Welt die Welt erklärt mittels stets vorhersehbarem Urteil und dezidierter Verurteilung. Also:

Mittwoch, 2. November 2022, Deutschlandfunk über die Ergebnisse der jüngsten Wahlen bei unseren Nachbarn in Dänemark:

Martin Polansky: …und was interessant ist, ist vielleicht noch, wenn man auf die letzten Jahre und die letzten Wahlen schaut, das Thema Migration spielte jetzt eigentlich gar keine große Rolle. Denn es herrscht weitgehend Einigkeit zwischen allen Parteien in Dänemark, dass man eine restriktive Einwanderungspolitik verfolgt. Und deshalb ist das rechtspopulistische Lager jetzt auch nicht besonders stark aus diesen Wahlen hervorgegangen. Leicht gestärkt zwar, vom großen Wahlsieg 2015 für die Dänische Volkspartei, wo sie zweitstärkste Kraft geworden ist. Und speziell die Dänische Volkspartei liegt jetzt bei 2,5 Prozent ungefähr.

DLF: Warum ist das so, Martin Polansky, dieses Phänomen, was Sie gerade beschrieben haben? Weil die bürgerlichen Parteien diese Kritik von Rechtsaußen politisch in irgendeiner Form aufgenommen haben und umgesetzt haben?

Polansky: Nicht nur die bürgerlichen Parteien, sondern eben auch die Sozialdemokraten! Na es gab eben die Wahl von 2015, wo die Dänische Volkspartei auf 21 Prozent gekommen ist! Das war auch für die Sozialdemokraten so’n bisschen so’n Schock! Und die haben dann auch ’ne Kehrtwende hingelegt in der Migrationspolitik, haben dann eher so’n Kurs eingeschlagen nicht nur beim Thema Migration, sondern insgesamt. Dass man sich versucht, mehr hin sich zu orientieren zu den Leuten, die, halt sagen wir mal, in den Handwerksberufen arbeiten. Also der berühmte Arbeiter, den die Sozialdemokratie ja ursprünglich ansprechen wollte. Weg ’n bisschen von den akademischen Milieus. Und da war aus Sicht der Sozialdemokraten eben auch ein Teil, dass man sagt, wir müssen dafür sorgen, dass wir kontrollieren, wie viele Leute nach Dänemark kommen. Und dass man eben auch Leute, denen man Asyl bietet, sie im Zweifelsfall dann auch wieder wegschickt aus dem Land, wenn sich die Lage in ihren Heimatländern dann verbessert hat. Und da herrscht ’n weitgehender Konsens sowohl zwischen Sozialdemokraten als auch bürgerlichen Parteien als auch dann eben den rechtspopulistischen Parteien.

DLF: Danke nach Skandinavien, Martin Polansky!

.

.

Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf.“

Katrin Göring-Eckardt auf dem Höhepunkt der sogenannten „Flüchtlings“krise 2015

.

Der Durchblicker

.

Samstag, 29. Oktober 2022: Bellarmin an Mephisto

.

Also der Michael Kretschmer, der sächsische Ministerpräsident, hat sich letzte Woche am Sonntag in der „Bild am Sonntag“ wieder zu Wort gemeldet mit seinen Gedankengängen. Mittlerweile hat das eine Vorgeschichte mit dem fast periodischen Hervorbrechen seiner Gedankengänge. Mit seinen Forderungen nach Aufhebung der Sanktionen gegen Russland. Dann mit dem Verlangen, Deutschland solle den russischen Impfstoff gegen Corona kaufen. Wie bei einem Quartalssäufer. Nur kommt bei Kretschmer der Anfall beinahe schon monatlich. Der letzte vor dem aktuellen, der packte den Mann ausgerechnet zusammen mit den sonst üblichen Lamentationen über offene Bringeschulden des Westens gegenüber Ostdeutschland unmittelbar vor dem Tag der deutschen Einheit.

Mittwoch, 28. September 2022, Deutschlandfunk:

Der sächsische Regierungschef betonte mit Blick auf die russische Invasion in der Ukraine, Deutschland müsse sich gemeinsam mit seinen Verbündeten dafür einsetzen, dass der der Krieg schnell ein Ende habe. Danach müsse auch wieder Gas durch die Pipelines fließen.

Also wie gesagt, das war bereits damals nicht der erste Anfall des nahezu triebhaften nicht Ansichthaltenkönnens seiner sächsischen Durchsicht. Bei dem mir regelmäßig Heines Replik auf die nutzlosen guten Ratschlägen des guten Freundes in seinem ironischen „Testament“ einfielen: „Jetzt, als Vermächtnis, rat ich ihm selber: Nimm eine Kuh und zeuge Kälber.“

In der KÖLNISCHEn RUNDSCHAU stand am Montag darauf, dem 3. Oktober, zu lesen:

Beim Thema Russland wird uns allen die Rechnung für eine Politik präsentiert, die von Helmut Kohl über Gerhard Schröder bis Manuela Schwesig auf privilegierte Beziehungen nach Moskau setzte, während man viel nähere Partner wie Polen, das Baltikum und, ja, auch die Ukraine überging. Bis heute hängt der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer der Illusion wärmender Gazprom-Lieferungen an. Das ist kein Problem einer unvollendeten Deutschen Einheit, sondern hier geht es um die im Osten besonders spürbaren Folgen von Selbstbetrug und verfehlter Europapolitik.

Und auch der Deutschlandfunk raffte sich auf, endlich eine Gegenstimme im Hinblick auf einen ostdeutschen Spitzenpolitiker zu zitieren:

Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Ostbeauftrage der Bundesregierung, Wanderwitz, übt deutliche Kritik am russlandpolitischen Kurs von Sachsens Ministerpräsident Kretschmer:

„Wenn man als CDU-Politiker vom AfD-Bundesvorsitzenden Chrupalla und der Linken-Politikerin Wagenknecht namentlich gelobt werde, habe man etwas verkehrt gemacht, sagte Wanderwitz der „Leipziger Volkszeitung“.

Marco Wanderwitz übrigens zog sich anschließend aus der sächsischen CDU zurück mit der Begründung, er wolle nicht mehr „unter diesem Landesvorsitzenden dienen“.

Doch das nützte nichts, letzten Sonntag also erneut der kretschmersche Anfall seine genialen Ideen für alles Schöne und Gute der staunenden Weltöffentlichkeit präsentieren zu müssen:

Sonntag, 23. Oktober 2022, Deutschlandfunk:

Um den Krieg zu beenden, sollte die Bundesregierung gemeinsam mit anderen Staaten auf eine Verhandlungslösung drängen.

!

Aber, jetzt kommt’s:

Mögliche Friedensgespräche dürften laut Kretschmer aber nur unter bestimmten Bedingungen aufgenommen werden. So sei die territoriale Integrität der Ukraine nicht verhandelbar. Zudem müsse Russland die Kriegsschäden ausgleichen, Kriegsverbrecher müssten zur Verantwortung gezogen werden.

O wie schön!

Ein kluges Kerlchen!

Aber „Allzu klug ist dumm“ heißt ein deutsches Sprichwort, und am Folgetag lästerte die BADISCHE ZEITUNG westdeutsch herzlos und trocken:

Neu ist nur, dass Kretschmer dafür jetzt Voraussetzungen beschreibt: Die Ukraine solle auf keinen einzigen Quadratmeter ihres Staatsgebiets verzichten, Russland müsse Kriegsschäden ‚ausgleichen‘, und Kriegsverbrecher müssten zur Verantwortung gezogen werden. Warum sich Moskau auf diese Gedankenspiele einlassen sollte, sagt Kretschmer aber nicht. Dabei setzt Wladimir Putin nicht auf Friedenssignale – sondern ganz im Gegenteil darauf, die ukrainische Zivilbevölkerung noch grausamer zu terrorisieren. In seiner Realitätsferne ist Kretschmers Vorstoß also geradezu bizarr.

