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Thalatta ! Thalatta !

Kategorie-Archiv: Zeitgeschehen

Systemimmanent

 

23. Oktober 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Bisweilen geschehen jedoch noch Zeichen und Wunder selbst in den öffentlich-rechtlichen Anstalten unseres Landes in Form von Interviews über gewöhnlich ausgeblendete Themen, als deren Markenzeichen ihrer Wichtigkeit geradezu ihre Singularität gelten könnte.

Und die ihnen folgende Sprachlosigkeit und sprachlose Folgenlosigkeit.

Eine dieser Sternstunden ereignete sich am Montag, dem 12. Juni 2017 im Deutschlandfunk. Teilweise sind die Fragen des gewöhnlich lobenswerten Journalisten beileibe keinem Mangel an Intelligenz, sondern eben der deutschlandweit grassierenden Hirnverknotung der unter dem Deckmantel einer politischen Korrektheit firmierenden politischen Korrektur geschuldet. Seine Interviewpartnerin ist die übrigens korrekt von jenen korrigierenden Kreisen angefeindete Migrationsforscherin Necla Kelek:

Tobias Armbrüster: Kaum ein Monat vergeht inzwischen ohne einen islamistischen Terroranschlag irgendwo in Europa. Eine Folge davon: Das Misstrauen gegenüber Muslimen und gegenüber dem Islam im Allgemeinen wird größer, auch wenn immer wieder zu hören ist von Politikern aller Parteien, dass diese Art von Terror nichts mit dem Islam zu tun hat. Das hilft allerdings wenig, Muslime überall in Europa sehen sich mit Terroristen in eine Schublade gesteckt, und dagegen sollten Muslime auf die Straße gehen. Das hat sich die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor gedacht und für den 17. Juni, also für den kommenden Samstag, zu einer Demonstration aufgerufen, zu einem Friedensmarsch, wie sie das nennt. Dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat sie gesagt: „Wir Muslime müssen uns von den Tätern stärker abgrenzen und ihre gesellschaftliche Ächtung herbeiführen.“ Zitat Ende. Am Telefon begrüße ich jetzt die Publizistin und Migrationsexpertin Necla Kelek. Schönen guten Tag, Frau Kelek!

Necla Kelek: Guten Tag, Herr Armbrüster!

Armbrüster: Frau Kelek, was halten Sie von einem solchen Protestmarsch?

Kelek: Erst mal müssten die Märsche längst da sein. Also das ist natürlich begrüßenswert, wenn Muslime, besonders organisierte Muslime sich zusammentun und gegen Gewalt im Namen des Islam auf die Straße gehen. Aber das genügt nicht, es fehlen da eine ganze Menge andere Möglichkeiten, wie man sich auch der Gewalt im Namen des Islam hätte stellen können.

Armbrüster: Was fehlt da zum Beispiel?

Kelek: Ja, die Gemeinschaft zum Beispiel, wenn sie wahrhaft gegen Gewalt eintreten müssten, ist eine große Aufgabe zu erfüllen, zum Beispiel die Aufgabe, mit dem Koran, den Muslime ja als Heilige Schrift sehen, sich auseinanderzusetzen. Über 25 Mal wird im Koran direkt zur Tötung der Ungläubigen aufgerufen, über 200 Stellen diskriminieren Andersdenkende, legitimieren Gewalt im Namen der Religion. Das sind alles ganz, ganz wichtige Punkte, damit muss man auch in die Öffentlichkeit gehen. Und eine Islamwissenschaftlerin, die sich ja so nennt, hätte das schon längst tun müssen. Daher kritisiere ich auch diesen Aufruf.

Armbrüster: Aber ist es denn nicht eigentlich etwas viel verlangt von Muslimen, die nur versuchen, nach ihrem Glauben zu leben, die an Allah glauben, die beten, aber mit diesen ganzen Mordtaten natürlich überhaupt nichts zu tun haben, ist das nicht etwas zu viel verlangt, von denen zu sagen, ihr müsst jetzt auf die Straße gegen diese Terroristen demonstrieren?

Kelek: Aber von wem soll ich das sonst erwarten, wenn Muslime einen Koran lesen, jetzt im heiligen Monat, und genau diese Stellen ignorieren? Das vermitteln sie doch an ihre Kinder. Das ist doch ihre Aufgabe, zu sagen, was lesen wir hier und was vermitteln wir. Zum Beispiel würde ich mir von einer Islamwissenschaftlerin erhoffen und erwarten, dass sie ein Schild hochhält, und zwar mit der Sure 8.12, wo im Koran steht, so haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab – was jetzt auch in London passiert ist. Ich möchte nur damit sagen, es nützt nichts, für den Frieden auf die Straße zu gehen, wenn innerhalb des islamischen Systems systemimmanent ist, dass auch Gewalt zugelassen und erlaubt ist. Wenn wir diese Punkte nicht offen nennen und hochhalten und sagen, wir distanzieren uns dieser Sure statt von den Terroristen, die ja innerhalb dieser Community groß geworden ist, das ist ein falscher Weg.

Armbrüster: Das heißt, so etwas kann eigentlich nur schiefgehen, ein solcher Protestmarsch?

Kelek: Nein, das kann überhaupt nicht schiefgehen, das kann ein Zeichen sein. Aber sich inhaltlich auseinanderzusetzen, innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, mit dem Koran und den Hadithen, das ist der wirkliche Schritt. Wenn sich was verändern soll, reformiert werden soll, diese Religion und die Muslime sich reformieren wollen, müssen sie einen anderen Weg gehen. Nur den Deutschen und der europäischen Gesellschaft zu zeigen, wir sind aber Muslime und wir sind friedlich, reicht nicht aus. Das sind wieder K.-o.-Tropfen oder sogar Beruhigungstropfen und die Imagepflege dieses Islam. Wir reden ja schon seit Jahrzehnten darüber, dass sich was ändern muss, und gerade Frau Kaddor, die sich Islamwissenschaftlerin nennt – übrigens ist sie eine Religionslehrerin, ich weiß nicht, warum die Medien sie immer so bezeichnen, und wenn es so wäre, sie hat es studiert –, müsste sie ja mit diesen Stellen des Koran und der Hadithe sich auseinandersetzen. Warum sie sich nicht dem widmet, sondern immer nur mit der deutschen Gesellschaft, die angeblich die Muslime kritisieren und diskriminieren und deshalb der Terrorismus hochkommt, diese ganze Haltung hat uns zurückgeworfen, wirft uns zurück und wird es mit dieser Demonstration leider auch nicht weiterbringen.

Armbrüster: Ich will noch mal zurückkommen auf den Einwand, dass das möglicherweise etwas viel verlangt ist von gläubigen Muslimen. Wir erwarten ja auch nicht von Christen in Deutschland, dass sie auf die Straßen gehen, wenn irgendwo auf der Welt ein, ich sag mal, christlicher Extremist mit besonderen Taten auf sich aufmerksam macht.

Kelek: Also die Christen beschäftigen sich nicht nur seit Luther, und wenn wir von Luther anfangen, seit 500 Jahren mit dem Christentum inhaltlich und sie setzen die Freiheit des Einzelnen voraus für einen Glauben. Und das hat Jahrhunderte gedauert und das haben die Christen selbst gemacht. Und natürlich gehen sie auf die Straße, auch die Deutschen setzen sich mit ihrer Vergangenheit auseinander und stellen sich diesen grauenhaften Taten, was im Namen des Deutschseins zu tun hatte. Das ist auch die Aufgabe der Muslime. Wenn Muslime was in Europa lernen, dann ist es, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und nach außen aufzutreten und zu sagen, wir sind für Reformen, sonst können wir das nicht von Europäern verlangen.

Armbrüster: Warum tun sich denn Muslime Ihrer Meinung nach so schwer mit solchen Reformen?

Kelek: Weil der Koran selbst keine Reform zulässt, und gleich zu Beginn heißt es, das ist ein heiliges Buch, was unangefochten gelebt werden muss. Es ist eine Unterwerfungsreligion. Die Muslime erwarten von den Muslimen selbst eine Unterwerfung unter den Islam, unter den Koran, und von Ungläubigen erwarten sie, dass man sich den Muslimen zu unterwerfen hat. Das ist eine Grundidee dieser Religion. Wenn wir das nicht infrage stellen und die Freiheit des Einzelnen als Voraussetzung für den Glauben suchen und auch einfordern, wird diese Religion immer auch Terroristen hervorrufen, weil die Terroristen sagen, wieso, dann beruf ich mich auf 5.31, 8.12, das erwartet doch Allah von mir, das ist doch meine Unterwerfung unter den Koran. Dieser Auseinandersetzung müssen aber die Muslime innerhalb der Moscheen, innerhalb der Koranschulen führen und den Menschen in die Moderne tragen, in die Moderne begleiten. Wenn sie das nicht tun, werden wir immer mit dieser Art von Terrorismus konfrontiert sein.

Armbrüster: Aber was sollen dazu jetzt die vielen Millionen Muslime in Deutschland sagen, die einfach nur friedlich ihren Glauben leben und die nie mit Gewalt etwas zu tun hatten?

Kelek: Also die Universitäten sind doch im Frieden, und da setzen wir uns doch auch mit der Vergangenheit auseinander. Warum schließen wir denn nicht, dass wir über den Zweiten Weltkrieg diskutieren? Wir müssen doch von Muslimen fordern, dass sie mit Vernunft Wissenschaft betreiben. Und Vernunft verlangt doch gerade im Frieden sich auseinanderzusetzen, dass ich friedliche Menschen hervorbringe. Und auch die ganze Sozialisation im Namen des Islam, wir haben eine Unterwerfungsreligion, wir haben es mit einer gewaltbereiten Familienkonstellation zu tun, wo von Mädchen Unterwerfung verlangt wird. Wir haben doch alles innerhalb des Islam, das ist doch nicht nur friedlich.

Armbrüster: Und das gibt es in der deutschen Gesellschaft, in der nicht islamischen, in der nicht muslimischen deutschen Gesellschaft nicht?

Kelek: Aber die Deutschen setzen sich doch mit Gewalt auseinander. Dafür haben wir die Universitäten, dafür haben wir doch die Gelehrten und die Lehrer, die immer wieder Frieden doch lehren. Das müssen die Muslime selbst auch. Sie können nicht Gewalt lehren, wie wir es in salafistischen Moscheen haben oder auch in anderen Moscheen. Wir haben jetzt gerade erlebt, wie Erdogan unterstützt wurde von Moscheen. Wir haben doch so viele Menschen, die nicht direkt Gewalt antun, aber diese Gesinnung doch in sich tragen. Und dann wundern wir uns, wenn Einzelne daraus hervorgehen und terroristisch werden.

Armbrüster: Frau Kelek, wenn ich Sie da richtig verstehe – wir haben noch eine Minute Zeit ungefähr –, wenn ich Sie da richtig verstehe, heißt das, es ist eigentlich gar nicht so verkehrt, die beiden Gruppen in eine Schublade zu stecken – die normalen, sag ich mal, Muslime in Deutschland und die islamistischen Terroristen.