Professorin Ursula Schröder, Direktorin des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg, am Samstag, dem 29. Oktober 2022, im Deutschlandfunk:

Aber die Frage ist natürlich, ab welchem Zeitpunkt Gespräche über Gespräche geführt werden. Die werden ja auch geführt, aber ab welchem Zeitpunkt die Zeit dafür reif ist, ernsthafter in eine Verhandlungslösung einzusteigen. Verhandlungen sind nicht immer gut. Das muss man auch wissen. Friedensverhandlungen können auch negative Konsequenzen haben. Friedensverhandlungen können auch zu taktischen Pausen in Kriegen führen, die dann dafür benutzt werden, dass der Krieg an anderer Stelle nochmal ausbricht. Friedensverhandlungen gehen häufig schief. Auch das ist normal. Und Friedensverhandlungen können natürlich auch einseitig den Interessen von einer Seite entgegenkommen. In diesem Fall wäre der Zwang zu Friedensverhandlungen für die Ukraine zur Zeit ein Entgegenkommen an die russischen Kriegsziele.

.

.

Otto Reutter: Ein Sachse ist immer dabei (1903)

.

Noch ein Kalenderblatt

.

Samstag, 15. Oktober 2022: Bellarmin an Mephisto

.

Am 26. Mai 1993 stimmte der deutsche Bundestag mit Zweidrittelmehrheit (521 Ja- gegen 132 Neinstimmen) einer gemeinsam von Abgeordneten der CDU/CSU, SPD und FDP eingebrachten Grundgesetzänderung zur Einschränkung des Asylrechts (Artikel 16) zu.

Zu dem Zweck: die Zahl der Asylantragsstellungen sollte vermindert werden.

Im Vorjahr waren 438.191 als Flüchtlinge bezeichnete Zuwanderer nach Deutschland gekommen, fast doppelt so viele wie 1991. 75,6 Prozent der Asylanträge waren abgelehnt worden. Lediglich 4,3 Prozent aller Asylanträge wurden nach geltendem Recht anerkannt! Die übrigen wurden von den Bewerbern zurückgezogen.

Es waren übrigens vornehmlich auch Kommunalpolitiker der SPD, also Leute, die zwangsläufig mit der Realität konfrontiert waren, die eine Einschränkung gefordert hatten.

Laut des 1993 angepaßten Grundgesetzes der Bundesrepublik werden Asylbewerber nur dann anerkannt, wenn sie weder aus einem sicheren Herkunftsland noch aus einem sicheren Drittstaat nach Deutschland kommen.

Daraufhin sank damals die Bewerberzahl eklatant.

Diese Woche ist unsere ehemalige Reagierungschefin Angela Merkel, die ich noch immer bewundere für ihren Fleiß und ihre Emsigkeit und für ihre Emsigkeit und ihren Fleiß, unsere ehemalige Reagierungschefin mit ihrer genialen Gabe sich nonchalant entgegengesetzt wechselnden Windrichtungen anzuschmiegen als Pfarrerstochter in der Deutschen Demokratischen Republik von der Funktionärin für Agitation und Propaganda der atheistischen FDJ, selbst noch als ausgewachsene Doktorandin, bis hin zur mit der amerikanischen Freiheitsmedaille geehrten Reagierungschefin der Bundesrepublik Deutschland, das kann nicht jeder, und diese Woche ist also unsere ehemalige Reagierungschefin, die ist in Genf vom UNO-Flüchtlingshilfswerk mit dem Nansen-Preis geehrt worden. Der Hochkommissar der Vereinten Nationen lobte Merkels Entscheidung, 2015 und 2016 mehr als 1,2 Millionen „Flüchtlinge und Asylbewerber“ (Deutschlandfunk) aufgenommen zu haben.

Jene Unterscheidung im Jahre 2022 ist allerdings erstaunlich!

Nach meiner Erinnerung war seinerzeit in öffentlich-rechtlichen Medien hinsichtlich der Gesamtheit der Ankommenden in isolierten Sätzen entweder stets von Flüchtlingen ODER in isolierten Sätzen von Asylbewerbern die Rede.

Und nie in einem einzigen Satz von UND.

Apropos UND: Und nie beglückten die öffentlich-rechtlichen Medien die an Rechtlichkeit interessierte Öffentlichkeit dieses Landes mit der Nennung des Prozentsatzes der damals angenommenen Asylanträge im Verhältnis zu den abgelehnten.

Was könnte denn der Grund dafür sein?

Ja.

Inzwischen ist sogar die Rede von „illegalen Grenzübertritten“!

Was es nicht alles gibt!

Wie unterscheiden sich „illegale Grenzübertritte“ eigentlich von den Grenzübertritten der übrigen Grenzübertreter?

In all den Jahren seither?

In Italien und Griechenland und Spanien? Und am Ärmelkanal in Calais und im vielgescholtenen Großbritannien?

Die unsere Innenministerin jedenfalls nun aber plötzlich begrenzen will, die „illegalen Grenzübertritte“! Im Verbund mit den Innenministern der Bundesländer. Und sogar mit den Innenministern der sogenannten Europäischen Union.

Also 2015 und 2016 gab es das nicht.

Da schimpfte man in den öffentlich-rechtlichen Medien vehement über den ungarischen Regierungschef. Weil er einen Zaun bauen ließ an seiner Grenze, um, wie es hieß, die über den Balkan kommenden „Flüchtlinge“ widerrechtlich zu hindern, einen Asylantrag zu stellen.

Und die Polen auch! Die verhielten sich derart fremdenfeindlich, die Polen, daß sie gar keine „Quoten“ von Flüchtlingen aufnehmen wollten. Dann versuchte man es mit der Umbenennung in „Kontingente“. Aber auch da blieben sie stur. Auch später noch, als der weißrussische Regierungschef, der mir immer den Anschein erweckt, er sei so intelligent, wie er aussieht, als also der weißrussische Regierungschef tausende Zuwanderer, insbesondere aus den nahöstlichen Hemisphären, herankarren ließ an die polnische Grenze. Wogegen nun die Polen ihrerseits einen Zaun errichteten. O! Wie wurde das gebrandmarkt unter Aufbietung des gesamten kritischen Scharfsinns der öffentlich-rechtlichen Medien unseres Landes.

Mittlerweile haben die fremdenfeindlichen Polen mit ihrem Sinn für Realität und Pragmatismus mindestens im Verhältnis zur Einwohnerzahl ihres Landes, aber wahrscheinlich sogar absolut, mehr ukrainische Flüchtlinge aufgenommen als die aus ideologisch moralisierenden Gründen zwischen Flüchtlingen und Zuwanderern unterscheidungsunfähigen Deutschen.

Erst jetzt beginnt man ohne Diskussion geradezu heimtückisch still und leise zu differenzieren zwischen „Flüchtlingen und Asylbewerbern“.

Oder, noch heimtückischer, als Sammelbegriff mit dem phonetischen Anklang an „Flucht“ spricht man statt von „Flüchtlingen“ in den öffentlich-rechtlichen Medien schon fast ausschließlich nur noch von „Geflüchteten“.

Aus irgend einem Grund.

Letztlich, den politisch definierten Begriff des „Flüchtlings“ scheinheilig umgehend, als neues Hüllwort für „Zuwanderer“, soll es wohl wenigstens implizit anerkennen, daß es sich nicht, wie 2015 ausschließlich proklamiert, um Flüchtlinge handelt.

Achte mal drauf!

.

Freitag, 14. Oktober 2021, Deutschlandfunk:

Der brandenburgische Innenminister Stübgen hat angesichts steigender Flüchtlingszahlen schärfere Grenzkontrollen gefordert. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, es entstehe momentan über die Balkanroute ein neuer „Asyltourismus“ nach Deutschland. Als Grund nannte Stübgen vor allem eine liberale Visapolitik Serbiens.

Hinzu komme, dass EU-Partner wie Tschechien oder Österreich ihrer Verantwortung nicht gerecht würden und die Menschen nicht aufnähmen, sagte Stübgen in unserem Programm. Die Kommunen in Brandenburg seien am Limit. Man habe in diesem Jahr mit mehr als 40.000 aufgenommen Flüchtlingen die Zahl von 2015 bereits deutlich überschritten.

Zuletzt hatten Städte und Landkreise davor gewarnt, im bevorstehenden Winter mit der Zahl ankommender Flüchtlinge überfordert zu sein. Bundesinnenministerin Faeser kommt heute in Luxemburg mit ihren EU-Kollegen zusammen, um über die Bekämpfung illegaler Migration zu sprechen.

.

6. und 7. Oktober 1952

.

Freitag, 7. Oktober 2022: Bellarmin an Mephisto

.

In einem Festakt in der Staatsoper zu Berlin wurde laut Tägliche Rundschau am 6. Oktober der dritte Jahrestag der Gründung der DDR unter Teilnahme einer Delegation des Präsidiums des Obersten Sowjets und der Regierung der UdSSR, geführt vom Vorsitzenden des Obersten Sowjets N. M. Schwernik, und von Regierungsdelegationen der Volksdemokratien gefeiert. Schwernik sagte in einer Ansprache u.a.:

»Indem sie die Grundinteressen des deutschen Volkes zum Ausdruck bringt, führt die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik einen unermüdlichen und edlen Kampf gegen die Schaffung einer westdeutschen Söldnerarmee mit den faschistischen Hitlergeneralen an der Spitze gegen die von den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und Frankreichs, Westdeutschland aufgezwungenen Bonner und Pariser »Abkommen« über ein direktes militärisches Bündnis der aggressiven Kräfte dieser Länder mit den Revanchepolitikern Westdeutschlands. Die unauslöschliche Flamme des Kampfes des deutschen Volkes gegen einen neuen Krieg und für die nationale Vereinigung Deutschlands lodert von Tag zu Tag immer stärker und heller auf. Die Tatsachen zeugen davon, daß das deutsche Volk nicht zum Kanonenfutter der Brandstifter eines neuen Krieges werden will. Ohne Zweifel wird es nicht zulassen, daß das Schicksal Deutschlands gegen seinen Willen und ohne seine Teilnahme entschieden wird. Die entscheidende Rolle in der Sache der Vereinigung Deutschlands fällt dem deutschen Volk selbst zu. Als Kampfaufruf für das deutsche Volk wie auch für andere Völker, klingen die Worte des Genossen Stalin: ‚Der Friede wird erhalten und gefestigt werden, wenn die Volker die Sache der Erhaltung des Friedens in ihre Hände nehmen und den Frieden bis zum äußersten verteidigen. Der Krieg kann unvermeidlich werden, wenn es den Kriegshetzern gelingt, die Volksmassen durch Lügen irrezuführen, sie zu betrügen und sie in einen neuen Weltkrieg hineinzuziehen.‘ Das Sowjetvolk wünscht dem deutschen Volke neue Erfolge in seinem Kampf für die Schaffung eines einheitlichen, unabhängigen, demokratischen und friedliebenden Deutschland, im Kampf um den Frieden.«

Am 7. Oktober demonstrierten am Marx-Engels- Platz zu Berlin in einer Massenkundgebung über 600 000 Männer und Frauen für den Frieden an der Ehrentribüne vorbei, auf der Präsident Wilhelm Pieck und der Leiter der Sowjetdelegation, N. M. Schwernik, Platz genommen hatten. Am Vorbeimarsch vor der Tribüne nahmen auch Formationen der deutschen Volkspolizei (erstmalig in neuen olivgrünen Uniformen), der Grenzpolizei und der Seepolizei teil. Schwernik besichtigte auch das Eisenhüttenkombinat Ost bei Fürstenfeld.

Zitiert nach Archiv der Gegenwart

.

.

Was dieser heute bawt / reist jener morgen ein

Andreas Gryphius (1616 – 1664)

.

Offenbar offensichtlich

.

Samstag, 1. Oktober 2022: Bellarmin an Mephisto

.

In ihrer historisch sattsam verlogenen Manier haben die Russen, also nicht etwa der Auftraggeber von Auftragsmorden allein, sondern die Russen haben zwecks Gutheißung ihres brutalen Raubes in ihrer russisch verlogenen Manier sogenannte Volksabstimmungen durchpeitschen lassen in den von ihnen verbrecherisch okkupierten ukrainischen Gebieten. Mit derart russisch verlogenen Ergebnissen, daß man jeden, der derartig verlogene, also russische Propagandainszenierungen rechtfertigte, ohne weiteres als dumm oder zu den fünften Kolonnen Moskaus zugehörig zählen darf.

Doch wie steht es eigentlich bei den deutschen Welterklärern, den deutschen Journalisten, mit der geistigen Erfassung der russischen Selbstverständlichkeiten?

Am Mittwoch bildete der Deutschlandfunk in den 13′-Uhr-Nachrichten den Satz:

Die Abstimmungen werden international nicht anerkannt, weil sie unter Verletzung ukrainischer und internationaler Gesetze, ohne demokratische Mindeststandards und teilweise offenbar unter Zwang abgehalten wurden.“

Ja, geht’s noch?

Man erfaßt also nicht entfernt das Wesentliche der in den deutschen Medien zu 99 Prozent mündlich als „Referenten“ bezeichneten Referenden oder Referenda.

Das Wesentliche ist doch, daß derartige Abstimmungen generell illegal sind, schon allein aus dem Grunde, daß kein Land der Welt das Recht hat, auf fremdstaatlichem Territorium sich hoheitliche Rechte anzumaßen wie die Ausgabe von Pässen, Rekrutierungen, Umsiedlungen und Verhaftungen von wem auch immer.

Oder Abstimmungen!

Da spielen weder Standards noch Mindeststandards die geringste Rolle! Und schon gar nicht das in dem Zusammenhang relativierende Wort „teilweise“!

Und „offenbar“ soll hier, im „anscheinend“ gebrauchten Sinn, offenbar, im augenscheinlichen Sinn, das im deutschen Gegenwartsjournalismus stereotype „mutmaßlich“ vertreten: „Der mutmaßliche Täter konnte fliehen“.

Wer sonst, wenn kein Täter mehr am Tatort ist?

Und hier, sogar eindeutig identifiziert, sind die Täter am Tatort des nicht zu Rußland gehörenden Territoriums die schon mit diesem Grunde offen sichtlich per se in jedem einzelnen Fall offen sichtlich Zwang ausübenden Russen!

.

Der wahre Kriegsgrund

.

Freitag, 23. September 2022: Bellarmin an Mephisto

.

Der Auftraggeber von Auftragsmorden sagte vorgestern in der Frühe hinter seinem Schreibtisch, Rußland müsse sich verteidigen.

Der Auftraggeber von Auftragsmorden sagte vorgestern in der Frühe hinter seinem Schreibtisch, es gehe um den Schutz der Souveränität, der Sicherheit und der territorialen Integrität Rußlands.

Der Auftraggeber von Auftragsmorden sagte vorgestern in der Frühe hinter seinem Schreibtisch, Rußland müsse nicht nur gegen ukrainische Neonazis sich zur Wehr setzen, sondern auch gegen Nazis im Westen, in Washington, in London und in Brüssel.

Der Auftraggeber von Auftragsmorden sagte vorgestern in der Frühe hinter seinem Schreibtisch, alle drängten die Ukraine, den Krieg auf russisches Gebiet zu übertragen. Um Rußland am Ende vollständig auszurauben.

Der Auftraggeber von Auftragsmorden sagte vorgestern in der Frühe hinter seinem Schreibtisch, Rußland müsse diejenigen stoppen, die nach der Weltherrschaft streben, die drohen, Rußland zu zerstückeln und zu versklaven.

Das sagte der Auftraggeber von Auftragsmorden vorgestern in der Frühe hinter seinem Schreibtisch.