Kelek: Wenn wir von normalen friedlichen Muslimen sprechen, dann müssen wir von verantwortungsvollen Bürgern und Bürgerinnen sprechen. Sie sollen endlich für diese Stellen im Koran Verantwortung tragen und dafür sorgen, dass es innerhalb der muslimischen Gemeinschaft keine Gewalt mehr gibt und keine Unterwerfung. Und das gibt es. Nicht nur für die Gewalt, sondern auch innerhalb der muslimischen Gesellschaft gibt es Familienkonstellationen, wo von Kindern Unterwerfung verlangt wird. Solange diese Haltung so existiert, können wir nicht von Frieden sprechen, und dafür sind die Muslime selbst verantwortlich.

Armbrüster: Am kommenden Samstag soll es in Köln einen Protestmarsch geben, bei dem sich Muslime vom islamistischen Terror abgrenzen sollen. Dazu hat die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor aufgerufen, und wir haben darüber jetzt gesprochen mit der Migrationsforscherin Necla Kelek. Vielen Dank, Frau Kelek, für Ihre Zeit!

Kelek: Ich danke Ihnen!

Es war einmal ein folgenloser Friedensmarsch in Köln…

Zu dem jüngsten Akt mohammedanischer Barbarei, dem brutalen Mord an einem wunderbaren Menschen, dem französischen Lehrer Samuel Paty in Conflans-Sainte-Honorine, fiel am 19. Oktober der arabischen Zeitung RAI AL-YOUM ein zu bemerken:

Klar ist, dass der Westen den Islam als seinen größten und letzten Gegner betrachtet. Dies ist ein kolonialer Prozess, der im 12. Jahrhundert mit Papst Urban II. begann und heute einen umfassenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Charakter angenommen hat.“

Klar ist ein kultureller Charakter systemimmanenter Unmenschlichkeit.

 

Es steht im Koran geschrieben!

 

17. Oktober 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Der Terror der Gewalttäter von Paris, der die Welt entsetzt, entspricht koranischem Gebot. In Sure 8, Vers 60 verlangt Allah von den Muslimen, alle Mittel einzusetzen, „um die Feinde Allahs, die auch eure Feinde sind, zu terrorisieren“. Damit der Islam in den Augen von Nichtmuslimen akzeptabel erscheint, werden in europäischen Koranübersetzungen für „terrorisieren“ gefälligere Vokabeln wie „einschüchtern“ oder „erschrecken“ verwendet (und unwissend nachgeplappert). Doch das im Koran verwendete Verbum lautet „turhibûna“, was korrekt nur als „terrorisieren“ wiedergegeben werden kann und auch heutzutage in diesem Sinn gebraucht wird. Was die Verbrechen angeht, die im sogenannten „Islamischen Staat“ an der Tagesordnung sind, dient der Koran, Sure 5, Vers 33, ebenso als Handlungsanleitung: „Jedoch der Lohn derer, die gegen Allah und seine Gesandten Krieg führen und Verderben im Land zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet und gekreuzigt werden oder dass ihre Hände oder Füße wechselseitig abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Land vertrieben werden.“

Von Muslimen wie jetzt in Paris beziehungsweise von islamophiler Seite wird stattdessen regelmäßig beteuert, dass im Koran stehe: „Wenn einer einen Menschen tötet, dann ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte.“ Soll heißen, dass ein Mörder nichts mit dem Islam zu tun haben könne. Doch Sure 5, Vers 32 auf diese Weise zu zitieren ist eine grobe Irreführung, wenn nicht bewusste Täuschung. Die gebildeten Muslime wissen das. Der Vers lautet vollständig: „Aus diesem Grund haben wir den Kindern Israels geboten, dass, wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für einen Mord an einem anderen oder für im Land angerichtetes Unheil –, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet.“ Der Vers schließt also Tötungen nicht kategorisch aus, wie das unzulässig abgemilderte Kurzzitat suggerieren möchte, sondern gestattet (verlangt?) selbstverständlich die Tötung eines Menschen als Vergeltung für Mord und als Strafe für Aufrührer. Aber noch wichtiger ist: Allah wendet sich hier nicht an die Muslime, sondern an die Juden; diese sind es, die den Satz „Wenn einer einen Menschen tötet …“ beachten sollen. Arabische Korangelehrte räumen ein, wie der Satz aktuell zu verstehen ist, nämlich: „Wenn ein Jude (beziehungsweise Nichtmuslim) einen Muslim tötet, dann ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte.“ Das ist das Gegenteil dessen, was mit der (immer unvollständigen) Zitierung des Satzes bei gutgläubigen Menschen bewirkt werden soll. Was Allah von den Muslimen gegen diejenigen, die sich dem Islam widersetzen, verlangt, folgt direkt im nächsten Vers, den ich oben zitiert habe: tötet und kreuzigt, schlagt Hände und Füße ab. Der Islam ist eine nie revidierte Gewaltideologie, die im Gewand einer Religion daherkommt. Sie wurde und wird stärker, je mehr sie hofiert und gefördert wird. Wer den Islam schönredet, muss wissen, dass er als geistiger Brandstifter agiert und sich mitschuldig macht.

Nachweislich wahr ist: Solange der Islam nicht aus der Welt ist, wird es in ihr keinen Frieden geben. Das wusste (neben anderen wie Voltaire, Schopenhauer, Heinrich Heine, Winston Churchill oder Elias Canetti) schon Karl Marx: „Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen“ (Marx-Engels-Werke, Bd. 10, Ost-Berlin 1961, S. 170).

 

(Hervorhebung von Bellarmin)

Die hier im Grunde so einfach die die Sicht verkleisternde politische Korrektur korrigierende Tatsachenrichtigstellung stammt nicht von einem Journalisten!

Sondern es handelt sich um einen Leserbrief!

Wir sollten dem Verfasser des obigen Textes, Dr. Ekkehart Rotter, Bad Vilbel, und der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG für dessen Abdruck sehr dankbar sein für das, was dem bundesdeutschen Journalismus offensichtlich ebenso fehlt wie dem Mohammedanismus: Mut zur Aufklärung!

Das bemerkenswerte Zitat stand in der F.A.Z. vom Montag, dem 7. Dezember 2015 auf Seite 18 in der Rubrik „Briefe an die Herausgeber“ unter der Überschrift „Es steht im Koran geschrieben“, und es bezieht sich auf die Berichterstattung nach den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 und auf die Meldung „Merkel: Wir sind stärker als der Terrorismus“ in der F.A.Z. vom 16. November 2015. Es bezieht sich also auf die Massenmorde in Paris vor den Massenmorden in Brüssel. Es ist demnach geschrieben noch vor der Silvesternacht von Köln („Justiz und Polizei bis zur Lähmung überfordert“) und vor den Anschlägen und Terror- und Fahndungsmeldungen, die das folgende Osterfest dominierten.

Und leider könnte man wetten, der Artikel wird noch aktuell sein, wenn die Zeitung vergilbt ist.

Denn wo sind die religiösen Führer eines titulierten friedlichen Islam, die das heimtückische Ermorden friedlicher Menschen bei all den unmenschlichen Anschlägen mindestens ebenso vehement anprangern wie das Zeichnen von Mohammed-Karikaturen?

Wo sind ihre empörten Massen?

Denn wenn es eine friedliche Religion gäbe auf unserem Planeten, in deren Namen ein Mörder, wie beispielsweise in Frankreich geschehen, dem friedlichen 84jährigen Priester einer anderen Religion die Kehle durchschnitte im Namen seines Gottes oder, wie gestern geschehen, einem Geschichtslehrer, weil er im Unterricht über Mohammed-Karikaturen und Meinungsfreiheit diskutierte, den Kopf abhackte im Namen seines Gottes, so wäre ich gewiß, die führenden Geistlichen jener friedlichen Religion erhöben weltweit vernehmbar ihre Stimme und sprächen die Verdammnis aus über das mörderische Schänden ihres friedlichen Glaubens.

Laut und deutlich wie Donnerhall!

Daß man sie bis in den letzten Winkel der Welt und ihrer Glaubensstätten vernähme und fürderhin berufbar mit Namen kennte, jene Autoritäten und Exegeten jener friedlichen Religion.

Denn nehmen wir an, es existierte eine Religion auf unserem Planeten, die für ihre Ausbreitung den Krieg für ein gutes Werk hielte, eine Religion, in der es als beste Theologie gälte, Gott mit dem Schwerte zu dienen, eine Religion, in der es hieße, zwischen dem Gläubigen und seinem direkten Eingang ins Paradies stünde nur der Ungläubige, dann unterschiede sie sich doch in ihrem Wesen und Wirken von den anderen Weltreligionen.

Was ein vertrauenswürdiger Journalismus, falls es eine solche Religion gäbe, auch aussprechen sollte, ja unbedingt aussprechen und thematisieren müßte.

Wo also bleibt in bundesdeutschen Medien bis heute eine auch nur annähernd faktenbasierte Auseinandersetzung mit dem Mohammedanismus?

Denn der von den Medien krampfhaft herangezogene liebenswürdige mohammedanische Gemüsehändler an der Ecke ist kein Beweis für die Friedfertigkeit des Mohammedanismus. Sondern, da er und seinesgleichen als Beispiel gelten für den sogenannten „friedlichen Islam“, ist er als Beispiel genommen eher ein Beispiel für das mangelnde analytische Denkvermögen, beispielsweise des heutigen Journalismus. Die fehlende Abstraktionsfähigkeit zum Schluß von n auf n+1 ist bei der berichtenden und kommentierenden Zunft leider endgültig unter die Räder der politischen Korrektur geraten.

Zumindest in Deutschland.

Da zählt noch der inflationäre Gebrauch der Mutmaßlichkeit zum harmlosesten: Nachdem er seinen Kleintransporter in London in die Menge der vollkommen wehr- und ahnungslosen Passanten gesteuert hatte, habe „der mutmaßliche Attentäter mit einem Messer mehrmals auf einen Polizisten eingestochen“, hörte ich damals nicht nur einen Korrespondenten berichten. Hinzu kommen inzwischen zahllose, und in früheren und besseren journalistischen Zeiten schmerzlos entbehrte andere Mutmaßlichkeiten.

Die Angst vor den Fakten, die Angst, die Dinge beim Namen zu nennen, die Angst, „politisch nicht korrekt“ zu sein, durchzieht jedoch beileibe nicht nur lähmend die Lexik, sondern auch die Gewichtung der Nachrichten. Und, mit am schlimmsten, sie bestimmt die Themensetzungen für öffentliche Debatten.

Gemeint sind natürlich die fehlenden Themensetzungen.

Die von den Politikern unbehandelten, die unbequemen Themen muß eine sich als frei verstehende Presse als ihre ureigenste Aufgabe unbedingt aufgreifen und auf die öffentliche Tagesordnung setzen. Sonst darf sie sich nicht wundern über den Ruf „Lügenpresse“ von diesen verdammten unstudierten abstiegsverängstigten Abgehängten.

Lüge entsteht ja immer auch durch Lücke, durch das Weglassen ungefälliger Informationen und durch das tendenziöse Überbetonen gefälliger Nachrichten.