Die tradionelle Russentümelei besteht seit Jahrhunderten aus einem bisweilen nicht mehr zu trennendem Gemengsel aus Lüge, bis hin zur Absurdität, und generell kognitiver Störung. In der Regel befinden sich russische Wahrnehmung und russische Weltsicht und russische Interpretation des Weltgeschehens, bis hin zur Verschrobenheit, in auffälliger Diskrepanz zur Wahrnehmung und Weltsicht und Interpretation desselben Weltgeschehens durch den Rest der nichtrussischen Weltbewohner.

Das sollte der Westen beachten.

Der wahre Kriegsgrund aber ist eine tiefsitzende Angst der jeweiligen Machthaber Rußlands vor der Gedankenfreiheit autonomer Individuen. Welche Freiheit der Gedanken, weil gegenwärtig mit global grenzüberschreitenden Möglichkeiten, die russische, also eine besonders primitiv reaktionäre und über die Jahrhunderte hervorstechend menschenverachtende Despotie gefährdet. In Rußland manifestiert sich wohl mit am deutlichsten der grundlegende dialektische Widerspruch zwischen den totalitären Forderungen eines Staates, bis hin zur Selbstaufgabe seiner Untertanen, und dem Unabhängigkeitsstreben des Individuums.

Und ob Zarentum, ob Bolschewismus oder Putinismus, in Rußland handelt es sich über die Jahrhunderte immer um dasselbe Herrschaftssystem: die Despotie.

.

.

Lache, wenn er lacht!“

(altägyptische Grabinschrift)

.

Ich bin nie in Gegenwart eines Vorgesetzten geschlagen worden!“

(altägyptische Grabinschrift)

.

Vom mangelnden Grips und von des armen Schneiders Jeremiade

.

Samstag, 17. September 2022: Bellarmin an Mephisto

.

Der 3. Oktober, der „Tag der deutschen Einheit“, wirft wieder seine Schatten voraus. Zum Beispiel in der ersten Septembernummer des SPIEGEL. Da erschien, ohne das geringste Bewußtsein für das mitunter an Lächerlichkeit Grenzende seines Inhalts, ein Artikel über den sogenannten Ostbeauftragten der Bundesregierung unter dem im Inhaltsverzeichnis ausgewiesenen Titel:

Der Ostbeauftragte Carsten Schneider hat den vielleicht härtesten Job der Regierung“.!

Tatsächlich!

Und das geht dann, völlig ernst gemeint, wieder los:

Der Ostbeauftragte Carsten Schneider hat einen der schwierigsten Jobs in der Bundesregierung. Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung will er den Ostdeutschen das Gefühl nehmen, sie seien Bürger zweiter Klasse. Dabei kennt er es selbst gut genug.

All die schönen neuen Führungspositionen in den neuen Ländern wurden nach der Wende fast ausschließlich mit Westdeutschen besetzt: an den Hochschulen, in der Verwaltung, der Politik, der Justiz, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Vielleicht denkt Schneider in diesem Moment zumindest kurz an den vergangenen Herbst. Da wollte er unbedingt Bundesminister werden – und wurde Ostbeauftragter.

Sie habe es doch immerhin zur stellvertretenden Präsidentin der Bundesärztekammer gebracht, sagt er zu Frau Lundershausen. »Ja«, sagt Lundershausen. »Ich bin die Quotenfrau aus dem Osten.«

Im Osten fühlen sich viele noch immer wie Bürger zweiter Klasse.

Und arrogant, so empfinden es viele, sind sie im Westen auch noch.

»Das Desinteresse am und die Unkenntnis über den Osten ist im Westen noch nie so groß gewesen wie heute«, sagt Schneider bei einem Treffen in seinem ebenso schicken wie riesigen Büro im Kanzleramt. Beides stehe für einen Mangel an Respekt.

Nach der Wende wurden viele plötzlich gar nicht mehr gebraucht. Es fehlte nicht nur die Arbeit, es fehlte auch der Respekt.

Wenn er das höre, dass Leute nach dem Studium lieber woandershin wollten, frage er sich immer: »Warum? Es gibt doch kaum eine bessere Stadt zum Leben als diese hier.« Das verstehe er nicht. »Das ist für mich wie ’ne fremde Welt, dass Leute hier nicht leben wollen.«

»Wir haben eine westdeutsche Elitenrekrutierung«, hat er neulich beim Tag der offenen Tür im Kanzleramt geklagt »Wir sind denen einfach fremd.«

Weil Schneider nicht Minister werden durfte, musste eine Art Trostpflaster für ihn gefunden werden: ein aufgewerteter Ostbeauftragter, angesiedelt im Kanzleramt, das war in den Jahren zuvor anders.

DER SPIEGEL 36/22

Welches Interesse und welche Kenntnis zeigen Ostdeutsche eigentlich gegenüber den Geschicken beispielsweise der Saarländer?

Hier also eine kleine Auswahl an Gegengiften zur Beseitigung künstlicher Probleme:

Wir, insbesondere aber Journalisten und Politiker und vor allem auch „Ostbeauftragte“, insbesondere aus der SPD, hören auf, uns sogar noch nach „mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung“ jene Popanzbegriffe aufdrängen zu lassen wie „Besserwessi“, „Wessi“, „Ossi“. Wir lassen uns in keine der zum Zwecke der Verhetzung konstruierten Gegnerschaften treiben wie beispielsweise: Sämtliche Führungspositionen werden von „Westimporten“ (verhetzender Ausdruck im Osten) besetzt. Warum soll nach mehr als 30 Jahren im vereinigten Deutschland ein Buxtehuder nicht Chef sein in Pritz- oder Pasewalk? Und wann und wo wurde jemals ein Fall bekannt gemacht, daß ein Ostdeutscher eine Führungsposition nicht erhielt aufgrund seiner Herkunft?

Wird beispielsweise die doch eigentlich ungeheuerliche Behauptung in die Welt gesetzt, Ostdeutsche fühlten sich oder würden gar behandelt als Bürger zweiter Klasse, dann übernehmen Politiker und Journalisten nicht unbekümmert jenes Feindbild gegen Westdeutsche, um das es sich in Wahrheit handelt, sondern recherchieren und fragen nach, woher der Wind wehe, und versuchen die Westdeutschen konkret zu benennen, die Ostdeutsche als Bürger zweiter Klasse kujonieren.

Oder entlarven die vordergründige Inszenierung eines Phantoms.

Bisweilen ist sogar die Rede von „verpaßten Lebenschancen“ der Ostdeutschen! Welch geradezu perverse Geschichtsklitterung! Wegen der diktatorischen Beschränkung ihrer Lebenschancen hatten die Menschen die Mauer gestürmt! Und die „Deutsche Demokratische Republik“ demokratisch beendet.

Ich halte es für ein äußerst charakteristisches Zeichen des Niedergangs kognitiver Kompetenz unseres gegenwärtigen Journalismus, daß man nie eine einzige Stimme fragen hörte in dem allgemeinen Gejammer über vermeintliche Defizite und unterstellte Fehlleistungen im „Prozeß der Wiedervereinigung“ und ähnlicher Selbstbezichtigungen, welche handlungsbestimmenden Interessen die mehrfach umbenannte Partei nach ihrer totalitären Diktatur als SED anschließend wohl leitete und welchen untergründigen Anteil sie haben könnte am populistischen Erzeugen einer ostdeutschen Wagenburgmentalität.

.

Das Bewußtsein bestimmt das Sein

.

Samstag, 10. September 2022: Bellarmin an Mephisto

.

Die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt. Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt. Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Überbau langsamer oder rascher um.

Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie

.

Die allgemein zitierte Kurzform hierfür lautet unter Marxisten: „Das Sein bestimmt das Bewußtsein.“

Mit dem daraus als Filetstück des Marxismus abgeleiteten dialektischen „Grundwiderspruch“ des „Historischen Materialismus“, der die Entwicklung der Menschheit bestimmend von der „Sklavenhaltergesellschaft“ über die Jahrtausende zur Paradiesverheißung des Kommunismus führe: Der Widerspruch zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen.

Gemäß jener marxistischen Irrlehre, die beispielsweise an sämtlichen Universitäten und Hochschulen der Deutschen Demokratischen Republik in dem unumgänglichen Pflichtfach „Marxismus / Leninismus“ gelehrt wurde als „einzig wissenschaftliche Weltanschauung“ inklusive erstplazierter Prüfungszensur aller Hochschulabschlußexamina, gemäß jener marxistischen Irrlehre sollte demnach naturgesetzlich im entwickeltesten kapitalistischen Land das „Sein“, nämlich die Produktivkräfte, das „Bewußtsein“, nämlich die gesellschaftlich zurückgebliebenen Produktionsverhältnisse, den gesellschaftlichen Überbau, sprengen und infolge einer proletarischen Revolution hinwegfegen.

In Wahrheit und vollkommen uninterpretiert von den sich im Ostblock tummelnden marxistisch-leninistischen „Gesellschaftswissenschaftlern“ und ihren Lehren war exakt das Gegenteil passiert: Im unterentwickelten, weitgehend agrarisch produzierenden Rußland putschte sich heimtückisch eine Clique von „Berufsrevolutionären“ an die Macht und verwandelte kraft des humanitär skrupellosen Bewußtseins ihrer marxistischen Religion, nämlich der unantastbaren Dogmen ihres unfehlbaren Gottvaters Marx, zwangsweise, nämlich durch historisch beispiellosen gesellschaftlichen Terror, nicht nur das gesellschaftliche Sein Rußlands: Ein Gespenst ging hinfort um in der Welt – das Gespenst des Kommunismus.

Mit den Merkmalen:

  • Erschießung Zehntausender von Geiseln oder ohne Urteil Eingekerkerten und Massaker an Hunderttausenden revoltierender Arbeiter und Bauern zwischen 1918 und 1922
  • Hungersnot von 1922, die den Tod von fünf Millionen Menschen verursachte
  • Liquidierung und Deportation der Donkosaken 1920
  • Ermordung Zehntausender in den Konzentrationslagern zwischen 1918 und 1930
  • Liquidierung von annähernd 690 000 Menschen während der Großen Säuberung 1937/38
  • Deportation von zwei Millionen Kulaken (bzw. Menschen, die als solche bezeichnet wurden) 1930 bis 1932
  • Vernichtung von sechs Millionen Ukrainern durch die absichtlich hervorgerufene und nicht gelinderte Hungersnot von 1932/33
  • Deportation hunderttausender Polen, Ukrainer, Balten, Moldauer, Bessarabier 1939 bis 1941 und nochmals 1944/45
  • Deportation der Wolgadeutschen 1941
  • Verbannung der Krimtataren 1943
  • Verbannung der Tschetschenen 1944
  • Verbannung der Inguschen 1944
  • Deportation/Liquidierung der städtischen Bevölkerung Kambodschas zwischen 1975 und 1978
  • allmähliche Vernichtung der Tibeter durch die Chinesen seit 1950 usw.

(Stéphane Courtois, Nicolas Werth, Jean-Louis Panné, Andrzej Paczkowski, Karel Bartosek, Jean-Louis Margolin: Das Schwarzbuch des Kommunismus)

Und mit einer vorsichtig geschätzten Gesamtbilanz an Opfern:

  • Sowjetunion: 20 Millionen Tote
  • China: 65 Millionen Tote
  • Vietnam: 1 Million Tote
  • Nordkorea: 2 Millionen Tote
  • Kambodscha: 2 Millionen Tote
  • Osteuropa: 1 Millionen Tote
  • Lateinamerika: 150 000 Tote
  • Afrika: 1,7 Millionen Tote
  • Afghanistan: 1,5 Millionen Tote
  • kommunistische Internationale und nicht an der Macht befindliche kommunistische Parteien: etwa 10 000 Tote

(ebenda)

In dem seinerzeit industriell am weitesten entwickelten Land, in dem laut marxistischer Gesellschaftstheorie der „einzig wissenschaftlichen Weltanschauung“ durch eine „Epoche sozialer Revolution“ „der ganze ungeheure Überbau“ mit seinen kapitalistischen Eigentumsverhältnissen hätte naturgesetzlich umgewälzt werden müssen, ist diesen Donnerstag nach siebzigjähriger Regentschaft die Königin gestorben, und ihr Nachfolger wurde heute nach jahrhundertaltem Ritus offiziell inthronisiert.

In Deutschland, an der Berliner Humboldt-Universität, an der vor wenigen Wochen erst der Vortrag einer Biologin mit der Binsenweisheit, daß es wissenschaftlich erwiesen in der Natur nur zwei Geschlechter gebe, abgesagt wurde aus ideologischen Gründen, an der Berliner Humboldt-Universität also mit ihrem einstigen Lehrstuhl für Marxismus-Leninismus prangt in der Eingangshalle an der Wand noch immer demagogisch der Spruch mit dem marxistischen Schwachsinn:

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“

.

Der unbemerkte eigentliche Skandal

.

Freitag, 26. August 2022: Bellarmin an Mephisto

.

Am Dienstag voriger Woche: Ein Aufschrei ging durch das Land. „Abbas sorgt für Empörung – Palästinenserpräsident wirft Israel ‚Holocaust‘ vor“ (Deutschlandfunk).

Unerhört markerschütternd gefolgt von einer, wie zu vernehmen war, „scharfen“ Replik des Bundespräsidenten: „Bundespräsident Steinmeier nennt Abbas-Äußerung inakzeptabel“! (Deutschlandfunk).

„Inakzeptabel“!

Welch unerhörte Schärfe…

Ja man überschlug sich geradezu in zurückweisenden Aktivitäten.

Im Nachhinein…

Was ist bloß geschehen?

Der sogenannte Palästinenserpräsident war, wovon man anläßlich des Eklats im Nachhinein erfuhr, warum und von wem auch immer nach Berlin eingeladen worden und zu Gesprächen mit Bundeskanzler Scholz zusammengetroffen. Anschließend hatten die beiden gemeinsam eine Pressekonferenz gegeben.

Deren Mitschnitt als ARD-Podcast zufälligerweise nicht mehr verfügbar ist.

Dort wurde er gegen Schluß der Veranstaltung mit einer von den öffentlich-rechtlichen Medien später zufälligerweise leider nicht mehr wiedergegebenen interessanten Frage konfrontiert: „Präsident Abbas, der Drahtzieher des Angriffs 1972 auf die olympischen Spiele in München, Abu Daoud, hat vor seinem Tod gesagt, daß er den Anschlag nicht bereut. Planen Sie, fünfzig Jahre danach, als Präsident im Namen der Palästinenser sich bei Israel und Deutschland zu entschuldigen und bei der vollständigen Aufklärung des Anschlags behilflich zu sein?“

Nach jener Fragestellung hatte der sogenannte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas einige Minuten Zeit in seinem Hirn, sich einer Beantwortung dieser doch eigentlich schon immer höchste Beachtung verdienenden Frage zu widmen.

Denn eben genau die Beantwortung dieser Frage müßte jeglicher Beziehung Deutschlands mit der Palästinenserpräsidentenclique zu Grunde liegen!

Anstatt nun mit einem seine wahre Gesinnung entblößenden klaren („transparent“ auf Dummdeutsch), anstatt nun mit einem klaren „Nein“ zu antworten, erging sich der in Deutschland auf Regierungsebene hofierte sogenannte Palästinenserpräsident haßerfüllt in geradezu schwachsinnig verlogenen Ergüssen über angeblich in fünfzig palästinensischen Dörfern und Städten verübte fünfzig „Holocausts“ durch Israelis.

Statt über das in Deutschland von ordinären palästinensischen, also heimtückischen Verbrechern verübte typische Attentat auf wehrlose Menschen.

Hier auf Sportler.

Weil sie Juden waren.