Wie jeder politisch Korrigierte an allen gegenwärtigen totalitären Regimen studieren sollte, selbst in den als „lupenrein demokratisch“ etikettierten. Empfehlenswert und lehrreich auch im Nachhinein beispielsweise anhand der so genannten Deutschen Demokratischen Republik und ihrer politisch korrekten Berichterstattung hinter dem „antifaschistischen Schutzwall“.

Der „Zentralrat der Ex-Muslime“ hat in Deutschland etwa 800 Mitglieder. Die meisten Mitglieder sehen sich jedoch gezwungen, anonym zu bleiben: „Denn nach der allgemeingültigen islamischen Rechtsauffassung wird das Abfallen vom Islam mit dem Tode bestraft.“

So muß die Gründerin, die tapfere Iranerin Mina Ahadi, selbst in Deutschland(!) um ihr Leben fürchten. Unter mehreren Todesarten wird ihr, die sich gegen mohammedanische Steinigungen einsetzte, sogar mit Steinigung gedroht.

Steinigung!

Das sollten Politiker wie etwa der seinerzeitige Spitzenkandidat der SPD Martin Schulz bedenken, wenn sie aus durchschaubaren niederen Beweggründen im Wahlkampf absurderweise behaupten, der Mohammedanismus, Pardon, der Islam gehöre zu Deutschland. Sie sollten eher laut und deutlich die These vertreten, daß eine Religion, welche die sich von ihr Abwendenden mit dem Tode bedroht, deren Geistliche „Ehrenmorde“ rechtfertigen und sogar selbst zu Haß und Mord aufrufen und Hunderttausende wutbrüllend auf die Straßen hetzen, weil jemand satanische Verse schreibt oder Mohammed-Karrikaturen zeichnet oder in Satire-Zeitschriften veröffentlicht, während gleichzeitig ihre Priesterschaft und Schriftgelehrten angesichts der wahnsinnigsten Morde an „Ungläubigen“, bestialisch an wahllosen Opfern, und selbst an Kindern, schweigen, daß eine solche Religion weder zu Deutschland noch sonst wo zur zivilisierten Welt gehört.

Und nicht als friedlich gelten kann.

Und das ist nur ein Beispiel aus einer sehr langen Liste, dessen ausgiebige öffentliche Erörterung der heutige Journalismus unbedingt befördern müßte.

Anstatt hochnäsig die, die sich darüber aufregen, als ängstliche Abgehängte, hier nie als mutmaßliche, zu diffamieren.

 

Die wichtigste Nachricht

 

19. September 2020: Serapion an Mephisto

 

Anfang der Woche kam eine Meldung in den Fernsehnachrichten, eine riesige Eisscholle habe sich gelöst von einem der Erdpole. War’s oben am Nordpol? War’s unten am Südpol? Jedenfalls über eines kann man bei solchen Meldungen sicher sein: Aha, gleich folgt der Wetterbericht!

Denn davor kommen immer so Nachrichten der Kategorie „was sonst noch passierte…“

Auch wird das Wegschmelzen der Pole in der Nachrichtenredaktion als irgendwie passend eingestuft. Eis und Schnee, die haben ja etwas zu tun mit Wetter.

Ebenso die Brände in Kalifornien: Danach kommt der Wetterbericht.

Klar, die sind ja auch durch Blitze ausgelöst worden. Von Unwettern. Noch dazu weit ab von Deutschland und Europa hinter dem Atlantik durch ganz Nordamerika hindurch: an der Küste des Pazifiks!

Das paßt also vor den Wetterbericht.

Kalifornien brennt, Brasilien brennt, Australien wird bald wieder brennen und Portugal, Spanien und Griechenland, das ficht den bundesdeutschen Journalismus nicht an.

Anderes Beispiel:

Heute meldete der Deutschlandfunk:

Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass ein Ziel im Kampf gegen die Vermüllung von Nord- und Ostsee nicht erreicht wurde.

Nach einer EU-Richtlinie von 2008 sollten sich die Meere bis 2020 – wie es heißt – in einem „guten Umweltzustand“ befinden. Abfälle sollten keine schädlichen Auswirkungen auf die Küsten- und Meeresumwelt mehr haben. Dieses Ziel werde verfehlt, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Diese Meldung hat es im Fernsehen noch nicht einmal bis vor den Wetterbericht geschafft. Und ins Radio wahrscheinlich nur, weil heute der internationale sogenannte CleanUp Day begangen wird, bei dem viele Freiwillige sich bemühen, den von Großhirnamputierten an Ufern von Flüssen, Teichen, Seen und Meeren und in Wäldern und Parkanlagen hinterlegten Müll notdürftig wieder einzusammeln an einem Tag im Jahre.

Diese Meldung offenbart die ganze Misere sowohl der Wolltemalundkonntenicht-Gesellschaft mit stetem Sinn für alles Gute und Schöne, der sogenannten Europäischen Union, als auch des empörenden Zustandes des gegenwärtigen bundesdeutschen Journalismus. Denn wenn man schon berichten kann „wie es heißt“, kann man auch berichten wie es weiter heißt: Was gab es denn noch für andere Ziele „im Kampf gegen die Vermüllung von Nord- und Ostsee“?

Und inwieweit wurde denn gekämpft in all den Jahren?

Und was steht denn noch drin in der EU-Richtlinie von 2008?

An der heutigen Art der Berichterstattung wird die Welt zugrunde gehen!

An dem beständigen Nichterkennen: Was ist die wichtigste Nachricht?

Denn sie ist die erste Meldung!

Merksatz für gegenwärtige Journalistenschulen: Die erste Meldung muß kommen als erste Meldung! Nämlich an erster Stelle!

Jawohl: Sogar noch vor der Nachricht über den FDP-Parteitag!

Und bei der gefährlichen „Vermüllung“ der Nord- und Ostsee handelt sich um eben jene erste Meldung!

Und die Brände in Kalifornien sind die erste Meldung!

Denn davon hängt die Bewußtseinsbildung ab der Menschen!

Und wenn Ihr das nicht begreift, wird die Welt zugrunde gehen!

Es geht um das Überleben der Gattung!

Nämlich unserer.

Sonst waren, sind und werden sämtliche FDP-Parteitage umsonst und in den Wind geschissen!

Weil: Die Einschläge kommen näher.

Ich prophezeie: Die zeitliche Distanz zwischen den Katastrophen wird sich verringern!

Und da kann kein Staat mehr helfen!

Denn er hat sein Geld schon in der Pandemie verbraten.

Bei den Routen der Zuwanderer, im Journalistendeutsch „Migranten“, handelt es sich um die Süd-Nord-Richtung. Ich halte es für wahrscheinlich, daß es sich bei den gegenwärtigen (Aus)wanderungen doch nicht um eine Völkerwanderung handelt. Sondern um den Beginn einer Völkerwanderung. Ich stelle mir vor, wir könnten vielleicht noch während unserer Generation oder in der folgenden in die Lage kommen, selbst vor verschlossenen Grenzen, vielleicht denen Dänemarks zu stehen. Auf der Durchreise nach Schweden. Doch vielleicht wären die Dänen dann schon selber „migriert“ und siedelten derweil auf Grönland. Und im Staate Dänemarks verwehrten uns die Ungarn die Weiterfahrt. Weil in Ungarn die Türken säßen. Und in der Türkei säßen die Saudis.

Durch die Erderwärmung ist das Eis in der Arktis inzwischen soweit weggeschmolzen, daß man dort endlich die Stoffe fördern kann, welche die Erderwärmung soweit beschleunigen, daß man noch leichter an Stoffe herankommt, die die Erderwärmung beschleunigen. In Rußland freut man sich schon: Das wird ein riesiges Geschäft! Und die deutsche Industrie wird dafür sicher die Rohre liefern und beim nächsten Röhrenembargo wieder erstaunt aus allen Wolken fallen.

Es wird heiß werden auf unserem Planeten!

Und noch grausamer.

 

Wehe! Wie im Orkus, lebt

ohne Götter das Menschengeschlecht, an die eigene

Kunst, an eigenes

Wissen allein, und die eigenen Triebe

geschmiedet, und in der tosenden

Werkstatt, höret jeder nur sich,

und Tag und Nacht arbeiten die Geister

Aber umsonst, und unfruchtbar, wie

die Furien, ist die Sorge und Mühe der

Armen.

Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)

 

Lupenreine Lügen

 

5. September 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Der lupenreine Auftraggeber, in seinem Bestreben, seinen Untertanen den lupenreinen Demokraten vorzuführen, frönt alljährlich der Angewohnheit, die landesweite Inszenierung eines Fernsehspektakels in Auftrag zu geben, bei der er als Souverän gewissermaßen dem einfachen russischen Volke die Welt erklärt und dessen Fragen beantwortet. So auch beispielsweise vor zwei Jahren, worüber am Donnerstag, dem 7. Juni 2018, der Deutschlandfunk nachrichtlich meldete:

Russlands Präsident Putin droht der Ukraine

Der russische Präsident Putin hat die Ukraine vor – wie er sagte – „Provokationen“ während der Fußball-Weltmeisterschaft gewarnt.

Wenn die ukrainische Armee in dieser Zeit Separatistenstellungen im Osten des Landes angreife, werde das sehr schwere Folgen für die ukrainische Staatlichkeit haben, sagte Putin während einer Fragestunde im Fernsehen.
Im Osten der Ukraine kämpfen Separatisten seit vier Jahren für einen unabhängigen Staat und werden dabei von Russland unterstützt. Im März 2014 annektierte die russische Regierung die ukrainische Halbinsel Krim.

Diese Meldung einer ungeheuerlichen Ungeheuerlichkeit zeigte zum einen erst einmal, daß sich immerhin eine Kleinigkeit gewandelt hatte. Und zwar nach meiner Beobachtung seit dem damals aktuellen Giftanschlag in London und der zeitnahen Veröffentlichung des Zwischenberichtes über den Untersuchungsstand zum Abschuß der Passagiermaschine des Fluges MH17.

Gemeint ist hierbei nicht der Giftanschlag in London mit radioaktivem Plutonium, sondern der darauf folgende Mordversuch in London mit dem chemischen Nervengift Novitschok, das, gewissermaßen als Kollateralschaden, einer ahnungslosen unbeteiligten Frau das Leben kostete.

Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß früher derart deutlich und ohne jedes Wenn und Aber und sogar ohne das mindeste eines des seinerzeit etwa schon seit zwei Jahren in bundesdeutscher Journalistik inflationär grassierenden „mutmaßlich“ die auf der Hand liegende Tatsache einer russischen Unterstützung sogenannter Separatisten in der Ukraine wie selbstverständlich ausgesprochen wurde in einem der öffentlich-rechtlichen Medien.

Zum anderen zeigte sich jedoch auch, daß die sich daraus ergebende Folgerung, nämlich daß Rußland und sein lupenreiner Auftraggeber als lupenreine Kriegspartei nicht neutral vermittelnd ist und sein kann zwischen der Ukraine und den russischen Marionetten, den sogenannten Separatisten.

Also den lupenreinen Söldnern.

Wie ignoranterweise von Deutschland und Frankreich vorausgesetzt.