Mit keinem Wort eingehend auf die Frage des Journalisten hinsichtlich sowohl einer Entschuldigung als auch auf Aufklärungshilfe für eine typische palästinensische Mordtat.

In Deutschland.

Während der friedlichen olympischen Sommerspiele.

In Deutschland.

Worüber am Donnerstag, dem 18. August 2022 die sattsam bekannte TAGESZEITUNG sich beflissen bemühte zu bedenken:

Ist Mahmud Abbas noch zurechnungsfähig? Mit seiner absurden Behauptung zu den ’50 Holocausts‘, die Israel an den PalästinenserInnen begangen haben soll, weckt der Palästinenserpräsident, der flott auf die 90 zugeht, den Verdacht, dass das nicht der Fall ist. Hätte er doch wissen müssen, dass eine solche Gleichsetzung in Deutschland nicht gut ankommt. Immerhin hat er seinen Fehler rasch eingesehen und die eigene Aussage relativiert. Die Holocaust-Provokation war ungeschickt und vermutlich kontraproduktiv für die palästinensische Sache.

Oh wie „ungeschickt“!

Ein bedauerlicher „Fehler“!

Der in Deutschland „nicht gut ankommt“!

Dem hohen Alter zugeschrieben!

Vermutlich kontraproduktiv für die „palästinensische Sache“!

Nebenbei allerdings wage ich zu bezweifeln, daß der Mahmud Abbas, der flott auf die 90 zugeht und der im Raum der Pressekonferenz innen gesprochen hat, in jenem Innenraum sprach von Palästinenserinnen.

Eher halte ich es für wahrscheinlich, daß die Journalisten der TAGESZEITUNG dies aus sprachideologischer Verschrobenheit wahrheitswidrig dem Mohammedaner in seinen Mund legten.

Und deshalb Berufsunfähigkeitsrente beantragen sollten.

Auch echauffierten sich die Medien, besonders in Deutschland, daß der als „Scholzomat“ apostrophierte Bundeskanzler Olaf Scholz dem „Palästinenserpräsidenten“ anschließend nicht sofort die derartig schwachsinnigem Gewäsch gebührende Antwort erteilte.

Sondern, laut NEUER ZÜRCHER ZEITUNG, dumm danebenstand.

Worauf Scholz, in geradezu scheißender Angst, mit durchsichtigsten Ausreden und Pseudoaktivitäten sein Heil zu suchen anfing am Folgetag. Derart: Er hätte wollen mögen, aber er konnte nicht.

Weil: Die Pressekonferenz war ja nun zu Ende…

Donnerstag, 18. August 2022, HAARETZ:

Bundeskanzler Olaf Scholz scheiterte kläglich bei seiner Bewährungsprobe. Als der palästinensische Präsident Abbas in Berlin über ’50 Holocausts‘ sprach, die Israel an den Palästinensern begangen haben soll, stand Scholz da, blinzelte – und sagte nichts.

Der eigentliche Skandal ist aber ein anderer. Der eigentliche Skandal ist doch die „palästinensische Sache“ selbst.

Welche die wackeren Journalisten der TAGESZEITUNG nun für bedroht sehen durch eine Ungeschicklichkeit in Berlin.

Der von den tapfer aufs „Jendern“ achtenden bundesdeutschen Journalisten unbemerkte eigentliche Skandal ist: Mahmud Abbas, der „Präsident der Palästinenser“, drückte doch in seiner Berliner Haßtirade nur aus, was, und zwar seit Jahrzehnten bekanntermaßen, die Mehrheit der Palästinenser denkt!

Innen wie außen!

Handelt es sich doch in Reinform um die wahrheitswidrige Rechtsfertigungsideologie der „palästinensischen“ Sache, der deutsche und europäische Politiker und Journalisten scholzomatisch blinzelnd gegenüberstehen seit Jahrzehnten.

Und zu den typischen Konsequenzen der „palästinensischen Sache“ fällt mir beispielsweise ein, daß, unwidersprochen vom „Palästinenserpräsidenten“, die von berufsunfähigen deutschen Journalisten innen wie außen als „radikalislamisch“ apostrophierte Hamas schon vor Jahren jeden Israeli zum „legitimen Ziel“ eines Mordes erklärte.

Mittels Messerattacke!

Und daß der „Palästinenserpräsident“ Mahmud Abbas jene Messerattacken zwecks Ermordung von Juden weder verurteilte noch erklärte, daß es sich bei derartigen „radikalislamischen“, also mohammedanischen Attentätern, daß es sich bei jenem Abschaum keinesfalls um „Märtyrer“ handele.

Sondern um widerliche Mörder.

Und mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen!

.

.

Die finanzielle Unterstützung der Autonomiebehörde zu beenden, wäre die richtige Reaktion nicht nur auf die antisemitischen Äußerungen ihres Präsidenten, sondern auch darauf, dass diese Gelder von der Autonomiebehörde unter anderem dazu benutzt werden, sogenannte Märtyrer-Renten an die Hinterbliebenen palästinensischer Terroristen zu zahlen, die bei Selbstmordattentaten auf Israelis ums Leben kommen. Mit solchen ‚Renten‘ werden nämlich Anreize für weitere Attentate gesetzt. Die Politik der Autonomiebehörde und die Haltung ihres Präsidenten sind jedem politisch Verantwortlichen in Deutschland seit langem bewusst. Nachträgliche Empörung wirkt hier etwas wohlfeil. Wer Antisemiten einlädt, bekommt eben auch Antisemitismus geliefert.

Donnerstag, 18. August 2022, CICERO

.

Expert*innen von Amnesty International zu „russischen Vergeltungsschlägen“

.

13. August 2022: Bellarmin an Mephisto

.

Hier die Übersetzung der englischen Pressemitteilung von Amnesty International vom Donnerstag, dem 4. August 2022, unter dem Titel

UKRAINE: KAMPFTAKTIK DER UKRAINISCHEN ARMEE GEFÄHRDET ZIVILPERSONEN

Ukrainische Kampftaktik bringt Zivilbevölkerung in Gefahr

  • Wohngebiete, Schulen und Krankenhäuser dienen als Militärstützpunkte
  • Angriffe aus dicht besiedelten zivilen Gegenden provozieren Vergeltungsschläge
  • Diese Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht rechtfertigen allerdings nicht die wahllosen Angriffe Russlands mit zahllosen zivilen Opfern

Ukrainische Truppen gefährden Zivilpersonen, indem sie im Kampf gegen die russische Invasion in besiedelten Wohngebieten, unter anderem in Schulen und Krankenhäusern, Stützpunkte einrichten und von dort Waffensysteme einsetzen. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International auf der Grundlage umfassender Recherchen.

Solche Taktiken verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht und gefährden das Leben von Zivilpersonen, da dadurch zivile Objekte als militärische Ziele ins Fadenkreuz geraten. Bei darauffolgenden russischen Angriffen auf diese Wohngebiete wurden Zivilpersonen getötet und zivile Infrastruktur zerstört.

„Wir sehen hier ein Muster, mit dem die ukrainischen Truppen bei ihren Einsätzen aus Wohngebieten heraus die Zivilbevölkerung in Gefahr bringen und das humanitäre Völkerrecht verletzen“, so Agnès Callamard, internationale Generalsekretärin von Amnesty International. „Dass sich die Ukraine in einer Verteidigungsposition befindet, entbindet das ukrainische Militär nicht von der Pflicht, sich an humanitäres Völkerrecht zu halten.“

Nicht alle russischen Angriffen, die Amnesty International dokumentiert hat, folgten jedoch dem oben geschilderten Ablauf. An einigen Orten, an denen Russland nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation Kriegsverbrechen begangen hat, fanden sich keine Hinweise auf eine Präsenz ukrainischer Truppen in den rechtswidrig durch Russland attackierten zivilen Gegenden – so zum Beispiel in einigen Gegenden in Charkiw.