Und daß selbige simple Tatsache in bundesdeutschen Medien nicht einer geringsten Beachtung, geschweige denn einer angemessenen Erörterung, für Wert erachtet wurde und wird.

Bis heute.

Und es wäre doch so wichtig gewesen angesichts der in Deutschland praktizierten tatsachen- und geschichtsignoranten rußlandfreundlichen Verklärungen!

Vor allem in Ostdeutschland und in bayerischen Regierungskreisen und bei der in solchen Dingen wie immer, und wie immer alle paar Jahre aus allen Wolken fallend, unbekümmert kurzsichtig agierenden deutschen Wirtschaft.

Mit ihren „total unpolitischen“ Rußlandgeschäften.

Doch das Allerwichtigste fand überhaupt keine Beachtung:

Vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, also nach der heimtückischen Krim-Annexion, schrieb der lupenreine Auftraggeber in dreister Offenheit vor seinen gewohntermaßen devot lauschenden untertänigsten Untertanen einem souveränen Nachbarland vor, was dieses auf seinem Territorium zu tun und zu lassen habe!

Und bedrohte es in seiner Staatlichkeit.

Was ja wohl heranreicht an eine Kriegsdrohung!

Und der Westen und die sogenannte Europäische Union mit ihrer gemeinsamen sogenannten Außenbeauftragten und Deutschland reagierten nicht im geringsten oder stellten dem aggressiven Erpresser wenigstens mal eine Frage im Anschluß an seine Fragestunde.

Und was für ein erschütterndes Niveau offenbarte bei alldem auch wieder der deutsche Journalismus!

Keinerlei Erörterung in bundesdeutschen Medien!

Stattdessen einen Tag später als typischer SPD-Mann der frohgemute Oppermann als typischer sozialdemokratischer Rußlandgesundbeter, und zwar wieder in den Nachrichten des Deutschlandfunks:

Oppermann (SPD): „Sportereignisse können helfen, das Eis zu brechen“

Bundestagsvizepräsident Oppermann hat sich gegen einen generellen politischen Boykott der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ausgesprochen.

Er sei der Ansicht, diese sollte nicht „total politisiert“ werden.

Total!

Total richtig!

Das wissen wir seit der total unpolitischen Olympiade 1936!

„Damit wird nichts gewonnen.“ Ob jemand zu den WM-Spielen nach Russland reise, „das muss jeder selbst entscheiden“. Die Olympischen Spiele in Südkorea hätten gezeigt, dass solche Sportereignisse „auch helfen können, das Eis zu brechen“. Deshalb plädiere er dafür, solche Gelegenheiten immer auch zu politischen Gesprächen zu nutzen.

Richtig!

Und wie die Gespräche dann prosperierten in Korea auf dem gebrochenen Eis!

Oppermann spielt heute mit der Fußballmannschaft des Bundestages in Moskau gegen Abgeordnete der russischen Duma. Fußball könne auch eine Sprache sein, die politisch wirke, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Es sei unbestritten, dass es erhebliche Differenzen zur Politik von Präsident Putin gebe.

Also der letzte Satz, einfach herrlich! Ein tapferes Kerlchen, der Oppermann!

Unbestritten!

Wie der mutig die Dinge anspricht!

Aber…

„Aber die Russen sind nicht unsere Feinde und deshalb wollen wir diese sportliche, menschliche Begegnung nutzen, um unsere Gesprächsbereitschaft auch zu zeigen“, betonte Oppermann.

Gesprächsbereitschaft!

Auch zeigen!

Damit der Auftraggeber Bescheid weiß!

Für Friede, Freude, Fußballfreundschaft – immer bereit!

Der Zeitpunkt dafür könne nicht besser sein, weil es in der nächsten Woche einen neuen Anlauf zu einer Lösung des Ukraine-Konflikts geben solle.

Seltsam, und das konnte man natürlich nicht voraussehen als Genosse aus der Rußlandgesundbeterpartei, der neue Anlauf zu einer Lösung des Ukraine-„Konflikts“, wie Oppermann die russische Aggression zur Gewinnung „Neurußlands“ als Landkorridor zur Krim und potentiell über Odessa nach Transnistrien euphemistisch nannte, der neue Anlauf zu einer Lösung war zufälligerweise, trotz all der krampfhaft gezeigten Gesprächsbereitschaft auf dem gebrochenen Eise der Fußballfreundschaft, gescheitert.

Weil die Seite des lupenreinen Auftraggebers sich anmaßte und anmaßt, aus irgendeinem Grund, eine Blauhelmmission nicht zu akzeptieren, die den sogenannten Waffenstillstand dergestalt überwachte, daß auf ukrainischem Staatsgebiet auch die Grenze zu Rußland kontrolliert würde…

Ja, so war das und so ist das.

Bis heute.

Da fällt mir ein, entweder auf eben jener lupenreinen landesväterlichen Fragenbeantwortungsinszenierung war es dem lupenreinen Auftraggeber ein wichtiges Anliegen oder vielleicht auch ein paar Tage vor der typisch russischen Veranstaltung, da war irgendwie die Rede auf Iwan den Schrecklichen gekommen, und daß er seinen eigenen Sohn ja erschlagen hatte. Vor Wut. Was der lupenreine Wladimir Wladimirowitsch jedoch vehement bestritten haben soll: Das sei eine Lüge des Westens!

Das kann ich nur unterstützen.

Wie ich den Westen kenne, seit jeher verbreitet der über Rußland antisowjetische Lügen, Falschmeldungen und sogar Feknjus!

Wie ich den Westen kenne, und da kann ich den lupenreinen Wladimir Wladimirowitsch nur schon warnen, löge der Westen demnächst sogar, der in Rußland göttergleich, also wie Stalin, verehrte Peter der Große habe seinen Sohn zu Tode foltern lassen und selbst mit Hand angelegt dabei!

Der Westen, wie ich ihn kenne in seiner Verlogenheit, könnte der Idee verfallen, die Feknju zu verbreiten: Daß der Zarewitsch Alexej starb nach wochenlangen Verhören. In welchen er die Aussage seiner Geliebten Afrosinja über seine verbrecherischen Absichten bestätigt haben soll unter der Knute: Er werde als Zar wohnen in Moskau!

Und nicht in Petersburg!

Er werde weder eine Flotte halten noch Kriege führen!

Und der Westen, wie ich den kenne, könnte behaupten, noch bevor Peter der Große das gegen seinen Sohn gefällte Todesurteil überhaupt unterzeichnen konnte, sei dieser also an den Folgen der Folter gestorben.

Gewissermaßen vorfristig vor seiner Enthauptung.

Der Zarewitsch Alexej!

Den der russische Gesandte aus dem sicheren Wiener Asyl, in das er aus Furcht vor seinem Vater, Peter dem Großen, geflohen war, mit verlogenen Versprechungen erst zur Rückkehr nach Rußland gelockt hatte…

Zwecks Gefangennahme.

Das könnte der verlogene Westen behaupten.

Oder auch, wie mir einfällt, welch entsetzliches Strafgericht bei seiner Rückkehr von seiner Europareise Peter der Große anrichten ließ unter den Strelitzen, seiner Leibgarde.

Ganze 800!

Die ließ er hinrichten, wobei, wie der Westen behaupten könnte, Peter der Große es sich nicht hatte nehmen lassen, bei diesem und jenem selbst Hand anzulegen.

Und sie persönlich enthauptete.

Also ihnen mit einem Beil den Kopf abschlug.

In seiner antisowjetischen Verlogenheit würde sich der Westen mit solchen Feknjus dreist auf Beobachtungen des damaligen kaiserlichen Gesandten berufen.

Und wie ich ihn kenne, wäre der Westen auch imstande zu behaupten, bereits Jahre zuvor, nämlich als er seine Stiefschwester Sofja lebenslänglich ins Kloster verbannte, hatte der verehrte Peter den damaligen Chef der Strelitzen hinrichten lassen.

Nach schwerster Folter.

Und, könnte der Westen behaupten, anläßlich der erwähnten Massenhinrichtung habe Peter der Große eine gewisse Anzahl der Strelitzen seiner lebenslänglich, also lebenslang verbannten Stiefschwester direkt vor ihrem Fenster im Kloster aufhängen lassen.

Mit dem strickten Befehl, bis zum Tode Sofjas die verwesenden Leichen dort hängen zu lassen.

Wie es auch geschah…

Doch zum Glück herrscht heute im Kreml der Auftraggeber, der all die westlichen Lügen über das ruhmredige Rußland entlarven wird.

Lu-pen-rein!

Wie schon zuvor bei MH17 und, wie lächerlich, daß russische Soldaten grün gewesen wären auf der damals noch ukrainischen Krim!

Und die Lügen über russische Cyberangriffe auf den deutschen Bundestag!

Und den angeblichen Tiergartenmord!

Und Südossetien, Abchasien, Transnistrien, Syrien, Libyen und so weiter!

Und all die unzählig anderen Lügen bis hin zum Attentat auf den polnischen Papst!

Oder noch weiter!

Und die so was behaupten, über Iwan den Schrecklichen oder Peter den Großen oder Staatsdoping und so weiter und so weiter und so weiter: Die sollen sich vorsehen…!

Daß es ihnen nicht ergehe wie Amalrik, Münzenberg und Trotzki!

Mit einem Eispickel von hinten in den Kopf!

 

Dahinter stecken staatliche Strukturen. Ohne Putin ist so etwas in Russland nicht möglich, weil solche Anschläge immer zu einem internationalen Skandal führen.“

Der heute in Princeton, USA, lebende Wil Mirsajanow, einer der russischen Entwickler des Nervengiftes Nowitschok im aktuellen DER SPIEGEL zur Vergiftung Nawalnys

 

Der Niedergang unserer Zivilisation am vorauseilenden Beispiel der USA

 

29. August 2020: Serapion an Mephisto

 

Der immer wieder empfehlenswerte Publizist und langjährige USA-Korrespondent des TAGESSPIEGEL Christoph von Marschall gestern im Deutschlandfunk (Hervorhebungen von mir):

Wir haben jetzt zwei Parteitage hinter uns, die auf eine bestimmte Art eigentlich genau dieselbe Botschaft haben. Es geht nicht mehr um politische Programme, es geht nicht um Ziele, es geht nicht um Steuern, nicht um Soziales, um gar nichts; es geht nur noch um eine Person, und das ist Donald Trump.

Die Demokraten haben gesagt, das ist eine Frage von Helligkeit, Licht oder Dunkel, von Gerechtigkeit oder nicht, von böse und gut. Richtig existenziell wird das aufgeladen. Trump muss raus aus dem Weißen Haus.

Die Republikaner und Trump machen das genauso. Es geht nur noch um Donald Trump. Entweder ihr seid für ihn, oder gegen ihn. Alles Weitere spielt keine große Rolle und was tatsächlich Fakt in Amerika ist, spielt sowieso keine mehr. Corona ist fast vergessen, die Kriminalität wird nur instrumentalisiert, benutzt von den Demokraten als Beweis für die Ungerechtigkeiten in Amerika, von Trump als Beweis dafür, dass die Demokraten nur noch Chaos in Amerika haben wollen.

… Früher bei Barack Obama ging es für oder gegen eine allgemeine Krankenversicherung, für mehr Kompromisse in der Wirtschaftspolitik ja oder nein, und in der Außenpolitik auch, ob man mehr mit seinen Partnern zusammenarbeitet, oder ob mehr Härte gefragt ist.

In diesem Wahlkampf 2020 sind all solche wirklich politischen Fragen, um die es doch eigentlich gehen müsste in einem Wahlkampf – zwei Lager haben unterschiedliche politische Konzepte –, das ist alles völlig an die Seite gerückt worden und es ist nur noch ein Wahlkampf für oder gegen Donald Trump, und das ist natürlich auch ein sehr riskantes Konzept für die Demokraten.

… Seit Jahren wird in Amerika von den Demokraten Wahlkampf geführt, dass man die Spaltung überwinden müsse, aber es ist niemandem gelungen. Die Spaltung wird immer tiefer.
Aber sie ist jetzt auf einmal nicht nur an politischen Identitäten festgemacht, sondern an der einzigen Person des Präsidenten, und das ist diese enorme Aufladung und das ist aus zwei Gründen riskant. Die Polarisierung nützt in der Regel den Polarisierern.

Das ist Trumps Konzept schon die ganze Zeit gewesen. Er kann ja nicht sicher sein, dass er mit sich, seiner Programmatik und seiner Bilanz seiner Präsidentschaft, Corona plus den Wirtschaftseinbruch, dass er damit die Wahl gewinnt. Er kann die Chancen für eine zweite Amtszeit nur erhöhen, indem er sagt, hier bin ich, das sind die anderen, es ist eine Wahl zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkel, so wie das aber die Demokraten auch gemacht haben.
… und auch hier sehen Sie wieder dieses reine Schwarz-Weiß-Denken. Wenn Sie sich die Demokraten anschauen und ihre Unterstützer, dann steht im Vordergrund die Polizeigewalt gegen schwarze Jugendliche, und es wird faktisch überhaupt nicht darüber geredet, ob diese Opfer von Polizeigewalt – und natürlich sind das skandalöse Szenen, die wir da sehen; ich will da nichts verharmlosen – aber man muss einfach mal sagen: Wenn man sich zum Teil die Opfer anschaut, das sind ja keine Unschuldslämmer, sondern das sind Leute, die selber zum Teil gegen Gesetze verstoßen haben, selbst Gewalt gegen Polizisten angewendet haben. Das spielt bei den Demokraten überhaupt keine Rolle. Es geht nur um die Ungerechtigkeit.

Bei Trump ist es umgekehrt. Trump möchte nur das Chaos in den Straßen, die brennenden Geschäfte, über die Plünderungen reden, die es ja auch gibt, die aber bei den Demokraten keine Rolle spielen, und Trump redet kein Wort über die Opfer der Polizeigewalt. Sie haben zwei völlig unterschiedliche Bilder, was sich da abspielt.

Die eine Partei sagt, wir sind ein sehr, sehr ungerechtes System, in dem Schwarze diskriminiert werden und immer wieder Opfer von Polizeigewalt werden, und die andere Seite sagt, da gibt es zwar vielleicht ein paar Probleme mit Zwischenfällen, aber schaut euch doch an, was hinterher ist. Da ist diese Black Lives Matter Bewegung, dann brennen die Straßen, dann werden Geschäfte geplündert. Wollt ihr dieses Amerika! Und dass man kein bisschen die Sichtweise des anderen Lagers auch nur einbezieht und anerkennt, das zeigt den Grad der Lagerspaltung in den Vereinigten Staaten.

 

Oben brennt es im Dach und unten rauchen die Minen,

Aber mitten im Haus schlägt man sich um den Besitz.

Friedrich Hebbel (1813 – 1863)

 

Der lupenreine Bock als Gärtner

 

26. August 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Es ist nicht zu fassen! Wenn die Meldung stimmt, haben letzte Woche sowohl Merkel als auch Macron angerufen bei dem lupenreinen Auftraggeber. Ebenso soll EU-Ratspräsident Michel telefonisch im Kreml höflich mit den Hufen gescharrt haben. Am Dienstag, dem 18. August, lautete eine Meldung darüber im Deutschlandfunk in ihrer unbemerkten grandiosen Ungeheuerlichkeit (Hervorhebungen von mir):

Angesichts der anhaltenden Proteste in Belarus hat Bundeskanzlerin Merkel mit dem russischen Präsidenten Putin telefoniert.

Merkel forderte dabei von der Regierung in Minsk einen nationalen Dialog mit Opposition und Gesellschaft, wie Regierungssprecher Seibert anschließend mitteilte. Ferner habe die Kanzlerin unterstrichen, dass die belarussische Regierung auf Gewalt gegen friedliche Demonstranten verzichten und politische Gefangene unverzüglich freilassen müsse.

Soweit man sah, weder hinterfragt noch wenigstens auch nur ein einziges Mal kommentiert in unseren öffentlich-rechtlichen Medien im selbstverliebten Glanze ihrer Transparenz.

Es ist nicht zu fassen!

Wenn ich es richtig verstand, gab es von Merkel und Macron und Michel sogar eine Anfrage zwecks Bereitschaft seitens des lupenreinen Auftraggebers hinsichtlich einer Vermittlerrolle zwischen dem weißrussischen Operettenzar und seinem zürnenden Volke.

Also nach Bereitschaft für eine Vermittlerrolle seitens ebendesselben lupenreinen Auftraggebers einer neuen Landesverfassung des ruhmredigen Rußlands, in welcher es der lupenreine Herr aller Reußen für unabdingbar hielt mit irgendeiner Absicht, verfassungsrechtlich verbieten zu lassen, russisches Territorium jemals aufzugeben!

Welches Verbot ja zurückzuführen ist über die Jahrhunderte. Beispielsweise bis auf die uralte Politik Iwans des Schrecklichen, nämlich der Politik des „Sammelns russischer Erde“. Mittels seiner mörderischen Truppe der „Opritschniki“.

Zuständig für das Ermorden rechtmäßiger Landbesitzer.

Und was nicht alles russische Erde war und ist in ruhmrediger russischer Rabulistik!

Denn Rußland sei, wo Russen wohnen!

Und nach einer lupenreinen Bekundung des Auftraggebers wäre der Zerfall der ruhmredigen Sowjetunion, also des russischen Imperiums, die größte Katastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts.

Und Du kannst sicher sein, selbst die Japaner werden ihre Kurilen-Inseln nie wieder zurückerhalten…

Nach all dem entsetzlichen Dilettantismus deutscher Außenpolitik der letzten Jahre, insbesondere gegenüber dem chauvinistischen Imperialismus Rußlands: Es muß endlich Schluß sein!

Schluß mit der spdämlichen Strategie des guten Zuredens. Der sozialdemokratischen Beschwichtigungspolitik.

Mit dem Ziel eines Abkommens, vielleicht in München.

Rußland hat nicht das geringste hegemoniale Sonderrecht gegenüber anderen Völkern zuerkannt zu werden!

Rußland hat weder explizit noch implizit das geringste Recht zugestanden zu werden, auch nur entferntest über irgendwelche Angelegenheiten seiner Anrainerstaaten noch sonst welcher zu entscheiden!

Schon gar nicht, wenn Rußland als Aggressor Kriegspartei ist!

Wie in der Ukraine.

Beispielsweise.

Rußland hat international keinerlei irgendwie geartetes Vorrecht zu beanspruchen!

 

Dienstag, 18. August, DER TAGESSPIEGEL:

Wer – wie die Bundesregierung – zwar Erschütterung über die Gewalt zum Ausdruck bringt, sich ansonsten aber vornehm zurückhält, der lässt die belarussischen Freiheitskämpfer im Stich. ‚Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer‘, hat Elie Wiesel einmal gesagt.

Montag, 24. August, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:

Außenpolitik funktioniert nun mal nicht mit gutem Zureden, sondern basiert auf Druck und Gegendruck, auf der Aufrechnung von Interessen und auf der Bereitschaft, Regeln auf- und durchzusetzen.

 

Winston Churchill laut The Times in einer Rundfunkrede am 26. August 1950, also heute vor 70 Jahren:

Die einzige Methode, mit dem kommunistischen Rußland zu verfahren, sei es, stärker zu sein, und sodann mit Vernunft und Anstand zu handeln.

 

Bolschoi Theater

 

15. August 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Den zeitlichen Gipfel des russischen Imperiums setze ich an auf die Dauer von 4310 Tagen und datiere diese beginnend mit dem 4. Oktober 1957, dem Start des sowjetischen Sputniks 1, und endend am 21. Juli 1969 um 3 Uhr 56 MEZ, als Neil A. Armstrong, ein freier Mensch aus dem freien Teil der Erde, zum ersten Mal seinen Fuß auf den Mondboden setzte. Sogar in der sogenannten Deutschen Demokratischen Republik kam man nicht umhin, sich mit dem Adlershofer „Fernsehfunk“ der Direktübertragung des Ereignisses dem Westfernsehen anzuschließen. Zum Trost der Machthaber mitten in der Nacht vom Sonntag zum Montag… Im Reich der Lüge, in Sowjet-Rußland, erwähnte und übertrug man indessen nichts im Fernsehen und teilte in den Zeitungen lediglich mit, versteckt auf den hinteren Seiten, die Amerikaner würden melden „Kocmonawti na lune“.

Also nicht „Kosmonauten auf dem Mond“, sondern „Kosmonauten auf dem Mond“ hätten die Amerikaner gemeldet…

Ich halte es übrigens für sehr wahrscheinlich, daß die sogenannte Verschwörungstheorie, also die These, die Amerikaner wären gar nicht auf dem Mond gelandet, sondern hätten das alles nur gefilmt in ihren Trickfilmstudios Hollywoods, ihren Ursprung findet in Schädeln des russischen Geheimdienstes.

Zeitgleich zu Apollo 11 hatte man in idiotischer Verzweiflung extra die unbemannte Sonde Luna 15 gestartet. Sie sollte offensichtlich schnell auf dem Mond Bodenproben automatisch zusammenklauben und à la Wettlauf zwischen Hase und Igel noch vor der Rückkehr der Amerikaner triumphierend in der ruhmredigen Sowjetunion abladen.

Ein die Intelligenz selbst wohlwollender Beobachter unterschätzendes, also typisch russisches Propagandamanöver.

Obwohl lehrreich leider heute völlig vergessen.

In der Endphase des Wettlaufs zum Mond hatten die Russen plötzlich begonnen, so zu tun, als hätten sie nie daran gedacht, einen Menschen auf den Mond chauffieren zu wollen, und schon immer auf ihre vermeintlich überlegene Technik gesetzt. „Kybernetik!“ posaunte die Propaganda. Und: „Sowjetische Wissenschaft“!

Vor der amerikanischen Mondlandung hatte man anfänglich in Zeitschriftenartikeln glasklar analysiert, daß das Apollo-Programm nicht funktionieren könne. Weil: zu kompliziert mit vorheriger Mondumlaufbahn und Abkopplung und Ankopplung und dergleichen riskanten Manövern im Vergleich zu sowjet-russischen Direktflügen.