Zwischen April und Juli verbrachten Expert*innen von Amnesty International einige Wochen damit, russische Angriffe in den Regionen Charkiw und Mykolajiw und im Donbass zu untersuchen. Sie untersuchten Orte, an denen Angriffe stattgefunden hatten, sprachen mit Überlebenden, Zeug*innen und Angehörigen der Opfer, und führten Fernerkundungen und Waffenanalysen durch.

Bei diesen Untersuchungen fanden die Amnesty-Mitarbeiter*innen in 19 Städten und Dörfern dieser Regionen Belege dafür, dass ukrainische Truppen aus dicht besiedelten Wohngebieten heraus Angriffe durchführten und Stützpunkte in zivilen Gebäuden einrichteten. Das „Crisis Evidence Lab“ von Amnesty International hat einige dieser Geschehnisse zusätzlich durch die Auswertung von Satellitenaufnahmen bestätigt.

Die meisten der als Stützpunkte genutzten Wohngebiete befanden sich mehrere Kilometer hinter der Front. Es wären tragfähige Alternativen verfügbar gewesen, die keine Gefahr für die Zivilbevölkerung bedeutet hätten – wie zum Beispiel nahegelegene Militärstützpunkte oder Waldstücke oder andere weiter entfernte Gebäude. In den von Amnesty International dokumentierten Fällen liegen keine Hinweise darauf vor, dass das ukrainische Militär die Zivilpersonen in den Wohngegenden aufgefordert oder dabei unterstützt hätte, Gebäude in der Nähe der Stützpunkte zu räumen. Dies bedeutet, dass nicht alle möglichen Vorkehrungen zum Schutz der Zivilbevölkerung getroffen wurden.

Angriffe aus besiedelten zivilen Gegenden

Überlebende und Zeug*innen russischer Angriffe im Donbass und um Charkiw und Mykolajiw berichteten Amnesty-Vertreter*innen, dass das ukrainische Militär zum Zeitpunkt der Angriffe in der Nähe ihrer Häuser aktiv war, was diese Gegenden zur Zielscheibe russischer Vergeltungsschläge machte. Die Expert*innen von Amnesty International konnten dieses Muster an zahlreichen Orten beobachten.

Das humanitäre Völkerrecht verpflichtet alle Konfliktparteien, militärische Ziele – soweit praktisch möglich – nicht innerhalb oder in der Nähe dicht bevölkerter Gebiete anzulegen. Es gibt zudem weitere Verpflichtungen zum Schutz von Zivilpersonen vor den Folgen möglicher Angriffe, zum Beispiel durch Evakuieren der Umgebung oder wirksame Warnung vor Attacken, die sich auf die Zivilbevölkerung auswirken könnten.

Amnesty International sprach mit der Mutter eines 50-jährigen Mannes, der am 10. Juni 2022 in einem Dorf südlich von Mykolajiw bei einem Raketenangriff getötet wurde: „Das Militär hatte sich in einem Nachbarhaus eingerichtet und mein Sohn brachte den Soldat*innen oft Mahlzeiten. Ich habe ihn mehrmals angefleht, sich von dort fernzuhalten, weil ich Angst um ihn hatte. Am Nachmittag des Angriffs hielt sich mein Sohn im Hof auf und ich war im Haus. Er war sofort tot. Sein Körper wurde in Stücke gerissen. Unser Haus wurde teilweise zerstört.“ Ermittler*innen von Amnesty International fanden in dem Nachbarhaus militärische Ausrüstung und Uniformen.

Mykola wohnt in einem Stadtteil von Lysychansk (Donbass) in einem Hochhaus, das mehrfach von russischen Angriffen getroffen wurde. Mindestens ein älterer Mann wurde dabei getötet. Mykola sagte Amnesty International: „Ich verstehe nicht, warum unser Militär von den Städten und nicht den Feldern aus feuert.“ Ein 50-jähriger Mann, der ebenfalls in dem Hochhaus wohnt, sagte: „In der Nachbarschaft kommt es definitiv zu militärischen Aktivitäten. Wenn in die andere Richtung geschossen wird, hören wir danach Schüsse in unsere Richtung.“ Amnesty-Vertreter*innen sahen, wie Soldat*innen ein Wohnhaus nutzten, das etwa 20 Meter von dem Eingang zu einem unterirdischen Bunker entfernt lag, der von den Bewohner*innen genutzt wurde und in dessen Nähe der ältere Mann getötet wurde.

Am 6. Mai 2022 nahmen russische Truppen in einer Stadt im Donbass eine Wohngegend, aus der ukrainische Streitkräfte Artillerie abfeuerten, mit Streumunition ins Visier. Streumunition kann – wie der Name schon sagt – aufgrund der Streuung unterschiedslos sowohl Zivilpersonen als auch Soldat*innen treffen und ist daher weithin verboten. Granatsplitter beschädigten das Haus, in dem die 70-jährige Anna mit ihrem Sohn und ihrer 95-jährigen Mutter lebt.

Anna berichtete: „Granatsplitter flogen durch die Türen. Ich war im Haus. Die ukrainischen Geschütze waren in der Nähe meines Feldes (…) Die Streitkräfte waren hinter dem Feld, hinter dem Haus (…) Seit Ausbruch des Krieges habe ich sie immer mal wieder gesehen (…) Meine Mutter ist (…) gelähmt, daher konnte ich nicht fliehen.“

Anfang Juli wurde ein Landarbeiter verletzt, als die russischen Streitkräfte ein Lagerhaus in der Gegend um Mykolajiw angriffen. Wenige Stunden nach dem Angriff beobachteten Mitarbeiter*innen von Amnesty International ukrainische Militärangehörige und -fahrzeuge in dem Getreidelager. Zeug*innen bestätigten, dass das Lagerhaus, das gegenüber einem bewohnten Bauernhof lag, von der Armee als Stützpunkt genutzt worden war.

Während Amnesty-Vertreter*innen entstandene Schäden an Wohnhäusern und angrenzenden öffentlichen Gebäuden in Charkiw und in Dörfern im Donbass und östlich von Mykolajiw untersuchten, hörten sie Schüsse aus ukrainischen Militärstellungen in der Nähe.

In Bachmut berichteten mehrere Anwohner*innen, dass das ukrainische Militär ein Gebäude als Stützpunkt genutzt hatte. Es lag keine 20 Meter von einem zivilen Hochhaus entfernt. Am 18. Mai 2022 schlug eine russische Rakete in die Fassade des Gebäudes ein, zerstörte fünf Wohnungen teilweise und beschädigte benachbarte Gebäude. Kateryna, eine überlebende Bewohnerin, sagte: „Ich verstand nicht, was vor sich ging. [Da waren] zerbrochene Fenster und eine Menge Staub in meiner Wohnung (…) Ich bin hier geblieben, weil meine Mutter nicht weg gehen wollte. Sie hat gesundheitliche Probleme.“

Drei Anwohner*innen berichteten, dass die ukrainischen Streitkräfte vor dem Angriff ein Gebäude gegenüber dem bombardierten Wohnhaus genutzt hatten, und dass zwei Militärfahrzeuge vor einem anderen Haus geparkt waren, das beim Einschlag der Rakete ebenfalls beschädigt wurde. Amnesty International fand innerhalb und außerhalb des Gebäudes Anzeichen für eine Militärpräsenz, zum Beispiel in Form von Sandsäcken und schwarzen Plastikplanen zum Verdunkeln der Fenster sowie neue, in den USA hergestellte Erste-Hilfe-Ausrüstung.

„Wir können nicht bestimmen, was das Militär tut, aber den Preis dafür zahlen wir“, sagte ein Anwohner, dessen Haus bei dem Einschlag beschädigt wurde.

Militärstützpunkte in Krankenhäusern

Mitarbeiter*innen von Amnesty International konnten an fünf Orten beobachten, wie ukrainische Streitkräfte Krankenhäuser faktisch als Militärstützpunkte nutzten. In zwei Städten wurden Krankenhäuser von Dutzenden Soldat*innen dazu genutzt, sich auszuruhen bzw. sich dort aufzuhalten und Mahlzeiten zu sich zu nehmen. In einer anderen Stadt feuerte das Militär aus der Nähe des Krankenhauses Geschosse ab.