Was hatte man nicht auch gespottet und Propagandalieder getextet über die „Spätniks“ der Amis. Und kraft der „einzig wissenschaftlichen Weltanschauung“ marxistisch-leninistisch bewiesen, es könne auch naturgesetzlich nicht klappen mit der amerikanischen Raumfahrt. Weil im Kapitalismus all die Bauteilhersteller und Zulieferbetriebe, die schufteten ja gegeneinander in profitorientierter Konkurrenz! Während in der ruhmredigen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken alle Arbeiter planmäßig schöpferisch Hand in Hand arbeiteten…

Luna 15 zerschellte.

Von nun an ging’s bergab mit dem russischen Imperium unter dem Feigenblatt der kommunistischen Religion.

Die friedliebenden Russen verkündeten 1969 noch schnell, bis zum Jahr 1980 die „materiell-technische Basis des Kommunismus“ errichtet zu haben, welche lehrreiche Verkündigung heute ebenfalls leider vergessen ist, und marschierten bis 1980 ein in Afghanistan. Nämlich am zweiten Weihnachtsfeiertag 1979.

Man hatte immer noch nicht begriffen, was der erste kleine Schritt Neil Armstrongs auf die Mondoberfläche irdisch bedeutet hatte: Am 21. Juli 1969 um 3 Uhr und 56 Minuten mitteleuropäischer Zeit wurde der Kommunismus besiegt.

Statt der „materiell-technischen Basis des Kommunismus“, von der 1980 kein Sterbenswörtchen mehr zu hören war, hatte man in Polen 1980 die Lebensmittelpreise erhöht. Das ließen sich die Arbeiter indessen nicht mehr gefallen. Es kam zu Streiks, und genau gestern vor 40 Jahren, am 14. August 1980 traten auch die 17.000 Werftarbeiter der Danziger „Lenin-Werft“ in den Ausstand.

Ich werde den Polen und der katholischen Kirche und Johannes Paul II. immer dankbar sein!

Am 31. August 1980 konnte Lech Wałesa verkünden: „Wir haben endlich unabhängige, selbständige Gewerkschaften. Wir haben das Streikrecht.“

Und bereits zwei Monate später hatte die „Solidarnosc“ 10 Millionen Mitglieder!

Allein das!

Allein das war eine Abstimmung mit den Füßen gegen das durch den gewöhnlichen Imperialismus Rußlands fremden Völkern mit Gewalt, Heimtücke und Lüge aufgezwungene System.

Wir Großrussen haben uns immer roh gegen unterworfene Völker benommen. Das einzige, was wir gekonnt haben, war, sie zu unterdrücken.“ (Lenin)

Eine bemerkenswerte Selbsterkenntnis dreier großrussischer Merkmale über die Jahrhunderte großrussischer Geschichte: Das schmarotzende Nichtkönnen, eine menschenverachtende Rohheit und die Unterdrückung fremder Völker.

Fehlen nur noch Potemkinsche Dörfer.

Und?

Großes Theater!

Der Sputnik!

Diese Woche also verkündete im Kreml der wohlbekannte Auftraggeber aller Großrussen in aller großrussischen Bescheidenheit die großrussische Zulassung eines großrussischen Impfstoffes gegen den Erreger der Corona-Pandemie!

Und aus irgendeinem großrussischen Grund erhielt das Medikament die Bezeichnung „Sputnik V“.

Mittwoch, 12. August, LE FIGARO:

Das Medikament wurde ‚Sputnik V‘ getauft –, was an die Sternstunden sowjetischer Wissenschaft während des Kalten Krieges erinnert. Doch indem Präsident Putin einen Impfstoff zulässt, bevor die unverzichtbaren Testphasen abgeschlossen sind, setzt er seine Bevölkerung einem Produkt aus, das sich als ineffizient oder sogar als gefährlich erweisen könnte. Putin hätte daran denken sollen, dass Sputnik Moskau zwar einen ersten Sieg bei der Eroberung des Weltraums brachte, die Sowjets aber am Ende das Rennen verloren und es niemals geschafft haben, einen Fuß auf den Mond zu setzen.

Mittwoch, 12. August, EL PERIODICO DE CATALUNYA:

Es scheint, als gehe es dem russischen Präsidenten vor allem darum, mit seinem Produkt den internationalen Wettlauf um einen Impfstoff zu gewinnen. Doch ein Medikament ist kein Werkzeug, um global an Einfluss zu gewinnen oder das Renommee eines Präsidenten zu steigern.

Mittwoch, 12. August, MOSKOWSKI KOMSOMOLEZ:

Natürlich ist es eine Sache des Prestiges. Doch selbst bekannte russische Virologen erklären offen, dass sie sich selbst keinen ‚rohen‘ Impfstoff spritzen lassen und auch nicht zulassen wollen, dass ihre Familien geimpft werden.

Mittwoch, 12. August, CUMHURIYET:

Ein Impfstoff ist nicht nur eine Prestigeangelegenheit, es geht auch um internationalen Einfluss. Das hat Putin in einem Nebensatz erkennen lassen. Und um deutlich zu machen, wie effektiv der Impfstoff sei, wies er darauf hin, dass auch eine seiner Töchter damit geimpft wurde.

Dieser typische, sich vor Plumpheit eigentlich immer wieder selbst entlarvende russische Propagandaprotz für primitive Gemüter!

Seine Tochter hat der Auftraggeber impfen lassen.

Nur sich selbst, den auftraggebendsten kostbarsten großrussischsten Oberrussen, den hat er nicht impfen lassen…

 

Knapp daneben

 

8. August 2020: Serapion an Mephisto

 

Um 1350 kam die Pest zufälligerweise einmal aus China und nahm ihren Weg nach Europa zufälligerweise auf den Handelsstraßen. Und zwar über Indien und Persien. Die Seuche entvölkerte etwa 200.000 Dörfer und Siedlungsflecken vollständig und brachte mehr als ein Viertel der europäischen Gesamtbevölkerung um.

25 Millionen Menschen allein in Europa.

Die Pariser medizinische Fakultät riet zwecks Vorbeugung:

Man soll kein Geflügel essen, keine Wasservögel, kein Spanferkel, kein altes Ochsenfleisch, überhaupt kein fettes Fleisch. Wir empfehlen Brühen mit gestoßenem Pfeffer.

Bei Tage schlafen ist schädlich. Der Schlaf darf nicht länger dauern als bis zum Morgengrauen.

Unschädlich sind trockene und frische Früchte, wenn man sie mit Wein nimmt.

Kalte, feuchte und wäßrige Speisen sind größtenteils schädlich. Fisch soll man nicht essen. Man koche nichts mit Regenwasser. Zu den Mahlzeiten nehme man etwas Theriak; Olivenöl zur Speise ist tödlich.

Gefährlich ist das Ausgehen zur Nachtzeit bis um drei Uhr morgens wegen des Taus. Fette Leute sollten sich der Sonne aussetzen.

In Europa traf die Seuche zuerst auf die Handelsstadt Florenz. Zeitzeuge Boccaccio schrieb:

Mit Beginn des Frühlings begann die Seuche ihre schmerzensreichen Wirkungen auf eine gräßliche Art zu zeigen. Und sie begann hier nicht wie im Orient mit Nasenbluten, dem sicheren Zeichen unvermeidlichen Todes, sondern es entstanden bei Männern wie bei Frauen Geschwülste unter der Achsel, bis zur Größe eines Apfels, die das Volk Pestbeulen nannte. Von dort aus verbreitete sich das tödliche Pestgift über den ganzen Leib.

Später nahm die Krankheit eine andere Gestalt an: Es entstanden schwarze oder bläuliche Flecken am Arm oder am Oberschenkel und weiterhin am ganzen Körper. Und wie anfangs die Beulen ein sicheres Zeichen des kommenden Todes gewesen waren, so wurden es jetzt die Flecken für jeden, der sie bekam. Kein ärztlicher Rat und keine Kraft der Arzneien erwiesen sich als heilsam. Jedenfalls genasen nur sehr wenige, und fast alle starben rasch binnen drei Tagen nach dem Auftreten jener Zeichen, gewöhnlich ohne alles Fieber und andere Zufälle.

Die Verderblichkeit dieser Seuche war um so größer, als der Todeskeim von den Kranken auf die Gesunden übergriff wie Zunder auf trockene oder fettige Gegenstände. Und zwar nicht nur beim Umgang mit den Kranken selbst, sondern auch beim Berühren ihrer Kleider und Sachen. Deswegen hatten fast alle das Ziel, die Kranken und deren Sachen zu meiden und zu fliehen.

Manche dachten, daß ein mäßiges Leben die Widerstandskraft erheblich fördere. Sie vereinigten sich zu Gesellschaften und lebten von allen abgesondert. Und indem sie sich in Häusern, in denen kein Kranker war, versammelten und einschlossen, genossen sie die schmackhaftesten Speisen und den besten Wein, aber mit Maß und auf der Hut vor aller Schwelgerei. Niemand erhielt zu ihnen Zutritt, und keine Todes- oder Krankennachricht durfte ihnen hinterbracht werden. Andere dagegen behaupteten, die sicherste Arznei bei einem solchen Übel sei, reichlich zu trinken, sich gute Tage zu machen, mit Gesang und Scherz umherzuziehn, jeglicher Begierde, wo es nur möglich sei, Genüge zu tun, und über das was kommen werde, zu lachen und zu spotten.

Eine dritte Gruppe waren die sogenannten Geißelbrüder. Die zogen als Büßer zu Tausenden übers Land von Ort zu Ort, unbeschuht, doch ein jeglicher mit einer dreisträngigen Geißel in der Hand, davon jeder Strang bewehrt mit drei dornigen Knoten. Ab und zu entblößten sie dann ihre Rücken und schlugen sich, bis ihr Blut hervorströmte.

Und in den Städten jagten und lynchten sie die Juden, weil die natürlich, wie immer, und heute zusammen mit den Amis, die Schuldigen sind und waren an allem.

Es gibt nichts neues unter der Sonne.

Also am ersten August in Berlin…

Dazu am Dienstag der Deutschlandfunk:

Knapp 20.000 Menschen demonstrierten am Wochenende in Berlin gegen die deutschen Infektionsschutzmaßnahmen, die eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen.

Zuerst einmal aus tiefer Dankbarkeit Hochachtung vor dem charakterisierenden charakteristischen Niveau. Für die Erläuterung, wozu Infektionsschutzmaßnahmen dienen.

Wer hätte es gedacht.

Du siehst, unsere öffentlich-rechtlichen Medien nehmen ihren Aufklärungsauftrag ungeheuer ernst, und erkennst, was sie darunter verstehen…

Auf Punkt und Komma!

„Knapp 20.000 Menschen…“

Wenn es „rund“ geheißen hätte!

Oder „ungefähr“…

Aber dieses verräterische Knapp!

Das heißt und soll singen und sagen: Stop! Auf keinen Fall 20.001!

Oder noch mehr.

„Knapp 20.000“ heißt ja „etwa 19.900“ oder, toleranter gesehen, vielleicht 19.500.

Allerdings „knapp 20.000“ kann auf keinen Fall bedeuten 19.000! Denn wer „knapp 20.000“ zu schätzen in der Lage ist, kann auch „etwa 19.000“ schätzen.

Botschaft: Auf keinen Fall mehr und über!

Nun ist das so eine Sache mit dem knappen Wörtchen „knapp“.

Knapp schwanger geht nicht.

Denn knapp richtig wäre ganz falsch.

Und knapp wahr ist unwahr.

Aus irgendeinem Grund nur in Sekundenbruchteilen zeigte man im Fernsehen aus der Vogelperspektive einmalig eine nahezu knappste Kameraaufnahme der Demonstranten.

Etwa von der Siegessäule bis zum Brandenburger Tor.

Alles voller Menschen!

Diese knappe Bildschnitt-Blitztechnik kennt man ja aus der DDR-Fernsehfunk-Berichterstattung über den bösen Westen vornehmlich durch den deutschen demokratischen Chefpropagandisten Joseph, nein, Karl-Eduard von Schnitzler, und sie sollte andenkenhalber eigentlich Schnitzel-, nein, Schnitzlertechnik genannt werden. In der Deutschen Demokratischen Republik gab es einen bis zu zehn Jahre Freiheitsentzug einbringenden Paragraphen des Strafgesetzes, der hieß „Staatsfeindliche Hetze“. Staatsfreundliche Hetze blieb unbestraft und von Schnitzlers „Der schwarze Kanal“ lief im Fernsehfunk jeden Montag über dreißig Jahre lang bis 1989.

Nach meiner Beobachtung wurde seine Schnitzlertechnik das erste Mal übernommen von der bundesdeutschen Journalistik anläßlich der Berichterstattung über die Pegida in Dresden. Doch erst nachdem die dortige Anzahl der Demonstranten die Zahl 10.000 unknapp überstiegen hatte. Die Monate zuvor hatte man die Methode noch nicht eingesetzt bei diesen Demonstrationen.

Weil man überhaupt nicht über diese politisch Unkorrigierten berichtet hatte.

Um die richtig Denkenden vor Verwirrung zu schützen.

Aber nun!

In knappster Schnitzleristik!

Daß Du ohne zeitliche Belastung in knappsten Sekundenbruchteilen klar erkanntest: Lauter Deppen!

Abstiegsverängstigte, modernisierungsskeptische, fremdenfeindliche, islamophobe, rassistische, abgehängte, weiße, alte Männer!

Wie bei von Schnitzler: Alles Nazis!

Ebenso knapp etwa ein Dreivierteljahr später in einem knappen Halbsatz die Erwähnung des Ergebnisses einer soziologischen Studie: Es handelt sich um die dortige Mittelschicht…

Um aber auf die erwähnte Vogelperspektive der Straße des 17. Juni vom Großen Stern bis zum Brandenburger Tor zurückzukommen: auch die kannte ich bereits. Nur eben ohne jede Schnitzleristik in ausführlichen Bildsequenzen. Ansonsten völlig identisch angefüllt mit Menschenmassen. Das war anläßlich der seinerzeitigen Lafparät in Berlin. Wenn ich mich recht erinnere, wurde damals die Teilnehmerzahl beziffert ohne jedes Knapp mit mehreren hunderttausend.

Wenn nicht sogar mit Million.

Weißt Du, was der RIAS, der Rundfunk im amerikanischen Sektor Berlins, der beste Sender, den es je gab, weißt Du, was der gemacht hätte? Der wäre beispielsweise hingefahren mit seinem Ü-Wagen, Ü für Übertragung! Und hätte direkt, (zu deutsch: leif), von jener Massendemonstration berichtet. Und zwar nicht nur in verwackelten blitzschnellen Sequenzen. Sondern, wie es sich bei seriöser Berichterstattung gehörte, vermittels gebührenfinanzierter und teuer bezahlter Kamera- und Mikrofontechnik des 21. Jahrhunderts.

Und der RIAS wäre durch die Stadt gefahren und hätte ausgiebig Leute interviewt.

Was?

Das hätte sich der RIAS gar nicht wagen dürfen?

Weil die Demonstranten den Ü-Wagen platt gemacht hätten?

Und die rechten Menschen gar nicht mit der Presse geredet hätten?

Das glaube ich eher nicht!

Weil nämlich in Zeiten des RIAS das Klima jener ungeheuerlichen „Lügenpresse!“-Sprechchöre erst überhaupt nicht entstanden wäre.

Aus Mangel an Gründen.

Denn nichts entsteht ja grundlos.

Die RIAS-Reporter wären also rausgefahren zu der Kundgebung. Denn die Kundgebung war ja angemeldet.

Also legitim.

Sonst wäre sie ja auch verboten worden.

Es handelte sich also um eine demokratische Versammlung.

Und wir leben doch in einem demokratischen Staat. In welchem Berichterstatter die Kundgebenden eines legitimierten Willens nicht ohne weiteres und von vornherein als „rechts“ oder „rechtspopulistisch“ in diskriminierender Absicht zu etikettieren und tendenziös abzuwerten haben. Noch dazu ohne jegliches ansonsten heute so beliebte „mutmaßlich“.

Sondern die RIAS-Reporter aus dem Ü-Wagen hätten berichtet von einer Kundgebung, auf welcher dies und jenes gefordert wurde von den Demonstranten. Und hätten berichtet: Auf den Transparenten beispielsweise standen folgende Parolen zu lesen.

Und ein Redner habe unter anderem dies und jenes gesagt.

So sah einst Berichterstattung aus!

Und dem Rezipienten wurde anheimgestellt, mündig zu sein und eigenmächtig aus dem Bericht nach Belieben und Gutdünken und eigener Meinung zu schlußfolgern in einem Staat mit grundgesetzlich garantierter Meinungsfreiheit, welcher Couleur die Demonstrierenden wohl zuzurechnen seien.

Wenn ihm die Couleur wichtig wäre neben dem Eigentlichen.

Neben dem sachlichen Anliegen der Demonstranten.

Und ich als Rezipient hätte mich übrigens nach meinem eigenen Vorurteil auf keinen Fall in einen Bus gesetzt und wäre nach Berlin gefahren. Ich hätte eher gedacht an meinen Freund Erich Kästner: „Kopf gut schütteln vor Gebrauch!“

Denn ich leide auch nicht unter der Vorstellung, die vereinte Welt würde mir das Virus und seine Opfer nur vorspielen. Und gleichzeitig denken, am Virus und seinen Opfern hätten die Amis und die Juden schuld.

Ich riete im Gegenteil, auf keinen Fall auf diese Art Querdenker vom Schlage Ballweg, Janich oder Jebsen zu hören. Auch neige ich dazu, im Internet auf das Suffix „.ru“ zu achten. Ich denke zum Beispiel, ein Auftraggeber von Auftragsmorden hätte womöglich Interesse, Thesen der verwirrenden Verirrtheit streuen zu lassen in der verhaßten westlichen Hemisphäre.

Aus seiner nach Machorka stinkenden Abteilung „Zersetzung“.

Und potentiellen Teilnehmern hätte ich geraten, ihre Zeit lieber zu nutzen für das Studium der Geometrie von Dreiecken.

Das schult das Denkvermögen.

Und für das Studium der Weltgeschichte.

Das macht geistig gesünder.

 

Das Hitlerreich war als Ganzes mit allen seinen Folgen ein Zeichen für die Macht der Worte über die Vernunft.

Rupert Lay

 

SPDämliche Rechenkünste

 

1. August 2020: Bellarmin an Mephisto

 

Du erinnerst Dich, 2017 war’s im wunderschönen Monat Mai, als alle Knospen sprangen und alle Vöglein sangen tirili tirila, da kam jener entgegen jedweder Erwartungen der europäischen Politikergarde und aller selbsternannten Anständigen zum Präsidenten der USA gewählte Donald Trump angereist übers Wasser und redete vor nunmehr mehr als drei Jahren in Europa seine schockierende Antrittsrede vor jener versammelten Garde, und da fiel man entsetzt aus allen Wolken!

Hatte da etwa ein narzißtischer Narr und ein als notorischer Lügner Verschrieener die Wahrheit getroffen? Und ist exakt am Musikantenknochen der europäischen Wertegemeinschaft auf den empfindlichsten Nerv gestoßen? Auf das Grundproblem der sogenannten Europäischen Union? Welches sich geradezu natürlicherweise auch in der Nato wiederfand? Nämlich was die Einhaltung angeht hinsichtlich grundlegender Verträge, Vereinbarungen, Abmachungen und die Verläßlichkeit von Zusagen?

Beispielsweise des Inhalts, und wie auch von Obama gefordert, die einzelnen Verteidigungsetats der, nun ja, der Verteidigungsgemeinschaft bis zum Jahre 2024 auf zwei Prozent der jeweiligen Bruttoinlandsprodukte zu erhöhen?

Und nun stellte sich dieser überseeische Flegel, der noch so viel lernen müßte und ja gar keine Ahnung mitbringt über Scherz und List, der stellte sich nun einfach hin hinter die Mikrofone und nimmt ausgerechnet ausgerechnete Zusagen, noch dazu europäische, für ernst und bare Münze und pocht, wie schon sein Vorgänger Barack Obama, auf Punkt und Komma?

In aller Öffentlichkeit??

Statt darüber erst fein säuberlich mit einem europäischen Politiker à la Juncker antichambrierend das ganze ein wenig zu exegesieren? So wie wir Europäer das gewohnt sind? Zum Beispiel bei Verschuldungsobergrenzen? Oder dem einstimmig vereinbarten Verbot der verdeckten oder gar offenen Staatsfinanzierung?

Und da hatten alle den Narziß für einen letztendlich doch eher abendländischen Politikertyp gehalten? Und sich zugeraunt, das gibt sich, der wird noch hinzulernen? Das redet der jetzt nur im Wahlkampf? Und falls der erst tatsächlich gewählt wäre, fänden sich immer noch griffige Floskeln und geschliffene Wendungen?

Zur Relativierung vorheriger Reden?

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern – gerade darin war er doch Meister!

Und nun?

Nun kam in deutschen Landen die deutsche Sozialdemokratie ins Spiel… Und ihr Experte und heutige Fraktionsvorsitzende Mützenich gab Interviews und ihr Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat Schulz gab Interviews und erst recht natürlich ihr ehemaliger Parteivorsitzender und derzeitige Außenminister Gabriel…

Zwei Prozent!!

Diese blanke Zahl!

Das wäre ja riesig! Und das lehne er ab. Und da müsse man doch dies noch hineinrechnen und jenes. Und wir bohren doch Brunnen in Afghanistan!

Und wies zurück, daß es ein „feststehendes“ Zwei-Prozent-Ziel überhaupt gäbe. Und behauptete: „Es gibt einen Auftrag aus Wales, sich in diese Richtung zu entwickeln“.

Entwickeln und annähern und hinbewegen… Nur einen Auftrag… Und keine Verpflichtung…

Und forderte, den Sicherheitsbegriff nicht nur auf Militärausgaben zu reduzieren, sondern auch Ausgaben für humanitäre Hilfe einzubeziehen…

Und staunend erfuhren wir offenbar schulmathematisch in Prozentrechnung verbildeten Arglosen: Wir Belämmerten und der Narr sollen nun endlich einmal sozialdemokratisch rechnen lernen: Mitnichten wären, wie wir Dummlinge immer annahmen, zwei Prozent zwei Prozent!