Am 28. April wurden in einem Vorort von Charkiw bei einem russischen Luftangriff zwei Mitarbeiter*innen eines medizinischen Labors verletzt, nachdem die ukrainischen Streitkräfte auf dem Gelände einen Stützpunkt eingerichtet hatten.

Die Nutzung von Krankenhäusern für militärische Zwecke ist ein klarer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.

Militärstützpunkte in Schulen

Auch Schulen werden in verschiedenen Städten und Dörfern im Donbass und in der Gegend um Mykolajiw von ukrainischen Streitkräften regelmäßig als Stützpunkte genutzt. Die Schulen sind seit Beginn des Konflikts zwar vorübergehend geschlossen, doch in den meisten Fällen befinden sich die Schulgebäude in der Nähe von bewohnten zivilen Vierteln.

In 22 der 29 von Amnesty-Vertreter*innen besuchten Schulen wurden die Räumlichkeiten entweder gerade von Streitkräften genutzt oder es fanden sich Belege für aktuelle oder frühere militärische Aktivitäten wie etwa Militärkleidung, verbrauchte Munition, Essensrationen und Militärfahrzeuge.

Das russische Militär griff zahlreiche der von den ukrainischen Streitkräften genutzten Schulen an. In mindestens drei Städten zogen ukrainische Soldat*innen nach russischem Beschuss in andere Schulen in der Nähe um, sodass die umliegenden Stadtteile der Gefahr ähnlicher Angriffe ausgesetzt waren.

In einer Stadt östlich von Odessa beobachtete Amnesty International ein Schema, nach dem ukrainische Streitkräfte zivile Gebiete als Unterkünfte und Bereitstellungsräume nutzten. So wurden beispielsweise Panzerfahrzeuge unter Bäumen in Wohngebieten abgestellt und zwei Schulen in dicht besiedelten Wohngegenden militärisch genutzt. Zwischen April und Ende Juni schlugen in der Nähe dieser Schulen mehrmals russische Geschosse ein, die mehrere Zivilpersonen verletzten oder töteten. Darunter auch ein Kind und eine ältere Frau, die am 28. Juni ums Leben kamen, als ihr Haus von einer Rakete getroffen wurde.

In Bachmut nutzten die ukrainischen Streitkräfte ein Universitätsgebäude als Stützpunkt, das am 21. Mai 2022 bei einem russischen Angriff getroffen wurde. Berichten zufolge wurden dabei sieben Soldat*innen getötet. Die Universität grenzt an ein Mehrparteienhaus, das bei dem Angriff beschädigt wurde, sowie an weitere zivile Wohnhäuser in etwa 50 Metern Entfernung. Amnesty International fand ein zerstörtes Militärfahrzeug im Innenhof des bombardierten Universitätsgebäudes.

Das humanitäre Völkerrecht verbietet es Konfliktparteien nicht ausdrücklich, sich in Schulen einzuquartieren, die nicht in Betrieb sind. Streitkräfte sind jedoch verpflichtet, Schulen, die sich in der Nähe von zivilen Häusern bzw. Wohngebäuden befinden, nach Möglichkeit nicht zu nutzen, es sei denn, es besteht eine zwingende militärische Notwendigkeit. Wenn dies der Fall ist, haben sie die Zivilbevölkerung zu warnen und den Menschen gegebenenfalls bei der Evakuierung zu helfen. Dies scheint in den von Amnesty International untersuchten Fällen nicht geschehen zu sein.

In bewaffneten Konflikten wird das Recht von Kindern auf Bildung ernsthaft beeinträchtigt. Die militärische Nutzung von Schulen kann zu Schäden an den Schulen führen, die das Recht auf Bildung auch nach Beendigung des Krieges weiter beeinträchtigen. Die Ukraine gehört zu den 114 Ländern, die die Erklärung zum Schutz von Schulen in bewaffneten Konflikten unterzeichnet haben. Diese Erklärung erlaubt den Konfliktparteien die Nutzung verlassener oder evakuierter Schulen nur dann, wenn es keine umsetzbare Alternative gibt.

Wahllose Angriffe der russischen Streitkräfte

Viele der russischen Angriffe, die Amnesty International in den vergangenen Monaten dokumentiert hat, wurden mit unterschiedslos wirkenden Waffen, einschließlich international geächteter Streumunition, oder anderen explosiven Waffen mit großflächiger Wirkung durchgeführt. Bei manchen Angriffen wurden Fernlenkwaffen mit unterschiedlicher Zielgenauigkeit eingesetzt; in einigen Fällen waren die Waffen präzise genug, um bestimmte einzelne Objekte ins Visier zu nehmen.

Die Praxis des ukrainischen Militärs, zivile Objekte für militärische Zwecke zu nutzen, rechtfertigt in keiner Weise die wahllosen russischen Angriffe. Alle Konfliktparteien müssen jederzeit zwischen militärischen Zielen und zivilen Objekten unterscheiden und alle realisierbaren Vorkehrungen treffen, um den Schaden für die Zivilbevölkerung zu minimieren. Hierzu zählt auch die Auswahl der geeigneten Waffen. Wahllose Angriffe, bei denen Zivilpersonen getötet oder verletzt oder zivile Objekte beschädigt werden, sind Kriegsverbrechen.

„Die ukrainische Regierung sollte unverzüglich dafür sorgen, dass ihre Streitkräfte nicht in bewohnten Gebieten stationiert werden. Sie sollte Zivilpersonen aus Gebieten evakuieren, in denen das Militär operiert. Streitkräfte dürfen Krankenhäuser nicht zur Kriegsführung nutzen. Schulen und zivile Wohnhäuser dürfen lediglich als letztes Mittel militärisch genutzt werden, wenn es keine anderen gangbaren Alternativen gibt“, so Agnès Callamard.

Amnesty International kontaktierte das ukrainische Verteidigungsministerium am 29. Juli 2022 und legte die Ergebnisse der Untersuchung vor. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 4. August 2022 hatte das Ministerium noch nicht darauf reagiert.

.

Zur entwirrenden Erinnerung wovon hier die Rede ist: Nicht Ukrainer schießen auf russischem Staatsgebiet auf Russen, sondern Russen schießen auf ukrainischem Staatsgebiet auf Ukrainer!

.

Sonntag, 7. August 2022, KLEINE ZEITUNG:

Die Londoner Zentrale hatte dem ukrainischen Militär vorgeworfen, ohne Not Zivilisten zu gefährden, indem es sich in einigen Fällen in Wohngebieten verschanzt habe. Auch Präsident Selenskyj kritisierte den Bericht. Die russische Propaganda verbreitete ihn begeistert. Die souveräne Reaktion Kiews wäre gewesen, kühl eine Prüfung anzuordnen. Menschenrechte gelten universell; auch Opfer, die sich verteidigen, haben sie zu respektieren. Dass die Ukrainer empört sind, wird dennoch nicht verwundern. Immer wieder wurde versucht, Zivilisten zu evakuieren; eine waidwunde Nation, die zusehen muss, wie ukrainische Kriegsgefangene vor laufender Kamera gefoltert und verstümmelt, wie Zivilisten, auch Kinder, bombardiert, vergewaltigt, deportiert werden, während in Moskau das Leben weitergeht, als wäre nichts, schreit auf, wenn Westler vom sicheren Schreibtisch aus erklären, dass sie beim Überlebenskampf besser aufpassen soll.

.

Dienstag, 9. August 2022, VERDENS GANG:

Russland hat während des gesamten Krieges zivile Ziele angegriffen. Wenn Amnesty den Russen jetzt auch noch eine Rechtfertigung dafür bietet, ist das schlimm.

.

.

Bleib erschütterbar – doch widersteh.

Peter Rühmkorf (1929 – 2008)

.