Nun gut und nichts für ungut…

Es blieben uns SPDämlich Belehrten und vom bundesdeutschen Gegenwartsjournalismus Verlassenen allerdings zwei schlichte Fragen:

1.) Wurde auch vor dem Schwur in der Nato das sozialdemokratische Rechnen derartig besprochen?

Und natürlich:

2.) Wer konnte darüber etwas aussagen und hatte das eigentlich verhandelt und unterschrieben, das mit den zwei Prozent und nun doch nicht zwei Prozent?

Da existiert immerhin die Einlassung des früheren Nato-Generalsekretärs Rasmussen: Es gebe die Zusage der Mitgliedsstaaten, zwei Prozent ihres Bruttosozialproduktes für Verteidigung auszugeben. Und dies sei einstimmig bei seinem letzten Gipfel als Generalsekretär angenommen worden.

Und zwar auch vom deutschen Außenminister.

Der hieß seinerzeit Frank-Walter Steinmeier und war ebenfalls Mitglied der unglaubwürdigsten Partei seines Landes.

Der SPD.

Übrigens, bereits 2002 war von der seinerzeitigen rot-grün geführten Bundesregierung unter einem gewissen Gerhard Schröder, SPD, das Zwei-Prozent-Ziel angenommen worden…

Bliebe vielleicht noch anzumerken: Auf dem damaligen evangelischen Kirchentag hatte in Berlin der Schaumschläger Schulz, damals als unrühmlich abgehalfterter EU-Politiker seines Zeichens Kanzlerkandidat und mit einhundert Prozent gewählt zum Vorsitzenden der populistischsten Partei Deutschlands für ein paar Wochen, sich hingestellt und hatte, laut Deutschlandfunk und in der Tagessschau dokumentiert, „mehr Ehrlichkeit von Politikern gefordert“.

 

Das Kind beim Namen nennen

 

25. Juli 2020: Mephisto an Bellarmin

 

Montag, 20. Juli, Deutschlandfunk:

Auf dem Opernplatz in der Frankfurter Innenstadt haben sich nach Polizeiangaben rund 3.000 Menschen versammelt und zunächst friedlich gefeiert. Später kippte die Stimmung: Hunderte der Feiernden begannen zu randalieren, Randalierer griffen Polizeibeamte mit Flaschenwürfen an. Mindestens fünf Polizisten wurden verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt. Die Polizei nahm 39 Menschen fest.

Auslöser war nach Angaben des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill eine Auseinandersetzung unter den Feiernden. Zunächst sei es friedlich zugegangen, in der Nacht gegen ein Uhr habe die Stimmung dann begonnen zu kippen. Gegen drei Uhr habe es zwischen bis zu 30 Feiernden eine Schlägerei gegeben. Als die Polizei schlichtend eingegriffen habe, habe sich die Gewalt gegen die Beamten gerichtet.

In der Pressemitteilung der Frankfurter Polizei vom Sonntag morgen heißt es, von den 39 Personen, die vorübergehend festgenommen worden waren, habe die überwiegende Zahl einen Migrationshintergrund. Die Festgenommenen seien zwischen 17 und 23 Jahre, und bis auf eine Frau habe es sich ausschließlich um Männer gehandelt. Zudem seien die meisten Tatverdächtigen der Polizei schon vorher bekannt gewesen: wegen Körperverletzungs-Delikten, Drogenhandels oder Diebstahls.

Der Sicherheitsdezernent der Stadt Frankfurt sprach von einem zunehmenden gesellschaftlichen Problem. Bei den Krawallen am Wochenende habe es sich um feige Übergriffe auf die Polizei gehandelt. Die Einsatzkräfte seien auf den Opernplatz gekommen, um einem verletzten Menschen zu helfen. Frank betonte, es sei nicht akzeptabel, dass Menschen, die anderen Menschen in Notlagen helfen, angegriffen würden.

Der Konfliktforscher Stefan Luft von der Universität Bremen sagte im Deutschlandfunk, die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie hätten wie ein Katalysator gewirkt. Nach seiner Beobachtung waren es vor allem junge Menschen mit Migrationshintergrund, die sich an den Krawallen beteiligten. Diese seien häufig frustriert, da sie mit überhöhten Erwartungen nach Deutschland gekommen seien, die sich jetzt erst recht nicht mehr erfüllen ließen.

Dienstag, 21. Juli, NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

Die meisten Zeitgenossen, völlig gleich welcher Herkunft sie sein mögen, gehen auch im alkoholisierten Zustand nicht mit zerborstenen Glasflaschen auf Polizisten los. Ein ‚Reizklima‘ durch die Corona-Pandemie überzeugt da als Erklärung allein nicht. Es gibt ganz offensichtlich ein Integrationsproblem in bestimmten Milieus.

 

So, so, „in bestimmten Milieus“…

Wie wäre es, wenn wir uns jetzt einmal befreiten von einigen linksideologischen Scheuklappen?

Beispielsweise in Gestalt der ritualisierten Selbstbezichtigungen:

„Oh, welch Jammer! Wir haben diese Leute nicht integriert! Was für ein Rassismus in unserem Lande!“

Oder:

„Oh, wir haben es versäumt! Wir haben diesen Menschen keine Perspektive geboten!“

Oder:

„Oh, diese armen Opfer unserer sozialen Verhältnisse! Die klaffende Schere zwischen arm und reich!“

Denn wäre es nicht endlich an der Zeit angesichts der Entwicklungen, daß wir uns wieder die Klarheit (zu deutsch: „Transparenz“) verschafften über den eigentlich einfachen aber politisch korrigiert ausnahmslos ausgeblendeten Umstand, daß es, wie allgemein aus dem persönlichen Umfeld bekannt, doch gar nicht so selten Menschen gibt, die durchaus auch aus persönlichen Gründen scheitern?

Statt aus gesellschaftlichen Gründen?

Daß demnach ihr sozialer Abstieg etwas zu tun haben könnte mit persönlicher Schuld statt mit gesellschaftlicher?

Auch wenn gerade diese Menschen, aus naheliegenden Gründen, den Hang verspüren, ihre Situation und ihr beständiges Scheitern und sich selbst zu inszenieren als Opfer böser gesellschaftlicher Zustände?

Ein Schulabbrecher wird selten eingestehen: „Ich bin zu dumm.“ Sondern er wird die Schuld eher den dubiosesten Bewandtnissen und gesellschaftlichen Faktoren und staatlichen Umständen zuschreiben.

In den heutzutage entwickelten Staaten der westlichen Welt muß zum Beispiel auch sogenannte Bildungsferne nicht immer die Folge sozialer Unterschiede sein, sondern soziale Unterschiede sind doch wohl eher die Folge von „Bildungsferne“.

Also in vernünftigem Deutsch der Gebrüder Grimm: von Dummheit.

Die auch bestehen oder gepaart sein kann aus oder mit sogenannter Beratungsresistenz.

Denn nicht wenige sind eher ihres Unglückes Schmied.

Zumindest sollte man dies doch ab und zu in Betracht ziehen.

Und sogar erwägen und erörtern…

Das gliche im politisch korrigierten Deutschland dann allerdings der Entdeckung eines neuen Kontinents.

Daß es ohne Verschulden der Gesellschaft und der staatlichen Zustände Menschen gibt, die, mitunter selbst generationsweise, in schlechteren sozialen Umständen leben als andere.

Und RTL 2 goutieren statt ARTE.

Auch wage ich, der Gelegenheit hatte, verschiedenste Menschen aus intimster Nähe kennenzulernen, die Behauptung, daß in entwickelten westlichen Staaten Kriminalität, insbesondere auch Kleinkriminalität, im allgemeinen nicht die Folge sozialer Not, sondern soziale Not die Folge von Kriminalität ist.

Und somit die Folge von Mentalität.

Statt von Sozialität.

Was nach meiner Erfahrung Kriminelle und Kommunisten so gut wie ausnahmslos anders sehen.

Nicht selten besitzen übrigens auch mohammedanische Attentäter nachweislich kriminelle Karrieren…

Und stilisieren sich als Opfer der westlichen Welt!

Apropos kriminell und Milieu: Im Juli vor zwei Jahren, da kehrte unsere Kanzlerin ebenfalls gerade zurück aus Brüssel, und jetzt paß auf, da fielen in Berlin aus ihrem amtlich persönlichen Mund zum ersten und allerdings auch einzigen Mal die Wörter „Sekundärmigration“ und sogar „illegale Migration“ heraus!

Und diese seien zu bekämpfen!

Unsere kritischen Medien wurden durch die plötzlichen Entdeckungen unserer Regierungschefin derart überrumpelt, daß es nicht eine einzige Nachfrage zu diesen unbekannten Wörtern gab!

Bis heute!

Wahrscheinlich schmollte man in den Redaktionsstuben unserer kritischen Medien, daß man bis dato es verabsäumt hatte, diese Form von Kriminalität selber zu entdecken.

Und deshalb wohl auch, als infolge des Schocks durch die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahl aus den Mündern einiger Politiker zum ersten Mal das Wort „Identitätsverweigerer“ auftauchte – deshalb kam bis heute zu diesem neuen Wort nie auch nur eine einzige Nachfrage!

Geschweige denn ein untersuchender Bericht.

Und so sind all diese Wörter wieder entschwunden aus dem Wortschatz unserer Politiker und Medien.

Und konnten also nie in Betracht kommen, wie „Groko“, als Wort des Jahres…

 

Dienstag, 21. Juli, PASSAUER NEUE PRESSE:

Dass Polizisten in Frankfurt zum Freiwild Hunderter junger Krawallos werden konnten, hat auch mit dem fehlgeleiteten Diskurs der letzten Monate zu tun. Eine linke Meinungsmafia versucht den Eindruck zu erwecken, die Polizei in ihrer Gesamtheit sei so etwas wie eine Verbrecherorganisation – korrupt, rassistisch und brutal. Dieses bewusst gezeichnete Zerrbild wird von verantwortungslosen Hasstätern wie denen in Frankfurt dankbar aufgegriffen. Wo aber bleibt der Aufschrei in der Bevölkerung? Wo der Ruck, der durch die Politik geht, damit nicht in wenigen Wochen ein neues Frankfurt, ein neues Stuttgart passiert?

Dienstag, 21. Juli, MITTELBAYERISCHE ZEITUNG:

Man kann den Eindruck gewinnen, dass es eine Scheu gibt, die Probleme offen anzugehen.

Donnerstag, 23. Juli, REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER:

Es ist falsch zu glauben, man könnte Kinderarmut allein damit bekämpfen, indem einzelne Geldleistungen erhöht werden. Die Benachteiligung hat auch damit zu tun, dass viele Kinder in Elternhäusern aufwachsen, die nicht von Liebe, Zuwendung und Förderung geprägt sind, sondern von Problemen.

 

Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen?

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Faust I

 

JM